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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2020

Zuerst verwirrend, aber dann richtig gut

Achtzehn
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Erstmal muss man sagen, das Buch ist gut geschrieben. Am Anfang hat mich noch einiges verwirrt und auch deutlich mehr als bei sonstigen Krimis, aber das hat sich im Laufe des Buches gegeben. Es war durchweg ...

Erstmal muss man sagen, das Buch ist gut geschrieben. Am Anfang hat mich noch einiges verwirrt und auch deutlich mehr als bei sonstigen Krimis, aber das hat sich im Laufe des Buches gegeben. Es war durchweg spannend und hat mich am Ende sehr überrascht.
Zur Handlung.
Axel Sköld hat eine Theorie: ein Mann hat 3 Morde in den letzten Jahren in Schweden begangen, die in einem ganz anderem Licht erscheinen, wenn sie zusammenhängen.
In einer turbulenten Recherche verliert der Journalist zuerst seinen Job, da er der autraggebenden Geheimorganisation zu nahe kommt und bekommt dann doch die Mittel sie weiterzuführen. Bei der ganzen Aktion gefährdet er sein und auch das Leben von seiner (besten) Freundin und deren Sohn. Am Ende entkommt er dem Killer und beweist quasi seine Theorie, aber was hat es ihm gebracht?
Seine alte Freundin und jetzige beliebte Politikerin hat nach der ganzen Sache doch lieber den Weg zur großen Macht genommen, anstatt den zur Wahrheit. Außerdem geht keiner wirklich auf seine Entdeckung ein. Alle interessieren sich nur für den Kampf auf See.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 30.11.2019

Vom Thema abgekommen

Das Floriansprinzip
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Ein Hörbuch war für mich eine ganz neue Erfahrung, aber ich komme zu dem Schluss, dass es nicht wirklich mein Ding ist. Ich möchte das Buch in der Hand haben, selber lesen und mir eigenständig überlegen, ...

Ein Hörbuch war für mich eine ganz neue Erfahrung, aber ich komme zu dem Schluss, dass es nicht wirklich mein Ding ist. Ich möchte das Buch in der Hand haben, selber lesen und mir eigenständig überlegen, wie die Stimmen klingen.
Kommen wir auch gleich zum Sprecher. Simon Jäger hat eine sehr angenehme Stimme. Leider fiel es mir teilweise etwas schwer, die verschiedenen Personen zu unterschieden. Ich glaube man hätte die Stimmen noch etwas verändern können, damit sie einfach unterschiedlicher klingen und auch den Personen angepasst sind. Dadurch erschien mir das Ganze zwischendurch auch etwas monoton.
Ich muss sagen, dass Mark eigentlich kein Ermittler ist, fand ich schwierig. Seine „Kein-Bock-Stimmung“ ging mir teilweise auch ziemlich auf den Keks. Die Spannung war da, ich hätte nicht damit gerechnet, dass Bodo mit drin hängt. Aber das Hauptthema „Müllverschiebung in Dritte-Welt-Ländern“ wurde kaum behandelt. Das finde ich schade. Wenn ich mich entscheide über so ein schlimmes Thema zu schreiben, dann muss ich mich auch konsequent damit auseinandersetzen.
Mein Fazit ist: Das Buch hat mich nicht wirklich begeistert und ich würde es auch nicht weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstimme
  • Handlung
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 11.11.2019

Hier und da fehlt noch eine Kleinigkeit, aber ansonsten sehr gut

Das weiße Gold der Hanse
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Der Kölner Maler Johannes ist Unglück in Anna, die Tochter eines Kaufmanns, verliebt.
Das ist der eigentliche Hauptkonflikt. Aus diesem Grund will er auch schon zu Anfang der Geschichte Lübeck wieder ...

Der Kölner Maler Johannes ist Unglück in Anna, die Tochter eines Kaufmanns, verliebt.
Das ist der eigentliche Hauptkonflikt. Aus diesem Grund will er auch schon zu Anfang der Geschichte Lübeck wieder verlassen. Das kann der Ratsherr Bertram Morneweg unter keinen Umständen zulassen, da Johannes ihm seinen Christophorus für das neue Heilige-Geist-Hospital malen soll. Also erzählt er ihm eine Geschichte (seine Geschichte), die ihm zeigen soll das nichts unmöglich ist.
Das Schiff seines Vaters wurde von Piraten angegriffen und er kann gerade noch fliehen. Doch er landet bei Kapitän Jacobi und muss einige Jahre in grausamer Sklaverei leben. Sein einziger Lichtblick ist Rebecca, mit der er schließlich auch nach Lübeck fliehen kann. Moses (wie der junge Bertram Morneweg heißt) wird nach einiger Zeit Kaufgeselle beim Herrn Bardewik. Über die Jahre die er in seinem Haus verbringt verliebt er sich in dessen Tochter und nach einer abenteuerlichen Reise, auf welcher er auch den Mörder seines Vaters erschlägt, darf er sie auch heiraten.
In den Erzählpausen versucht sich Johannes das Leben zu nehmen und muss sogar ins Gefängnis, aber am Ende darf er seine Anna heiraten. Rebecca, die vor langer Zeit schon ins Kloster eingetreten ist, wird zur Ordensmeisterin und der Ratsherr sieht das Hospital nie fertig, da er auf einer Reise stirbt.
Alles in allem fand ich das Buch sehr gut. An manchen Stellen waren es mir zu viele Informationen oder es wurde zu ausführlich erklärt/beschrieben, wohingegen ich an anderer Stelle gerne etwas mehr erfahren hätte. Auch der Titel „Das weiße Gold der Hanse“ erschließt sich mir noch nicht ganz. Trotzdem würde ich es nochmal lesen und auch weiterempfehlen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Figuren
  • Thema
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 07.09.2019

Spannend bis zum Schluss

Brennende Narben
3

Im dritten Teil der Mara-Billinsky Reihe bekommen es die Kommissare mit erst mit dem Mord an einer Edelprostituierten und dann mit der Explosion eines Lasters voller Zwangsprostituierten. Das ganze hat ...

Im dritten Teil der Mara-Billinsky Reihe bekommen es die Kommissare mit erst mit dem Mord an einer Edelprostituierten und dann mit der Explosion eines Lasters voller Zwangsprostituierten. Das ganze hat mit einem Bandenkrieg zwischen Albanern und Russen zu tun. Mara bekommt immer wieder anonyme Hinweise die bei der Überführung der Albaner helfen, allerdings ist das nur ein Trick um sie aus dem Geschäft zu bringen. Schließlich gerät Mara selbst in die Fänge der Gangster und ohne die Hilfe von ihren Kollegen wäre das der letzte Fall der Ermittlerin gewesen. Allerdings verschwindet schließlich die Kronzeugin im Fall der Albaner.
Währenddessen beschäftigt Mara auch noch der Mordfall ihrer Mutter. Sie hat die ganze Zeit ihren Vater im Verdacht. Doch keine ihrer Spuren führt irgendwohin. Alle Personen, die etwas wissen könnten schweigen dazu. Doch schließlich gelingt es ihr, die Mörderin zu entlarven. Die damalige Frau des Staatsanwaltes, der sie sogar gedeckt und so die Ermittlungen beeinflusst hat.
Ich fand das Buch super. Es war von der ersten bis zur letzten Seite spannend und stimmig. Es war auch nicht zu überladen, durch die zwei parallel laufenden Handlungen. Ich hoffe, dass noch ein Buch herauskommt, da ich noch ein paar offene Fragen habe.

  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Geschichte
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 06.08.2019

Mal von einer anderen Seite - aber insgesamt zu umfangreich

Ein Lied von Liebe und Verrat
0

Aliki ist das letzte Klageweib in einem kleinen Dorf in Griechenland. Ihre Aufgabe ist es ein Lied über das Leben des Toten zu singen, wenn die Verwandten es wünschen. Sie soll nun einige ihrer Klagelieder ...

Aliki ist das letzte Klageweib in einem kleinen Dorf in Griechenland. Ihre Aufgabe ist es ein Lied über das Leben des Toten zu singen, wenn die Verwandten es wünschen. Sie soll nun einige ihrer Klagelieder für eine Forscherin aufnehmen und nutzt dies um auch ihre Lebensgeschichte zu erzählen.

Sie wächst während des 2.Weltkrieges auf und ihr Vater wird bei einer Exekution erschossen. Seitdem wohnt sie bei Chrysoula und ihrem Sohn Takis, doch Aliki schweigt seither. Im Keller des Hauses verstecken sie zwei Juden, Stelios und seine Mutter. Er zeigt den anderen Kinder die berühmten Stücke von Karagiozis (Puppentheater). Eines Abends kommen allerdings die deutschen Soldaten, die das Dorf besetzen, und alle werden abgeführt. Bis es schließlich in einem Chaos endet: das Dorf brennt, die Mütter werden erschossen und die Kinder fliehen nach Athen. Dort hilft ihnen die alte Haushälterin Yannoula und sie halten sich mit dem Puppenspiel über Wasser. Während sich Stelios und Aliki immer näher kommen, und die Lage so zwischen ihm und Takis immer kritischer wird, müssen alle gemeinsam nach Kreta weiterziehen. Dort wird Stelios von den Partisanen entführt und als sie ihn endlich gefunden haben, muss er ins Exil wegen Beihilfe. Yannoula wurde während der Rettung von einem Streifschuss getroffen, dessen Folgen sie nicht überlebt. Aliki beschließt Stelios zu heiraten, mit ihm zu gehen und den psychisch angeschlagenen (aber schon immer) Takis zurückzulassen. Er folgt ihr schließlich und durch ihn eskaliert die Lage bei einem Fest am Ende so, dass Stelios stirbt, er im Gefangenenlager bleibt und Aliki sich endlich von ihm löst und zurück nach Athen geht und später wieder in ihr Dorf.

Das Buch ist sozusagen in zwei Zeiten geschrieben. In der jetzigen in der Aliki die Kassetten aufnimmt und mehr über ihre Vergangenheit erfährt z.B. dass ihr Vater nicht immer so treu war. Und aus der Zeit ihrer Jugend, als sie Stelios kennenlernte und Verlor. Ich persönlich mag diesen Wechsel nicht so gerne, da es mich hin und wieder verwirrt hat und auch etwas gestört, wenn sie mit der Forscherin sprach, aber dieser Stil ist halt Geschmackssache. Die Thematik an sich hat mir gut gefallen. Ich wusste eigentlich nichts über die Kriegs- und Nachkriegszeit in Griechenland. Aber alles in allem waren es mir einfach zu viele Themen die aufgegriffen wurden: psychische Belastungen bei Kindern durch Krieg (Takis, aber auch Alikis schweigen), Unterdrückung durch die Deutschen während der Besatzung, willkürliche Verhaftungen und Strafen, Bürgerkrieg in Griechenland und dazu noch eine Liebesgeschichte. Dadurch wurde der Roman für mich irgendwie zu überladen und es war teilweise schwer der Handlung zu folgen.

Eine Sache möchte ich noch loswerden: Stelios war mir irgendwie unsympathisch. Er hat Aliki ständig Vorwürfe gemacht sie würde Takis schlimme Taten einfach vergessen oder klein reden, aber jeder hat einfach eine andere Art mit schlimmen Erlebnissen umzugehen. Sie hat genau wie er beide Elternteile verloren, sie hat genauso viel Schmerz erlebt und aus diesem Grund finde ich es nicht fair wie er sie behandelt. Chrysoula war für sie wie eine Mutter und Takis wie ein Bruder, sie konnte ihn nicht einfach im Stich lassen und das Stelios das nicht tolerieren wollte ist einfach unverständlich. Sie hat für ihn alles aufgegeben und hätte für ihn alles getan und er schien Aliki gar nicht schätzen zu wissen.

Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, wie oben schon erwähnt finde ich es eine sehr spannende ,für mich neue, Thematik. Allerdings hätte man sich bei dem Buch auf weniger Kernaspekte beschränken sollen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Thema