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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2025

Leise und doch sehr bewegende Familiengeschichte

Das Flüstern der Marsch
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Katja Keweritschs Familiengeschichte „Das Flüstern der Marsch“ ist ein stiller und doch dabei so intensiver Roman, der mich mit seinen leisen Zwischentönen sehr bewegt hat! Mona reist zu ihrem Großvater ...

Katja Keweritschs Familiengeschichte „Das Flüstern der Marsch“ ist ein stiller und doch dabei so intensiver Roman, der mich mit seinen leisen Zwischentönen sehr bewegt hat! Mona reist zu ihrem Großvater Karl zu dessen 80. Geburtstag, doch plötzlich ist Großmutter Annemie verschwunden. Karl scheint dies nicht wirklich zu beunruhigen, „sie wird schon wiederkommen“, doch Mona macht sich auf die Suche nach ihr. Nach und nach erfahren wir in Rückblicken auf Annemies Leben, wie alles zusammenhängt, und was für Familiengeheimnisse sich dahinter verbergen. In den Schilderungen der Landschaft der Marsch spiegeln sich für mich die inneren Konflikte der Charaktere, was mich sehr beeindruckt hat, und ich ungeheuer gelungen fand! Der eingängige wenn auch sehr ruhige Schreibstil hat mir hierbei sehr gut gefallen. Auch die Gestaltung des Covers fand ich überaus passend und ansprechend! Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die es nicht unbedingt reißerisch und atemlos brauchen!

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Hatte hier deutlich mehr erwartet

Die Bibliothek meines Großvaters
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Unter „Die Bibliothek meines Großvaters“ hatte ich mir zugegebenermaßen etwas komplett Anderes vorgestellt ! Die namensgebende Bibliothek war leider nur eine Randnotiz und nie wirklich im Mittelpunkt. ...

Unter „Die Bibliothek meines Großvaters“ hatte ich mir zugegebenermaßen etwas komplett Anderes vorgestellt ! Die namensgebende Bibliothek war leider nur eine Randnotiz und nie wirklich im Mittelpunkt. Kaede, eine junge Frau kümmert sich um ihren an einer besonderen Form der Demenz erkrankten Großvater. Beide vereint die Leidenschaft für das Lesen und Bücher, insbesondere aber für Kriminalliteratur. Und so stehen mehrere kleine Krimis im Mittelpunkt, so eine Art „Escaperoom-Stories“, die ich leider allesamt anstrengend konstruiert fand. Sowohl über die Bibliothek als auch die Demenz erfährt man viel zu wenig. Der Schreibstil ist Gottseidank ein sehr angenehmer, feiner, leiser, sonst wäre ich insgesamt vom Buch noch mehr genervt gewesen! Es kommen wahnsinnig viele japanische Begriffe und Namen vor, die mich stellenweise sehr verwirrt haben, hier hätte ich mir eine Art Glossar o.ä. gewünscht. Alles in allem hat mich das Buch nicht abholen können, sehr schade, ich hatte mehr erwartet!

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Veröffentlicht am 06.09.2025

Extrem gelungene Leseunterhaltung

Die Verlorene
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Zu Miriam Georgs neuem Roman "Die Verlorene" hatte mir bereits die Leseprobe extrem gut gefallen, deshalb wollte ich ihn unbedingt in Gänze lesen! Sowohl Cover als auch Schreibstil haben mich in ihren ...

Zu Miriam Georgs neuem Roman "Die Verlorene" hatte mir bereits die Leseprobe extrem gut gefallen, deshalb wollte ich ihn unbedingt in Gänze lesen! Sowohl Cover als auch Schreibstil haben mich in ihren Bann gezogen, ich konnte das Buch so gut wie nicht aus der Hand legen und fühlte mich großartig unterhalten! Vor allem die Schilderung der Handlung auf zwei verschiedenen Zeitebenen, Vergangenheit in den letzten Kriegstagen um 1943 und Gegenwart haben das Ganze sehr sehr spannend gestaltet. In Schlesien lernen wir die Schwestern Änne und Luise kennen, die eine Mutter bzw. Großmutter der beiden Protagonistinnen, Mutter und Tochter, die uns den Handlungsstrang der Gegenwart berichten. Die Autorin nimmt sich dabei auf abwechslungsreiche Art und Weise einem sehr wichtigen Kapitel der Geschichte unseres eigenen Vaterlandes an und bringt es uns nahe. Für mich war es auf jeden Fall eins der Highlights meines bisherigen Lesejahres, und ich kann eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen!

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Schöner Schein

Gym
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Da mir der Name der Autorin durch ihren Vorgängerroman rund um die Gespenster in Demin sehr positiv in Erinnerung geblieben war, war meine Neugier auf ihr neustes Werk geweckt, das ich unbedingt lesen ...

Da mir der Name der Autorin durch ihren Vorgängerroman rund um die Gespenster in Demin sehr positiv in Erinnerung geblieben war, war meine Neugier auf ihr neustes Werk geweckt, das ich unbedingt lesen wollte, und ich wurde nicht enttäuscht! Diesmal befinden wir uns in einem komplett anderen Umfeld, der neue Plot dreht sich rund um ein Fitnessstudio, in dem unsere Protagonistin einen Job ergattert, den sie dringend braucht und unbedingt haben möchte. Die Sache hat nur einen Haken: die junge Frau beginnt am neuen Arbeitsplatz sofort mit einer Lüge um die eigene Person. Den alles andere als perfekten oder fitten Körper erklärt sie fälschlicherweise mit dem Umstand, dass sie angeblich erst kürzlich ein Kind entbunden hätte, was in keiner Weise der Realität entspricht. Einmal in diesem Lügenkarussell gefangen verstrickt die sich immer weiter darin. Am Anfang dachte ich noch, alles bleibt witzig und oberflächlich, doch um so intensiver man in die Geschichte eintaucht, um so mehr gewinnt diese an Tiefgang. Dies hat mir sehr sehr gut gefallen. Es geht um ganz aktuelle und wichtige Themen: Selbstverleugnung, Akzeptanz des eigenen Körpers, mehr Schein als Sein, um nur ein paar Stichworte zu nennen. Ich fühlte mich großartig unterhalten, das Buch liest sich aufgrund seiner Kürze schnell weg, doch wird es noch länger nachklingen und mich beschäftigen. Auf jeden Fall gibt es an dieser Stelle erstmal eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Ein wichtiges Stück Nachkriegsgeschichte

Schwestern des brennenden Himmels
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Hanna Caspian, vielen Lesern u.a. bekannt durch die wunderbare Saga um Gut Greifenau, nimmt uns diesmal mit nach Potsdam, genauer gesagt in die Zeit der sogenannten Potsdamer Konferenz als die Aliierten ...

Hanna Caspian, vielen Lesern u.a. bekannt durch die wunderbare Saga um Gut Greifenau, nimmt uns diesmal mit nach Potsdam, genauer gesagt in die Zeit der sogenannten Potsdamer Konferenz als die Aliierten das Schicksal des Kriegsverlierers Deutschlands besiegelten. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Ann, die als vermeintliche Britin zur Konferenz anreist, aber eigentlich eine geflohene Deutsche namens Annegret ist. Sie sucht ihre verschwundene Cousine Charlie, die in den Kriegswirren untergetaucht ist. Lebt sie noch, wenn ja, wo und unter welchen Umständen? Anhand der beiden Cousinen wird das traurige Schicksal unzähliger Menschen aufgezeigt, die nach Kriegende noch unfassbares Leid erleben mussten. Armut und Hunger waren an der Tagesordnung! Ann erfährt Unterstützung durch Jackson, einen jungen GI, wird die beiden bald mehr verbinden als platonische Freundschaft? Hanna Caspian kombiniert Fiktion gekonnt mit realen historischen Ereignissen und das auf ihre ganz besondere Art, die auf großartiger Recherchearbeit basiert. Eine spannende Geschichte mit romantischen Elementen entsteht, die den Leser kurzweilig und abwechslungsreich unterhält und ganz nebenbei noch historisches Wissen vermittelt. Stellenweise war es mir ein bisschen zu schwarz-weiß gemalt, es wird durch Allierte oft zu sehr betont, dass alle Deutschen ausschließlich böse waren. So war es in meinen Augen nicht, und das darf auch mal häufiger erwähnt werden! Abgesehen davon hat mir das neue Buch der Autorin wieder sehr gut gefallen, und ich würde mich über eine Fortsetzung freuen, auch wenn diese bisher leider nicht angedacht ist.

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