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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2021

Viel Input, gut geschrieben und sehr interessant!

Utopien für Realisten
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In „Utopien für Realisten“ erzählt der Niederländer Rutger Bregman in 10 Kapiteln von 10 seiner Visionen für die Zukunft. Wie kann man das Ende der Armut herbeiführen, ist eine 15-Stunden-Woche umsetzbar ...

In „Utopien für Realisten“ erzählt der Niederländer Rutger Bregman in 10 Kapiteln von 10 seiner Visionen für die Zukunft. Wie kann man das Ende der Armut herbeiführen, ist eine 15-Stunden-Woche umsetzbar und was wären die Vorteile eines bedingungslosen Grundeinkommens? Zu diesen Fragen und noch vielen mehr, hat Rutger Bregman recherchiert und sich ein Urteil gebildet, was er uns in diesem Sachbuch präsentiert.


Es ging direkt los mit einem positiven Anfang („früher war alles schlechter“) und ich habe verstanden, wie das Buch aufgebaut ist. Der Autor hat sich nämlich auf viele Studien oder Ereignisse aus der Vergangenheit bezogen und es war auch sonst ziemlich geschichtlich, was mir gut gefallen hat. Daher ist etwas Vorwissen empfehlenswert, damit man die Zusammenhänge (z.B. den der Industrialisierung) begreifen kann. Es wäre aber auch ein super Buch für den SoWi-Unterricht, falls das hier (zukünftige) Lehrer lesen!!

Der Schreibstil war humorvoll, schöne Zitate und krasse Fakten waren genau richtig eingebaut und der Autor hat echt gute Vergleiche gezogen. Mir hat gefallen, dass er auch immer andere Schriftsteller etc. zitiert hat, aber es waren mir doch irgendwann zu viele Namen, die er genannt hat. Die Sprache war ziemlich anspruchsvoll, weswegen es teilweise anstrengend war, aber dafür gab es schön viele Absätze, an denen man sich lang hangeln konnte. Dass jedes Kapitel nochmal extra mit einem passenden Zitat eingeleitet wurde, fand ich ebenfalls sehr nett.
Auch wenn ich nicht immer mit dem Autor einer Meinung war, war es gut geschrieben und darauf kommt es schließlich an. Außerdem kam er sympathisch, intelligent und reflektiert rüber.

Für einige seiner Thesen fand ich allerdings die Argumente nicht ausreichend. Ein paar ausgewählte Beispiele sind für mich nicht genug „Beweislage“, dafür war er zu überzeugt und auch zu überzeugend, finde ich. Und natürlich ist es auch eher einseitig geschrieben, da der Autor seine Meinung vertreten möchte.
Außerdem bezieht er sich wenig auf Deutschland, sondern viel auf die USA oder Afrika, vielleicht noch sein Heimatland und fasst ansonsten die „westlichen Länder“ oder „Europa“ zusammen. Das is ja an sich nichts schlimmes, aber da man die verschiedenen Sozialsysteme eben überhaupt nicht vergleichen kann, war es für mich z.B. beim bedingungslosen Grundeinkommen eher interessant als relevant.


Mein Fazit: Ein interessantes und lesenswertes Sachbuch, was mir viel Input geliefert hat, man aber nicht ohne kritisches Hinterfragen lesen sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 15.06.2021

Tiefsinnige Liebesgeschichte, die mich jedoch nicht ganz fesseln konnte

Try & Trust
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Mit „Try&Trust“ von Nena Tramountani geht die Geschichte der WG rund um Noah und Liv in die zweite Runde. Mitbewohnerin Mathilda wollte eigentlich nur ihre beste Freundin Briony (die vierte MB im Bunde) ...

Mit „Try&Trust“ von Nena Tramountani geht die Geschichte der WG rund um Noah und Liv in die zweite Runde. Mitbewohnerin Mathilda wollte eigentlich nur ihre beste Freundin Briony (die vierte MB im Bunde) davor beschützen, verletzt zu werden. Schlussendlich landet sie allerdings nackt im Loft des talentierten Künstlers Anthony - mit dem Briony vor ein paar Tagen noch ihr erstes Mal hatte. Aber eigentlich war das auch gerade erst der Anfang…


Was das Buch angeht, sind ich und meine Meinung etwas zwiegespalten.

Auf der einen Seite waren die beiden Hauptcharaktere echt interessant, facettenreich und sympathisch. Besonders wie sich Tilda immer selbst psychoanalysiert hat, fand ich super lustig. Es war auch nochmal spannend, sie jetzt aus der Ich-Perspektive kennenzulernen.
Zusätzlich war der Aspekt der Malerei und Kunst sehr gut rüber gebracht, vor allem die Leidenschaft, und es war auch mal was anderes.
Außerdem unterstütze ich die Message, dass man für seine Träume kämpfen sollte und sie niemals für eine andere Person aufgeben sollte. Aber die Autorin hat auch gezeigt, dass Freundschaft extrem wichtig ist.
Es war total schön, dass ich die Protagonisten schon in Band 1 kennengelernt habe und auch die ehemaligen Hauptcharaktere noch eine Rolle spielten.
Bei dieser Reihe würde ich euch also empfehlen auch das vorherige Buch zu lesen, dann ist es einfach schöner (auch wenn es nicht zwingend erforderlich ist).
Zusätzlich mochte ich auch den flüssigen Schreibstil echt gerne.

Auf der anderen Seite hat mich der Roman nicht ganz fesseln können.
Keine Frage, es war gut, während ich es gelesen habe; aber es war nicht so, dass ich viel an das Buch gedacht habe, während ich es NICHT gelesen habe.
Mathildes Familiengeschichte hat dem Ganzen mehr Tiefe gegeben, mich aber nicht so berührt und ich kann nicht mal sagen warum.

Ich werde auf jeden Fall auch den dritten Teil der Soho-Love-Reihe lesen und fiebere ihm jetzt schon entgegen!

Mein Fazit: Eine prickelnde Liebesgeschichte, die sich auf jeden Fall lohnt, mich aber nicht ganz erreichen konnte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.06.2021

Klare Leseempfehlung!

Everything We Had
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Kates Leben wird von dunklen Dämonen ihrer Vergangenheit überschattet. Einer ihrer wenigen Lichtblicke ist die Möglichkeit, endlich ihr eigenes Café zu eröffnen.
Um die perfekte Location für ihren Traum ...

Kates Leben wird von dunklen Dämonen ihrer Vergangenheit überschattet. Einer ihrer wenigen Lichtblicke ist die Möglichkeit, endlich ihr eigenes Café zu eröffnen.
Um die perfekte Location für ihren Traum zu ergattern, muss sie mit dem unverschämten, aber leider auch unverschämt gut aussehenden Aidan kooperieren, der im gleichen Gebäude einen Buchladen eröffnen will. Da keiner der beiden nachgeben möchte, entsteht schließlich das „Cozy Corner“ - ein Buchladen mit integriertem Café. Die beiden können sich allerdings immer noch nicht leiden und schließen einen Deal: Derjenige, der mit seinem Geschäft nach einem Jahr mehr Einnahmen macht, darf den Laden behalten. Aber in einem Jahr kann viel passieren…


Der Einstieg in die Geschichte von Jennifer Bright hat mir sehr gut gefallen. Von Anfang an hat die Autorin diesen wunderbaren New Adult Flair verbreitet und ich hatte ein permanentes Lächeln im Gesicht. Die Cupcakes, die Bücher, die Katzen und auch die Stadt London boten zusätzlich ein gemütliches und sonniges Umfeld - obwohl es im Winter spielt.

Den Aufbau des Romans fand ich total spannend. Zum einen den Prolog und das Geheimnis um Kates Vergangenheit, zum anderen die Wette und Beziehung zwischen Kate und Aidan.
Auch sonst gefiel mir die Spannungskurve echt gut und es wurde nie langweilig.

Dass Aidan ebenfalls einen Teil der Story erzählt hat, fand ich wirklich bereichernd, denn so habe ich ihn viel besser verstanden und nur dadurch gemocht. Trotzdem hab ich es als genau richtig empfunden, dass Kate den Großteil der Erzählung übernommen hat. Und auch wenn es klischeehaft ist, liebe ich, dass sie sich bei ihm sicher fühlt und Aidan einen Beschützerinstinkt entwickelt hat. Die Gefühle zwischen Kate und Aidan waren, wie ich finde, wirklich total nachvollziehbar und ihre Beziehung hat sich in einem gutem Tempo entwickelt. Nur den plötzlichen Umschwung zu „alles ist toll“ habe ich irgendwie nicht ganz mitbekommen.

Ich mag Bücher, die eine Traumaverarbeitung thematisieren, sowieso immer gerne und auch „Everything we had“ hat mich begeistert! Das Buch hat einen richtig gut in die Thematik eingeführt, viele Seiten beleuchtet und es dem Leser ganz nah gebracht.


Eine Sache, die ich hier jetzt nicht verraten kann, fand ich allerdings so 0815 und zu inszeniert und gewollt. Das war unnötig und enttäuschend für mich.
Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist, dass ich Aidan zu widersprüchlich fand. Ich konnte seine beiden Seiten nicht immer zusammen bringen.
Das hat mich aber nicht davon abgehalten, dass ich mich nonstop wohl gefühlt habe!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2021

Ganz knapp vor 5 Sternen

Everything I Ever Needed
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In „Everything I Ever Needed“ setzt Kim Nina Ocker an Teil 1 ihrer New Adult Duologie an. Dieses Mal steht Dexter im Vordergrund, der schon als kleine Nebenrolle im ersten Band vorkam. Genau das Gegenteil ...

In „Everything I Ever Needed“ setzt Kim Nina Ocker an Teil 1 ihrer New Adult Duologie an. Dieses Mal steht Dexter im Vordergrund, der schon als kleine Nebenrolle im ersten Band vorkam. Genau das Gegenteil des verschlossenen „I don’t care“-Bad Boys scheint Ava zu sein, die - wie Dexter - ihr Studium an der Preston University in Chicago anfängt. Damit kommt nicht nur ein vollkommen neuer Charakter ins Spiel, sondern auch ein ganz anderes Umfeld, was mir persönlich viel besser gefallen hat. Hinter diesem wunderschönen und ansprechenden Cover stecken unbeschwertes Collegeleben, sehr viel Drama und natürlich eine Lovestory, aber viel mehr verrate ich nicht.


Ein großes Lob an diesem Roman verdienen die Charaktere. Ava war mir schon ab Seite 1 sympathisch und ich mochte auch ihre nicht ganz konventionelle, jedoch natürlich dargestelltenFamilienkonstellation. Durch ihre Erkrankung wurde ihr zusätzlich die Unnahbarkeit genommen, die manche Buchcharaktere so an sich haben. Dexter ist mir ebenfalls richtig ans Herz gewachsen, da ich ihn in diesem Teil echt gut verstanden habe. Neben den tollen Hauptfiguren gab es auch noch viele coole Nebencharaktere.
Nicht nur die Figuren waren humorvoll, sondern auch der Schreibstil. Den Ausdruck „Sei kein Frosch!“ liebe ich und nehme ihn ab jetzt in meinen Wortschatz auf hihi :)
Außerdem fand ich die jugendliche Sprache sehr passend und mir hat gefallen, dass aus wechselnder Ich-Perspektive erzählt wurde. Dabei wurde alles sehr realitätsnah dargestellt.
Desweiteren habe ich mich gefreut, dass die Protagonisten aus Teil 1 noch ab und zu vorkamen.
Trotzdem würde ich sagen, dass man die beiden Teile unabhängig voneinander lesen könnte, ohne viel zu verpassen.

Ich habe nur ein paar kleine Kritikpunkte: Es war mir zum Ende hin fast etwas zu viel Drama und an einigen Stellen haben mich Dexter und das viele Hin und Her genervt. Außerdem hat sich die Entwicklung von Ava‘s Beziehung mit Nathan doch sehr gezogen, obwohl eh klar war, wie es ausgehen würde.


Mein Fazit: Ein NA-Roman mit viel Herzschmerz und Drama, greifbaren Charakteren und Handlungen, der trotz ernster Themen nur gute Laune macht!


Am Schluss meiner Rezension noch eine persönliche Anmerkung von mir: seid kein Frosch und besorgt euch bitte einen Organspendeausweis, damit könnt ihr Leben retten!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 31.05.2021

Schicksal in Chicago

Everything I Didn't Say
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Kim Nina Ocker entführt uns in ihrem New Adult Roman „Everything I didn’t say“ ans Filmset. Die Protagonistin Jamie absolviert nämlich ein Praktikum als Dramaturgieassistentin bei einer Fernsehserie. Zu ...

Kim Nina Ocker entführt uns in ihrem New Adult Roman „Everything I didn’t say“ ans Filmset. Die Protagonistin Jamie absolviert nämlich ein Praktikum als Dramaturgieassistentin bei einer Fernsehserie. Zu Carter, einem der Schauspieler, fühlt sie sich auf unerklärliche Weise hingezogen. Sie verstehen sich gut und kommen sich näher. Bis das Schicksal ihrer Beziehung ein abruptes Ende bereitet…oder war es doch erst der Anfang?


Ich muss leider sagen, dass mir die ersten 200 Seiten, was gut zwei Fünftel des Buches waren, gar nicht gefallen haben. Die Figuren waren irgendwie so klischeehaft und trotzdem persönlichkeitslos und auch die Story hat mich nicht gecatched.

Die erzählte Zeit hat immer wieder zwischen 2015 und 2019 gewechselt, ohne, dass man wusste, welches einschneidende Ereignis dazwischen passiert ist. Das war für den Prolog cool und spannend, hat mich aber danach immer wieder total raus gebracht und gestört. Für manche mag dieses Mysteriöse interessant sein, aber ich wusste überhaupt nicht, was abging und habe mich gefühlt, wie ein Fisch auf dem Trockenen.
Außerdem habe ich coole Nebencharaktere vermisst, denn die Story war ziemlich fokussiert auf die zwei Hauptpersonen und ich habe die anderen Personen nicht so gut kennengelernt.

Irgendwann wurde das große Geheimnis aber gelüftet und ich habe das Buch endlich verstanden.
Ab der Enthüllung war das Buch dann auch fesselnd und ich wollte unbedingt zum Ende kommen. Das Drama war zwar ziemlich vorhersehbar, aber trotzdem spannend und unterhaltsam. Ich habe die Charaktere nach und nach lieb gewonnen und es war mal eine wirklich andere Geschichte.
Nach einem würdigen Ende folgte noch eine sympathische Danksagung und ich habe das Buch mit einem Lächeln auf dem Gesicht geschlossen.

Ich würde euch auf gar keinen Fall davon abraten diesen Roman zu lesen, denn er hat viel Potenzial, aber für mich gab es zu viele Schwachstellen und vor allem kam ich mit dem Aufbau des Buches nicht klar. Im Vergleich mit anderen Romanen, fällt meine Bewertung deswegen etwas schwächer aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere