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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2026

Belastende Lektüre

Schwebende Lasten
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"Schwebende Lasten" von Annett Gröschner ist ein bedrückender Roman über das Leben einer Frau im Laufe des 20. Jahrhunderts in Berlin und vor allem in Magdeburg.
Der Roman fing gut an und ich lernte Hanna ...

"Schwebende Lasten" von Annett Gröschner ist ein bedrückender Roman über das Leben einer Frau im Laufe des 20. Jahrhunderts in Berlin und vor allem in Magdeburg.
Der Roman fing gut an und ich lernte Hanna und ihre spezielle Art kennen. Ihre Leidenschaft sind Blumen, weshalb auch zu Beginn jedes Kapitels eine Blumenart mit einem kurzen Steckbrief vorgestellt wird. Mit den darauffolgenden Kapiteln haben diese Steckbriefe aber meiner Meinung nach nichts zu tun.

Die Autorin nutzt in diesem Roman die Berichtsform, was bei mir leider nur bedingt eine Nähe zur Hauptfigur aufkommen ließ. Dennoch haben mich manche Schicksalsschläge im Roman beim Lesen deprimiert. Dies vor allem, weil ich das Gefühl hatte, dass Hannas Leben nur aus einer Aneinanderreihung solcher Schläge besteht. Das war für mich persönlich zu viel. Ich musste das Buch daher einige Male weglegen und das Gelesene sacken lassen. Trotz dieser Dichte an Ereignissen konnte ich mich nicht richtig in die Gefühlswelt der Hauptfigur einfinden. Dies ist vor allem deshalb schade, weil ich das Ansinnen der Autorin, mit diesem Roman den ungesehenen Frauen eine Geschichte zu geben, gut finde. Allerdings hätte ich mir zum Schluss noch eine ausführliche Darstellung der Recherchearbeit der Autorin gewünscht, um die Handlung jenseits der historisch verbrieften Geschehnisse besser einordnen zu können.

Insgesamt ein solider Roman, der mich deprimiert zurückließ und in meinen Augen mehr Potenzial gehabt hätte.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Von Pflanzen, Wurzeln und Menschen

Ein Ort, der bleibt
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"Ein Ort, der bleibt" von Sandra Lüpkes hat ein sehr schön gestaltetes Cover, das mich von Beginn an in den Bann des Romans zog.

Die Autorin versteht es sehr gut, drei Zeitebenen in diesem Roman zu beschreiben ...

"Ein Ort, der bleibt" von Sandra Lüpkes hat ein sehr schön gestaltetes Cover, das mich von Beginn an in den Bann des Romans zog.

Die Autorin versteht es sehr gut, drei Zeitebenen in diesem Roman zu beschreiben und diese mit vielen Details zu versehen. Sie nutzt hierfür eine berichtartige Sprache, die ein schnelles Lesen ermöglicht. Insgesamt habe ich durch diesen Roman viel über die türkische und die deutsche Geschichte gelernt. Auch die Beschreibungen von Pflanzen, deren Mutationen und Standortbedingungen gefielen mir recht gut und wurden gut mit den jeweiligen Schicksalen der einzelnen Hauptpersonen verknüpft. Entwurzelung, Neuansiedlung und Veränderungen betreffen in diesem Roman Pflanzen und Menschen gleichermaßen. Dies hat die Autorin meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt. Dennoch blieben die einzelnen Protagonistinnen und Protagonisten für mich ein wenig blass. Ein wenig mehr Gefühlstiefe und dafür etwas weniger Details und Umfang hätten dem Roman meiner Meinung nach gutgetan.

Insgesamt ist "Ein Ort, der bleibt" ein solider Roman, der viele interessante Informationen zwischen knapp 500 Buchseiten packt, inklusive Porträts der im Roman vorkommenden realen Figuren am Ende des Buchs. Empfehlenswert für Fans historischer Romane, die gerne viele Details beim Lesen mitnehmen möchten.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Spannend und rätselhaft

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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"Nordlicht – Das fremde Gesicht" ist bereits der siebte Band aus Anette Hinrichs Reihe, in dem im deutsch-dänischen Grenzgebiet ermittelt wird. Dabei ermitteln auf deutscher Seite Vibeke Boisen und auf ...

"Nordlicht – Das fremde Gesicht" ist bereits der siebte Band aus Anette Hinrichs Reihe, in dem im deutsch-dänischen Grenzgebiet ermittelt wird. Dabei ermitteln auf deutscher Seite Vibeke Boisen und auf dänischer Rasmus Nyborg. Obwohl es sich um eine Krimireihe handelt, lässt sich dieser Band auch ohne Kenntnisse der vorhergehenden Bücher gut lesen, da auf wichtige Punkte der vorherigen Bände eingegangen wird. Die Printausgabe wartet außerdem in der Klappe mit Kurzporträts der beiden Hauptfiguren auf. Ich selbst habe die Reihe bisher lose gelesen, je nachdem, ob mich der jeweilige Fall gereizt hat, und konnte dem Verlauf von "Das fremde Gesicht" sehr gut folgen.

Anette Hinrichs hat mit dem siebten Band der Reihe einen sehr spannenden Krimi vorgelegt, der an realen Schauplätzen spielt und dadurch sehr authentisch wirkt. Hinzu kommt das Ermittlerpaar, das Ecken und Kanten aufweist und somit für mich auch nicht so "glatt" oder "perfekt" wirkt, sondern nahbar. Zudem hat die Autorin einen flüssigen Schreibstil, der ein schnelles Lesen und einen guten Einstieg in die Handlung ermöglicht. Anette Hinrichs schaffte es überdies mühelos, Orts- und Zeitwechsel zu vollziehen, ohne dass ich den roten Faden beim Lesen verloren habe.

Der Fall im Krimi wirkt zudem nicht konstruiert, sondern die Geschehnisse sind für mich schlüssig, sodass ich auch hier mit gespannter Freude weitergelesen habe. Ein insgesamt sehr gelungener Kriminalroman, der nicht nur Fans der Reihe, sondern auch Neulinge für "Nordlicht" begeistern dürfte.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

So toll wie die beiden Vorgänger!

Hilda Hasenherz. Das Abenteuer am Drachenfels
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"Hilda Hasenherz – Das Abenteuer am Drachenfels" ist der dritte Band aus der Reihe um dieses mutige Hasenmädchen, das uns allen so ans Herz gewachsen ist. Er hat uns, wie seine beiden Vorgänger, restlos ...

"Hilda Hasenherz – Das Abenteuer am Drachenfels" ist der dritte Band aus der Reihe um dieses mutige Hasenmädchen, das uns allen so ans Herz gewachsen ist. Er hat uns, wie seine beiden Vorgänger, restlos überzeugt.

Die Geschichte des dritten Bands erfordert wieder von allen tierischen Heldinnen und Helden Mut und einen starken Zusammenhalt, um ihr gemeinsames Abenteuer zu bestehen. Auf mehr als 150 Seiten begeisterte uns die Geschichte mit sehr viel Spannung. Das Lesevergnügen war dabei umso größer, weil es wieder viele schön gestaltete Bilder im Buch gab, die die Handlung untermalten.

Das Buch ist ab sechs Jahren, was sehr gut passt. Meine Nichte ist mittlerweile acht Jahre alt und ein Fan der ersten Stunde (sie kann es stets kaum erwarten, dass der nächste Band erscheint). Während sie am Anfang eher das Buch als Einschlafgeschichte vorgelesen bekam, ist sie inzwischen so weit, dass sie Hilda Hasenherz auch gerne alleine liest.

"Hilda Hasenherz – Das Abenteuer am Drachenfels" ist für alle Kinder ab 6 Jahren geeignet, die spannende Geschichten mit mutigen Figuren mögen. Ich empfehle, die drei Bände der Reihe nach zu lesen, da in den Folgebänden stets auf Ereignisse der vorherigen Bücher verwiesen wird.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Selbstreflexion während einer Autofahrt

Grüne Welle
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Esther Schüttpelz kannte ich bisher nicht, somit war "Grüne Welle" diesbezüglich eine Premiere für mich.

Die Autorin hat eine spezielle Art zu schreiben; einerseits distanziert, indem keine Namen genannt ...

Esther Schüttpelz kannte ich bisher nicht, somit war "Grüne Welle" diesbezüglich eine Premiere für mich.

Die Autorin hat eine spezielle Art zu schreiben; einerseits distanziert, indem keine Namen genannt werden und relativ unpersönlich von den handelnden Personen erzählt wird: "die Frau", "die Freundin der Frau", "der Mann" usw. Andererseits werden Gedankengänge teilweise detailliert beschrieben. Auf dieses, ich nenne es mal "Lesespiel", muss man bereit sein, sich einzulassen. Tut man das, kann man sich auf ein kurzweiliges Lesevergnügen einstellen, das sich nach und nach entfaltet. So nähert man sich mit jedem gefahrenen Kilometer der zunächst unpersönlich erscheinenden Hauptfigur an und beginnt, ihre Beweggründe nachzuvollziehen. Mir gefiel dieser Ansatz sehr gut, und mich hat die Autorin damit abgeholt. Von Vorteil war dabei sicherlich, dass nach einem für mich etwas schleppenden Beginn die Geschichte buchstäblich Fahrt aufnimmt und mit einigen Überraschungen aufwartet.

Insgesamt kann ich "Grüne Welle" allen ans Herz legen, die mal etwas Neues bzw. Anderes beim Lesen ausprobieren möchten. Esther Schüttpelz forderte meine Lesegewohnheiten heraus, aber die Lektüre hat sich definitiv gelohnt.

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