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Veröffentlicht am 13.04.2026

Vera Zischke hat's einfach drauf

Pina fällt aus
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Auf den neuen Roman "Pina fällt aus" von Vera Zischke war ich sehr gespannt! Nachdem ich ihr Vorgängerbuch "Ava liebt noch" geradezu verschlungen hatte, waren hier die Erwartungen entsprechend hoch, doch ...

Auf den neuen Roman "Pina fällt aus" von Vera Zischke war ich sehr gespannt! Nachdem ich ihr Vorgängerbuch "Ava liebt noch" geradezu verschlungen hatte, waren hier die Erwartungen entsprechend hoch, doch ich wurde nicht enttäuscht! Und was noch dazu kommt, und wodurch sich Vera Zischke nun tatsächlich als eine meiner Lieblingsautorinnen etabliert hat, die beiden Romane unterscheiden sich in ihrer Thematik komplett, und doch besticht jeder auf seine Art durch extrem hohe Qualität. Titelgebend steht in der aktuellen Geschichte Pina im Mittelpunkt, eine Frau mittleren Alters, die alleinerziehend mit ihrem 20jährigen Sohn Leo lebt. Hört sich zunächst einmal unspektakulär an, doch ist Leo nicht irgendein 20jähriger, sondern leidet unter starken kognitiven Einschränkungen, könnte quasi als Autist bezeichnet werden. Seine einzige wirkliche Bezugsperson ist also seine Mutter Pina, was sich für diese natürlich als stark belastende Verantwortung darstellt. Doch dann kommt es noch dicker, denn Pina, die offenbar eine schon länger schwelende eigene Erkrankung ignoriert, es wird in Nebensätzen erwähnt, dass sie dauerhaft Tabletten schluckt, bricht auf der Straße zusammen und landet auf der Intensivstation. Was wird nun aus Leo, der bisher augenscheinlich ohne seine Mutter in keiner Weise klar kam. Mutter und Sohn wohnen in einem Mietshaus mit mehreren anderen Menschen unterschiedlichsten Alters. All diese sind in der Vergangenheit aneinander vorbei gelaufen und hatten so gut wie nichts miteinander zu tun. Eine klitzekleine Ausnahme bildete die über 80jährige Inge, die einmal pro Woche für zwei Stunden Leo beaufsichtigte, wenn Pina einkaufen ging. Doch nun ist Leo von jetzt auf gleich auf sich allein gestellt. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven der einzelnen Hausbewohner erzählt, so lernen wir diese nach und nach kennen. Und ob sie wollen oder nicht, sie müssen sich nun um Leo kümmern, denn ganz allein kommt dieser nicht klar, und dies erleben die anderen in der gegebenen Enge eines Mehrfamilienhauses. Dass wir nicht allein auf der Welt sind und durchaus eine Verantwortung für unsere Mitmenschen tragen zeigt Vera Zischke in ihrem Roman! Sie erzählt Pinas und Leos Geschichte in einem tollen Schreibstil, der einen komplett in die Handlung hinein zieht, so werden wir auch als Leser Teil von Leos Schicksal, dass keinen unberührt lassen kann. Auch die anderen Hausbewohner sind keinesfalls fehlerfrei und haben in irgendeiner Form ihr sogenanntes Päckchen zu tragen. Doch wenn man sich gegenseitig hilft und füreinander da ist, ist das alles nur noch halb so schwer. Das ist quasi die Message des Buches. Mich hat das Ganze sehr berührt, und selbstverständlich gibt es hier die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung! Diesen Roman sollte wirklich jeder lesen, ich halte ihn für sehr sehr wichtig, und schon jetzt bin ich in großer Vorfreude auf Neues aus der Feder dieser wunderbaren Autorin!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Alle glücklich - von wegen

Alle glücklich
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Das neue Buch „Alle glücklich“ von Kira Mohn erzählt in abwechselnden Perspektiven aller vier Familienmitgliedern den Alltag von Nina, Alexander, Ben und Emilia. Jeder der vier ist primär mit sich selbst ...

Das neue Buch „Alle glücklich“ von Kira Mohn erzählt in abwechselnden Perspektiven aller vier Familienmitgliedern den Alltag von Nina, Alexander, Ben und Emilia. Jeder der vier ist primär mit sich selbst beschäftigt und hat leider keine Wahrnehmung dafür, was für teils schwerwiegende Probleme den anderen umtreiben. Nina und Alexander seit vielen Jahren verheiratet funktionieren nur noch, Teenager-Tochter Emilia durchlebt gerade die erste große Liebe mit Höhen und Tiefen, und Ben ist mit seinem Studium und erst recht mit seinem Erfolg beim anderen Geschlecht alles andere als zufrieden. In sehr sehr angenehmem, ja tatsächlich packenden Schreibstil erzählt Kira Mohn, wie die eigentlichen alltäglichen Familienprobleme zunehmend eskalieren. Mich hat das Ganze sehr bewegt, für mich hätte das Buch auch gerne deutlich länger sein können. Einzig das Ende fand ich etwas abrupt und allzu offen, da hätte ich mir mehr Deutlichkeit gewünscht. Trotz dieser kleinen Schwäche gibt es von mir die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Gelungene Fortsetzung der Wohlfühl-Dilogie

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Nachdem ich kurz zuvor den ersten Teil der Dilogie von Gabriella Engelmann gelesen hatte, war ich natürlich unendlich gespannt, wie die Autorin die Geschichte rund um die starken Frauen über mehrere Generationen ...

Nachdem ich kurz zuvor den ersten Teil der Dilogie von Gabriella Engelmann gelesen hatte, war ich natürlich unendlich gespannt, wie die Autorin die Geschichte rund um die starken Frauen über mehrere Generationen auf der Insel Sylt weiter erzählt. Der zweite Teil hat mir hierbei sogar noch ein kleines bisschen besser gefallen als die Ausgangsstory, hier hatten die Figuren in meinen Augen noch mehr Tiefe, das Gesamte war noch spannender und hatte mehr Aussagekraft. Der Schreibstil hat mir überaus gut gefallen, ich konnte von Beginn an in die Handlung eintauchen. Auch das wunderschön gestaltete Cover hat dazu beigetragen, dass ich das Buch immer wieder sehr gerne zur Hand genommen habe. Alle Protagonistinnen waren extrem authentisch skizziert und mir sehr nahe. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven und auf zwei zeitlichen Ebenen erzählt, was das Ganze sehr abwechslungsreich und spannend macht! Die Journalistin Anna, die in der Gegenwart der 85jährigen Fenja bei der Suche nach ihrer über Jahrzehnte verschollenen Schwester Martje behilflich ist, deren Werdegang uns immer wieder mit in die Vergangenheit nimmt, lässt einen als Leser mit fiebern und den Roman nur ungern aus der Hand legen. Besonders gut gefallen haben mir bei der Lektüre die wunderschönen idyllischen Landschaftsbeschreibungen. Gabriella Engelmann bringt das Setting sehr gekonnt rüber, so dass man das Gefühl hat, den Nordseewind und die Atmosphäre an der Küste regelrecht zu spüren! Für mich war die Dilogie die erste Berührung mit der Autorin, aber mit Sicherheit möchte ich nun noch weitere Bücher von ihr lesen. Ich kann auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung aussprechen und vergebe gerne die volle Punktzahl!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Viel Luft nach oben

Tainted Love
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Mit "Tainted Love" hat Vincent Tal einen Krimi geschrieben, auf den ich sehr gespannt war und mir viel spannende Leseunterhaltung erhofft hatte. Leider wurde ich insgesamt vom Buch nicht wirklich abgeholt ...

Mit "Tainted Love" hat Vincent Tal einen Krimi geschrieben, auf den ich sehr gespannt war und mir viel spannende Leseunterhaltung erhofft hatte. Leider wurde ich insgesamt vom Buch nicht wirklich abgeholt und bin ehrlich gesagt nach Beendigung der Lektüre etwas enttäuscht. Der Schreibstil ist zwar flüssig und unkompliziert, und ich bin als Leser schnell in die Geschichte und die Handlung eingestiegen, trotzdem ist insgesamt der Funke nicht richtig übergesprungen. Startet das Ganze am Anfang noch ansatzweise spannend, lässt dies zur Mitte hin deutlich nach und weist für mich sogar einige Längen auf. Auch die Charaktere lassen es für mich an Tiefe vermissen, obwohl ich sie eigentlich recht sympathisch fand, konnte ich irgendwie keine echte Nähe zu ihnen aufbauen. Positiv fand ich, dass die Protagonisten recht normale Menschen wie du und ich sind und nicht irgendwelche herunter gekommenen Existenzen. Insgesamt hatte ich mir einfach mehr erhofft, was die Krimihandlung betrifft, besteht für mich einfach noch ganz viel Luft nach oben und ich möchte das Buch nicht richtig empfehlen!

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Humorvolle Story mit Tiefgang

Einatmen. Ausatmen.
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In seinem neuen Roman "Einatmen. Ausatmen" erzählt Maxim Leo eine sehr kurzweilige Geschichte, die viele eingestreute humorvolle Stellen aufweist und damit den Leser gut unterhält! Im Mittelpunkt steht ...

In seinem neuen Roman "Einatmen. Ausatmen" erzählt Maxim Leo eine sehr kurzweilige Geschichte, die viele eingestreute humorvolle Stellen aufweist und damit den Leser gut unterhält! Im Mittelpunkt steht Marlene Buchholz, eine erfolgreiche Managerin, die leider trotz großer Erfolge in ihrem Unternehmen menschliche Defizite in der Mitarbeiterführung aufweist und deshalb von der Führung zu einem sogenannten "Achtsamkeitsseminar" in die brandenburgische Provinz geschickt wird. Dass der Chef der Coaching-Agentur, wo Marlene landet, selbst psychische Probleme hat und unter Panikattacken leidet, macht die Sache nicht gerade besser. Während des Lehrgangs stößt die Protagonistin auf spannende und interessante, kauzige, aber liebenswerte Charaktere, die Maxim Leo alle authentisch skizziert. Die Handlung entwickelt sich anders als man anfangs denken mag: Anstatt an ihrem Managerprofil zu feilen, kommt die Erfolgsfrau nach und nach ins Grübeln, ob das "höher, schneller, weiter" ihres bisherigen Lebens tatsächlich erstrebenswert war und ist! Maxim Leo hat mit sehr viel Humor eine Geschichte mit Tiefgang verfasst, die bei mir noch lange nachhallen wird. Er zeigt uns damit, dass Karriere machen und viel Geld verdienen nicht unbedingt immer die erhoffte Erfüllung im Leben bringt. Die durchaus humorvollen Szenen, in denen der Autor manches extrem überspitzt, wirkt stellenweise etwas überdreht. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass das Buch deutlich länger gewesen wäre, das hätte vielleicht noch mehr Tiefgang in einiges gebracht. Trotzdem haben mich der sehr flüssige Schreibstil und die liebenswerten Charaktere sehr gut unterhalten und kurzweilige Leseunterhaltung beschert!

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