Was ist Intelligenz? Kann ein Computer Schachgroßmeister sein? Warum behilft sich die KI mit Mogeln? "Künstliche Intelligenz" von Brian Clegg bietet einen Einblick in das komplexe Feld der KI. Es beschäftigt ...
Was ist Intelligenz? Kann ein Computer Schachgroßmeister sein? Warum behilft sich die KI mit Mogeln? "Künstliche Intelligenz" von Brian Clegg bietet einen Einblick in das komplexe Feld der KI. Es beschäftigt sich nicht nur mit der Technik und Forschung, sondern auch mit verschiedenen Anwendungsfällen sowie moralischen und ethischen Fragen.
Neben klassischem Fließtext gibt es auch Übersichtsseiten, die einzelne Themen wie KI-Robotik und KI-Software übersichtlich aufschlüsseln. Die Texte sind generell kurz gehalten, sodass das Buch auf seinen 155 Seiten viele verschiedene Themen anschneidet und einführt, aber nicht tiefgehend behandeln kann. Das war teilweise schade, manchmal hatte ich mir mehr Substanz gewünscht. Das Buch ist hauptsächlich in verschiedene Fragen gegliedert, die der Autor auf jeweils einer Doppelseite beantwortet. Daher gibt es einen wichtigen ersten Überblick und verschiedene Denkanstöße, nicht mehr und nicht weniger. Die farbenfrohe Gestaltung und die vielen Illustrationen machen das Buch zugänglich und leicht zu konsumieren
Der erste Satz in "Der brennende Garten" knallt direkt rein und setzt die Stimmung für diese dramatische Geschichte: "Ich habe vor Kurzem einen Brief an einen Terroristen geschickt, den ich von früher ...
Der erste Satz in "Der brennende Garten" knallt direkt rein und setzt die Stimmung für diese dramatische Geschichte: "Ich habe vor Kurzem einen Brief an einen Terroristen geschickt, den ich von früher kannte." Damit eröffnet die Protagonistin und Ich-Erzählerin Sashi einen vielschichtigen Roman, der schnell verdeutlicht, dass Bezeichnungen wie "Terroristen" immer von der Perspektive abhängen und nie alle Seiten eines Menschen abdecken. Wer die Geschichte schreibt, welche Erlebnisse dabei bewahrt und welche verdrängt oder verdreht werden, zieht die Autorin V. V. Ganeshananthan als Motiv durch den ganzen Roman.
Die Rahmenhandlung spielt in New York, der größte Teil des Romans aber in Sri Lanka, vor allem auf der nördlichen Halbinsel Jaffna und in der Hauptstadt Colombo, die im Südwesten der Insel liegt. Statt den bekannten romantischen Urlaubsbildern von Palmen-gesäumten Sandstränden und goldglänzenden Tempeln lernen wir hier den rauen, gefährlichen Alltag kennen. Aus den Spannungen der singhalesischen Mehrheit und der tamilischen Minderheit entwickelt sich ein schrecklicher Bürgerkrieg, in den später auch Indien eingreift. Eine unübersichtliche Lage, in der alle Seiten grausame Menschenrechtsverbrechen begehen und viele Zivilisten von Gewalt betroffen sind. Ich muss gestehen, dass ich bisher extrem wenig über die Geschichte Sri Lankas wusste und in dem Buch viel darüber gelernt habe. Trotzdem liest sich der Roman nicht wie ein trockenes Geschichtsbuch, sondern wie ein lebendiges, menschliches Zeugnis von unmenschlichen Geschehnissen.
Wir lernen Sashi als Jugendliche kurz vor Ausbruch des Bürgerkrieges kennen und begleiten sie auf fast 450 Seiten beim Erwachsenwerden in widrigen Umständen. Sie und ihre Familie machen viel durch. Plastische, interessante Charaktere, die in Ausnahmesituationen überleben müssen, prägen dieses Buch und machen es zu einer mitreißenden Lektüre. Besonders interessant ist, wie unterschiedlich die einzelnen Familienmitglieder mit dem Krieg umgehen, wo ihre Loyalitäten liegen und wie sich Zweifel auf das Zusammenleben auswirken.
Einziger Wermutstropfen: Ich hätte mir entweder einen Familienstammbaum im Anhang gewünscht oder ein Glossar mit den tamilischen (?) Begriffen und Kosenamen. Für Brüder, Eltern etc. nutzen die Charaktere hier teilweise Begriffe neben ihren Namen und wenn mehrere Brüder etc. vorkommen, ist es manchmal verwirrend, der Handlung zu folgen. Abgesehen davon ist es eine bewegende, hervorragend erzählte Geschichte, die es sich zu lesen lohnt.
Mit Feingefühl und Menschlichkeit erzählt Jasmin Schreiber in "Da, wo ich dich sehen kann" von den Menschen, die nach dem Femizid an Emma zurückbleiben und mit dem Unverständlichen versuchen zu leben. ...
Mit Feingefühl und Menschlichkeit erzählt Jasmin Schreiber in "Da, wo ich dich sehen kann" von den Menschen, die nach dem Femizid an Emma zurückbleiben und mit dem Unverständlichen versuchen zu leben. Im Mittelpunkt stehen Emmas kleine Tochter Maya, ihre beste Freundin Liv und ihre Eltern Brigitte und Per, die alle auf ganz unterschiedliche Weise mit ihrem Tod zu kämpfen haben.
Extrem gut fand ich, dass die konkrete Tat nicht im Detail nacherzählt wird und auch der Täter, Emmas Mann Frank, so gut wie keinen Raum bekommt. Er wird ab und zu erwähnt, wenn es für die Handlung relevant ist, aber sonst spielen er, seine Gefühle oder Motive keine Rolle. Sowohl in der medialen Berichterstattung zu Femiziden als auch in Büchern, Filmen etc. ist das zu oft anders. Die Taten werden als "Familiendrama" bezeichnet, Täter erhalten mehr Aufmerksamkeit als ihre Opfer und zu oft werden gerade die Täter betont menschlich präsentiert, als wenn es irgendwelche Gründe gäbe, einen Mord zu relativieren. Das passiert hier überhaupt nicht. Die Autorin gibt den gesamten Raum den Menschen in Emmas Leben, die ihr wohlgesonnen waren und die nun mit dem Verlust und den damit verbundenen komplexen Gefühlen weiterleben müssen.
In einigen Rückblenden erleben wir zudem Emma. Auch dort kommt der Täter nur soweit nötig vor. Gleichzeitig gelingt es der Autorin aber, ein erschreckend genaues Bild einer toxischen Beziehung zu zeichnen, von dem großen Altersunterschied über Gaslighting und Isolation, bis die Gewalt immer weiter eskaliert und ihr Mann Emma ermordet. Das fühlt sich alles erschreckend lebensnah an, weil es leider Realität ist. Wie gut, dass Jasmin Schreiber so ein wichtiges und aktuelles Thema schriftstellerisch so hervorragend aufbereitet hat.
Der Roman ist sehr durchdacht gestaltet. Jedes Kapitel leitet neben dem Namen der Person auch eine Illustration einer Sternenkonstellation ein. Zudem gibt es immer mal wieder Zeichnungen von Maya sowie total herzzerbrechend drei Einschübe, in denen Per, Brigitte und Liv eine alternative Wirklichkeit vorstellen, in der sie zu Emma durchgedrungen sind und ihr helfen konnten. Diese Seiten sind in Schwarz mit weißem Text gestaltet und reißen optisch aus der erzählten Realität heraus. Das passt auch perfekt zu dem Motiv der parallelen Welten, das immer wieder aufgegriffen wird.
Ich habe den Fehler gemacht, das Buch zum Teil im Zug zu lesen. Aber na ja, öffentlich Heulen beim Lesen ist auch mal eine besondere Erfahrung. Wer sich für eine menschliche, feministische, empathische, nicht-voyeuristische Geschichte über die erschreckend alltägliche Gewalt an Frauen und deren Folgen interessiert, sollte "Da, wo ich dich sehen kann" unbedingt lesen.
Mit diesem Backbuch können Herbst und Winter kommen! Auf über 150 Seiten hat Theresa Haubs Backrezepte für die kalten Jahreszeiten zusammengestellt und liebevoll aufbereitet. Neben allen möglichen Kuchen ...
Mit diesem Backbuch können Herbst und Winter kommen! Auf über 150 Seiten hat Theresa Haubs Backrezepte für die kalten Jahreszeiten zusammengestellt und liebevoll aufbereitet. Neben allen möglichen Kuchen und Muffins gibt es auch Rezepte für Crumbles, Cookies, Croissants und vieles mehr. Neben erwartbaren Zutaten wie Zimt, Marzipan und Orangen war ich besonders gespannt auf etwas modernere Rezepte wie die Plätzchen mit Salted Caramel. Auch wenn noch nicht Weihnachten ist, habe ich die als erstes nachgebacken und konnte der Anleitung ohne Probleme folgen. Während ich es gut fand, dass ich das Salted Caramel nicht selbst zubereiten musste (wäre mir zu aufwendig gewesen), sondern auf ein fertiges Produkt zurückgreifen konnte, hatte ich doch etwas Probleme, ein passendes Produkt zu finden und es letztendlich online bestellt. ganz so einfach wie behauptet, sind also doch nicht alle Rezepte. Die Apfelrosen habe ich auch schon probiert, ein toller Tipp und mit gängigen Zutatetn zuzubereiten.
Sehr appetitlich und ansprechend finde ich die Fotos. Die kleinen Smilys und die Untertitel in Schreibschrift geben den Rezepten eine persönliche und sympathische Note. Im Vergleich zum Cover, das wirklich sehr "cozy" daherkommt, sind die Rezeptseiten dann aber doch recht clean und schlicht gehalten, das fällt beim physischen Durchblättern noch einmal mehr auf als bei der digitalen Leseprobe. Insgesamt aber ein schönes, wenn auch nicht revolutionäres Rezeptbuch, das sich auch gut als Geschenk eignet für alle Jüngeren, die gerne backen.
Der Schwan ist eigentlich eine Gans und auch sonst ist vieles nicht, wie es scheint. Zhang Yueran gibt in ihrem mitreißenden Roman "Schwanentage" Einblicke in das Leben einer wohlhabenden Familie, die ...
Der Schwan ist eigentlich eine Gans und auch sonst ist vieles nicht, wie es scheint. Zhang Yueran gibt in ihrem mitreißenden Roman "Schwanentage" Einblicke in das Leben einer wohlhabenden Familie, die weit oben in der chinesischen Gesellschaft steht, und deren Hausangestellten. Das eingespielte Leben wird plötzlich durch mehrere Ereignisse komplett auf den Kopf gestellt. Der Großteil der Handlung spielt im Haus der Familie und die Autorin schafft einen Mikrokosmos, in dem sehr unterschiedliche Lebensmodelle, Erwartungen und Wünsche aufeinanderprallen.
"Für ärmere Leute ist Geld etwas Persönliches, für Reiche ist es eine Familienangelegenheit." (S.191)
Klasse und Klassenunterschiede sind ein zentrales Motiv des Romans. Da die 2 wichtigsten Hausangestellten im Haus der Familie leben und dort ihr eigenes Zimmer haben, sind ihre Leben völlig mit dem der Familie verwoben. Die Autorin zeigt geschickt den Unterschied zwischen den Hausherren, obwohl die während der Geschichte fast vollständig abwesend sind, und besonders dem Kindermädchen Yu Ling. Gleichzeitig verdeutlicht sie aber auch, dass die im Haus lebenden Angestellten ganz anders leben als Bedienstete, die beispielsweise Lebensmittel liefern, aber nicht in direkten Kontakt mit den wohlhabenden Familien stehen. Die im Haus wohnenden Angestellten erhalten nicht nur Einblicke in Geheimnisse der Reichen und Mächtigen, sie erleben deren Luxus auch hautnah mit, ohne wirklich selbst daran teilhaben zu können. Dieser Widerspruch zeigt sich besonders gut im Kindermädchen Yu Ling, die den Sohn der Familie mit Liebe betreut und ihn zum Mittelpunkt ihres Lebens macht, und ihn gleichzeitig für eine fingierte Entführung nutzen will, um Geld von ihrem Arbeitgeber zu erpressen und selbst mit ihrem Freund ein besseres Leben führen zu können. Ein faszinierender Charakter, der sich im Laufe des Romans auf interessante Weise entwickelt.
Der nüchterne, klare Schreibstil hat mir hervorragend gefallen. Hätte ich die Zeit gehabt, hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen, so flüssig ließ es sich lesen.