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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2022

Viel Text mit wenig Input, aber guten Folgeschlüssen

Hirn to go
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Um Trash TV geht es auch in dem populärwissenschaftliche Fachbuch „Hirn to Go“. Hier erklärt die Neurowissenschaftlerin Julia Reichert in kurzen Geschichten das Gehirn und eben unter anderem auch, warum ...

Um Trash TV geht es auch in dem populärwissenschaftliche Fachbuch „Hirn to Go“. Hier erklärt die Neurowissenschaftlerin Julia Reichert in kurzen Geschichten das Gehirn und eben unter anderem auch, warum wir denn so gerne RTL&Co gucken.
Generell sind die Themen sehr alltagsnah und weniger medizinisch. Sogar Tipps fürs Bewerbungsgespräch sind im Buch enthalten.

Es ist ziemlich unterhaltsam geschrieben, da auch wenig kompliziertes Fachwissen vorkommt.
Die Personifikationen des Gehirns fand ich besonders liebenswert und auch die fun facts sowie die eingebauten Zitate haben mir gefallen.

Knappe Leseabschnitte machen es kurzweilig und leicht zu unterbrechen bzw. wieder rein zu kommen. Gewundert habe ich mich nur darüber, was fett gedruckt war und manchmal habe ich die Struktur nicht ganz verstanden.
Dafür mochte ich den positiven Appell, der oft am Ende eines Abschnitts kam. Dort wurde nochmal gebündelt, was man denn nun mitnehmen und wie man sich verhalten sollte.

Ich habe einige coole und interessante Dinge gelernt, allerdings gab es auch viel Text mit wenig Quintessenz. Meinen Textmarker habe ich nur 14 Mal ausgepackt (ja, ich habe extra für euch nochmal nachgezählt) - da mag ich Bücher mit mehr Fakten einfach lieber.
Es war an vielen Stellen auch fast philosophisch und ich will nicht abgehoben klingen, aber ich hatte das Gefühl, schon zu weit für dieses Buch zu sein. Die Autorin hat viel vorgeschlagen, was ich sowieso schon mache, weswegen mich das Buch nur in kleinen Teilen weiter gebracht hat.
Außerdem wurde ich oft nicht adressiert und fand die Sichtweise der Autorin manchmal zu einseitig.
Ein weitere Negativpunkt ist für mich die Schrift und das Layout. Die fand ich leider gar nicht ansprechend.

Fazit: Selten habe ich ein Fachbuch gelesen, was so gut zeigt, wie man das gelernte Wissen nun im Alltag anwenden kann. Ich sehe mich jedoch nicht als Hauptzielgruppe, weswegen meine Erwartungen nicht erfüllt wurden.

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Veröffentlicht am 26.03.2022

Kein Buch für blutige Anfänger

Blut - Die Geheimnisse unseres »flüssigen Organs«
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In diesem Fachbuch erklärt der deutsche Molekularmediziner Dr. med. Ulrich Strunz alles über unsere rote Körperflüssigkeit und ihre Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Es richtet ...


In diesem Fachbuch erklärt der deutsche Molekularmediziner Dr. med. Ulrich Strunz alles über unsere rote Körperflüssigkeit und ihre Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Es richtet sich keinesfalls nur an kranke Menschen, sondern auch an die, die ihre Leistungsfähigkeit noch steigern wollen.
Mir gefiel, dass er auf so breit gefächerte Themen eingegangen ist. Ich habe nicht nur über die Bestandteile von Blut gelesen, sondern auch über Krankheiten, Nährstoffe und Ernährung, das Immunsystem und Hormone. So habe ich viel über den gesamten Köper gelernt.
Außerdem finde ich, der Buchumschlag sieht echt gut aus, dafür, dass es schon nicht mehr das aktuellste Buch ist.

Seine Leserschaft integriert der Mediziner mit dem kleinen Wort „wir“. Das brachte mir den Autor näher und er hat mich mit diesem billigen Stilmittel echt gekriegt haha.

Der Schreibstil war jedoch gewöhnungsbedürftig. Der Autor benutzt oft kurze Sätze. Teilweise sehr kurze. Was das Lesen langsam gestaltet hat. Und stockend. Aber. Auch besonders und verständlich. Denn er verwendet auch eine unkomplizierte Sprache.
Zusätzlich dazu hätte ich mir aber mehr Schaubilder gewünscht. Man kann den Blutkreislauf doch nicht ohne ein Schaubild erklären! Die Informationen wurden also wenig anschaulich dargelegt. Es gab zwar einige Tabellen oder manchmal Aufzählungen (die waren gut), aber es hätte ruhig mehr sein können.

Somit war es für mich anstrengend - weil viel Input und wenig bildliches Lernen. Das ist auch der Grund, warum es mir teilweise zu ausführlich war. Insgesamt liefert es aber wirklich gebündeltes Faktenwissen. Nur eben nicht sehr abwechslungsreich.
Deswegen sollte es nur von wirklich Interessierten gelesen werden, vielleicht auch nicht im Stück, so wie ich es gemacht habe

Nahrungsergänzungsmittel sind der Star des Buchs. Was es für mich nicht ganz so anwendungsnah und einfach umzusetzen gemacht hat, wie ähnliche Bücher.
Es ist auch nicht sehr motivierend, wenn es heißt, dass man gar nicht ohne solche Mittelchen richtig fit werden kann.

Das letzte Kapitel hätte ich nicht mehr gebraucht, da hat er sich oft wiederholt. Seine Patientengeschichten waren anfangs spannend, aber nach dem zehnten Szenario mit ähnlichem Ausgang, fand ich es nicht mehr spannend. Und in diesem besagten Kapitel kamen halt die Geschichten 11 bis 21…


Fazit: Kein leichtes, schnelles Sachbuch, aber ein fachlich überzeugender und detaillierter Überblick über alles, was im Blut drinsteckt und wie man durch verbesserte Blutwerte ein besseres Leben führen kann.

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Veröffentlicht am 16.03.2022

Wohlfühlbuch für den Winter!

New Beginnings
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Lena kommt als Aupair aus der Großstadt Berlin nach Green Valley, das kleine Dorf in den Bergen. Die Coopers, dessen Sohn sie das nächste Jahr betreuen wird, nehmen sie herzlich auf - nur Ryan, der Bruder ...

Lena kommt als Aupair aus der Großstadt Berlin nach Green Valley, das kleine Dorf in den Bergen. Die Coopers, dessen Sohn sie das nächste Jahr betreuen wird, nehmen sie herzlich auf - nur Ryan, der Bruder des Vaters, macht ihr das Leben schwer. Nach einem schweren Unfall ist er gefrustet und genervt von allen anderen Menschen. Ganz oben auf seiner Liste: anscheinen Lena. Aber Hass und Liebe liegen bekanntlich (und in Liebesromanen noch viel häufiger) nah beieinander, sodass sich die Gefühlslage zu ändern beginnt…

Mit viel Witz erzählt Lilly Lucas die romantische Geschichte von Lena und Ryan.
Der deutsch-englische Mix war irgendwie cool und auffallend und meiner Meinung nach kam auch genau die richtige Anzahl von Leuten vor. Besonders der Kleinstadtflair gefällt mir in Büchern immer gut.
Es war angenehm, dass die Coopers so nett waren, sodass Ryan das einzige Problem war und die Stimmung trotzdem gut.
Die Schlagabtausche (ich glaube, ich habe dieses Wort vorher noch nie im Plural verwendet haha) zwischen Lena und Ryan waren immer sehr unterhaltsam.
Generell herrschte eine lockere Atmosphäre und der einfache Schreibstil ließ sich leicht und schnell lesen.
Vor allem in den Winter passt es super, da Wintersport eine große Rolle spielt und es genau das richtige Buch ist, um sich damit vor dem Kamin einzukuscheln.

Nur die Geschichte war eben relativ normal, was nicht sonderlich spannend war. Es sticht nicht heraus und bleibt nicht ungewöhnlich lange im Gedächtis. Tiefe hatte das Buch auch nicht besonders viel, stattdessen ein Wohlfühlumfeld und doch auch einige Tipps fürs Leben.

Fazit: Wer ein wohliges und humorvolles Buch für Zwischendurch ohne Triggerwarnung sucht, findet mit New Beginnings genau den richtigen Roman, der Lust auf mehr macht!

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Von Mumbai nach Berlin

Träume sind wie wilde Tiger
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Der 13-jährige Ranji zieht mit seiner Familie aus Mumbai in Indien nach Berlin in Deutschland. Dort wird er leider nicht von Allen ganz freundlich empfangen. Viel schwieriger ist es aber, eine Partnerin ...

Der 13-jährige Ranji zieht mit seiner Familie aus Mumbai in Indien nach Berlin in Deutschland. Dort wird er leider nicht von Allen ganz freundlich empfangen. Viel schwieriger ist es aber, eine Partnerin für sein Bewerbungsvideo für Bollywood zu finden, denn der indische Tanz und Gesang ist seine große Leidenschaft. Da trifft es sich ganz gut, dass seine Nachbarin Toni im selben Alter ist. Doch die will gar nichts von Ranji wissen, sondern hat ihre ganz eigenen Probleme…können sie sich zusammen tun und so vielleicht beiden Seiten helfen?


Mir hat die ganze Buchidee sehr gut gefallen. Auch die Message dahinter fand ich nett verpackt und vermittelt. Die Spannungskurve war genau richtig und die Charaktere schön und einzigartig gezeichnet.
Besonders interessant fand ich die verschiedenen kulturellen Aspekte, die hier aufeinander trafen und ich habe gerne über Indien gelesen. Der Culture Clash hat öfter zu witzigen Situationen geführt.
Auch sonst war der Schreibstil humorvoll und zusätzlich flüssig, sodass ich keine Probleme hatte, das Buch schnell durch zu lesen. Des Weiteren waren die Haptik und die Schrift sehr angenehm.

Dass die beiden Hauptcharaktere wechselseitig erzählen, hat die Story noch verständlicher gemacht, da man immer beide Seiten kannte.
Gefallen haben mir auch die Nebencharaktere. Das Hausmeisterehepaar war sympathisch verrückt, Ranjis Familie echt süß und Tonis Familie hat dem Buch nochmal den letzten Pfiff gegeben.

Zum Schluss waren einige Stellen ziemlich unrealistisch oder mir waren ein paar wenige Szenen zu schnell abgehandelt.
Das hat meinen positives Blick auf den Roman aber nicht gestört, sodass ich nach einem Happy End mit einem zufriedenen Gefühl geendet habe.


Alles in allem hätte ich mir das Buch besser als Musical oder Film vorstellen können, denn Vieles kam gelesen gar nicht richtig raus.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Sehr populärwissenschaftlich, aber ich habe trotzdem Viel mitgenommen

Der Glukose-Trick
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Der Preis für das schickste Sachbuch, was ich bis jetzt gelesen habe, geht an „Der Glukose-Trick“. Das sehr edle Cover, die coolen Farben und eine wirklich angenehme und motivierend formatierte Schrift ...

Der Preis für das schickste Sachbuch, was ich bis jetzt gelesen habe, geht an „Der Glukose-Trick“. Das sehr edle Cover, die coolen Farben und eine wirklich angenehme und motivierend formatierte Schrift haben mich begeistert.

Jessie Inchauspé weckt Interesse mit ihrer persönlichen Geschichte als Einstieg. Auch später erzählt sie viel von ihren persönlichen Erfahrungen und aus ihrem Alltag.
Ansonsten ist es bildlich und unterhaltsam geschrieben und tolle Vergleiche übermitteln die Informationen sehr anschaulich.

Die Autorin beginnt fachlich wirklich ganz bei Null. Es wird keinerlei Vorwissen benötigt, um das Buch problemlos verstehen zu können. Die wichtigsten Fakten werden so oft wiederholt, dass man sich alles merken konnte, das fand ich sehr gut. Allerdings kam dann natürlich auch nicht so viel Neues, weswegen ich manchmal kurz vor der Langeweile stand. Trotzdem habe ich einige überraschende Dinge gelernt und konnte durch den strukturierten Aufbau und die Präzision alles Wichtige aus dem Buch mitnehmen. Sonst habe ich oft Vieles schon wieder vergessen, bevor ich die letzten Seiten gelesen habe upsi…

„Der Glukose-Trick“ ist mehr Selbsthilfebuch, als Fachbuch.
Alltagsnahe und einfach anzuwenden Tipps und Verhaltensregeln findet man eher, als tiefergehende molekularbiologische Zusammenhänge.
Jessie räumt auf mit Halbwahrheiten und zeigt, dass schon kleine Veränderungen helfen und an vielen verschiedenen Punkten beginnen können.
Ich fand richtig gut, dass die mögliche Fragen selber gestellt und direkt beantwortet hat. So hat man sich fast persönlich beraten gefühlt.
Des Weiteren waren die kurzen Geschichten aus ihrer Community immer spannend und haben Abwechslung herein gebracht.


Ansprechend, anwendungsnah, motivierend und populärwissenschaftlich - wer mit kleinen Veränderungen sein Leben gesünder gestalten möchte, macht mit diesem Buch alles richtig!

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