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Veröffentlicht am 11.05.2021

Ein sehr guter historischer Roman

Paracelsus - Die Fragen der Toten
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Theophrastus Bombast von Hohenheim, kurz Theo, war und ist noch immer ein berühmter Arzt und Namensgeber von Schulen und Instituten. Bekannt ist er als Paracelsus. In dem Buch wird von seiner Flucht vor ...

Theophrastus Bombast von Hohenheim, kurz Theo, war und ist noch immer ein berühmter Arzt und Namensgeber von Schulen und Instituten. Bekannt ist er als Paracelsus. In dem Buch wird von seiner Flucht vor den Häschern, die ihn der Ketzerei beschuldigen, berichtet. Wie gut, dass sein Freund Simon ihn begleitet. Caspar kämpft in der Heimat Basel gegen die Pest und der Reisende Paracelsus wird von vielen Menschen als Heilsbringer gefeiert. „Paracelsus Die Fragen der Toten“ zeigt eindrücklich, wie schwer es Mediziner hatten, die gleichzeitig forschten und dabei nicht mit den „Oberen“ der Kirche einer Meinung waren.

Erfrischend humorvoll und ausgeschmückt mit vielen Beschreibungen von Menschen und Landschaft, gefiel mir der Stil sehr gut. Welche Maßnahmen Paracelsus ergriff, um seinen Patienten zu helfen, war ebenfalls klar beschrieben und wird zuweilen noch heute durchgeführt. Interessant fand ich die Begegnung mit Lucrezia Borgia und einigen weiteren Personen, die tatsächlich zu der Zeit lebten.

Mit Sicherheit war der Zeitaufwand der Autorin sehr hoch, wenn es um die Recherchen geht. Das macht das Buch einmal mehr lesenswert und sehr wertvoll. Ja, und spannend ist es noch dazu. Es ist der zweite Band einer Dilogie und ich rate dazu, das erste Buch vorher zu lesen. Eine Empfehlung gebe ich auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 08.05.2021

Kein Buch für zwischendurch

Das letzte grüne Tal
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1944 in der Ukraine beginnt die Geschichte einer lebensgefährlichen Flucht. Aber der Familie Martel bleibt keine andere Wahl, wenn sie überleben will. Emil, das Oberhaupt der Familie, möchte am liebsten ...

1944 in der Ukraine beginnt die Geschichte einer lebensgefährlichen Flucht. Aber der Familie Martel bleibt keine andere Wahl, wenn sie überleben will. Emil, das Oberhaupt der Familie, möchte am liebsten alleine fliehen, da er die Männer der SS verabscheut. Jedoch sagen sie den Flüchtenden ihren Schutz zu und Emil beugt sich dem Wunsch seiner Ehefrau. Sie schließen sich dem Treck Richtung Westen an.

Wie der Familie Martel ging es zum Ende des Zweiten Weltkriegs vielen Menschen in der Sowjetunion. Dort, wo sie bereits seit vielen Jahren und auf Einladung der Zarin Katharina lebten, konnten sie nicht bleiben. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ließ Stalin die Menschen hungern und als dann die Deutschen auch noch bis Russland marschierten, war der Hass grenzenlos.

Das Buch „Unter blutrotem Himmel“ las ich und daher war ich gespannt, ob mir
„Das letzte grüne Tal“ ebenso gut gefällt. Auch in diesem Roman bildet das Erleben einer Familie die Grundlage. Die Struktur besteht also aus Fakten, wenn auch die Dialoge sich aus der Phantasie des Autors herleiten lassen. Mark Sullivan schildert recht drastisch, wie die Flüchtenden gequält und gedemütigt wurden. Der Hunger und auch Kälte ließ sie während ihrer Reise nie los. Wie mag es ihnen ergangen sein, als sie endlich im „Grünen Tal“ ankamen? Vor allen Dingen die beiden Söhne werden die Traumata wohl nie vergessen.

Neben der Gegenwart, also den Erlebnissen auf der Flucht, kehrt der Autor immer wieder in die Vergangenheit zurück. Das ist anstrengend und einziger Kritikpunkt von meiner Seite. Er schreibt sachlich und ich hatte nie das Gefühl, dass ich mir wie ein neugieriger Zuseher vorkam. Mal wieder wurde mir beim Lesen klar, wie die Speichellecker Hitlers ihre eigene Unvollkommenheit durch Mord an Minderheiten zu vertuschen suchten.

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Veröffentlicht am 07.05.2021

Ich bin begeistert

Hamlet
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Am 26. April 1564 wurde William Shakespeare geboren. Sein Geburtstag jährte sich also im Jahr 2014 zum 450. Mal. Dieser Jahrestag veranlasste dazu, vier seiner bekanntesten Stücke als Hörspiel zu veröffentlichen. ...

Am 26. April 1564 wurde William Shakespeare geboren. Sein Geburtstag jährte sich also im Jahr 2014 zum 450. Mal. Dieser Jahrestag veranlasste dazu, vier seiner bekanntesten Stücke als Hörspiel zu veröffentlichen. Eindrucksvolle und bekannte Stimmen trafen sich auch bei „Hamlet“ und dazu zählen unter anderem Christiane Hörbiger und Wolfgang Reichmann. Der Inhalt des Stückes wird wohl jedem Interessierten bekannt sein und aus dem Grund wiederhole ich ihn hier nicht.

Es mag sein, dass William Shakespeare nicht bei allen Gymnasiasten beliebt war. Manche empfanden es gar als Qual, dass sie „gezwungen“ wurden, sich mit seinen Werken zu beschäftigen. Aber mal ehrlich, gibt es heute noch Dichter, die sich mit ihm messen können? Seine Brillanz in Sprache und Stil ist kaum erreichbar. Okay, das liegt auch immer am Alter der Hörenden. Will sagen, dass zum Beispiel ein Fitzek so ganz anders schreibt als der gute William.

Dieses Hörbuch gefiel mir sehr gut. Es fasst sehr gut zusammen, worum es bei Hamlet geht. Selbst dann, wenn jemand nie das Stück las weiß er, worum es hier geht. Schon zur Lebzeiten Shakespeares gab es Intrigen und Erbstreitigkeiten. Nicht nur diese beiden Tatsachen machen „Hamlet“ so zeitgemäß.

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Veröffentlicht am 07.05.2021

Hier trügt der Schein

Eine perfekte Ehe
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Viele Jahre sind vergangen, seit Zach und Lizzie befreundet waren. Doch eines Tage meldet sich Zach bei der Anwältin Lizzie. Er wird des Mordes an seiner Frau verdächtigt und erwartet, um der alten Zeiten ...

Viele Jahre sind vergangen, seit Zach und Lizzie befreundet waren. Doch eines Tage meldet sich Zach bei der Anwältin Lizzie. Er wird des Mordes an seiner Frau verdächtigt und erwartet, um der alten Zeiten willen, dass Lizzie ihn verteidigt. Zunächst zögert sie mit einer Zusage, lässt sich aber zur Mithilfe überreden. Je näher sie sich mit dem Fall befasst, desto tiefer dringt sie ein, in das Eheleben der „Reichen und Schönen“. Dabei muss sie nicht nur Ungereimtes bei den Berichten ihres Mandanten feststellen. Auch ihre eigene Ehe sieht sie mit anderen Augen. Zumal sie sogar ihren eigenen Mann der Tat verdächtigt.

Die Autorin Kimberly McCreight feierte mit ihrem Thriller „Eine perfekte Ehe“ gute Erfolge in den USA. Auch mir gefiel das Buch gut, allerdings ist es für mich kein Thriller. Dafür war er zu langatmig und der Spannungsbogen flachte zuweilen sehr ab. Ja, es gab immer mal wieder Wendungen, die ich so nicht vermutete, die kamen mir allerdings nur selten schlüssig vor.

Was mir gut gefiel, das war die Beschreibung von Ehepaaren, die sich selbst etwas vormachten. Jeder Makel wurde vertuscht und selbst die engsten Freunde kannten nur die Fassade. Da gibt es Alkoholiker, die immer wieder rückfällig werden und Partner, die sich nicht trennen können. Oder Swinger-Partys, bei denen die angeblich so tolerante Partnerschaft praktiziert wird. Kaum vorstellbar, dass Partner dabei zufrieden oder gar glücklich sind. Den Täter hat die Autorin sehr gut versteckt und ich ahnte erst kurz vor dem Ende, wer das war. In Maßen spannender Krimi, der von Kristina Lake-Zapp gut übersetzt wurde.

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Veröffentlicht am 06.05.2021

Ein schwieriges Thema, das gut umgesetzt wurde

Was von Dora blieb
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Isa, so heißt die Hauptperson des Buches, gehört zu den „Kriegsenkeln“. Eine Vokabel, die es noch nicht so lange gibt und auch die Forschungen zum Thema sind relativ neu. Die junge Frau wurde von ihrem ...

Isa, so heißt die Hauptperson des Buches, gehört zu den „Kriegsenkeln“. Eine Vokabel, die es noch nicht so lange gibt und auch die Forschungen zum Thema sind relativ neu. Die junge Frau wurde von ihrem Ehemann hintergangen und flüchtet an das „Schwäbische Meer“. Hier erhofft sie sich Abstand und möchte gleichzeitig die Tagebücher ihrer Großmutter Dora lesen. Die ist ihr fremd und Isa will wissen, warum das so ist. Warum war sie so streng und unnahbar? Wie wirkte sich das auf ihren Vater und sie selbst aus?
Zunächst dauerte es eine Weile, bis ich mich an den Schreibstil der Autorin gewöhnte. Das Lesen erfordert hohe Konzentration, weil es immer wieder Wechsel in Zeiten und Orten gibt. Aber es gab etliche Fakten, die ich so nicht kannte. So zum Beispiel das „Bauhaus des Ruhrgebiets“ oder die Geschichte der BASF. Welche Rolle spielte diese IG Farben im Zweiten Weltkrieg und wurde von dort aus eventuelle sogar Gift in die Konzentrationslager geschickt?
Und dann die Beschreibung der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten, grausam, was den jungen Menschen dort angetan wurde. Es wundert mich so gar nicht mehr, warum diese Generation kaum Nähe ertrug. Also Umarmungen oder Gespräche über die eigenen Gedanken waren tabu. Nach Anfangsschwierigkeiten fand ich gut ins Buch und bin der Meinung, dass die Autorin dieses so schwierige Thema gut umsetzte. Gerade die Kälte der „Kriegsgeneration“ hat sie gut eingefangen. Obwohl, ist es wirklich „Kälte“ oder sind es nicht doch eher die Traumata des Krieges?

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