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Veröffentlicht am 20.12.2020

Die Lindow-Schwestern und der Anfang der Kinderheilkunde

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder
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Antonia Blum nimmt uns mit ins Berlin vor 100 Jahren, wo die Schwestern Emma und Marlene Lindow, die nach dem frühen Tod ihrer Mutter im Waisenhaus aufgewachsen sind, in der Kinderklinik im heutigen Bezirk ...

Antonia Blum nimmt uns mit ins Berlin vor 100 Jahren, wo die Schwestern Emma und Marlene Lindow, die nach dem frühen Tod ihrer Mutter im Waisenhaus aufgewachsen sind, in der Kinderklinik im heutigen Bezirk Weissensee eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester absolvieren. Wir erleben mit ihnen den Klinikalltag, damals als die Kinderheilkunde noch ganz am Anfang stand. Viele unterschiedliche Charaktere, von der Autorin sehr detailliert und authentisch geschildert, vom Oberarzt über die unterschiedlichen Mitglieder des Pflegepersonals bis hin zum sehr sympathischen Pförtner lernt der Leser kennen. In ihrer engen Verbundenheit sind Marlene und Emma doch recht verschieden, während die Jüngere komplett in der Beschäftigung mit den Kindern aufgeht, interessiert sich sie andere recht schnell für die medizinischen Hintergründe und träumt von einem Studium mit dem Ziel, Kinderärztin zu werden. Beide verlieren ihr Herz, was zu der einen oder anderen Komplikation führt, wozu ich an dieser Stelle nicht mehr verraten möchte. Zum einen habe ich mit den Mädchen um ihr privates Glück gefiebert, zum anderen aber auch viel über die Anfänge der Kinderheilkunde erfahren. Der Schreibstil der Autorin ist total flüssig und sehr angenehm, stellenweise fiel es mir sehr schwer, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen! Schon jetzt freue ich mich auf den zweiten Teil, der leider erst im kommenden September erscheint. Von mir mindestens 5 Sterne für komplett gelungene Lebensunterhaltung!

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Veröffentlicht am 05.12.2020

Wunderbare Fortsetzung um Gut Greifenau

Gut Greifenau - Silberstreif
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Für mich ist es bereits der fünfte Teil der Geschichte um die Grafenfamilie und das Gut Greifenau in Hinterpommern, und ich wurde wieder hervorragend unterhalten! Dazu gesagt sei, dass es ratsam ist, die ...

Für mich ist es bereits der fünfte Teil der Geschichte um die Grafenfamilie und das Gut Greifenau in Hinterpommern, und ich wurde wieder hervorragend unterhalten! Dazu gesagt sei, dass es ratsam ist, die Bände 1-4 im Vorfeld zu lesen, um die Handlung tatsächlich vollumfänglich genießen zu können. Nach dem heißersehnten Erscheinen des aktuellen Bandes von Hanna Caspian war es ein bisschen wie nach Hause kommen oder wieder Treffen mit alten Freunden, denn die Figuren dieser Saga sind mir mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen. Dies liegt wohl am wunderbaren Schreibstil der Autorin, die jeden einzelnen Charakter, vom Gutsherrn bis zum Küchenmädchen , so detailliert schildert und ausgestaltet hat, dass man meint, alle real zu kennen. Wir befinden uns in diesem fünften Teil in den Jahren 1923-1928, zwar hat man sich ein bisschen von den Kriegsjahren erholt, trotzdem ist der Alltag an manchen Stellen noch immer beschwerlich, viele leiden Hunger und haben unter den Nachwehen der Inflation sehr zu leiden. Wir erfahren dank der hervorragenden Recherche von Hanna Caspian vieles über alltägliche Schwierigkeiten der Protagonisten, sei es, über die Repressalien, denen sich Katharina als studierende Frau auch in dieser Zeit noch immer durch ihre männlichen Kommilitonen und Professoren ausgesetzt sieht, oder Alexander, der mit aller Kraft versucht, seine Homosexualität vor Familie, Freunden und Gesellschaft zu verheimlichen, da er zu recht eine Ächtung befürchtet, stellten doch dementsprechende Neigungen zu dieser Zeit und noch lange danach eine Straftat dar. Wir lesen über die sogenannten Ringvereine, dieser Begriff sagte mir bis dato nichts, eine Art Mafia Vereinigung in Deutschland, ganz nebenbei erfährt man viele Details über deutsche Geschichte, verwoben mit der spannenden Handlung, so geht gute, ja großartige Leseunterhaltung! Ein riesiges Dankeschön an die Autorin! Verziehen sei ihr auch der Cliffhanger, mit dem das Buch endet, so freue ich mich noch mehr auf den finalen Band, der im nächsten Sommer erscheint.

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Veröffentlicht am 05.12.2020

Krimi und Gesellschaftskritik - ganz großes Kino

Betäubter Wille
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Anna Lena Diel nimmt uns mit ins Kiel der nahen Zukunft, genauer gesagt berfinden wir uns im Jahr 2029. Der junge Neurowissenschaftler Ben wird tot in seiner Wohnung aufgefunden, fiel offenbar einem brutalen ...

Anna Lena Diel nimmt uns mit ins Kiel der nahen Zukunft, genauer gesagt berfinden wir uns im Jahr 2029. Der junge Neurowissenschaftler Ben wird tot in seiner Wohnung aufgefunden, fiel offenbar einem brutalen Mord zum Opfer. An der Wand Parolen einer kritischen politischen Organisation, die sich gegen den mittlerweile gesellschaftsfähig gewordenen alltäglichen Gebrauch von sogenannten Enhancern, Psychopharmaka einsetzt, die zur beruflichen Durchhaltekraft, zum Verkürzen von Trauerverarbeitung u.ä. von nahezu allen Menschen täglich konsumiert werden. Ist der Täter im politischen Umfeld zu suchen, oder eher im privaten? Viele Personen kommen in Frage......Die Autorin lässt uns durch ihren mehr als flüssigen Schreibstil von der ersten Zeile an komplett in die Story eintauchen, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Kapitel weise wechselnd folgen wir der Handlung aus den unterschiedlichen Perspektiven der zwei Ermittler und mehreren Angehörigen. Wir erleben nicht nur einen mehr als spannenden Krimi Plot, sondern auch eine durchdachte Gesellschaftskritik. Anna Lena Diel liefert in diesem Buch einen Beweis für sehr intensive Recherchearbeit, die mich fasziniert hat. Zum einen erfahren wir einiges über Enhancer, aber auch über neue Ermitllungsansätze der nahen Zukunft in der Gerichtsmedizin, die mich als Krimbegeisterten besonders interessiert hat. Hierfür gibt es von mir mindestens 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung, für jeden Fan von anspruchsvollen Krimialromanen. Es war für mich das erste Buch der Autorin, aber mit Sicherheit nicht das letzte! "Wunschkynd" befindet sich schon auf meinem eBook Reader und natürlich hoffe ich auf einen weiteren Fall für den sympathischen Ermittler Arthur Morgenroth, der mir hier bereits nach kurzer Zeit ans Herz gewachsen war!

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Veröffentlicht am 03.12.2020

Gelungene Fortsetzung der Saga um Gut Greifenau

Gut Greifenau - Silberstreif
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Für mich ist es bereits der fünfte Teil der Geschichte um die Grafenfamilie und das Gut Greifenau in Hinterpommern, und ich wurde wieder hervorragend unterhalten! Dazu gesagt sei, dass es ratsam ist, die ...

Für mich ist es bereits der fünfte Teil der Geschichte um die Grafenfamilie und das Gut Greifenau in Hinterpommern, und ich wurde wieder hervorragend unterhalten! Dazu gesagt sei, dass es ratsam ist, die Bände 1-4 im Vorfeld zu lesen, um die Handlung tatsächlich vollumfänglich genießen zu können. Nach dem heißersehnten Erscheinen des aktuellen Bandes von Hanna Caspian war es ein bisschen wie nach Hause kommen oder wieder Treffen mit alten Freunden, denn die Figuren dieser Saga sind mir mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen. Dies liegt wohl am wunderbaren Schreibstil der Autorin, die jeden einzelnen Charakter, vom Gutsherrn bis zum Küchenmädchen , so detailliert schildert und ausgestaltet hat, dass man meint, alle real zu kennen. Wir befinden uns in diesem fünften Teil in den Jahren 1923-1928, zwar hat man sich ein bisschen von den Kriegsjahren erholt, trotzdem ist der Alltag an manchen Stellen noch immer beschwerlich, viele leiden Hunger und haben unter den Nachwehen der Inflation sehr zu leiden. Wir erfahren dank der hervorragenden Recherche von Hanna Caspian vieles über alltägliche Schwierigkeiten der Protagonisten, sei es, über die Repressalien, denen sich Katharina als studierende Frau auch in dieser Zeit noch immer durch ihre männlichen Kommilitonen und Professoren ausgesetzt sieht, oder Alexander, der mit aller Kraft versucht, seine Homosexualität vor Familie, Freunden und Gesellschaft zu verheimlichen, da er zu recht eine Ächtung befürchtet, stellten doch dementsprechende Neigungen zu dieser Zeit und noch lange danach eine Straftat dar. Wir lesen über die sogenannten Ringvereine, dieser Begriff sagte mir bis dato nichts, eine Art Mafia Vereinigung in Deutschland, ganz nebenbei erfährt man viele Details über deutsche Geschichte, verwoben mit der spannenden Handlung, so geht gute, ja großartige Leseunterhaltung! Ein riesiges Dankeschön an die Autorin! Verziehen sei ihr auch der Cliffhanger, mit dem das Buch endet, so freue ich mich noch mehr auf den finalen Band, der im nächsten Sommer erscheint.

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Veröffentlicht am 17.11.2021

Jeder Satz ein Kunstwerk

Die Jahre ohne uns
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Zum Inhalt: Ein Man und eine Frau, beide im letzten Drittel ihres Lebens, begegnen sich rein zufällig - gibt es überhaupt Zufälle??? - in einer Hotelbar. Bereits im Vorfeld erfahren wir einiges über die ...

Zum Inhalt: Ein Man und eine Frau, beide im letzten Drittel ihres Lebens, begegnen sich rein zufällig - gibt es überhaupt Zufälle??? - in einer Hotelbar. Bereits im Vorfeld erfahren wir einiges über die Frau, auf eine, wie ich finde, sehr orginelle Art und Weise, nämlich teilweise in Form einer Enzyklopädie mit Stichworten aus dem Leben der Protagaonistin. Im zweiten Teil unmittelbar nach dem ersten Aufeinandertreffen der Beiden erzählt der Mann sein bisheriges Leben, teils etwas fantastisch, er gelangt jeweils durch eine Tür in einen anderen Teil, eine andere Geschichte seines Lebens, alles etwas surreal. Zusammenfassend hat er erst im Nachhinein begriffen, wie glücklich er im jeweiligen Lebensabschnitt war. Der dritte Teil ist recht kurz, es sortiert sich einiges, und es gibt wieder eine Zukunft, an die die beiden Protagonisten nicht mehr unbedingt geglaubt hatten.

Meine Meinung: Als erstes möchte ich anmerken, dass es mich unglaublich fasziniert hat, wie empathisch ein Autor im Alter von Mitte 30 einen Roman über ältere Menschen verfasst hat, allein deshalb war es für mich schon ein Leseerlebnis! Die Sprache von Barney Norris ist wortgewaltig, poetisch, einfach wunderbar, und er hatte mich mit seiner Geschichte von der ersten Seite an. Man gerät in einen gewissen Sog, obwohl man gar nicht so genau festmachen kann, woran es eigentlich liegt, es ist immerhin kein Pageturner. Zwar hatte ich irgendwie vom Klappentext ausgehend ein bisschen etwas Anderes erwartet, dennoch konnte mich das Buch restlos überzeugen.

Fazit: Ein Buch der etwas anderen Art, wer unaufgeregte Geschichten mag, die schön erzählt sind, sollte hier zugreifen!

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