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Veröffentlicht am 25.02.2021

Auch ohne Erfahrung zum Erfolg

Homefarming
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Judith Rakers ist nicht gerade durch ihr Engagement im Gemüseanbau bekannt. Umso erstaunte es mich als ich das Buch „Homefarming“ sah, welches von ihr geschrieben wurde. Sie ist Neuling und in ihrer grünen ...

Judith Rakers ist nicht gerade durch ihr Engagement im Gemüseanbau bekannt. Umso erstaunte es mich als ich das Buch „Homefarming“ sah, welches von ihr geschrieben wurde. Sie ist Neuling und in ihrer grünen Oase konnten sich bereits etliche Gemüsesorten, Hühner und Obstbäume einleben. Frau Rakers schreibt, wie sie anfing, ihren Garten zu planen und dann die Beete anlegte. Sie berichtet von Fehlern und Erfolgserlebnissen und möchte mit ihrem Buch nur eins: Mut machen.

Vor vielen Jahren lernte ich den Beruf des Gärtners und er hat noch nichts an seiner Faszination verloren. Voller Entdeckerfreude begab ich mich auf die Reise in Frau Rakers Garten. Und was soll ich sagen? Ich bin beeindruckt. Die Autorin schreibt ohne Schnörkel und Drumherum, was der Anfänger (und Fortgeschrittene) beim Anlegen eines Gemüsegartens beachten sollte. Sie erklärt, welche Erde gut ist, wo sich die vielen Angebote unterscheiden und wie ein Maulwurf zum Gartenbaugehilfen werden kann. Viele weitere Tipps und Tricks zum Gemüseanbau gibt es noch, die werden aber jetzt nicht verraten. Es spielt auch keine Rolle, ob Sie einen großen Schrebergarten, eine Terrasse oder einen kleinen Balkon Ihr Eigen nennen. Für alle hat Frau Rakers gute Vorschläge zum „Homefarming“ in Petto.

Später kommen dann noch Ratschläge zum Halten von Hühnern dazu. Abgerundet wird dieses informative Buch durch Rezepte, die leicht nachzukochen sind. Aber auch die schönen Fotos bereichern die Lektüre. Ein gelungenes Buch und das keineswegs nur für Menschen, die sich erst jetzt zum Gemüseanbau entschlossen.

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Zweifeln darf jeder, auch ein Mönch

Aus der Mitte des Sees
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Lukas ist fast 40 Jahre alt und lebt in einem Kloster. Nachdem sein Freund dieses verließ und eine Familie gründete, denkt auch er über den Sinn und Zweck seines Klosterlebens nach. Seine Gedanken gehen ...

Lukas ist fast 40 Jahre alt und lebt in einem Kloster. Nachdem sein Freund dieses verließ und eine Familie gründete, denkt auch er über den Sinn und Zweck seines Klosterlebens nach. Seine Gedanken gehen immer mal wieder in die Vergangenheit. Aber auch die Gegenwart bringt ihn zum Straucheln. Eine junge Frau, die Sarah, besucht das Kloster und Lukas empfindet für sie mehr als nur Freundschaft. Wie wird er sich entscheiden und welche Begründung gibt es dafür?

„Aus der Mitte des Sees“ beschreibt eine Benediktinerabtei, die ich rasch erkannte. Es ist das Kloster Maria Laach, wo der Autor Moritz Heger schon einige Wochen der Erholung verleben durfte. Dass der See dem Mönch Lukas hilft, seine Gedanken zu ordnen, kann ich sehr gut verstehen. Er nimmt es nicht leicht, dass sein Freund das Kloster verließ und eine Familie gründete. Lukas wendet sich in dem Buch an Julia, die Frau des Freundes und später an ihn selbst. Er ist seit 16 Jahren im Kloster und immer mal wieder denkt er über sein beschütztes Leben nach. Und wenn dann auch noch junge Leute zur Erholung in die Gästezimmer einziehen, sucht er den Kontakt mit ihnen.

In der heutigen Zeit haben Klöster wohl alle mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Wer hier als junger Mann eintritt, wird gute Gründe für seinen Entschluss haben. Das zeigt auch der Roman
„Aus der Mitte des Sees“. Und nicht nur das macht das Buch so wertvoll. Es sind die Weisheiten des Autors, welche nicht nur positive Eindrücke des Klosterlebens zulassen. Hier kommt auch Kritik zum Ausdruck, es wird also nicht nur schwarz oder weiß geschildert. Obwohl mir
„Aus der Mitte des Sees“ gut gefiel, kritisiere ich, dass es keinen roten Faden gibt. Es ist ein ständiges Hin und Her zwischen den Menschen und den Orten. Das Ende gefällt mir ebenfalls nicht so richtig, da es einige Fragen offen lässt. Aber vier Sterne gebe ich und eine Leseempfehlung dazu, weil doch viele Denkanstöße vermittelt werden.

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Gibt es den tatsächlichen Beweis zur Existenz Gottes?

Der absolute Beweis
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An einem ganz normalen Tag bekommt der Journalist Ross Hunter einen Telefonanruf, der sein Leben auf den Kopf stellt. Dr. Harry F. Cook klingt gehetzt und das ist kein Wunder. Behauptet er doch, dass er ...

An einem ganz normalen Tag bekommt der Journalist Ross Hunter einen Telefonanruf, der sein Leben auf den Kopf stellt. Dr. Harry F. Cook klingt gehetzt und das ist kein Wunder. Behauptet er doch, dass er Beweise zur tatsächlichen Existenz Gottes vorlegen kann. Ross Hunter lässt sich auf weitere Recherchen ein und muss Verfolgung und Morddrohungen ertragen. Denn es sind nicht nur die Herrscher im Vatikan, denen die Enthüllungen nicht behagen.

„Der absolute Beweis“ ist ein spannender Thriller, der neben etlichen frei erfunden Passagen auch ein hohes Maß von Fakten bereithält. Hier werden Prediger beleuchtet, die alleine durch ihre Gabe Gläubige mitreißen zu können, zu unermesslichen Reichtum kamen. Aber auch Vatikan, Muslime und Evangelikale kommen nicht allzu gut weg. Viele Schauplätze und noch mehr Handelnde machen das Lesen schwierig. Die Reise geht unter anderem nach Ägypten und in die USA. Überall wird Herr Hunter verfolgt und entgeht nur knapp dem Tod. Ob er das bis zum Schluss durchhält, erfahren Sie, wenn Sie das Buch lesen.

Peter James ist für seine spannenden Thriller rund um Roy Grace bekannt. „Der absolute Beweis“ zeigt ein völlig anders Bild des Autors. Hier begab er sich auf bis dato unbekanntes Terrain und das ebenfalls gut. Er schreibt selbst, dass es 10 Jahre brauchte, bis er seine Idee umsetzte und seinen Lesern das Buch präsentieren konnte. Ich las es gerne, obwohl dann doch die Phantasie mit ihm durchging und es zuweilen sehr langgezogen daher kam. Vier Sterne sind aber allemal gerechtfertigt zumal Verschwörungstheorien ja derzeit äußerst aktuell sind.

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Veröffentlicht am 22.02.2021

Möge die Kunst der Spielzeugherstellung nie ganz vergessen sein

Wo wir Kinder waren
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Die Autorin Kati Naumann reist mit uns in den Ort Sonneberg. Hier war der Sitz des Spielzeugherstellers Albert Langbein. Was über 100 Jahre bestand, musste nach der Wiedervereinigung aufgegeben werden. ...

Die Autorin Kati Naumann reist mit uns in den Ort Sonneberg. Hier war der Sitz des Spielzeugherstellers Albert Langbein. Was über 100 Jahre bestand, musste nach der Wiedervereinigung aufgegeben werden. Die Erben Eva, Iris und Jan wollen gemeinsam das Haus der Urgroßeltern räumen und finden dabei viele Erinnerungsstücke, die sie an ihre schöne Kindheit erinnern.

Nach „Was uns erinnern lässt“ ist „Wo wir Kinder waren“ das zweite Buch, welches ich von der Autorin lese. Auch hier erzählt sie in zwei Zeitebenen über das Leben der Langbeins und ihrer Nachkommen. Sie beginnt im Jahr 1912 und wechselt immer abwechselnd in die heutige Zeit. Damals gab es noch viele Spielzeughersteller im Thüringer Wald, die leider von der Konkurrenz aus Fernost zum Aufgeben gezwungen wurden. Einige Künstler verkaufen aber bis heute ihre Werke und ich liebe vor allen Dingen deren Miniaturen in 1:12.

In dem Buch „Wo wir Kinder waren“ beschreibt die Autorin sehr genau, wie neue Modelle entstanden und welche Aufgabe den Kleinsten der Familie dabei zukam. Sie schreibt über den Ersten Weltkrieg und seine Verluste für die Familien und danach die wenigen unbeschwerten Jahre der Weimarer Republik. Dann die Anfänge einer Übermacht der Nationalsozialisten, die Verfolgung von Juden und Kommunisten und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Der lebendige Sprachstil und die Ausführlichen Dialoge machen das Buch abwechslungsreich und unterhaltsam. Einzig die Gedankensprünge sind nicht immer bis zum Ende durchdacht und der Schluss beantwortet nicht alle Fragen. Aber ich empfehle das Buch auf jeden Fall, zumal es Fakten beschreibt, die so tatsächlich von den Menschen damals erlebt wurden. Kati Neumann hatte nämlich in ihrer eigenen Familie Spielzeughersteller und nutzte diese Quellen intensiv.

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Veröffentlicht am 19.02.2021

Rasant und gut durchdacht

Der andere Sohn
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Vor zehn Jahren verschwand ein junges Mädchen. Eine Leiche fand man nicht und Billy, ein dringend Tatverdächtiger, musste freigelassen werden. Jetzt, 10 Jahre später, wird der Fall erneut aufgerollt.

FBI ...

Vor zehn Jahren verschwand ein junges Mädchen. Eine Leiche fand man nicht und Billy, ein dringend Tatverdächtiger, musste freigelassen werden. Jetzt, 10 Jahre später, wird der Fall erneut aufgerollt.

FBI Agent John Anderley muss nach einem missglückten Einsatz eine neue Identität annehmen. Er zieht nach Schweden und arbeitet dort als Ermittler mit und zwar am Fall des verschwundenen Mädchens. Der Grund dafür liegt an seiner Familie. Billy ist nämlich sein Halbbruder und fühlt sich von den Polizisten vor Ort ungerecht behandelt.

Zwei schwedische Autoren sind für das Buch „Der andere Sohn“ verantwortlich. Die Story wechselt vom Jahr des Verschwindens, 2009 in Karlstadt zu John Anderley im Jahr 2019 zunächst nach Baltimore und später dann auch nach Karlstadt. Schon auf den ersten Seiten gibt es spannende Szenen und diese Spannung hält lange an. Die Handlung ist leicht nachvollziehbar, wobei die Akteure nicht immer logisch agieren. Auch wenn ich schon bald wusste, wer TäterIn war, das muss nichts heißen. Trotzdem las ich das Buch gerne bis zum Schluss. Was mir nicht gefiel, das war die Übersetzung. Immer wieder das Wort hatte bremste den Lesefluss doch deutlich und hier lässt sich noch einiges verbessern. Am Ende sind auch noch einige Fragen offen und ich denke, dass es noch weitere Folgen mit John Anderley zu lesen gibt.

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