Cover-Bild Das letzte grüne Tal
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Tinte & Feder
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 619
  • Ersterscheinung: 11.05.2021
  • ISBN: 9782496705638
Mark Sullivan

Das letzte grüne Tal

Peter Groth (Übersetzer)

Vom Autor des internationalen Bestsellers »Unter blutrotem Himmel«.

»Mark Sullivan hat es wieder getan! Das letzte grüne Tal ist eine fesselnde und inspirierende Geschichte über Heldentum und Mut, die in den dunklen Tagen am Ende des Zweiten Weltkriegs spielt.« — Kristin Hannah, Bestsellerautorin von Die Nachtigall

Ukraine, März 1944: Es ist tiefer Winter, als Adeline und Emil Martel mit ihren beiden kleinen Söhnen vor der Roten Armee fliehen müssen. Als Deutsche sind sie in ihrer Heimat nicht mehr sicher und es bleibt ihnen nichts Anderes übrig, als sich auf den beschwerlichen Weg gen Westen zu begeben. Der aber wird von den Nazis kontrolliert. Emil, der als Soldat Gräueltaten der SS miterlebte, muss weiter um die Sicherheit seiner Familie fürchten. Besonders, als Adeline einer Jüdin bei der Flucht hilft und sie alle in Gefahr bringt. Doch Emil und Adeline, geleitet von ihrem Glauben aneinander, gehen ihren Weg gemeinsam – immer weiter Richtung Westen …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2021

Ein wichtiger, emotional sehr aufwühlender historischer Roman um eine Auswandererfamilie und ihre Hoffnung auf Frieden, Liebe und Glück

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Am 22. Juli 1763, unterschrieb die russische Zarin Katharina die Große, einen Erlass- das so genannte Einladungsmanifest, welches es Ausländern ermöglichte, sich in Russland niederzulassen. Besonders sprach ...

Am 22. Juli 1763, unterschrieb die russische Zarin Katharina die Große, einen Erlass- das so genannte Einladungsmanifest, welches es Ausländern ermöglichte, sich in Russland niederzulassen. Besonders sprach sie damit die Deutschen an, denn Katharina stammte selbst aus Deutschland, war in Stettin geboren und lebte in Deutschland, bis sie dann den russischen Zaren Peter III. ehelichte, der eigentlich ebenfalls deutsche Wurzeln hatte.
Sie erhoffte sich von den Einwanderern wirtschaftlichen Aufschwung und Bevölkerungswachstum, denn ihr neues Reich war zwar groß, doch um es flächendeckend bestellen zu können, brauchte es viele weitere widerstandfähige kräftige und arbeitswillige Menschen, die bereit waren, sich auf das Abenteuer und die Herausforderung „Russland“, einzulassen und die ihrer neuen Herrscherin gegenüber wohlwollend eingestellt waren. Um die Menschen überhaupt in ihr Land locken zu können, versprach sie viele Privilegien. So bekam jede Einwandererfamilie ihr eigenes Land, Steuervergünstigungen, Befreiung vom Militärdienst und zudem Sprachfreiheit und Selbstverwaltung und freie Religionsausübung zugesichert.

Nur wenig später machten sich die ersten Auswanderer aus Deutschland auf gen Russland, und ließen sich etwa rund um das Schwarzmeer, in Südrussland und an der Wolga nieder. Innerhalb der ersten fünf Jahre, waren es bereits 30000 Menschen. Hauptsächlich waren es einfache Bauern, doch auch Handwerker und Unternehmer fanden sich darunter und es gelang ihnen im Laufe der Zeit, ihre neue Heimat durch Fleiß und harte Arbeit ertragreich zu machen. Sie brachten es zu Wohlstand, blieben in neu gegründeten Ortschaften unter sich und da Napoleons Kriegsführung zahlreiche Opfer und Elend forderte, kamen immer mehr Menschen ins Land, die Katharinas Ruf gefolgt waren und sich in Russland ein neues, lebenswerteres Leben aufbauen wollten.
Die Russlanddeutschen waren den meisten Russen selbst jedoch ein Dorn im Auge. Als mögliche Verräter beäugt, spitzte sich die Lage schließlich nach dem ersten Weltkrieg immer mehr zu. Viele Bauern wurden enteignet, zu Zwangsarbeitern rekrutiert, sie waren Hungersnöten hoffnungslos ausgeliefert oder wurden absichtlich ausgehungert und ihr Leben wurde immer schwerer. Im zweiten Weltkrieg dann kam der Erlass, alle Russlanddeutschen nach Sibirien in Arbeitslager zu deportieren, wo viele von ihnen starben.

Auch die Familie Martel gehörte zu den Russlanddeutschen. Doch sie beschlossen, im März 1944, vor der Roten Armee zu fliehen und dem Aufruf der Nazis zu folgen, die ihnen sicheren Geleitschutz in westlicher gelegene Gebiete, zwecks Neuansiedlung, versprachen.

Emil und Adeline und ihre beiden Söhne, hassen es, ihr Schicksal in die Hände der Nazis zu legen, doch sie wissen andererseits auch genau, was sie erwartet, wenn sie in ihrem kleinen Heimatort in der Ukraine bleiben. Und so macht sich der Treck mit vielen Russlanddeutschen auf den Weg. Die Reise ist beschwerlich und gefährlich zugleich und am Ende werden es nicht alle schaffen zu überleben.
Besonders die gottesfürchtige Adeline hält jedoch, selbst in großer Not, stets an ihrem Traum fest. Sie träumt von einem fruchtbaren grünen Tal, in dem sie und ihre Familie einst leben werden. Emil, der bereits am eigenen Leib zu spüren bekam, zu welchen Gräueltaten die Nazis fähig sind, teilt Adelines Zuversicht keineswegs. Zudem hat er seinen Glauben verloren, denn die Unmenschlichkeit und sein eigenes Versagen, wie er denkt, machen ihm das Leben schwer. Als Emil unterwegs auch noch den Russen in die Hände fällt und als Zwangsarbeiter deportiert wird, lässt ihn zunächst nur die Liebe zu seiner Familie durchhalten. Bis er einen alten Bekannten wieder trifft…

Mark Sullivans aktueller historischer Roman erzählt die spannende und auf wahren Ereignissen basierende Geschichte der Auswandererfamilie Martel. Im Vorfeld hatte der Autor die Chance, die Orte bereisen zu können, von denen in diesem Roman die Rede ist und traf sich auch mit Familienangehörigen der Martels um die nötige Hintergrundrecherche betreiben zu können.
Es ist eine Geschichte, die einerseits sehr abenteuerlich anmutet, denn man kann es kaum glauben, welche schlimmen Ereignisse diese Menschen durchgestanden haben und dass ihnen das Schicksal, trotz schlimmer Verluste, letztendlich ein Happy End bescherte.

Es ist eine Geschichte, die über Familienzusammenhalt, Liebe und Hoffnung erzählt. Ein Roman, der keine einfache Lektüre ist, denn die Martels haben auf ihrer Reise Traumatisches erlebt, das der Autor sehr bildhaft schildert. Ich muss zugeben, dass ich diesen Roman in vielen kleinen Etappen lesen musste, weil er mich emotional so sehr aufgewühlt hat, ob der menschlichen Grausamkeit, der die Familie ausgesetzt ist. Aber, es ist dennoch eine wichtige, mutmachende Lektüre, die den Leser, auch gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten, aufrütteln dürfte. Die Botschaft zu „Das letzte grüne Tal“, lautet eigentlich, dass man niemals aufhören oder den Glauben daran verlieren darf, für seine Träume zu kämpfen. Und natürlich auch, wie existentiell es ist, sich seine Menschlichkeit zu bewahren.

Der Autor schildert die lange, beschwerliche Reise der Martels sehr spannend und abwechselnd aus den Perspektiven von Emil und Adelina. Beide sind sehr bodenständige, sympathische junge Menschen, die bereits im Vorfeld arge Dinge erleben mussten und dadurch viel reifer erscheinen, als es ihr Alter vermuten lassen würde.
Die immerhin über sechshundert Seiten lesen sich wie im Fluge- man hofft und bangt mit den Martels mit, deren Geschichte unbedingt erzählt werden musste, um heutigen Generationen etwa begreifbar zu machen, wie glücklich sie sich schätzen können, in Friedenszeiten leben zu dürfen und dass sich die Geschichte niemals wiederholen darf!

Kurz gefasst: Ein wichtiger, emotional sehr aufwühlender historischer Roman um eine Auswandererfamilie und ihre Hoffnung auf Frieden, Liebe und Glück.

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Veröffentlicht am 12.05.2021

Emotionsgeladener, dramatischer und informativer historischer Roman

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Nach „Unter blutrotem Himmel“ gelingt es Mark Sullivan erneut, basierend auf wahren Begebenheiten eine abgeschlossene Familien-, Reise- und Liebesgeschichte um den Zweiten Weltkrieg und seine Nachwirkungen ...

Nach „Unter blutrotem Himmel“ gelingt es Mark Sullivan erneut, basierend auf wahren Begebenheiten eine abgeschlossene Familien-, Reise- und Liebesgeschichte um den Zweiten Weltkrieg und seine Nachwirkungen mit emotionaler Wucht zu erzählen.
Empfehlenswert u. a. für Fans von „Libellenjahre“ von Izabelle Jardin und „Tage des Sturms“ von Ella Zeiss.

Der allwissende Erzähler taucht vor allem in die Gedanken und Gefühlswelt der Eheleute Adeline und Emil ein, die sich mit ihren Söhnen (4 und 6) und Verwandten unter Anleitung der Nazis im Jahr 1944 durch Osteuropa gen Westen aufmachen und eine Odyssee durchmachen. Rückblicke zu prägenden Schicksalsschlägen sind passend integriert. Das sorgt für Abwechslung, klärt offene Fragen und geht intensiv zu Herzen. Auch die Nebenfiguren Resi und Marie und ein gewisser „Sonderling“ werden zu Sympathieträgern. Die Söhne wirken leider gesichtslos und manchmal zu „frühreif“. Streit in der Familie und verschiedenartige Begegnungen verdeutlichen, dass es nicht nur Schwarz-Weiß-Zeichnung gibt.
Ich empfand die Darstellungen als authentisch und packend. Effektheischerei findet in akzeptablen Maßen statt. Ich habe mitgefiebert und gehofft. Das Buch erschüttert, macht dankbar, wahrt eine Balance aus Ruhe (gedanklicher Tiefgang) und Sturm (Dramatik), ist tragisch, hat dabei so viele Lichtblicke, dass es nicht runterzieht.
Die Beschreibungen zum Umfeld sind gut greifbar.

Neben der Judenverfolgung werden wenig bekannte Geschehnisse rund um das Dritte Reich beleuchtet. Obwohl ich rund um den Zweiten Weltkrieg schon viel gelesen habe, lässt sich noch etwas dazulernen und - dank der Einbettung in eine spannende Geschichte - in Erinnerung behalten.
„Unter blutrotem Himmel“ (verortet etwa zeitgleich in Italien) hat mich gleichermaßen gebildet und etwas mehr angerührt. Wahrscheinlich weil „Das letzte grüne Tal“ vorhersehbarer gestrickt ist und das Gutmenschentum bei den Protagonisten gefühlt etwas zu stark unterstrichen wird.

Das Ende ist ausführlich und rundet gelungen ab. Es ist mit einem großartigen Nachwort versehen, welches Fiktion und Fakten offenlegt. Dankenswerterweise erfährt man viel zur Entstehung des Romans sowie zu fast allen Figuren wie es ihnen in der Realität ergangen ist. Dafür vergebe ich insgesamt knappe 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.06.2021

Flucht in den Kriegswirren

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1944 fliehen deutsche Familien aus der Ukraine. Anfangs nimmt die Familie Martel dafür auch die Hilfe der Nazis in Anspruch gerät aber alsbald in Gewissenskonflikte, als sie einer Jüdin helfen wollen. ...

1944 fliehen deutsche Familien aus der Ukraine. Anfangs nimmt die Familie Martel dafür auch die Hilfe der Nazis in Anspruch gerät aber alsbald in Gewissenskonflikte, als sie einer Jüdin helfen wollen. Die Geschichte einer Flucht in den Wirren des zweiten Weltkrieges ist sehr spannend erzählt aber es ist wie zu erwarten kein Gute-Laune-Buch. Die Dramatik der Geschehnisse wühlt auf und oft ist es einfach unfassbar, wozu die Menschen in so einer Ausnahmesituation fähig sind – im Guten als auch im Schlechten.

Mark Sullivan versteht es, den Leser zu fesseln und dabei noch eine Botschaft zu transportieren. Auch wenn einige Figuren schon etwas stereotyp gezeichnet sind, hat mich „Das letzte grüne Tal“ sehr gut unterhalten, der Spannungsbogen findet zu einem guten Ende und ich kann es für alle weiterempfehlen, die sich für die Zeit und die Geschehnisse interessieren.

Veröffentlicht am 22.05.2021

"Der lange Weg"

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Der Roman "Das letzte grüne Tal" umfasst ca. 620 Seiten auf 41. Kapiteln in 5. Abschnitten.

Kurzer Plot:

"...historische Fiktion, die auf einer außergewöhnlichen Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, ...

Der Roman "Das letzte grüne Tal" umfasst ca. 620 Seiten auf 41. Kapiteln in 5. Abschnitten.

Kurzer Plot:

"...historische Fiktion, die auf einer außergewöhnlichen Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, und dessen Nachwirkungen basiert." - siehe Vorwort

1944, Schönfeld/Ukraine

Das Ehepaar Adeline und Emil Martel sind Nachkommen deutscher Einwanderer in der fünften Generation.

Die rote Armee ist auf dem Vormarsch, und das Ehepaar macht sich mit ihren beiden kleinen Söhnen und anderen Familienmitgliedern, mit ihrem beladen Fuhrwerk, auf den Weg nach Westen.

"Wo auch immer wir schließlich landen werden, es wird besser sein als die Hölle, die wir bereits durchgemacht haben." - Seite 26

Die Familie hat die Vision von ihrem "grünen Tal", und damit die Hoffnung, dort ein besseres Leben zu finden.

Aber bis sie ihr "grünes Tal" erreichen werden, ist es ein sehr langer und beschwerlicher Weg, und es gibt viele gefährliche und bedrohliche Ereignisse.

"Weil wir jetzt Kriegsflüchtlinge sind, Menschen, die ihr Land zurückgelassen haben. Wir besitzen nichts, deshalb haben wir auch nichts zu sagen." - Seite 55

Fazit:

Der Roman erzählt von einer Familie, die im zweiten Weltkrieg: Vertreibung - Entbehrungen (u.a. Holodomar - Tötung durch Hunger/Hungersnot) - Flucht - Gefangenschaft - Trennungen.. erleben mussten, und trotzdem nie die Hoffnung verloren.

Der Schreibstil ist gut, im Mittelteil aber etwas zäh. Es lohnt sich aber dennoch dran zu bleiben, denn der Roman ist sehr gut recherchiert.


4. Sterne!



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Veröffentlicht am 08.05.2021

Kein Buch für zwischendurch

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1944 in der Ukraine beginnt die Geschichte einer lebensgefährlichen Flucht. Aber der Familie Martel bleibt keine andere Wahl, wenn sie überleben will. Emil, das Oberhaupt der Familie, möchte am liebsten ...

1944 in der Ukraine beginnt die Geschichte einer lebensgefährlichen Flucht. Aber der Familie Martel bleibt keine andere Wahl, wenn sie überleben will. Emil, das Oberhaupt der Familie, möchte am liebsten alleine fliehen, da er die Männer der SS verabscheut. Jedoch sagen sie den Flüchtenden ihren Schutz zu und Emil beugt sich dem Wunsch seiner Ehefrau. Sie schließen sich dem Treck Richtung Westen an.

Wie der Familie Martel ging es zum Ende des Zweiten Weltkriegs vielen Menschen in der Sowjetunion. Dort, wo sie bereits seit vielen Jahren und auf Einladung der Zarin Katharina lebten, konnten sie nicht bleiben. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ließ Stalin die Menschen hungern und als dann die Deutschen auch noch bis Russland marschierten, war der Hass grenzenlos.

Das Buch „Unter blutrotem Himmel“ las ich und daher war ich gespannt, ob mir
„Das letzte grüne Tal“ ebenso gut gefällt. Auch in diesem Roman bildet das Erleben einer Familie die Grundlage. Die Struktur besteht also aus Fakten, wenn auch die Dialoge sich aus der Phantasie des Autors herleiten lassen. Mark Sullivan schildert recht drastisch, wie die Flüchtenden gequält und gedemütigt wurden. Der Hunger und auch Kälte ließ sie während ihrer Reise nie los. Wie mag es ihnen ergangen sein, als sie endlich im „Grünen Tal“ ankamen? Vor allen Dingen die beiden Söhne werden die Traumata wohl nie vergessen.

Neben der Gegenwart, also den Erlebnissen auf der Flucht, kehrt der Autor immer wieder in die Vergangenheit zurück. Das ist anstrengend und einziger Kritikpunkt von meiner Seite. Er schreibt sachlich und ich hatte nie das Gefühl, dass ich mir wie ein neugieriger Zuseher vorkam. Mal wieder wurde mir beim Lesen klar, wie die Speichellecker Hitlers ihre eigene Unvollkommenheit durch Mord an Minderheiten zu vertuschen suchten.

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