So informativ!
Witches, Bitches, It-Girls✨ REZENSION zu „Bitches, Witches, It-Girls“ vom Rebekka Endler, erschienen im Rowohlt Verlag
📖 Inhalt (spoilerfrei):
In diesem Sachbuch macht sich die Autorin schlagfertig auf die Suche nach den Wurzeln ...
✨ REZENSION zu „Bitches, Witches, It-Girls“ vom Rebekka Endler, erschienen im Rowohlt Verlag
📖 Inhalt (spoilerfrei):
In diesem Sachbuch macht sich die Autorin schlagfertig auf die Suche nach den Wurzeln des Patriarchats und deckt dabei auf humorvolle Weise auf, welche misogynen Mythen bis heute unser Denken und Handeln bestimmen ‼️
🔎 Struktur und Zugänglichkeit:
Die Sprache ist flapsig, salopp und stellenweise ironisch, gleichzeitig ist die Informationsdichte enorm. Der Kontrast hat mich manchmal etwas irritiert. Der Ton ist unterhaltsam, aber der Lesefluss gerät oft durch Fachbegriffe und theoretische Konzepte ins Stocken. Obwohl ich meine Thesis zur Geschlechterforschung geschrieben habe, fand ich es nicht wirklich zugänglich 🙈 Ich glaube, wer sich vorher noch nie mit feministischen oder kulturkritischen Themen beschäftigt hat, wird hier überfordert sein 🙌🏼 Die Kapitel sind wohl irgendwie thematisch sortiert, springen aber von historischen zu aktuellen Phänomenen. Ich hätte mir hier eine klarere, vielleicht sogar chronologische Struktur gewünscht.
💡 Kurz & Knapp:
Viele Fakten haben mich überrascht und nachhaltig beschäftigt. Besonders beeindruckt hat mich Endlers Analyse von Body Horror; einem Genre, das sie als Spiegel patriarchaler Angst- und Machtfantasien beschreibt. Am Beispiel des Films „The Substance“ (den ich kürzlich gesehen habe) macht sie deutlich, wie sehr Frauen mit ihrem Körper kämpfen, um gesellschaftlichen Schönheitsnormen zu genügen. Weniger gelungen finde ich, dass das Buch sich manchmal im Ton verliert. Der Wechsel zwischen Umgangssprache und Theorie ist nicht immer geglückt, der Humor wirkt stellenweise sehr zynisch, ohne einen wirklich abzuholen. Es ist kein niederschwelliger Einstieg in den Feminismus (auch wenn der lockere Stil das anfangs vermuten lässt), aber es ist fundiert recherchiert, hochaktuell und thematisch breit aufgestellt. Endler schafft es, Themen aus Jahrhunderten zu verbinden und gleichzeitig topaktuelle gesellschaftliche Debatten einzuordnen und wagt sogar einen Blick in die Zukunft.
3|5 ⭐️