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Veröffentlicht am 04.09.2025

No, definitely not

Single Mom Supper Club
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✨ REZENSION zu „Single Mom Supper Club“ von Jacinta Nandi erschienen im Rowohlt Verlag | als Hörbuch produziert vom Argon Verlag und gelesen von Britta Steffenhagen

📖 Inhalt (spoilerfrei): Die drei alleinerziehenden ...

✨ REZENSION zu „Single Mom Supper Club“ von Jacinta Nandi erschienen im Rowohlt Verlag | als Hörbuch produziert vom Argon Verlag und gelesen von Britta Steffenhagen

📖 Inhalt (spoilerfrei): Die drei alleinerziehenden Engländerinnen Keyla, Tamara und Lina treffen sich gemeinsam mit der (schrecklichen) deutschen Antje einmal im Monat zum Supper Club, um zu kochen und über ihr Leben zu sprechen. Als sich eine Gruppe extrovertierter Momfluencerinnen dazugesellt, die sich offen zu Drogen, Chaos und Exzessen bekennt, gerät die Dynamik völlig aus dem Gleichgewicht. Es geht um Sex, Ex-Partner, kulturelle Identität, Feminismus, Freundschaft und den Druck, eine “gute Mutter und Feministin“ zu sein.

🖋️ Erzählweise & -struktur: Es gibt keine klare Handlung, sondern nur nur einzelne Episoden, Monologe und Dialogfetzen. Die Sprache ist provokant, flapsig, oft wiederholend. Der Ton ist roh, wütend, oft sarkastisch, aber selten wirklich reflektiert.

👥 Charaktere: Die Frauen wirken überzeichnet, laut und oft unsympathisch. Statt komplexer Persönlichkeiten begegnet man Klischees, Polemik und viel gegenseitigem Groll. Es fällt schwer, Nähe zu ihnen aufzubauen.

💡 Kurz und Knapp: Trotz relevanter Themen bleibt das Buch für mich leider eher enttäuschend. Für mich hat es wenig Substanz und dafür zu viel Lärm. Die toxische Atmosphäre, das wiederkehrende Deutschland-Bashing und der leichtfertige Umgang mit Drogen lassen kaum Raum für Empathie oder echte Erkenntnis. Die Sprecherin Britta Steffenhagen hat's für mich zum Glück nochmal rausgerissen, sie hat dem Ganzen doch ein bisschen Leben und Humor einhauchen können.

1|5 Sterne ⭐️

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Ganz nett, aber Jugendbuch!

Not Quite Dead Yet
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✨ REZENSION zu „Not Quite Dead Yet“ von Holly Jackson, übersetzt von Rainer Schumacher, erschienen im @bastei_luebbe Verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Jet, 27, lebt in Woodstock, Vermont, bei ihrer anspruchsvollen ...

✨ REZENSION zu „Not Quite Dead Yet“ von Holly Jackson, übersetzt von Rainer Schumacher, erschienen im @bastei_luebbe Verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Jet, 27, lebt in Woodstock, Vermont, bei ihrer anspruchsvollen Mutter und ihrem nierenkranken Vater, der eine erfolgreiche Baufirma aufgebaut hat. Nach einer Halloween-Party wird sie brutal angegriffen und erleidet ein Hirnaneurysma. Die Diagnose lautet, sie habe nur noch sieben Tage zu leben. Gemeinsam mit ihrem loyalen Kindheitsfreund Billy will sie in dieser kurzen Zeit herausfinden, wer hinter dem Angriff steckt. Zwischen Familienintrigen, alten Konflikten und immer neuen Verdachtsmomenten entspinnt sich ein rasanter, oft schwarzhumoriger Wettlauf gegen die Zeit.

🖋️ Erzählstil: der Roman liest sich flüssig und temporeich (auch dank der gelungenen Übersetzung)fast immer aus der Perspektive von Jet. Der Humor ist trocken, teils sarkastisch, wirkt jedoch – entgegen der Erwartung an Jacksons „ersten Erwachsenenroman“ – oft jugendlich. Wiederholungen und überzogene, fast trotzige Witze bremsen den Lesefluss stellenweise. Dennoch bleibt die Spannung, trotz ein bis zwei vorhersehbarer Wendungen, konstant hoch.

👥 Figuren: Jet wirkt für ihre 27 Jahre überraschend jugendlich und impulsiv, was je nach Lesegeschmack charmant oder anstrengend sein kann. Billy, ihr treuer Begleiter, bringt mehr Reife und Authentizität mit. Nebenfiguren wie Bruder Luke, Schwägerin Sophia und diverse Dorfbewohner bleiben oft klischeehaft und eher flach gezeichnet.

💡 Fazit: wer jedoch Lust auf eine rasante, leicht zugängliche Geschichte mit einem Hauch Morbidität und einem gewissen Soap-Opera-Charme hat, dürfte hier gut unterhalten werden: familiäre Intrigen, ein großes Erbe, ein Giftanschlag, möglicherweise ein alter Mord, der offiziell als Unfall gilt, Vaterschaften, die sich plötzlich als falsch herausstellen, und Seitensprünge inklusive. Dazu kommen etliche Szenen, die eher unrealistisch sind. Dennoch unterhaltsamer, schnell zu lesender Mystery-Thriller!

3,5|5 ⭐️

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Wichtig und wunderbar

Evil Eye
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✨ REZENSION zu „Evil Eye“ von Etaf Rum, erschienen im @pola_stories Verlag & übersetzt von Heike Reissig

📖 Inhalt (spoilerfrei): #evileye erzählt von Yara, einer amerikanisch-palästinensischen Frau mit ...

✨ REZENSION zu „Evil Eye“ von Etaf Rum, erschienen im @pola_stories Verlag & übersetzt von Heike Reissig

📖 Inhalt (spoilerfrei): #evileye erzählt von Yara, einer amerikanisch-palästinensischen Frau mit Studium, Job, Ehemann und zwei Töchtern. Zwischen kulturellem Erbe, familiären Erwartungen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung kämpft sie mit Wut, Schuld und Selbstzweifeln. Ein Vorfall bei der Arbeit zwingt sie in Therapie und zu einer schmerzhaften Auseinandersetzung mit alten Traumata, familiären Verletzungen und gesellschaftlichen Rollenbildern.

✍️ Erzählweise und Stil: erzählt aus Yaras Innensicht entsteht eine intime und emotionale Atmosphäre. Diese wird ergänzt durch Briefe an ihre verstorbene Mutter, welche sich vom Anfang (erstmal irritierend) bis zum Ende (nachvollziehbar, sinnvoll) hindurchziehen. Manchmal wirken Yaras Gedankenschleifen etwas repetitiv und bremsen den Lesefluss ein wenig ab, allerdings geben sie Yaras Traumaerleben dadurch sehr authentisch wieder.

👥 Figuren: Yara ist eine glaubwürdige, runde Figur mit nachvollziehbarer Entwicklung. Ihre Wutausbrüche sind verständlich und emotional mitreißend. Schwächer sind die Nebenfiguren wie Silas oder die Therapeut:innen. Ihre Reaktionen wirken distanziert, formelhaft und beinahe künstlich, wie generierte Standardantworten einer KI, denen jede emotionale Glaubwürdigkeit fehlt. Yaras Ehemann ist manipulativ, abwertend und kontrollierend. Sein Verhalten bleibt unbenannt als Missbrauch, obwohl es klar toxisch ist. Eine deutlichere Trennung zwischen kulturellen Rollenmustern und Missbrauch hätte hier geschärft.

🧿 Symbole und Motive: der „böse Blick“, der als Symbol für Kontrolle, Angst und Scham steht, steht für Yaras Kindheit, in der sie all diese Gefühle sich selbst gegenüber verinnerlichen musste.

💡Fazit: ein intensiver Roman über kulturelle Prägung, unterdrückte Wut, internalisierten Rassismus und den Kampf um Selbstbestimmung. Starke Hauptfigur, wertvolle kulturelle Einblicke, eindrucksvolle Darstellung psychischer Gewalt; manchmal musste ich das Buch vor lauter Wut weglegen, spricht aber nur für die tolle Arbeit.

4|5 ⭐️

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Oje

Frauen im Sanatorium
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✨ REZENSION zu „Frauen im Sanatorium“ von Anna Prizkau, erschienen im @rowohltverlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Anna verbringt nach einem Suizidversuch mehrere Wochen in einem Sanatorium. Während ihres ...

✨ REZENSION zu „Frauen im Sanatorium“ von Anna Prizkau, erschienen im @rowohltverlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Anna verbringt nach einem Suizidversuch mehrere Wochen in einem Sanatorium. Während ihres Aufenthalts begegnet sie anderen Patient:innen, deren Lebensgeschichten diese teilen, wobei unklar ist, welche wahr und welche womöglich Annas eigene Projektionen sind, da sie stets durch Annas gebrochene Perspektive vermittelt werden.

✒️ Erzählweise und Stil: Annas Geschichte wird, so wie die der anderen Patientinnen, fragmentarisch erzählt, aber sind trotzdem von enormer emotionaler Wucht. Vieles bleibt vage, einige Erinnerungen enden abrupt oder werden nur angedeutet. Die Erzählinstanz bleibt nah an Annas Innenleben, ohne durchgängig verlässlich zu sein. Die Grenze zwischen Realität, Erinnerung und Einbildung verschwimmt zunehmend.

👥 Figuren: alle Charaktere bleiben skizzenhaft. Auch die Protagonistin ist kaum greifbar, denn sie distanziert sich oft selbst von ihren Gedanken und Handlungen und fokussiert sich auf die Erfahrungen ihrer Mitpatient
innen. Diese (wie etwa Marija, Elif, Katharina, David) werden aber nur in Ausschnitten dargestellt, oftmals im Rückblick oder durch Gespräche, deren Wahrheitsgehalt infrage steht. Ich konnte mich mit keiner Figur identifizieren, was m.E. aber auch mit den schweren, traumatischen Berichten zusammenhängt.

🌀 Symbole und Motive: Trauma, Identität und Wahrnehmung durchziehen das Buch als zentrale Motive. Auch das Erinnern oder das Verdrängen von Kindheit spielt eine tragende Rolle. Auch der Einfluss anderer Menschen auf die eigene Selbstwahrnehmung (z. B. durch Nachahmung oder Ablehnung) zieht sich als roter Faden durch den Text.

💡 Fazit: leider blieb vieles für mich zu diffus. Der fragmentarische Stil, die Vielzahl an Schicksalen, die bruchstückhafte Figurengestaltung und die unzuverlässige Erzählweise ließen mich zunehmend ratlos zurück. Zwar steckt emotionales Potenzial in der Geschichte, aber vieles wirkte für mich zu gewollt, zu konfus, zu wenig greifbar. Ich hätte mir mehr Fokus, Tiefe und Klarheit gewünscht, besonders in der Figurenzeichnung.

2|5 ⭐️

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Liebte und liebe es

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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✨ REZENSION zu „The Wedding People“ von Alison Espach, übersetzt von Verena Ludorff

⚠️ Triggerwarnung: in diesem Buch geht es u. a. um Depressionen, Suizidgedanken und einen Suizidversuch, Fehlgeburten, ...

✨ REZENSION zu „The Wedding People“ von Alison Espach, übersetzt von Verena Ludorff

⚠️ Triggerwarnung: in diesem Buch geht es u. a. um Depressionen, Suizidgedanken und einen Suizidversuch, Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit, Scheidung und Verlust (eines Haustieres)

📖 Inhalt (spoilerfrei): nach einem sehr schmerzhaften Kapitel in ihrem Leben fährt Phoebe allein in ein elegantes Hotel in Newport. In ihrem Koffer befinden sich die Medikamente ihres verstorbene Katers, mit welchen sie plant, sich das Leben zu nehmen. Doch im Hotel angekommen findet sie sich inmitten einer Hochzeitsgesellschaft wieder und wird in die Feierlichkeiten verwickelt.

✒️ Besonderheiten: der Roman ist sehr feinfühlig und mit einer sprachlichen Leichtigkeit erzählt, die heiter wirkt, obwohl der Stoff tieftraurig und komplex ist. Fragmentarisch wird aus Phoebes Perspektive mit Rückblicken und inneren Monologen gearbeitet, die sehr gut in die Haupthandlung eingewoben sind. Phoebe ist eine der rundesten und glaubwürdigsten Protagonistinnen, die ich seit Langem gelesen habe. Ihre Perfektion, ihr innerer Rückzug, ihr übersteigerter Anspruch an sich selbst, das Aufschieben von Entscheidungen, das Zögern und Reflektieren; all das machte sie für mich extrem nachvollziehbar. Ihre Sprache war manchmal wunderbar salopp, das machte sie für mich umso authentischer.

💡 Fazit: ich hatte ja keine Ahnung, was mich erwartet! Das Buch hat mich schon nach wenigen Seiten komplett mitgerissen. Ich konnte mich so gut mit Phoebe und ihrer Trauer identifizieren. Der feine Humor, die zarten Begegnungen, die leisen Wendepunkte haben mich tief berührt; für mich war dieses Buch ein echtes Geschenk. Ein Roman über den leisen Weg zurück ins Leben.

5|5 ⭐️

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