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Veröffentlicht am 22.06.2025

Christian Berkel als Autor gefällt mir ausgesprochen gut

Sputnik
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"Sputnik" ist ein Junge, der in Westberlin das Licht der Welt erblickt. Als Jugendlicher wird ihm sein Zuhause zu eng und es treibt ihn nach Frankreich. Nach Paris. Hier möchte er seinen Traum erfüllen ...

"Sputnik" ist ein Junge, der in Westberlin das Licht der Welt erblickt. Als Jugendlicher wird ihm sein Zuhause zu eng und es treibt ihn nach Frankreich. Nach Paris. Hier möchte er seinen Traum erfüllen und setzt alles daran, ein guter Schauspieler zu werden. Als er in sein Elternhaus zurückkehrt, sind ihm Eltern und Schwester zunächst fremd. Zu viele Eindrücke gibt es, die ihn während seiner Zeit in Paris beeindruckten. Das Zuhause seiner Eltern erscheint ihm erdrückend.

Das ist also das dritte Buch von Christian Berkel. Und wieder einmal konnte er mich restlos überzeugen. Ja, anfangs hatte ich ein wenig Mühe hineinzukommen. Das legte sich aber rasch. Ich mag seine Art der Erzählung sehr. Die Sprache ist gehoben und dass er immer wieder von seiner Mutter berichtet, ist mir sympathisch. Das gefiel mir bereits in den ersten beiden Büchern.

Nicht nur die gehobenen Sprache gefällt mir. Auch seine Lebendigkeit im Ausdruck nehmen mich mit auf eine Reise, die interessant und lehrreich ist. Wer, wie ich in den Genuss kommt und seiner Stimme bei einem Hörbuch lauschen kann, der wird mit Sicherheit gefesselt sein. Ganz klar, dass ich eine ausdrückliche Empfehlung gebe.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Ein Buch für junge Erwachsene

Durch das Raue zu den Sternen
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Ihr Vater geht zum Weinen nicht in den Keller. Er zieht seine Schreinerei vor. Hier kann er seinen Tränen freien Lauf lassen. Er macht die Kreissäge an und niemand hört sein lautes Schluchzen. Die Ich-Erzählerin ...

Ihr Vater geht zum Weinen nicht in den Keller. Er zieht seine Schreinerei vor. Hier kann er seinen Tränen freien Lauf lassen. Er macht die Kreissäge an und niemand hört sein lautes Schluchzen. Die Ich-Erzählerin in dem Buch "Durch das Raue zu den Sternen" weint nicht. Akardia Fink, so heißt sie, kommt recht gut damit klar, dass ihre Mutter fort ist. Einfach so verschwunden. Arkardia hofft, dass sie bald zurückkommt. Dann wird nämlich der Vater nicht mehr weinen und sie kann der Mutter zeigen, wie gut sie singt. Irgendwann, so hofft sie, kehrt die Mama zurück und hört dem Gesang zu. Dann ist die Welt wieder in Ordnung.

Arkadia Fink ist sehr selbstbewusst und durch ihre direkt Art eckt sie häufig an. Was ich an ihr bewunderte war, dass sie unbeirrbar ihren Weg ging und tatsächlich meistens auch ihr Ziel erreichte. Obwohl mir die direkte und zuweilen freche Art der 13jährigen nicht angebracht war. Ihr Verhalten gegenüber Respektspersonen und hier besonders ihrem Vater zeigt, dass sie den Schmerz über den Verlust ihrer Mutter nur schwer ertragen kann.

Ein Buch mit einem ernsten Thema, das erst kurz vor dem Ende die Lösung bringt. Für mich war diese überraschend. Beeindrucken fand ich die Konsequenz, mit der die 13jährige Arkadia ihr Ziel verfolgte und dabei immer die Mutter vor Augen sah. Wie sehr die Musik dabei hilft, den Alltag für einige Stunden zu vergessen, das zeigt der Autor hier recht deutlich. Es gibt zwar einige Längen aber meine Empfehlung zum Lesen dieses Romans gebe ich gerne.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

"Er war ein Meister der Fassade"

... und dann wurden sie Nazis.
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„Der Adolf war für uns einfach ein toller Typ.“ Das sagten nicht wenige der Jugendlichen, die den „Führer“ bewunderten und ihm bedingungslos folgten. Bevor es zum „Anschluss“ Österreichs ans Deutsche Reich ...

„Der Adolf war für uns einfach ein toller Typ.“ Das sagten nicht wenige der Jugendlichen, die den „Führer“ bewunderten und ihm bedingungslos folgten. Bevor es zum „Anschluss“ Österreichs ans Deutsche Reich kam, war das Land ein Zufluchtsort für Juden. Hier konnten sie ohne Furcht vor Verfolgung und Repressalien leben. Leider währte dieser Schutz nicht lange. Aber auch die Mitgliedschaft in der NSDAP war verboten. Es gab nur heimliche „Parteigenossen“, die im Untergrund agierten.

Das Buch fasst zusammen, wie es dazu kam, dass 33 junge Männer von Mitgliedern der NSDAP angeworben wurden. Hier gab es nach dem „Anschluss“ zwei Lager. Das waren die fanatischen Anhänger und auf der anderen Seite jene, die nur folgten, weil sie sich Vorteile davon erhofften. Viele interessierten sich gar nicht für Politik und mochten Hitler überhaupt nicht. Sie hatten Angst vor den Folgen, wenn sie sich öffentlich gegen den „Führer“ stellten. Dabei sahen viele bereits vor 1940 die dunklen Wolken am Horizont.

Es waren die Truppen der „Braunen“, die über Österreich herfielen. Sie brachten Gewalt und Unruhen ins Land. Dabei versprach Hitler, dass das Land bald von Arbeitslosigkeit befreit wäre und alle Menschen ihren Wohlstand genießen könnten. Welch eine Farce.

Hier noch ein Zitat aus dem Buch: „Er (Hitler) war ein Meister der Fassade, hinter der sich neben intellektueller Leere nur kleinbürgerlicher Hass und Niedertracht verbargen.“

Das Buch von Martin Haidinger zeigte mir einmal mehr, dass Aufklärung so wichtig ist. Darüber, was damals geschah und dass sich das jederzeit wiederholen kann. Nein, nicht alle Menschen wussten, was vor sich ging. Dass in den Konzentrationslagern gemordet und gefoltert wurde. Viele Fakten kommen erst jetzt, 80 Jahre nach Kriegsende ans Licht und das ist auch gut. Jeder Fachmann, der sich mit dem „Dritten Reich“ auseinandersetzt, hat Bewunderung verdient. Die Erinnerung muss stetig wach bleiben und kann dazu beitragen, dass diese Gräueltaten niemals wieder geschehen können.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Niemals vorhersehbar

Angsttreiber
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Der junge James konnte nur seine Schwester von den Mördern retten. Er schlich sich in ihr Zimmer und flehte sie an, dass sie flüchten möge und recht bald Hilfe holt. Er selbst musste mit ansehen, wie seine ...

Der junge James konnte nur seine Schwester von den Mördern retten. Er schlich sich in ihr Zimmer und flehte sie an, dass sie flüchten möge und recht bald Hilfe holt. Er selbst musste mit ansehen, wie seine Eltern erschossen wurden. Er selbst konnte nur durch das beherzte Eingreifen eines Ersthelfers gerettet werden. Zum Zeitpunkt der Tat war er neun Jahre alt.

Etliche Wendungen und der Sprecher Carsten Wilhelm machen das Hörbuch zu einem Abenteuer. Nicht nur, dass es viele Verdächtige gibt. Nein, auch die Aussagen des Opfers James sorgen für Aufruhr bei den Ermittlern.

Das Hörbuch konnte mich gut unterhalten und die vielen Wendungen sorgten dabei für Spannung. Meine Empfehlung gilt daher ausnahmslos und ohne Abstriche.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Seine Bücher begeistern bis heute

Thomas Mann
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Immer einen Tropfen Blut in die Tinte geben. Dann würden seine Bücher ein Erfolg. Daran glaubte Thomas Mann und ja, er vermutete tatsächlich, dass sein Ruhm von diesen wenigen Tropfen des eigenen Blutes ...

Immer einen Tropfen Blut in die Tinte geben. Dann würden seine Bücher ein Erfolg. Daran glaubte Thomas Mann und ja, er vermutete tatsächlich, dass sein Ruhm von diesen wenigen Tropfen des eigenen Blutes abhingen. Er war einer der erfolgreichsten deutschen Autoren. Die Novelle „Tonio Kröger“ offenbare am meisten von ihm selbst, so Thomas Mann nach der Veröffentlichung. Sein Durchbruch gelang mit der Hilfe von Samuel Fischer. Der verlegte „die Buddenbrooks“ in einem Band und nicht wie eigentlich erdacht in zwei Büchern. Die Freundschaft zwischen Verleger und Autor ist für beide Parteien ein Gewinn.

Das Buch "Thomas Mann" von Tilmann Lahme ist eine weitere Biographie des „Meisters der Literatur“. Seine Bücher sind bis heute gefragt und beliebt. Was immer wieder nur hinter vorgehaltenen Hand gewispert wurde, das macht der Autor dieses Buches öffentlich. Thomas Mann war homosexuell veranlagt und durfte seine Neigung in damaliger Zeit leider nicht ausleben. Auch seine Heirat mit der reichen Katia konnte sein Begehren nach jungen Männern nicht stillen.

Für mich war das Buch zu sehr mit der Tatsache beschäftigt, dass Herr Mann homosexuell veranlagt war. Zu viele Seiten füllten diesen Tatbestand. Ich hätte mir gewünscht, dass nicht nur der Blick auf sexuelle Phantasien eine Rolle spielen, sondern sein Verhältnis zu Kindern und Ehefrau.

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