Platzhalter für Profilbild

mecobsi

Lesejury Star
offline

mecobsi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit mecobsi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2025

Spannender, historischer Roman

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
0

"Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli" von Henrike Engel ist wieder ein historischer Roman, der (wie der Titel schon sagt) in Hamburg spielt. Ich habe bereits die Romanreihe um die Hafenärztin von dieser ...

"Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli" von Henrike Engel ist wieder ein historischer Roman, der (wie der Titel schon sagt) in Hamburg spielt. Ich habe bereits die Romanreihe um die Hafenärztin von dieser Autorin gelesen (der ebenso in Hamburg spielt) und dementsprechend war ich auf ihr neues Werk gespannt.

Wie bei der Hafenärztin ist das Cover wieder sehr eindrucksvoll und macht Lust auf den Roman. Die Autorin hat es wieder einmal geschafft, das Hamburg der 1910er Jahre vor meinen Augen entstehen zu lesen. Dazu liest sich der Roman sehr flüssig und hat neben alten Bekannten aus der Hafenärztin-Reihe zwei tolle, weibliche Hauptfiguren zu bieten. Ella und Louise könnten unterschiedlicher nicht sein und doch finden sie zueinander und meistern gemeinsam nicht wenige Herausforderungen. Mir gefiel dabei besonders, dass bei ihnen unterschiedliche Charaktere und Herangehensweisen aufeinander treffen, sodass es immer interessant bleibt, was denn demnächst passieren wird. Dies macht den Reiz dieses Romans für mich aus. Ich freue mich schon auf den im Herbst erscheinenden zweiten Teil der "Elbnächte".

Insgesamt kann ich diesen unterhaltsamen, historischen Roman allen ans Herz legen, die gerne mal in die jüngere Vergangenheit abtauchen möchten und zugleich von starken Frauenfiguren begeistert sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2025

Tolle Idee, wenn auch ausbaufähig

Schauplätze der Weltliteratur
0

"Schauplätze der Weltliteratur" ist ein interessantes Sachbuch, das durch seine tollen Illustrationen besticht und Lust auf das Entdecken literarischer Örtlichkeiten macht. Auch wenn der Herausgeber, John ...

"Schauplätze der Weltliteratur" ist ein interessantes Sachbuch, das durch seine tollen Illustrationen besticht und Lust auf das Entdecken literarischer Örtlichkeiten macht. Auch wenn der Herausgeber, John Sutherland, keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, lädt er die Lesenden doch dazu ein, literarische Werke aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Das Buch ist unterteilt in die vier Kapitel "Romantische Aussichten", "Kartierung der Moderne", "Nachkriegspanoramen" und "Zeitgenössische Schauplätze". Diese Unterleitung finde ich sehr gut gelungen und ich konnte das ein oder andere Werk entdecken, das ich noch gar nicht kannte und jetzt lesen möchte. Als Anregung für Literatur, die man selbst nicht so auf dem Schirm hatte, ist das Sachbuch auf jeden Fall sehr gut geeignet. Deshalb finde ich es ganz gut, dass die Auswahl nicht nur auf weltbekannte Klassiker fiel (wie etwa "Berlin Alexanderplatz" oder "Wem die Stunde schlägt"), sondern auch auf ein paar weniger bekannte Werke.

Nicht ganz so gut gelungen finde ich die Beschreibungen der jeweiligen Örtlichkeiten in diesem Sachbuch. Es wird zwar auf die einzelnen Handlungsorte eingegangen; sie werden aber zumeist nur aus der Sicht der jeweiligen Autorin bzw. des jeweiligen Autors beschrieben. Dies ist meiner Meinung nach wichtig in einem solchen Nachschlagewerk, jedoch wäre es zusätzlich schön gewesen, weitere Hintergrundinformationen über die Orte zu erhalten.

Insgesamt ist "Schauplätze der Weltliteratur" dennoch ein interessantes Nachschlagewerk für alle, die sich zu Büchern inspirieren lassen oder den ein oder anderen Klassikern neu entdecken möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Wie das Leben so spielt

Das Café ohne Namen
0

"Das Café ohne Namen" ist der erste Roman von Robert Seethaler, den ich gelesen habe und sicherlich nicht der letzte.

Der Roman erzählt die Geschichte von Robert Simon und seinem Café ohne Namen über ...

"Das Café ohne Namen" ist der erste Roman von Robert Seethaler, den ich gelesen habe und sicherlich nicht der letzte.

Der Roman erzählt die Geschichte von Robert Simon und seinem Café ohne Namen über eine Zeitspanne von zehn Jahren. Dabei werden Protagonistinnen und Protagonisten eingeführt und teilweise wieder verabschiedet, sodass eine bunte Mischung der Wiener Leopoldstadt der 1960er Jahre entsteht.

Der Erzählstil Seethalers ist dabei angenehm unaufgeregt, selbst wenn es um ein dramatisches Ereignis geht. Das hat mir besonders beim Lesen gefallen, da ich trotz der unaufgeregten Schilderung die Emotionen der Personen sehr gut nachempfinden konnte.

Ein insgesamt sehr schöner Roman, der es versteht, Figuren zu zeichnen und vor den Lesenden lebendig werden zu lassen. Ich empfehle den Roman allen, die gerne mal in eine andere Zeit abtauchen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Wie Gefühle unser Handeln beeinflussen

Wut und Liebe
0

"Wut und Liebe" von Martin Suter ist, wie stets bei diesem Autor, unterhaltsam und wendungsreich. Ich persönlich lese seine kurzweiligen Romane sehr gerne und bin immer wieder überrascht, wie viele Verästelungen ...

"Wut und Liebe" von Martin Suter ist, wie stets bei diesem Autor, unterhaltsam und wendungsreich. Ich persönlich lese seine kurzweiligen Romane sehr gerne und bin immer wieder überrascht, wie viele Verästelungen eine Geschichte haben kann. Das Schöne bei Martin Suter ist dabei, dass seine Sprache nicht von diesen Verästelungen geprägt ist. Somit lassen sich die Romane flüssig lesen und der Unterhaltswert ist für mich dabei sehr hoch. Denn auch wenn sich die Romane flüssig lesen lassen, leider darunter nicht die Qualität der Texte oder der Handlung.

"Wut und Liebe" reiht sich also wieder nahtlos in die Reihe der Suter-Bücher ein. Eine Geschichte, die zeigt, wie Gefühle unser Handeln beeinflussen (auch wenn wir selbst zumeist davon ausgehen, rationale Entscheidungen zu treffen). Mir selbst ging es beim Lesen zuweilen so, dass ich Wut über Aussagen und Vorgehensweise mancher Personen empfand. Folglich hat es Suter geschafft, dass ich der Geschichte mit Haut und Haaren gefolgt bin. Die Spannung blieb dabei von Anfang bis Ende hoch, was natürlich nicht zuletzt an den bereits erwähnten Wendungen in der Geschichte liegt.

Insgesamt ein toller, unterhaltsamer und kurzweiliger Roman, den ich allen ans Herz legen kann, die gerne Suter und/oder spannende Unterhaltungsromane lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2025

Mischung aus Thriller und Sozialstudie

Die Kurve
0

"Die Kurve" von Dirk Schmidt hatte mich wegen des schön gestalteten Covers (das aufgrund des erhabenen Titels auch schön in der Hand liegt) und des Klappentexts sehr angezogen. Die Leseprobe weckte großes ...

"Die Kurve" von Dirk Schmidt hatte mich wegen des schön gestalteten Covers (das aufgrund des erhabenen Titels auch schön in der Hand liegt) und des Klappentexts sehr angezogen. Die Leseprobe weckte großes Interesse am Fortgang der Geschichte bei mir. Meine Erwartungen wurden leider nicht bzw. nur teilweise erfüllt.

Der Thriller lässt sich aufgrund der guten Erzählweise des Autors und der vergleichsweise kurzen Kapitel flüssig lesen. Auch die Sprünge zwischen den einzelnen Protagonistinnen und Protagonisten von Kapitel zu Kapitel stellten beim Lesen kein Problem für mich dar. Inhaltlich konnte mich das Buch aber nicht überzeugen. Es kommen einerseits Elemente eines Thrillers vor; etwa, wenn für mich brutal geschilderte Sequenzen eingestreut werden. Andererseits folgen Abschnitte, die für mich eher einer Sozial- oder Milieustudie entsprungen sein könnten. So wurde ich insgesamt mit dem Buch nicht warm und konnte zu keiner Person, die darin vorkam, einen wirklichen Bezug herstellen. Das liegt aber vermutlich auch daran, dass ich mit falschen Erwartungen an die Lektüre (auch nach der Leseprobe) heranging.

Insgesamt ein für mich nicht wirklich überzeugender Thriller. Wer einen Thriller mit Sozialbezug mag, wird "Die Kurve" aber vermutlich ganz gut finden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere