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Veröffentlicht am 06.03.2025

Nur eine kleine Notlüge

Luzie in den Wolken
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Cover und Buchbeschreibung hatten mich neugierig gemacht. Auf dem Cover schwebt Luzie selbst am Band eines roten Luftballons in den Wolken. Es ist der Luftballon, an dem eine Karte hängt mit ...

Cover und Buchbeschreibung hatten mich neugierig gemacht. Auf dem Cover schwebt Luzie selbst am Band eines roten Luftballons in den Wolken. Es ist der Luftballon, an dem eine Karte hängt mit Luzies Wunsch nach einem neuen Papa.
Gabriel ist Schriftsteller mit einer Schreibblockade. Als er Luzies Luftballon findet, bringt ihn das auf eine wahnwitzige Idee, die allerdings eine Reihe von unerwarteten Ereignissen nach sich zieht.
Erwartet hatte ich eine eher tiefgründige Geschichte, aber es kam anders, als ich es gedacht hätte. Auf jeden Fall hatte sich in Gabriel der Wunsch festgesetzt, Luzie kennenzulernen. Das war der Beginn kleiner Notlügen, die allerdings immer weitere nach sich zogen. Gabriel verstrickte und verhedderte sich immer weiter in seinem Bestreben, Luzie und ihrer Mutter Miriam zu helfen.
So wurde die Geschichte eher witzig als traurig. Trotzdem hat sie mich gut unterhalten und der lockere Schreibstil hat mich oft in eine fröhliche Stimmung gebracht. Sicherlich lag es auch an der herzerfrischenden Luzie, der es schnell gelungen ist, in Gabriel alias Ben einen guten Freund zu finden. Auch an Tavor, Bens Hund, habe ich Freude gehabt. Obwohl er eigentlich immer müde war und im Weg lag, hat er für tolle Kopfbilder gesorgt.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Die andere Art von Geheimnis

Portrait meiner Mutter mit Geistern
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Die Geschichte ist für mich wie ein Puzzle, dem einige Teile abhandengekommen sind. Aber anders als bei einem Puzzle, das ich später als vollständiges Bild sehe, haben mich in dem Roman fehlende Teile ...

Die Geschichte ist für mich wie ein Puzzle, dem einige Teile abhandengekommen sind. Aber anders als bei einem Puzzle, das ich später als vollständiges Bild sehe, haben mich in dem Roman fehlende Teile keineswegs gestört, sondern eher das Gefühl von Realismus erzeugt.

Auch wenn ich mir noch die Beantwortung einiger Fragen gewünscht hätte: Es lässt sich nicht auf alles eine Antwort finden, das ist mir klargeworden durch die Geschichte, die sich über mehr als einhundert Jahre und über mehrere Generationen hinwegzieht und aus vielen einzelnen Fragmenten zusammengesetzt ist.

Dass ich daraus lernen konnte, ist ein Verdienst der Autorin Rabea Edel. Sie hat mir gezeigt, dass es kompliziert sein kann, die richtigen Worte zu finden, weil es Dinge gibt, die man einfach mit Worten nicht beschreiben kann. Eine großartige Möglichkeit sich auszudrücken, fand ich in dem Kapitel „Wie viele Wörter zwischen 500 Steine passen“.

Ich lese sehr gern Bücher, die in verschiedenen Zeitebenen spielen. Noch nie habe ich jedoch ein Buch gelesen, in dem ich so häufig zwischen den Zeiten hin- und herspringen musste wie hier. Das war zwar so manches Mal anstrengend, aber gleichzeitig hat es mich unglaublich entspannt, weil ich dabei immer wieder eines der vielen Fragezeichen aus meinem Kopf entfernen konnte. Eine gute Hilfe beim Lesen ist der Stammbaum, der auf den Innenseiten des Buchumschlags jederzeit griffbereit ist.

Um noch einmal auf das Puzzle zurückzukommen: Die fehlenden Teile und meine Fragezeichen bergen gar keine Geheimnisse, sondern nur Dinge, die zwar existent sind, die aber nicht offengelegt werden müssen, weil sie etwas ganz Persönliches sind.

Rabea Edel hat sich zu dieser Geschichte inspirieren lassen von der Geschichte ihrer Mutter. Mir hat sie damit ein einmaliges Leseerlebnis geschenkt, in das viele Gedanken aus meinem eigenen Leben einfließen konnten. „Das Portrait meiner Mutter mit Geistern“ ist für mich ein persönliches literarisches Unikat.

Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Eine Diebin zum Gernhaben

Die Meisterdiebin
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Zu dem Roman hat sich die Autorin Christine Jaeggi inspirieren lassen von einer wahren Begebenheit, geschehen Mitte der 1930er-Jahre, beginnend mit einer Frau und einer Diebstahlserie.
In Jaeggis Geschichte ...

Zu dem Roman hat sich die Autorin Christine Jaeggi inspirieren lassen von einer wahren Begebenheit, geschehen Mitte der 1930er-Jahre, beginnend mit einer Frau und einer Diebstahlserie.
In Jaeggis Geschichte ist die Protagonistin die jüdische Kaufhauserbin Elise, die von Wien aus in die Schweiz geflüchtet ist vor den Nationalsozialisten, nachdem ihr wirklich alles genommen wurde. Arbeiten durfte sie als Emigrantin ohne Arbeitsbewilligung nicht, mittellos durfte sie auch nicht sein, wenn sie nicht ausgewiesen werden wollte.
Welche Spannung gleich auf der ersten Seite des Prologs! Allerdings mit einem abrupten Ende, bei dem ich mich gefragt habe, ob dies auch das Ende der Diebesserie bedeutete.
Wie Elise auf die Idee gekommen ist, Hoteldiebin zu werden und zehn Jahre lang die Schweizer Polizei in Atem zu halten, das erzählt Christine Jaeggi in ihrer eigenen Version. Mir gefällt dabei, dass ich sehr viel aus Elises Leben erfahre. Erlebnisse aus ihrer Kindheit und das besonders enge Verhältnis zu ihrem Großvater, dessen Weisheiten und Ratschläge so wertvoll sind, machen die Geschichte für mich zu einer ganz persönlichen.
Der Spannungsbogen reißt während der gesamten Geschichte nicht ab und am liebsten hätte ich das Buch ohne Unterbrechung bis zum Ende gelesen. Obwohl man bei Elise wirklich von einer Meisterdiebin sprechen kann, habe ich sie von Herzen gemocht und auf jeder ihrer geschilderten Touren Angst um sie gehabt.
Am meisten aber hat mich beeindruckt, wie realistisch die Autorin die betreffenden Jahre mit dem politischen Geschehen und der Judenverfolgung beschrieben hat. Der Hass, mit dem viele, vielleicht sogar die meisten Menschen den jüdischen Mitbürger*innen begegnet sind, wurde sehr deutlich. Sogar den Kindern wurde dieser Hass bereits eingebläut. Es ist erschreckend und erschütternd, aber trotzdem finde ich es wichtig, nicht zuletzt durch Bücher wie dieses immer wieder an das erinnert zu werden, was sich niemals wiederholen darf.
„Ein Nachwort der Journalistin Lena Berger, deren Blog-Artikel ,Das 91. Zimmer‘ die Autorin auf den Fall aufmerksam gemacht hat, bettet den Roman in den historischen Kontext ein.“
Sehr gern gebe ich meine volle Leseempfehlung für dieses großartige Buch.

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Fantastisch!

Die magische Bibliothek der Buks 2: Das verfluchte Medaillon
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Endlich der zweite Teil! Nahtlos schließt sich die Geschichte an den ersten Band an. Ich empfehle, diesen zuerst zu lesen. „Die magische Bibliothek der Buks“ hat mich mit seinem Zauber schnell wieder eingefangen. ...

Endlich der zweite Teil! Nahtlos schließt sich die Geschichte an den ersten Band an. Ich empfehle, diesen zuerst zu lesen. „Die magische Bibliothek der Buks“ hat mich mit seinem Zauber schnell wieder eingefangen.
Immer dringender wird es, die Zerstörung der zauberhaften Buchwelt in der magischen Bibliothek zu verhindern. Dafür setzen sich die Buks großen Gefahren aus, denn sie müssen, um ihre Bibliothek zu retten, in die „Draußenwelt“. Die Kinder erleben inzwischen die unglaublichsten Abenteuer auf ihrer Reise innerhalb der tollsten Geschichten. Ob sie den verschollenen Buchmeister wohl finden werden und ob es gelingt, die schreckliche Bleichkrankheit der Bücher zu heilen? „Das verfluchte Medaillon“ und der unbekannte Zerstörer der Bücher machen es den Rettern nicht leicht.
Gern habe ich mich verzaubern lassen von den Buks, den kleinen Buchschutzgeistern, die vor nichts zurückschrecken, um ihre Bibliothek nicht nur zu erhalten, sondern auch die kranken Bücher zu heilen und damit zu retten. Der lebendige und fesselnde Schreibstil von Nina George und Jens J. Kramer hat mich ergriffen und mich in eine fantasievolle und bunte Geschichte katapultiert. Ich bin dabei zusammen mit den Buks und mit den vier Freunden in Geschichten meiner Kindheit gereist und habe mich fallen lassen können in eine fantastische Welt der Bücher. Sehr gern gebe ich meine volle Leseempfehlung für diese abenteuerliche und großartige Geschichte.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Ich habe Redebedarf

ICONS Glaubensheld*innen aus der Bibel und heute
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Das Buch umfasst zwölf Kapitel. In der Buchbeschreibung heißt es: „In jedem Kapitel werden vier persönliche und herausfordernde Geschichten erzählt. Eine Perspektive stammt aus der Bibel, die ...

Das Buch umfasst zwölf Kapitel. In der Buchbeschreibung heißt es: „In jedem Kapitel werden vier persönliche und herausfordernde Geschichten erzählt. Eine Perspektive stammt aus der Bibel, die anderen drei von Glaubensheldinnen unserer Zeit.“
Leider hat sich meine Sicht auf das Buch total geändert, nachdem ich mich einige Zeit damit beschäftigt hatte.
Dabei hatte mir der Vorschlag, das Buch auf unterschiedliche Arten kennenzulernen, gefallen. Da gibt es zum Beispiel diese Idee: „Lass dich in die vielen Geschichten und Lebenswelten hineinfallen und lies das Buch einmal einfach von vorne bis hinten durch.“
Bei dieser Idee habe ich schnell festgestellt, dass es für mich auf keinen Fall „einfach“ ginge. Die biblische Figur erzählen zu lassen und die Geschichte dadurch aus einer anderen Perspektive zu lesen, finde ich gut und gelungen. Allerdings hatte ich nach dem ersten Kapitel und den Worten der „Glaubensheld
innen unserer Zeit“ Redebedarf. Weiterlesen geht also nicht „einfach“.
Eine andere Idee: „Die Kapitel müssen auch nicht in der Reihenfolge gelesen werden, wie sie hier vorkommen, sondern du kannst einfach immer ein Thema wählen, das dich gerade interessiert. Vielleicht hast du nach jedem Kapitel Lust, dir zu überlegen, wie deine Perspektive auf das Thema ist? Was für einen Text würdest du dazu schreiben?
Natürlich kommen mir Gedanken, wie meine Perspektive auf das Thema ist. Aber auch hier habe ich Redebedarf. Ich muss mich austauschen können.
So ist mir nicht klargeworden, warum der Begriff „Glaubensheld*innen“ verwendet wird. Die größten Schwierigkeiten hatte ich allerdings in den Beiträgen, in denen sich die Schreibenden unverstanden, unterdrückt oder sogar „übergangen in der Auslegung der Schöpfung“ fühlen.
Also kommt noch der dritte Vorschlag für mich in Frage, nämlich das gemeinsame Herangehen und das Lesen der Geschichten in einer Gruppe.
So kann ich im Augenblick das Buch leider nur mit 3 von 5 Sternen bewerten.

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