Gelungene Gothic Fantasy mit starken Charakteren
AnathemaSeit ich Nocticadia gelesen habe, war für mich klar, dass ich unbedingt mehr von Keri Lake lesen möchte. Ich habe ihren Schreibstil damals geliebt und mich deshalb umso mehr auf Anathema gefreut. Und was ...
Seit ich Nocticadia gelesen habe, war für mich klar, dass ich unbedingt mehr von Keri Lake lesen möchte. Ich habe ihren Schreibstil damals geliebt und mich deshalb umso mehr auf Anathema gefreut. Und was soll ich sagen? Keri Lake hat es erneut geschafft, mich mit ihren Worten vollkommen in ihren Bann zu ziehen.
Ihr Schreibstil ist für mich einfach etwas Besonderes. Poetisch, düster und unglaublich atmosphärisch, ohne dabei die Emotionen aus den Augen zu verlieren. Jede Seite fühlt sich an, als würde man durch einen wunderschönen, aber gleichzeitig bedrohlichen Traum wandern. Ich liebe es, wie bildgewaltig sie schreibt und wie mühelos sie es schafft, eine Atmosphäre zu erschaffen, die einen vollkommen einnimmt.
Schon die ersten Seiten haben mich mit ihrer düsteren Stimmung gefesselt. Die Eating Woods wirkten auf mich lebendig und geheimnisvoll und ich hatte das Gefühl, jede einzelne Szene vor mir sehen zu können. Diese beinahe gotische Stimmung hat mich von Anfang an begeistert und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen.
Besonders die Charaktere haben sich tief in mein Herz geschlichen. Maevyth ist keine makellose Heldin, sondern eine junge Frau, die trotz all der Ablehnung und Einsamkeit ihre Wärme und ihr Mitgefühl bewahrt hat. Ich habe sie unglaublich gern begleitet und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte mit jeder Seite mehr geliebt.
Und dann ist da Zevander …
Dieser Mann hat mein Herz im Sturm erobert. Düster, gebrochen und von seiner Vergangenheit gezeichnet, aber gleichzeitig so loyal und beschützend, dass ich einfach nicht genug von ihm bekommen konnte. Hinter seiner rauen Fassade steckt so viel Schmerz und Sehnsucht, und genau diese Mischung hat ihn für mich zu einem absoluten Highlight gemacht. Jede Szene mit ihm war etwas Besonderes und ich habe es geliebt, ihn langsam immer besser kennenzulernen.
Auch die Dynamik zwischen Maevyth und Zevander hat mich vollkommen abgeholt. Die Beziehung entwickelt sich langsam, voller Spannung und unausgesprochener Gefühle. Genau dieser Slow Burn hat mein Herz höherschlagen lassen. Jede Begegnung, jeder Blick und jede Berührung hatten Gewicht und ich habe jede gemeinsame Szene genossen.
Die Handlung entfaltet sich nach und nach zu einer Geschichte voller uralter Flüche, düsterer Geheimnisse, Prophezeiungen und überraschender Enthüllungen. Besonders das letzte Drittel hat mich komplett gepackt. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen und musste einfach wissen, wie alles zusammenhängt.
Mit Aleysia hingegen bin ich leider nie richtig warm geworden. Obwohl ihre Beziehung zu Maevyth eine wichtige Rolle spielt, konnte ich emotional keinen wirklichen Zugang zu ihr finden. Dadurch haben mich einige Momente nicht ganz so tief berührt, wie sie es vermutlich sollten.
Trotzdem hat mich Anathema mit seiner einzigartigen Atmosphäre, den faszinierenden Charakteren und dieser wunderschönen Mischung aus Gothic Fantasy und Slow-Burn-Romance vollkommen verzaubert.
Und ganz ehrlich? Nach der letzten Seite wollte ich nur eines: sofort zurück in diese Welt.
Keri Lake hat sich mit Nocticadia bereits in mein Herz geschrieben – und mit Anathema hat sie diesen Platz nur noch weiter gefestigt. Und Zevander? Der darf dort sowieso für immer wohnen. 🖤🖤