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Veröffentlicht am 09.12.2016

Der beste Band der ganzen Reihe!

Blutige Fesseln
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Will Trents persönlichster Fall wird zu seinem größten Albtraum, als das GBI einen frischen Tatort in Augenschein nimmt. Denn nach den ersten Ermittlungen gibt es neben der gefundenen, männlichen Leiche ...

Will Trents persönlichster Fall wird zu seinem größten Albtraum, als das GBI einen frischen Tatort in Augenschein nimmt. Denn nach den ersten Ermittlungen gibt es neben der gefundenen, männlichen Leiche auch genügend Beweise, dass sich kurz zuvor noch eine weitere, schwer verletzte Person dort befunden haben soll. Nach und nach verdichten sich die Hinweise und als mögliche Täterin wird Angie Polaski fokussiert, Wills noch Ehefrau, mit der ihn eine 30-jährige Beziehung verbindet. Nicht nur Dr. Sara Linton ist entsetzt, auch für Will sind die Ereignisse schrecklich, denn wenn die Vermutungen stimmen, ist Angie verletzt und auf der Flucht. Wie lange wird sie durchhalten und kann Will sie schnell genug finden? Doch am meisten muss sich der Agent fragen, ob es sich erneut um ein perfides Spiel von Angie handelt, die nur zeigen möchte, dass sie seine Verbindung zu Sara nicht akzeptiert?

Ein weiterer aufregender Fall, der nicht nur Will und Sara stark mitnimmt, sondern auch Angie Polaski ordentlich Zeit und Raum lässt, sich zu entwickeln und zu präsentieren.

Die amerikanische Autorin Karin Slaughter hat schon so viele, grausame Werke geschrieben, die stets für Dramatik, Spannung und Horror gesorgt haben. So geht es auch mit ihrem neusten Werk weiter. Wer die anderen Will-Trent und Sara-Linton-Bücher noch nicht kennen sollte, darf hier aber beherzt zugreifen, denn das Buch beinhaltet eine in sich abgeschlossene Handlung. Die Charaktere werden hier genauso, wie in jedem anderen Roman, neu vorgestellt und dem Leser vertraut gemacht. Einzig die persönliche Entwicklung der Protagonisten kann nur durch die Einhaltung der Romanreihenfolge miterlebt werden. Deshalb gibt es auch die Empfehlung, nicht nur diesen, sondern alle Bände der Reihe zu verschlingen.

Wie gewohnt schafft es Karin Slaughter schon nach wenigen Seiten den Leser an die Geschichte zu fesseln, denn die Handlung beginnt vom ersten Augenblick spannend und aufregend. Sofort ist der Wunsch geweckt, mehr zu erfahren, denn die einleitenden Worte im Prolog haben schon die gesamte Aufmerksamkeit erweckt, die für höchste Dramatik stehen. Bei dieser Autorin spürt der Leser regelrecht, dass sie sich ideal mit der Szenerie auseinandergesetzt und der Erzählung einen logischen und glaubhaften Ablauf verschafft hat. Alles wirkt stimmig und nachvollziehbar.

Wer die Reihe kennt, darf sich auf ein Wiedersehen mit allen bekannten Charakteren freuen. Natürlich steht in diesem Buch erneut Will im Mittelpunkt, doch auch Sara, Angie, Amanda und Faith erhalten ihren Platz, damit sie weiter an Persönlichkeit wachsen können. Das Ensemble wird immer lebendiger und authentischer, wodurch sich ein herrlich leichter Lesegenuss einstellt, denn es ist ganz einfach, sich die Protagonisten vorzustellen und sich in ihre Person hineinzuversetzen.

Der Erzählstil ist erneut mitreißend und brutal ehrlich. Frau Slaughter verschönt ihre Beschreibungen nicht und lässt die Kulisse blutig, dramatisch und aufregend erscheinen. Manchmal wirkt es etwas bizarr und abstoßend, doch genau das macht den Reiz des Werks aus. Eigentlich möchte der Leser das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Der beste Band der ganzen Reihe!

Mein persönliches Fazit:
Für mich gehört dieses Buch einfach auf die Wunschliste aller Thriller-Fans. Mit diesem Werk geht die Geschichte noch einmal viel emotionaler und tiefgründiger weiter und weckt die persönliche Seite von Will Trent, der sich mit seiner Noch-Ehefrau auseinandersetzen muss. Auch die Beziehung zu Sara wird auf eine harte Probe gestellt, was mir unglaublich gut gefallen hat. Zudem sind Amanda und Faith zwei Frauen, die vollkommen hinter dem Agenten stehen. Das hat mich ergriffen und bewegt. Deshalb kann ich dem Buch nur eine große Leseempfehlung aussprechen, denn selten hat mich ein Roman so entsetzt und gleichzeitig gefesselt, wie es dieser getan hat.

Veröffentlicht am 09.12.2016

Ein fesselnder Thriller

The Dry
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Nach über 20 Jahren zieht es Aaron Falk zurück in seine Heimat nach Kiewarra. Doch seine Rückkehr hat einen tragischen Hintergrund, denn sein ehemaliger bester Freund Luke soll nicht nur sich selbst, sondern ...

Nach über 20 Jahren zieht es Aaron Falk zurück in seine Heimat nach Kiewarra. Doch seine Rückkehr hat einen tragischen Hintergrund, denn sein ehemaliger bester Freund Luke soll nicht nur sich selbst, sondern auch seine Frau und Sohn erschossen haben. Lag es an der anhaltenden Dürre und der Hitze? Schließlich haben alle Farmer mit den Folgen der Dürreperiode zu kämpfen. Das Vieh stirbt, die Gelder werden immer knapper. Was könnte Luke bewogen haben, solch ein Szenario zu inszenieren? Aaron glaubt nicht, dass Luke freiwillig so gehandelt haben kann und beginnt selbst Nachforschungen anzustellen. Obwohl er selbst noch ein paar Rechnungen mit den Bewohnern der Stadt offen hat.

Das Werk „The Dry“ ist das Debüt der britischen Autorin Jane Harper, die mit diesem Thriller einen ganz besonderen Start hingelegt hat.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Aaron Falk, der als Polizeibeamter und guter Freund von Luke zurück in seine Heimatstadt Kiewarra kehrt. Vor Ort muss er sich nicht nur mit der Trauergemeinde, den Eltern der Opfer, sowie seinen ehemaligen Schulfreunden auseinandersetzen. Auch seine Vergangenheit hält Einzug und bringt damit zusätzlichen Schwung in die Handlung.

Aaron ist ein sympathischer Mann, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht. Er ist authentisch, hilfsbereit und clever. Außerdem ist er davon überzeugt, dass der Mord und anschließende Selbstmord von Luke überhaupt nicht dessen Natur entspricht. Zwischen den Anfeindungen der Bewohner behält er dennoch den Überblick und macht sich auf die Suche nach Antworten.

Interessant ist die Aufmachung der Geschichte, denn es gibt hier gleich zwei Handlungsstränge, die beide sehr lebendig und aufregend beschrieben worden sind. Zum einen geht es um den Tod von Aarons Schulfreundin Ellie, die vor über 20 Jahren tot aus dem Fluss gezogen worden ist. Damals wurde er selbst beschuldigt, das damals 16-jährige Mädchen umgebracht zu haben. Gemeinsam mit seinem Vater trat er den Rückzug an und verließ die Stadt um anschließend in der Großstadt seinen Frieden zu finden.

Heute geht es um den Tod seines Schulfreundes Luke, der seinen Sohn und seine Frau erschossen haben soll. Anschließend beging Luke anscheinende Selbstmord. Doch auch hier kommen schnell Zweifel auf. Wer könnte Schuld am Tod der Familie haben?

Beide Ideen wurden in einer glaubhaften Kulisse, die realistisch und bildlich beschrieben wurde, zusammengefasst. Auch der regelmäßige Sprung zwischen dem Hier und Jetzt und der Erzählung aus der Vergangenheit wurden perfekt in Einklang gebracht. Alles fügt sich herrlich zusammen und macht aus dieser Handlung etwas Besonderes.

Einziges Manko an der Erzählung ist die Länge der Geschichte. Manchmal hätte die Schriftstellerin nicht ein ganz so gemächliches Tempo an den Tag legen brauchen. Zwischendurch zieht sich die Handlung etwas, was gar nicht nötig gewesen wäre. Denn in diesem Werk gibt es so vieles zu entdecken, dass der Leser regelmäßig überrascht wird.

Ein fesselnder Thriller, der unter die Haut geht!

Mein persönliches Fazit:
Nicht ganz perfekt, doch dafür mit einer wunderbaren, authentischen Geschichte versehen, die mich begeistern konnte. Die Handlung ist spannend und glaubwürdig, die Charaktere facettenreich und die Dramatik zum Greifen nah. Also alles in allem kann ich das Werk allen Freunden von Thrillern empfehlen. Ich selbst bin schon sehr gespannt, was Jane Harper als nächstes aus dem Hut zaubern wird.

Veröffentlicht am 09.12.2016

Eine Geschichte, die unter die Haut geht!

No going back
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Ein Roman über Mobbing, Psychoterror und die erste große Liebe…

Als Natalie nach ihrem Studium in ihre Heimatstadt zurückkehrt und während einer Anprobe das Lied „Good enough“ hört, weiß sie, dass es ...

Ein Roman über Mobbing, Psychoterror und die erste große Liebe…

Als Natalie nach ihrem Studium in ihre Heimatstadt zurückkehrt und während einer Anprobe das Lied „Good enough“ hört, weiß sie, dass es in dem Song um sie geht. Sofort sind die Erinnerungen zurück und damit auch die Schuldgefühle, die sie seit Jahren quälen. Denn Natalie war nicht immer die Gute. Früher hat sie mit ihren besten Freundinnen die anderen Schüler der Highschool gemobbt und fertiggemacht. Bis ein Junge ihre Aufmerksamkeit erregt hat, doch bekommt sie die Chance, dem Mann, der seine Erlebnisse durch Lieder verarbeitet hat, zu zeigen, dass sie sich verändert hat?

Stephanie Monahans Jugendroman „No Going Back“ ist eine Geschichte, die unter die Haut geht und den Leser bewegt. Durch Natalie wird die Handlung lebendig und authentisch beschrieben und lassen das Erlebte realistisch erscheinen.

Natalie will Fotografin werden und hat eine Anstellung bei der hiesigen Zeitung. Zusammen mit ihrer neuen Kollegin soll sie den gerade bekanntgewordenen Star Jack Moreland interviewen. Was jedoch niemand ahnt, ist, dass Natalie die Frau ist, die Jack zu seinen Liedern inspiriert hat.

Die Idee, einmal eine zickige und bösartige Highschoolschülerin in den Mittelpunkt zu stellen, ist in diesem Werk vollkommen aufgegangen, denn hier geht es darum, wie es ist, als Mitläuferin zu agieren und sich hinter grausamen Äußerungen zu verstecken. Dabei ist Natalie eigentlich nicht schlecht, nur hat sie den falschen Umgang. Jedenfalls ist sie an einem Punkt in ihrem Leben, wo sie sich selbst ändern möchte und dem Jungen, den sie einst geliebt hat, beweisen, dass sie nicht mehr so ist wie früher. Natalie ist sympathisch und liebenswert, trotz ihrer dunklen Vergangenheit. Jack hingegen ist ein wahrer Sonnenschein, der durch Leichtigkeit und Unbekümmertheit besticht. Er ist ein toller Mensch, der perfekt zu Natalie passt und sie auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Interessant ist die Aufmachung der Geschichte, denn immer wieder wechselt der Leser zwischen der aktuellen Situation und dem letzten Highschooljahr hin und her. Dabei lernt er beide Charaktere wunderbar kennen und kann sich die Erlebnisse lebendig und glaubwürdig vorstellen.

Die Handlung ist logisch und nachvollziehbar aufgebaut. Es ist einfach, sie in die Erzählung hineinzuversetzen und sich die Protagonisten vorzustellen. Dementsprechend ist es der Autorin durch ihren herrlich modernen Schreibstil gelungen, den Leser zu verzaubern und zu fesseln.


Die Geschichte hat mich unglaublich gut unterhalten.
Endlich mal kein typischer Jugendroman, denn hier geht es um Musik, Liebe und Vergebung.

Mein persönliches Fazit:
Das Buch hat mich richtig überrascht. Natalie und Jack passen wunderbar zusammen. Sie inspiriert ihn, er erdet sie. Gemeinsam bilden sie ein tolles Gespann. Außerdem hat es mich gefreut, dass auch die bösen Schüler irgendwann mit ihren Sünden der Vergangenheit konfrontiert werden. Egal wie fies sich Natalie während der Schulzeit verhalten hat, sie hat ein Gewissen, dass sie dazu bringt, über ihre Taten nachzudenken und diese wieder gutmachen zu wollen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung, denn die Geschichte steht für etwas Gutes, das einfach gelesen werden muss.

Veröffentlicht am 09.12.2016

Eine gute Fortsetzung...

Du oder das ganze Leben
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Endlich hat Amy ihr fehlendes Puzzlestück gefunden, den jüdischen Glauben und die Akzeptanz ihrer israelischen Wurzeln, da läuft schon wieder alles aus dem Ruder.
Seit ein paar Monaten lebt sie nun bei ...

Endlich hat Amy ihr fehlendes Puzzlestück gefunden, den jüdischen Glauben und die Akzeptanz ihrer israelischen Wurzeln, da läuft schon wieder alles aus dem Ruder.
Seit ein paar Monaten lebt sie nun bei ihrem Vater Ron in Chicago, als sie erfährt, dass ihre Mutter wieder schwanger ist. Dann zieht auch noch der nervige Nathan, ein Neffe ihrer Nachbarn, nebenan ein und zu allem Überfluss ist ihr Nicht-Freund Avi in der Israelischen Armee und schafft es nur selten, sich bei ihr zu melden. Einzig ihr Hund "Köter" leistet ihr in dieser schweren Zeit Gesellschaft.

Mit Ron kommt Amy immer besser zurecht, wenn er auch häufig den überforderten Vater mimt. Amy hat das Gefühl, Ron wäre einsam und beschließt deshalb, ihn bei einer jüdischen Online-Single-Börse anzumelden. Natürlich ohne das Wissen ihres Vaters.
Nathan treibt Amy regelmäßig in den Wahnsinn. Er nennt sie Barbie und behauptet, Amy bestünde nur aus Plastik. Seit ihrem ersten Zusammentreffen können die beiden sich nicht leiden. Ärger ist bei ihnen schon vorprogrammiert. Und dann hat Amys beste Freundin Jessica auch noch Liebeskummer und benötigt dringend ihre Hilfe. Als letztendlich alle Emotionen hochkochen, steht plötzlich Avi vor der Tür.

Ein weiterer Jugendroman aus der Feder der amerikanischen Schriftstellerin Simone Elkeles, die sich bereits mit Büchern wie "Leaving Paradise", "Back to Paradise" oder "Du oder das ganze Leben" einen Namen gemacht hat. Mit diesem Teil "Zwischen uns die halbe Welt" ist ihr erneut ein lesenswerter Roman zur Jugendbuchreihe um die junge Hauptprotagonistin Amy gelungen. In Deutschland sind alle ihre Bücher beim cbt-Verlag erschienen.

Der zweite Teil aus der Reihe "Urlaubsflirt" schließt fast nahtlos an den ersten Roman an. Dennoch ist es auch für Nichtkenner von "Nur ein kleiner Urlaubsflirt" kein Problem, in die Geschichte hinein zu finden. Immer wieder werden die früheren Ereignisse beschrieben und so für den neuen Leser nachvollziehbar in die Handlung integriert.
Ging es im ersten Teil noch hauptsächlich um Amys Hass ihrem Vater und Israel gegenüber, so verlagert sich hier die Erzählung auf ihr Leben in Chicago und die Probleme mit ihren Freunden sowie die Schwangerschaft ihrer Mutter, mit der sie nicht so leicht zurechtkommt. Natürlich ist auch wieder eine kleine Liebesgeschichte dabei, aber diese wirkt eher etwas nebensächlich.
Amy hat sich weiterentwickelt. Ihr Charakter ist jetzt etwas selbstsicherer geworden, obwohl sie noch immer ein Desaster auf zwei Beinen ist - bei ihr geht einfach alles schief. Aber das nimmt sie mit einer großen Prise Humor und einer Menge Selbstironie in Kauf. Aus ihrer Sicht schildert sie die Vorgänge, die sie manchmal in ein wahres Gefühlschaos katapultieren. Ihr Leben ist ein Wechselbad der Gefühle. Dem Leser gegenüber erscheint sie aber liebevoll und wirkt realistisch und lebendig.

Fazit: Auch wenn Amys Handlungen nicht immer ganz nachvollziehbar sind, so bietet dieses Buch dennoch amüsante Unterhaltung. Es liest sich leicht und flüssig und beschert ein paar schöne Lesestunden. Leider fehlen in diesem Teil die tiefen Gefühle und Emotionen, die den Leser vollkommen in ihren Bann schlagen. Dennoch ist es ein solider und positiver Jugendroman, der Freude bereitet und Lust auf mehr macht.