Profilbild von minaslibraries

minaslibraries

Lesejury Profi
offline

minaslibraries ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit minaslibraries über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2025

Wie eine warme Decke

Vom Nichts suchen und Alles finden
0

Das Buch knüpft an „Tinder Stories: Ein Jahr voller Dates“ an und nimmt uns erneut mit auf eine Reise des Suchens und Findens von Liebe. In nach Jahreszeiten geordneten Kapiteln erzählt @luiseliebt von ...

Das Buch knüpft an „Tinder Stories: Ein Jahr voller Dates“ an und nimmt uns erneut mit auf eine Reise des Suchens und Findens von Liebe. In nach Jahreszeiten geordneten Kapiteln erzählt @luiseliebt von ihrer unerwarteten, tiefen Liebe zu Nick – einem Mann, der kompromisslos im Hier und Jetzt lebt. Seine pragmatische Haltung kollidiert manchmal mit Luises eigenen Ängsten, fasziniert sie aber zugleich. Neben der Liebesgeschichte geht es um Freundschaften, Heimat und die Suche nach sich selbst.

Das Buch hat mich eine lange Zeit begleitet, mehrere Wochen hatte ich es immer dabei, weil ich mir so viel Zeit damit ließ. Luises Schreibstil fasziniert mich immer wieder aufs Neue, so poetisch und tiefsinnig sind ihre Gefühle und Gedanken, die sie mit uns so offen teilt. Sie macht es einem sehr leicht, sich mit ihr zu identifizieren und ihre Gedanken laden immer wieder zum Verweilen ein. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, ihre Perspektiven habe ich mir wie eine zweite Haut übergezogen, hatte das Gefühl, wir leben das selbe Leben; wären ein und dieselbe Person, die zeitgleich die selben Momente erleben. Ihre Denkanstöße hinsichtlich der Beziehungen zu sich und anderen haben mich auf eine ganz einzigartige Art eingenommen, ohne dass ich mich nach Beendigung des Buches allein gelassen gefühlt habe.

4|5 ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Heimat zwischen Innen und Außen 💕

Die Suche nach Zuhause
0

✨ REZENSION zu "Die Suche nach Zuhause" von Marie-Luise Ritter (@luiseliebt), erschienen im Piper Verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): In "Die Suche nach Zuhause" begleitet man Marie-Luise Ritter auf einer ...

✨ REZENSION zu "Die Suche nach Zuhause" von Marie-Luise Ritter (@luiseliebt), erschienen im Piper Verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): In "Die Suche nach Zuhause" begleitet man Marie-Luise Ritter auf einer sehr persönlichen Reise: Es geht um die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, um die Frage, was „Zuhause“ eigentlich bedeutet, und wie es sich in verschiedenen Lebensphasen verändert. Luise erzählt von Umzügen, vom Ankommen in Paris, von Orten, die Heimat werden und Heimat bleiben, und von dem Gefühl, sich manchmal fremd zu fühlen, selbst da, wo man schon lange lebt. Eingestreut sind dabei viele kleine Anekdoten, gut recherchierte Fakten, historische Hintergründe zu Städten wie Paris, Architekturdetails und spannende Studien. Das macht das Buch nicht nur intim und introspektiv, sondern auch informativ und gesellschaftlich relevant.

🖋️ Erzählstil & Struktur: Luises Sprache ist wie eine warme Decke: introspektiv, poetisch, bildhaft und gleichzeitig präzise. Jeder Satz wirkt wohlüberlegt, voller Metaphern, oft so treffend, dass man ihn sofort unterstreichen möchte. Das Buch liest sich fließend, gleichzeitig verlangt es ein bewusst langsames Lesen, um die Gedanken nachklingen zu lassen. Häufig habe ich das Gefühl, direkt in ihren Kopf zu schauen. Ihre Texte sind so authentisch und nahbar, dass sie wirken, als spräche eine enge Freundin ihre innersten Gedanken aus. Besonders eindrucksvoll ist die intertextuelle Struktur: Sie verwebt Zitate aus anderen Büchern, wissenschaftliche Studien und persönliche Beobachtungen miteinander, wodurch ein Netz entsteht, das dem Thema „Zuhause“ Tiefe und intensiv recherchierte Vielschichtigkeit verleiht.

👥 Figuren/Charaktere: Auch wenn es ein autobiografisches Werk ist, wirken die Menschen, von denen Luise erzählt, fast wie literarische Figuren. Vor allem aber steht sie selbst im Mittelpunkt und dabei introspektiv, offen, schonungslos ehrlich. Sie erzählt von eigenen Entscheidungen, auch von Fehlentscheidungen, ohne Scham, sondern mit einer natürlich menschlichen Fehlbarkeit. Auch ihr Umfeld (Freund:innen, Begegnungen in Paris, Gespräche) fließen ein und verdichten das Buch zu einem komplexen Mosaik aus persönlichen und kollektiven Erfahrungen.

🔎 Themen und Symbole: Am stärksten behandelt wird natürlich die Suche nach Heimat. Dabei behandelt Luise aber auch ganz eindringlich damit einhergehende Themen, wie Ausgrenzungserfahrungen, Freundschaft und Selbstfindung, aber auch Kapitalismuskritik (etwa in Bezug auf Wohnungspreise). Besonders intensiv befasst sie sich mit ihrem Gefühl der Zugehörigkeit und um Diskriminierung, wenn man sich immer wieder beweisen muss, „wirklich von hier“ zu sein. Dieser Einblick hat ganz deutlich gezeigt, wie sehr Ausgrenzung Menschen prägen kann. Besonders stark fand ich persönlich aber auch das Thema Alkohol. Anfangs wirkt es so, als sei er ein überpräsentes Motiv, das zu sehr normalisiert wird. Doch im Verlauf zeigt sich, dass dies von Luise bewusst eingesetzt wird. Sie beschreibt Alkohol als feine Trennlinie zwischen dem Ich und dem Außen. Mit jedem Glas entfernt sich Luise ein Stück mehr von ihrem inneren Zuhause, während das Außen lauter, das Innere leiser wird. Am Ende reflektiert sie eindringlich die gesellschaftliche Normalisierung von Alkohol; dass man gedrängt wird, mitzutrinken, um nicht spießig zu wirken; dass Abstinenz kritischer beäugt wird als Konsum. Für mich ist das ein starkes Symbol für die Entfremdung vom eigenen Körper, der zugleich das eigentliche Zuhause ist. Was mir außerdem aufgefallen ist, ist dass Luise manchmal das generische Maskulinum und manchmal das generische Femininum verwendet. Das hat mich zunächst etwas irritiert, da man das nicht kennt (allgemein geläufig ist ja das generische Maskulinum), aber es hat mich stark zum Nachdenken angeregt: warum einem das eine auffällt, das andere nicht. Sprache kann so auch zum Spiegel unserer Vorstellungen von Zugehörigkeit werden.

💡 Fazit: "Die Suche nach Zuhause" ist introspektiv, mutig und unglaublich inspirierend. Marie-Luise Ritter schafft es, persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Reflexionen und literarische Sprache genial zu verweben, ohne den Lesefluss zu behindern, belehrend oder jemals gekünstelt zu klingen. Für mich bleibt die Erkenntnis: Zuhause ist nicht nur ein Ort, sondern auch der eigene Körper, das eigene Ich und es lohnt sich, immer wieder neu zu fragen, wo und wie man leben möchte, um wirklich anzukommen. Inspirierend fand ich auch die Passagen, in denen Luise davon erzählt, nicht aufzugeben, wenn andere einem raten, sich mit weniger zufrieden zu geben; sei es bei einer Wohnung oder in Beziehungen. Stattdessen plädiert sie dafür, Geduld zu haben, den eigenen Wünschen treu zu bleiben und weiterzusuchen, bis man das findet, was einen wirklich glücklich macht.

5|5 ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Ich habe das Team gewechselt!

Ohne dich kein Sommer
0

ACHTUNG LEICHTE SPOILER, DA SERIE UND BUCH MITEINANDER VERGLICHEN WERDEN!!!

Der zweite Teil der Summer-Trilogie hat mich sofort wieder reingezogen. Jenny Hans Schreibstil ist so leicht und authentisch, ...

ACHTUNG LEICHTE SPOILER, DA SERIE UND BUCH MITEINANDER VERGLICHEN WERDEN!!!

Der zweite Teil der Summer-Trilogie hat mich sofort wieder reingezogen. Jenny Hans Schreibstil ist so leicht und authentisch, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Besonders die introspektiven Passagen von Belly berühren mich sehr, vor allem ihr Umgang mit Susannahs Tod. Die zusätzliche Perspektiven von Jeremiah fand ich erst ungewohnt, aber dann sehr bereichernd, weil er so für mich viel mehr Tiefe bekam und ich dadurch sehr viel mehr mit ihm sympathisieren konnte als ich in der Serie. Für mich hat seine Perspektive nochmal eine ganz neue Seite der Handlung, die ich bereits durch die Serie kannte, eröffnet und nach dem Lesen war ich nicht mehr Team Conrad, sondern Team Jeremiah, auch, weil seine Rolle in Bellys Kindheit viel tragender war, als es die Serie zeigt. Diese unterschiedlichen Gewichtungen zwischen Buch und Serie machen die Geschichte noch spannender. Ein Highlight war für mich Kapitel 30, in dem Belly ihrer Freundin Taylor endlich mal die Meinung sagt. Taylor ist für mich einer der toxischsten Figuren aller Zeiten: kontrollsüchtig, egoistisch, null empathisch. Es war eine Erlösung, dass Belly sich endlich wehrt. Ein Punkt, den ich im Buch viel besser gelöst fand, ist die Sache mit dem geplanten Hausverkauf: Hier ist es der Vater von Conrad und Jeremiah, der das Haus loswerden will. Es passt besser, da er egoistisch und ohne Rücksicht auf seine Söhne ist.In der Serie fand ich die Lösung ehrlich gesagt etwas anstrengend: Dort ist es ja die Tante von Jeremiah und Conrad (Becks Schwester), die das Haus erbt und verkaufen möchte, und ihr Kind (die nonbinäre Cousin_x der beiden) soll zwischen den Fronten vermitteln. Auch wenn die Figur Sichtbarkeit schafft, wirkte sie auf mich sehr unnahbar. Mühsam fand ich vor allem, wie sehr sich alle anderen bemühen müssen, sie in die Gruppe zu integrieren, während von ihr selbst kaum etwas zurückkommt, nur damit sie sich am Ende gegen ihre Mutter stellt und so den Hausverkauf verhindert. Ganz schön umständlich gelöst, da bevorzuge ich die einfache Variante aus dem Buch. Die Szene, in der Laurel sich gegen Mr. Fisher (Jeremiahs und Conrads Vater) stellt, gibt ihr noch einmal viel mehr Tiefe. Auch wie sehr die Jungs zu ihr aufschauen, und wie sanft sie mit den beiden umgeht, hat mich zu Tränen gerührt, viel mehr als in der Serie! Dafür mochte ich dort aber die große Abschlussfeier im Haus mit Belly auf Rollschuhen sehr. Das kam im Buch nicht so atmosphärisch rüber. Insgesamt ein sehr flüssig zu lesendes, emotionales Buch, das für mich durch die Unterschiede zur Serie noch mehr Reiz gewinnt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Ein leichtes Buch, atmosphärisch und berührend.

Der Sommer, als ich schön wurde
0

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, denn es ist leicht geschrieben, sehr zugänglich, sodass man in einen angenehmen Lesefluss gerät. Besonders spannend fand ich, wie viel tiefer man hier in die ...

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, denn es ist leicht geschrieben, sehr zugänglich, sodass man in einen angenehmen Lesefluss gerät. Besonders spannend fand ich, wie viel tiefer man hier in die Figuren eintaucht als in der Serie: Vor allem Susanna habe ich durch das Buch in einem ganz neuen Licht gesehen.

Die kurzen Kapitel und der Wechsel zwischen Gegenwart und Rückblenden gefallen mir total gut. Die Erinnerungen wirken authentisch, man fühlt sie richtig mit und kann sie sich lebendig vorstellen. Am Anfang hatte ich noch Schwierigkeiten, mich mit Belly zu identifizieren, weil sie so jung und kindlich wirkt. Aber je weiter die Geschichte voranschreitet, desto näher fühlt man sich ihr und spätestens ab dem zweiten Drittel war ich ganz bei ihr, so wie in der Serie.

Es ist ein leichtes Buch, atmosphärisch und berührend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Erebos.exe hat sich endlich wieder installiert!

Erebos 3
0

✨ REZENSION zu "Erebos 3" von Ursula Poznanski, erschienen im Loewe Verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): es ist wieder da: Erebos, das geheimnisvolle Computerspiel mit seiner erschreckend realen Intelligenz, ...

✨ REZENSION zu "Erebos 3" von Ursula Poznanski, erschienen im Loewe Verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): es ist wieder da: Erebos, das geheimnisvolle Computerspiel mit seiner erschreckend realen Intelligenz, installiert sich erneut auf Nicks Rechner. Sofort steckt er wieder in seiner alten Rolle als Dunkelelf Sarius und diesmal geht es um Aufgaben, bei denen es wortwörtlich um Leben und Tod geht.

🖋️ Erzählstil & Struktur: Poznanski gelingt es erneut, einen sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Ich war von der ersten Seite an drin, sie flogen nur so dahin. Besonders stark finde ich, wie sie Hintergrundinfos einbettet: Wer die Vorgänger nicht mehr ganz präsent hat, bekommt hier subtil und elegant alles Wichtige erklärt, ohne dass es aufdringlich wirkt oder diejenigen nervt, die die Details noch im Kopf haben. Diese präzise Einfachheit macht den Band auch für Neueinsteiger absolut lesbar. Wieder gibt es Levelaufstiege, Arena-Kämpfe, neue Fähigkeiten und Waffen: das Setting ist mal wieder so immersiv beschrieben, dass man glaubt, selbst mitzuspielen. Wer Gaming liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Aber auch, wer nichts mit Computerspielen am Hut hat, wird durch die dichte Atmosphäre mitgerissen (so wie ich schon damals beim ersten Band). Ich fand es großartig, dass die meisten Hinweise so schwer zu deuten waren, genau so mag ich das. Das einzige Mal, wo ich einen Schritt voraus war, war bei der Figur Riley. Da hatte ich in der Mitte schon eine Ahnung, während vor allem Nick sehr lange brauchte, um die Tragweite zu erkennen. Alle anderen Zeichen dagegen waren perfekt dosiert: schwer, aber schlüssig.

👥 Figuren: Nick ist wieder das Herzstück der Handlung, aber tatsächlich ist mein persönliches Highlight Victor: mit seiner ruhigen, alternativen Art, seiner Liebe zu Tee, kuriosen Flohmarktfunden und skurrilen Accessoires ist er eine der lebendigsten und charmantesten Figuren der Reihe. Auch andere Figuren sorgen für Kontinuität, ohne den Einstieg zu erschweren.

🔎 Themen & Symbolik: Besonders faszinierend fand ich, dass die KI diesmal eine Art Gleichgültigkeit ausstrahlt. Genau das wirkt so realistisch, denn auch unsere echten KI-Systeme ist es völlig egal, was wir mit unserem Leben tun. Diese Kälte macht den Boten noch unheimlicher. Spannend ist in diesem Zusammenhang auch, dass Ursula Poznanski in einem Interview mit dem Literatur- und Pressebüro "Politiki und Partner" selbst gesagt hat, dass sie zwar gerne über KI schreibt, im Alltag aber den Umgang damit meidet. Die Anspielungen auf die griechische Mythologie verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und passen hervorragend in das Setting.

💡 Fazit: Für mich ist "Erebos 3" deutlich stärker als Band 2, erreicht aber nicht ganz die Einzigartigkeit des ersten Teils; einfach, weil man die Mechanismen inzwischen kennt. Trotzdem wirkt es durch das hochaktuelle KI-Thema heute fast wieder so frisch und packend wie damals. Gerade Neuleser:innen könnten diesen dritten Band genauso intensiv erleben, wie wir damals den Auftaktband. Ich bin ehrlich traurig, dass es schon wieder vorbei ist und ich Erebos damit erneut „verloren“ habe. Für mich fühlt es sich fast so an, als hätte ich Freunde verabschieden müssen, die mich jahrelang begleitet haben. Ich wäre unfassbar glücklich, wenn es noch einen vierten Teil gäbe (von diesem Spiel und diesen Figuren kann ich einfach nicht genug bekommen!)

4|5 ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere