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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

Zwischen Wahrheit und Wahn

Verity
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Bisher hatte ich nur ein einziges Buch von Colleen Hoover gelesen, aber um ihre Bücher kommt man ja kaum herum – sie sind überall, werden heiß geliebt und viel diskutiert. Verity war eines dieser Bücher, ...

Bisher hatte ich nur ein einziges Buch von Colleen Hoover gelesen, aber um ihre Bücher kommt man ja kaum herum – sie sind überall, werden heiß geliebt und viel diskutiert. Verity war eines dieser Bücher, über das ich schon so viel gehört hatte, dass meine Neugier einfach zu groß wurde. Und wie der Zufall es wollte, fand ich es in einer dieser kleinen Büchertelefonzellen, an denen ich einfach nie vorbeigehen kann, ohne hineinzuschauen. Dieses Mal hatte ich Glück – Verity durfte mit nach Hause.

Der Schreibstil hat mich sofort gepackt. Ich war selbst überrascht, wie schnell ich durch die Seiten geflogen bin. Colleen Hoover schreibt mit einer Intensität, die einen komplett in die Geschichte hineinzieht – man liest und liest, weil man wissen muss, wie es weitergeht.

Lowen war mir von Anfang an sympathisch. Ich konnte ihre Unsicherheit und ihre Ängste gut nachvollziehen – diese Mischung aus Faszination und Unbehagen, aus moralischem Dilemma und emotionaler Verstrickung. Ihre wachsende Zuneigung zu Jeremy, einem verheirateten Mann, war für mich zwar schwer vorstellbar, aber gleichzeitig absolut greifbar beschrieben.

Was mich besonders beeindruckt hat, waren die unerwarteten Wendungen. Ich habe mich mehrmals regelrecht erschrocken, den Kopf geschüttelt und mich gefragt: Was passiert hier gerade? Und wie konnte ich mich in einem Menschen so täuschen? Ich bin mit Lowen durch dieses Gefühlschaos gegangen, habe mit ihr gezweifelt, gehofft und gefürchtet – und genau das macht für mich ein gutes Buch aus.

Ganz ehrlich: Ich würde unglaublich gern den ursprünglichen Epilog lesen, über den so viele sprechen. Ich bin sicher, er würde noch einmal eine völlig neue Perspektive auf die Geschichte eröffnen.

Alles in allem war Verity für mich ein fesselndes, düsteres und überraschendes Leseerlebnis. Ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann und das einen auch nach dem letzten Kapitel nicht so schnell loslässt.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Zwischen Schmerz und Hoffnung

Songs for the Broken
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Ich habe bisher alles von Maren Vivien Haase gelesen – sie gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Songs for the Broken, der zweite Band des Rise and Fall-Duetts, musste allerdings ...

Ich habe bisher alles von Maren Vivien Haase gelesen – sie gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Songs for the Broken, der zweite Band des Rise and Fall-Duetts, musste allerdings ziemlich lange auf meinem SuB warten, bis ich endlich dazu gegriffen habe. Und wie so oft frage ich mich: Warum eigentlich?

Ich liebe alles, was mit Musik zu tun hat – Songwriting, Popkultur, die Bühne, das Funkeln und die Schattenseiten dahinter. Schon der erste Band hat mich mit seinem Einblick in diese mir so fremde Welt begeistert. Und da ich außerdem ein großer Fan von Sports Romance bin, war Songs for the Broken einfach wie für mich gemacht. Fake-Dating mochte ich früher übrigens gar nicht – es schien mir immer zu weit weg von der Realität. Aber inzwischen zählt es zu meinen liebsten Tropes, und hier wurde es perfekt umgesetzt.

Presley kennen wir bereits aus dem ersten Band – dort eher am Rande und nicht unbedingt als sympathischsten Charakter. Umso gespannter war ich auf ihre Geschichte. In diesem Buch zeigt sie eine ganz andere Seite: eine unglaublich starke, verletzliche und mutige junge Frau, die sich in einer männerdominierten Branche behaupten muss. Sie kämpft – gegen Machtmissbrauch, gegen Vorurteile und gegen ein System, das Frauen immer wieder kleinhalten will.

Auch Kane war ein großartiger Charakter. Von Anfang an stach er heraus – liebenswert, empathisch und ehrlich. Er ist Presleys Ruhepol, ihr Gegenstück, jemand, der sie wirklich sieht. Und ja, seine Familie (und sein ungewöhnliches Haustier mitten in L.A.) haben mein Herz im Sturm erobert.

Das Buch greift einige sehr ernste Themen auf, die einmal mehr zeigen, dass New Adult so viel mehr ist als nur Romantik. Ich kann wirklich jedem raten, die Triggerwarnung am Anfang zu lesen. Es geht unter anderem um sexuellen Missbrauch, Machtmissbrauch und die Frage, wem in solchen Fällen geglaubt wird. Presley wird gezwungen, mit ihrem Täter weiterzuarbeiten – eine Situation, die schmerzhaft realistisch beschrieben wird. Maren Vivien Haase zeigt damit, wie dringend diese Themen auch in der Literatur ihren Platz haben.

Dieses Buch macht Mut. Mut, sich zu wehren. Mut, laut zu werden. Und Mut, die Schuld endlich dorthin zu verschieben, wo sie hingehört – auf die Täterseite.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung! 💛

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Geheimnisse zwischen den Zeiten

Der verborgene Garten
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Dieses Buch hat mir eine Freundin ausgeliehen – und sie scheint mich wirklich gut zu kennen, denn Der vergessene Garten von Kate Morton war genau nach meinem Geschmack. Ich hatte zuvor noch nichts von ...

Dieses Buch hat mir eine Freundin ausgeliehen – und sie scheint mich wirklich gut zu kennen, denn Der vergessene Garten von Kate Morton war genau nach meinem Geschmack. Ich hatte zuvor noch nichts von der Autorin gelesen, aber nach dieser Geschichte bin ich mir sicher: Es wird nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein.

Ich liebe Romane, die auf mehreren Zeitebenen spielen, weil ich es faszinierend finde, nach und nach zu entdecken, wie alles miteinander verbunden ist. In diesem Buch sind es sogar drei Zeitebenen, was mich anfangs ein wenig verwirrt hat – doch sobald ich im Lesefluss war, konnte ich mich wunderbar in allen Figuren und Handlungssträngen zurechtfinden.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1913: Ein kleines Mädchen sitzt allein am Kai von Maryborough in Australien, mit nichts außer einem Köfferchen. Sie kam mit dem Schiff aus England, doch niemand wartet auf sie. Der Hafenmeister nimmt sie bei sich auf und zieht sie wie eine Tochter groß. Erst an ihrem 21. Geburtstag erfährt Nell die Wahrheit über ihre Herkunft – und begibt sich auf die Suche nach ihrer wahren Identität. Diese Spurensuche führt sie (und später ihre Enkelin Cassandra) nach England, zu einem geheimnisvollen Anwesen in Cornwall, und in die dunklen Gärten von Blackhurst Manor.

Kate Morton versteht es meisterhaft, Spannung und Atmosphäre zu erschaffen. Sie verwebt Vergangenheit und Gegenwart zu einer dichten, emotionalen Geschichte, die von Verlust, Liebe und Familiengeheimnissen erzählt. Ich mochte besonders, wie sich die Puzzleteile am Ende zusammenfügen – auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass das Finale etwas kürzer und mit etwas mehr Wucht erzählt worden wäre. Einige Figuren, wie Elizas Bruder oder Nells Adoptiveltern, gingen ein wenig unter.

Trotzdem: Ich habe dieses Buch sehr geliebt. Cassandra war eine tolle Protagonistin, in die ich mich gut hineinversetzen konnte, und auch Nell, Eliza und Rose sind mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen.

Am Ende blieb nur ein Gedanke zurück:
Wo bekomme ich mein eigenes Familiengeheimnis her, das ich lüften kann?

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Ein gefühlvolles Wiedersehen

Dunbridge Academy - Anymore
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Die Dunbridge Academy war die erste Buchreihe von Sarah Sprinz, die ich gelesen – und direkt geliebt – habe. Sie war auch der Grund, warum danach Infinity Falling und University of British Columbia bei ...

Die Dunbridge Academy war die erste Buchreihe von Sarah Sprinz, die ich gelesen – und direkt geliebt – habe. Sie war auch der Grund, warum danach Infinity Falling und University of British Columbia bei mir einziehen durften. Als dann Band vier erschien, war für mich klar: Dieses Buch brauche ich sofort.

Ich habe mich für das Hörbuch entschieden, das ich über Bookbeat gehört habe – und ich konnte kaum aufhören. Innerhalb eines Tages war ich durch, was nicht zuletzt an den tollen Sprecher*innen Hannah Schepmann und Louis Friedemann Thiele lag. Ihre Stimmen waren angenehm und haben die Emotionen wunderbar transportiert.

Auf Grace’ Geschichte war ich schon seit dem ersten Band neugierig. Schon damals fand ich es beeindruckend, wie erwachsen Grace und Henry mit der Trennung umgegangen sind – zumindest nach außen. Doch während wir Henry in Band eins weiter begleitet haben, blieb Grace allein zurück. Jetzt endlich ihre Perspektive zu lesen, ihre Gedanken und ihre Unsicherheiten kennenzulernen, hat mich tief bewegt. Ihre Gefühle wirkten so greifbar, so ehrlich – ich habe mit ihr mitgefühlt, mitgelitten und gehofft.

Auch Gideon war bereits aus den vorherigen Bänden bekannt, allerdings muss ich gestehen, dass mir manches aus der Reihe nicht mehr ganz präsent war. Trotzdem fand ich ihn sofort interessant – gerade weil sich um ihn und seine Vergangenheit so viele Fragezeichen rankten. Während wir Grace’ Schmerz und Entwicklung hautnah miterleben, wird Gideons Geschichte erst nach und nach enthüllt – das hat für Spannung gesorgt und ihn umso greifbarer gemacht.

Insgesamt konnte ich mich in beide sehr gut hineinversetzen, wobei mir der Zugang zu Grace ein wenig leichter fiel. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke und der innere Konflikt, ob sie ihr Herz wieder öffnen kann – all das wurde sehr feinfühlig dargestellt.



Ein wunderbarer vierter Band, der tiefer geht, als man vielleicht erwartet. Emotional, berührend und mit genau der richtigen Prise Hoffnung.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung – und ein großes „Willkommen zurück“ an die Dunbridge Academy! 💙📖

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Ein Buch wie ein warmer Lesemantel

Die Geschichtensammlerin
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Ich lese selten Klappentexte – meist entscheide ich mich aus dem Bauch heraus für ein Buch. Und das war auch hier wieder der Fall. Beim Hören habe ich dann gemerkt: Der Klappentext spiegelt den eigentlichen ...

Ich lese selten Klappentexte – meist entscheide ich mich aus dem Bauch heraus für ein Buch. Und das war auch hier wieder der Fall. Beim Hören habe ich dann gemerkt: Der Klappentext spiegelt den eigentlichen Inhalt nur bedingt wider. Aber das hat mich überhaupt nicht gestört – im Gegenteil: Ich wurde überrascht und völlig in die Geschichte hineingezogen.

Das Cover hat mich sofort angesprochen – ein echter Blickfang! Und der Farbschnitt ist einfach wunderschön und macht das Buch zu einem echten Schmuckstück im Regal.

Die Geschichte selbst war für mich wie ein warmer, weicher Lesemantel: cozy, magisch und voller Gefühl. Besonders die irische Kulisse war ein Traum – sie passt perfekt zu dieser ruhigen, berührenden Geschichte. Ich liebe es, wenn ein Buch auf zwei Zeitebenen spielt, und ich war auch hier wieder gespannt darauf, wie alles miteinander verknüpft ist. Ich wurde nicht enttäuscht – im Gegenteil, ich war begeistert.

Schon ab der ersten Seite war ich gefesselt vom gefühlvollen, stellenweise fast poetischen Schreibstil der Autorin. Die Geschichtensammlerin ist ein Buch der leisen Töne, das dennoch tief berührt. Themen wie Verlust, Trauer und Liebe werden mit viel Empathie und Feingefühl behandelt – nicht zuletzt dank der wunderbar authentischen Charaktere.

Anna war für mich eine tolle Figur: jung, neugierig, einfühlsam – ihre Tagebucheinträge habe ich sogar fast noch lieber gehört als die Kapitel in der Gegenwart. Bei Sarah habe ich anfangs etwas länger gebraucht, um warm mit ihr zu werden, doch ihre Entschlossenheit und ihre Neugier haben mich schließlich ganz für sie eingenommen – und sind letztlich der Grund, weshalb wir als Leser:innen diese besondere Geschichte überhaupt miterleben dürfen.

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