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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2020

Vorhersehbarer Thriller mit naiver Protagonistin

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod
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Ich habe mich im Vorfeld sehr auf das Hörbuch zu „Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod“ von Jessica Barry gefreut. Dem Klappentext zu entnehmen, habe ich viel Spannung, Intrigen und erschreckende Enthüllung ...

Ich habe mich im Vorfeld sehr auf das Hörbuch zu „Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod“ von Jessica Barry gefreut. Dem Klappentext zu entnehmen, habe ich viel Spannung, Intrigen und erschreckende Enthüllung erwartet. Eine spannende Geschichte einer jungen Frau, die in der Wildnis überleben muss. Ich habe gehofft, dass nebenbei ihr dunkles Leben aufgedeckt wird und schreckliche Details an die Öffentlichkeit gelangen. Leider wurde ich von Anfang an nicht so gefesselt, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Erwartungen, die ich vorher hatte, konnten leider nicht erfüllt werden.
Bei einem Hörbuch sind, meiner Meinung nach, die Leserstimmen entscheidend. Wenn einem diese Stimme nicht gefallen, ist das Hörbuch gleich weniger gut. Dieses Problem hatte ich leider mit der Stimme von Gabriele Blum. Sie hat nicht so zu Allisons Charakter gepasst. Dadurch, dass mir die Leserstimme nicht so gut gefallen hat, ist mir Allison als Charakter auch nicht sonderlich sympathisch rübergekommen. Mit Maggie, die von Yara Blümel gelesen wurde, hatte ich keine Probleme. Die Leserin hat sehr gut zu der gutmütigen Mutter gehört, die Maggie verkörpert.
Was die Charaktere an sich angeht, konnte ich leider zu keiner Person eine Bindung aufbauen. Jeder Charakter hatte so seine Vorzüge, aber leider gab es viele Situationen, in denen ich einfach nur den Kopf schütteln musste. Mit der Protagonistin Allison Carpenter hatte ich von Anfang an meine Probleme. Sie wirkt auf mich in vielerlei Hinsicht naiv. Sie versucht die Welt zu retten und eine Superheldin zu sein, obwohl sie nur eine einfache Frau von nebenan ist. Sie ist in eine Welt eingetaucht, die nicht ihre Welt ist. Das merkt man schnell. Dadurch wirkt sie relativ schwach, jung und naiv. Dadurch, dass sie der wichtigste Charakter in dem Hörbuch ist, hat mir das Werk nicht so gut gefallen. Denn Charaktere sind für mich das Wichtigste in einem Buch oder einem Hörbuch.
Der Plot und die Hintergrundgeschichte gefallen mir gut. Auf Details wurde geachtet und die Geschichte macht in sich Sinn. Somit wirkt das Hörbuch realistisch. Was mir bei der Geschichte allerdings gefehlt hat, ist die Spannung. Es wurde versucht von Anfang an Spannung aufzubauen, aber wenn man als Mensch über die Ereignisse nachdenkt, weiß man relativ schnell, was vor sich geht. In den Passagen, in denen eigentlich ein Schockmoment entstehen sollte, wusste ich schon, worüber die Menschen reden. Ein kurzes Überraschungsmoment gab es für mich, welcher dann doch schnell wieder vorbei war.
Fazit:
Das Hörbuch „Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod“ ist ein angenehmer Thriller, den man zwischendurch im Auto hören kann. Leider weißt das Hörbuch einen Mangel an sympathischen Charakteren und Spannung auf. Nett für zwischendurch, aber ohne tiefgründigeren Kontext.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.05.2020

Soft und laut. Weich und Ausdrucksstark

Die Stille meiner Worte
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„Die Stille meiner Worte“ ist das zweite Buch, welches ich von der Autorin Ava Reed gelesen habe. Ihr Roman „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ konnte mich aus den Socken hauen und gehört zu meinen ...

„Die Stille meiner Worte“ ist das zweite Buch, welches ich von der Autorin Ava Reed gelesen habe. Ihr Roman „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ konnte mich aus den Socken hauen und gehört zu meinen Top 10 aus dem Jahr 2019. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, dass ich auch ihre anderen Romane lesen möchte. Also habe ich nach „Die Stille meiner Worte“ gegriffen. Ich muss sagen, dass mich der Roman fest gepackt hat. Er zeigt ein Charakterzug, den ich schon aus dem ersten Roman kannte. Das Buch ist soft und laut. Es ist leise und ausdrucksstark.
Ava Reed überzeugt die Leser nicht mit überflüssigen Dramen, sondern mit echten Emotionen, die unter die Haut gehen. Nicht nur die ausgebauten Charaktere, mit denen man wirklich mitfühlt, bewegen den Leser. Ein sehr starkes Ausdrucksmittel in ihrem Roman sind die Tagebucheinträge. Sie spiegeln Hannahs emotionalen Zustand wider. Mit wenigen Worten schafft Ava Reed es ein Gefühl zu vermitteln. Diese Fähigkeit, Emotionen gefühlsecht an den Leser zu vermitteln, haben nur sehr wenige Autoren. Wenn ich darüber nachdenke, fällt mir nur Ava Reed ein.
Aber nicht nur dieser Charakterzug prägt das Buch. Der Plot und die Idee für die Geschichte gefallen mir auch sehr gut. Zu der originellen Idee der Schule für Jugendlich mit speziellen Problemen kommt der Fakt, dass Hannah seid dem Tod ihrer Schwester schweigt. Es wurde nicht das „typische“ Krankheitsbild Depressionen gewählt, sondern das Verstummen. Das verleiht dem Buch ein Funken Besonderheit. Dieser Plot, gepaart mit gefühlsechten Emotionen und soften Ausrufen, ist ein echtes Highlight.
Fazit:
Laut und soft – „Die Stille meiner Worte“ zeigt, dass Menschen ihre Probleme nicht offen auf ihrer Zunge tragen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Ava Reed zeigt, wie es in einem Menschen aussieht, der seine zweite Hälfte verloren hat. Und wie es sich anfühlt, wenn sich das Leben langsam wieder zusammensetzt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.05.2020

Jeder kann etwas verändern.

Young Rebels
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Klappentext:
Jung, rebellisch, entschlossen – So kann die Welt verändert werden!
Sie wollen mehr Freiheit, mehr Gerechtigkeit, mehr Diversität. Sie kämpfen gegen die Klimakrise, gegen Rassismus, Waffengewalt, ...

Klappentext:
Jung, rebellisch, entschlossen – So kann die Welt verändert werden!
Sie wollen mehr Freiheit, mehr Gerechtigkeit, mehr Diversität. Sie kämpfen gegen die Klimakrise, gegen Rassismus, Waffengewalt, Armut und Korruption. Rund um den Globus mischen sich Jugendliche ein, zeigen soziales und politisches Engagement und bewirken wegweisende Veränderungen, im Großen wie im Kleinen. Ihr Mut und ihre Überzeugungen inspirieren uns alle – hier sind ihre Geschichten.
Meine Meinung:
Im Vorfeld habe ich mir schon Gedanken gemacht, was mich in diesem Buch erwarten wird. Ich habe mir spannende Geschichten gewünscht, von jungen Menschen, mit denen ich mich identifizieren kann. Geschichten, von jungen Menschen, die mithilfe eines einzelnen Gedanken Großes bewirkt haben. Diese Erwartungen wurden erfüllt und sogar übertroffen.
Benjamin und Christine Knödler haben sich auf die Suche nach Jugendlichen gemacht, die die Welt zu einem besseren Ort machen. Sie haben eine Liste von 25 jungen Menschen zusammengestellt, welche in diesem Buch in kurzen Kapiteln aufgeführt wurden. Dabei werden diese Geschichten mit Illustrationen von Felicitas Horstschäfer verschönert. Diese Illustrationen sind schlicht gehalten, aber mit starken, passenden Nachrichten untermauert. Sie passen perfekt zu jedem Kapitel.
Beim Lesen der einzelnen Geschichten ist mir relativ schnell aufgefallen, dass dieses Buch sich an viele Altersgruppen richtet. Für Ältere ist es ebenso spannend, wie für jüngere. Das Buch behandelt Themen, die jede Altersgruppe etwas angehen. Sei es Klimawandel, Demokratie, Bildung oder Bürgerrechte. Selbst Grundschulkinder interessieren sich für diese Themen, was dieses Buch auch wieder deutlich macht. Einige Begriffe, die etwas komplexer sind, werden im hinteren Teil in einem Glossar aufgeführt und können nachgeschlagen werden.
Im Nachhinein kann ich so einiges positives über dieses Buch sagen. Nicht nur die großartige Aufbereitung der einzelnen Kapitel hat mich überzeugt. Jede Geschichte konnte mich auf ihre eigene Art begeistern. Jedoch muss ich zugeben, dass ich nicht mehr alle Namen im Kopf. Dabei finde ich dies nicht allzu schlimm. Ich kann mich an ihre Taten erinnern und dies sollte das Wichtigste sein. Wenn ich meinen Freunden erzähle, dass eine Jugendliche ein Emoji mit Hidschab durchgesetzt hat, ist der Name nicht ausschlaggebend sondern die Tat an sich. Darüber redet man. Einige Namen sind mir aber doch im Gedächtnis geblieben, weil ihre Taten beispielslos sind.
Mich haben sie ermutigt, nicht alles über mich ergehen zu lassen. Mir haben die Geschichten der Jugendlichen gezeigt, dass man sein Ziel erreichen kann. Dass man gehört werden kann und etwas in dieser Welt verändern kann. Man muss nur seine Stimme nutzen.
Fazit:
„Young Rebels – 25 Jugendliche, die die Welt verändern“ zeigt, dass nichts unmöglich ist und man nur an seinen Zielen festhalten muss. Diese Sammlung von beeindruckenden Geschichten ist für Jeden etwas. Jeder kann auf dieser Welt etwas verändern. Wir müssen nur anfangen etwas zu wagen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2020

Mein Herz schlägt in Lavarus

Die Krone der Dunkelheit
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Zusammenfassung:
Für Prinzessin Freya zählt nur eins. Sie will ihren Bruder wiederfinden. Vor vielen Jahren wurde Prinz Talon entführt und konnte bisher nicht gefunden werden, weshalb Freya die Suche selbst ...

Zusammenfassung:
Für Prinzessin Freya zählt nur eins. Sie will ihren Bruder wiederfinden. Vor vielen Jahren wurde Prinz Talon entführt und konnte bisher nicht gefunden werden, weshalb Freya die Suche selbst in die Hand nimmt. Mithilfe von Suchzaubern versucht sie ihren Bruder zu finden, obwohl Magie in Thobria strengstens verboten. Als ihr nach langer Zeit ein Suchzauber gelingt, erfährt sie, dass Talon sich im Nachbarland aufhält. Melidrian wird von magischen Wesen bewohnt: von Fae und von Elva. Freya ist bewusst, dass sie es nicht allein schaffen wird, ihren Bruder nachhause zu holen. Gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin macht sie sich auf die lange Reise in das Nachbarland.
Aber nicht nur Freya stellt sich einer mutigen Herausforderung. Die zielstrebige Ceylan versucht alles, was in ihrer Macht steht, um eine unsterbliche Wächterin zu werden. An der Mauer zwischen Thobria und Melidrian beweist sie, dass sie es verdient hat als Wächterin zu dienen. Nicht nur, weil sie ihr Land Thobria vor den blutrünstigen Elvas beschützen möchte. Außerdem will sie Rache nehmen, da ihre Eltern bei einem Angriff auf ihr Dorf vor vielen Jahren getötet wurden. Doch der Field Marshal und die weiteren Wächter machen ihr den Weg zur Wächterin komplizierter als erhofft.
Aber nicht nur diese beiden Frauen werden vom Schicksal geleitet. Ein Prinz, der in jungen Jahren zum König gekrönt werden soll. Ein Assassine, der seiner Königin ewige Treue geschworen hat. Ein Fae, der alles für seinen besten Freund geben würde. All ihre Wege werden durch das Schicksal miteinander verbunden.
Meine Meinung:
Ehrlich gesagt, fehlen mir die Worte. Ich weiß nicht, wie ich „Die Krone der Dunkelheit“ von Laura Kneidl beschreiben soll. Am liebsten würde ich die Geschichte wieder vergessen und von vorne anfangen. Die gleiche Prozedur nochmal und nochmal und nochmal. Während ich in Lavarus unterwegs war, habe ich ein Gefühl von Freiheit verspürt. Ich war mit den Charakteren in Thobria und Melidrian unterwegs. Es hat sich angefühlt, als wäre ich hautnah dabei gewesen. Und ich möchte diese Reise gerne immer wieder und wieder erleben. Gerade in der jetzigen Zeit habe ich solch einen Ausflug in eine andere Welt gebraucht. DKDD hat es geschafft mich für einige Stunden aus der Realität zu reißen. Ich durfte eintauchen in eine Welt voller Magie und unnatürlichen Wesen. Es war einfach wunderschön.
Eine Eigenschaft, die jedes Buch aus dem Genre Fantasy mit sich trägt, ist der Fakt, dass der Leser einige Zeit braucht, um sich in der erschaffenen Welt zurecht zu finden. Die ersten Seiten habe ich gebraucht, um mich erstmal ein bisschen zu orientieren. Dabei hat mir die Charakterübersicht am Anfang des Buches sehr geholfen. Ich konnte jederzeit nachsehen, wenn ich nicht mehr wusste, um wen es geht. Zusätzlich findet man im vorderen Teil des Buches eine riesige Karte von Lavarus und zum Schluss gibt es ein Glossar, in welchem aufgeführt wird, wo welcher Charakter „hingehört“ und welche Funktionen die Charaktere haben. Dies hat ungemein viel zur anfänglichen Orientierung beigetragen. Nachdem ich erstmal in die Geschichte eingetaucht bin, ging die Fahrt richtig los.
Alle Charaktere, denen ich auf der Reise durch Lavarus begegnet bin, sind einzigartig. Beginnend mit Freya, die eine mutige Prinzessin verkörpert. Es hat mir sehr gut gefallen, dass sie wirklich eine Prinzessin war, die nicht plötzlich unbesiegbar war und kämpfen konnte. Dadurch wirkte ihre Rolle als Prinzessin authentisch. Sympathisch hat sie außerdem ihre großherzige Art gemacht und ihr Bedürfnis Larkin besser kennenzulernen. Larkin hat die Rolle des Wächters glaubhaft verkörpert. Er begegnet Freya mit Respekt und es dauert lange, bis die Beiden sich auf freundschaftlicher Weise einander nähren. Allerdings muss ich zugeben, dass Larkin nicht mein liebster Wächter ist. Leigh hat mir ein klein bisschen mein Herz gestohlen. Mit seiner charmanten Art und seinem guten Herz konnte er Ceylan einige Male aus der Patsche helfen. Er gehört definitiv zu meinen Lieblingen aus dem Buch. Wer sich außerdem noch in mein Herz geschlichen hat, sind Kheeran und Aldren. Diese beiden Fae haben mein Herz schneller schlagen lassen. Ich bin ein großer Fan von Elben, weshalb es mich nicht wundert, dass ich nun auch den Fae verfallen bin. Dabei gebe ich zu, dass ich die Unseelie den Seelie vorziehe. Die Beziehung zwischen Kheeran und seinem besten Freund ist eine ganz besondere, was man relativ schnell merkt. Aldren ist immer für den jungen Prinzen da und wird ihn vor allem beschützen – bis in den Tod. Ich möchte nun nicht auf jeden Charakter einzeln eingehen, sondern wollte aufzeigen, dass jeder Charakter ein kleines Meisterwerk für sich ist. Keiner ist wie der andere und doch ergänzen sie sich.
Bevor ich „Die Krone der Dunkelheit“ gelesen habe, war es nur einfach ein Buch in meinem Regal. Jetzt, nachdem ich es gelesen habe, ist es ein Herzstück meines Regals. Diese Geschichte hat mich komplett vereinnahmt. Wenn es in den nächsten Bänden genauso gut weiter geht, könnte es zu meiner Lieblingsreihe werden.
Fazit:
„Die Krone der Dunkelheit“ beschenkt den Leser mit einem Rückzugsort. Die Charaktere entführen den Leser in eine Welt, in der nichts unmöglich zu sein scheint. Das Ende lässt den Leser sprachlos zurück. Für mich ist dies ein sehr vielversprechender Auftakt einer (möglicherweise) perfekten Fantasytrilogie.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2020

Männliche Protagonisten, die den Leser in den Wahnsinn treiben

Bring Down the Stars
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Zusammenfassung:
Nachdem Autumn von ihrem Freund betrogen wurde, schwört sie, dass sie sich erst einmal von dem männlichen Geschlecht fernhalten will. Dies macht ihr der attraktive Baseballspieler Connor ...

Zusammenfassung:
Nachdem Autumn von ihrem Freund betrogen wurde, schwört sie, dass sie sich erst einmal von dem männlichen Geschlecht fernhalten will. Dies macht ihr der attraktive Baseballspieler Connor nicht sonderlich leicht. Am Anfang des neuen Semesters wirft sie ungewollt ein Auge auf ihn. Doch Connor gibt es nur im Doppelpakt mit seinem besten Freund Weston. Während sich Autumn immer mehr in den Baseballspieler verliebt, spürt sie auch zu Weston eine unerklärliche Verbindung. Zu diesem Zeitpunkt hat sie keine Ahnung, dass die tiefgründigen Nachrichten und die liebevollen Gedichte, die sie von Connor bekommt, eigentlich von Weston stammen. Weston möchte Connor nur zu dem Glück verhelfen, welches er verdient hat, und verstrickt sich damit immer mehr in der Täuschung von Autumn. Nach einem verhängnisvollem Thanksgiving wird die Beziehung zwischen Connor und Autumn auf die Probe gestellt. Sie muss mit ansehen, wie die Beziehung zu Connor und die Verbindung zu Weston in sich zusammenbrechen.
Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich „Bring down the stars“ von Emma Scott mit einer gespaltenen Meinung beende. Ich muss zugeben, dass ich mehr Herzschmerz erwartet habe. Ich muss zugeben, dass mich die paar Seiten, die ich damals in der Buchhandlung gelesen habe, mehr überzeugt haben als das ganze Buch an sich.
Am Anfang bin ich gut in die Geschichte reingekommen und fand die Charaktere auch sehr sympathisch. Aber nach einiger Zeit hatte ich ein paar Probleme mit Connor. Connor hat mich enttäuscht. Einerseits er selbst, aber auch seine Darstellung. Connor verhält sich wie ein Arschloch, dass er seinen besten Freund dazu bringt Nachrichten an seine Freundin zu schreiben, nur weil er es nicht hinbekommt. Connor kriegt es nicht hin Autumn das zu sagen, was sie sich wünscht und nutzt dafür seinen besten Freund aus, der ein Ass im Schreiben von emotionalen Texten ist. Dieser verweigert seine Hilfe öfters, aber lässt sich von Connor immer wieder dazu überreden. Wie können zwei Kerle solche Arschlöcher sein und einer wundervollen jungen Frau sowas antun? Aber genau dadurch wirkt Connor unfassbar flach. Er wird als Sunnyboy dargestellt, der viel Geld hat und nur am Lachen ist. Von ihm geht keine Tiefgründigkeit aus. Der Versuch, ihm eine berührende Familiengeschichte aufzudrücken, ist meiner Meinung nach auch nur halb gelungen.
Weston kann ich genauso kritisieren. Wenn man einen besten Freund für das Leben hat, sollte man dazu in der Lage sein mit diesem über seine Gefühle zu sprechen, anstatt die eigenen Gefühle hintenanzustellen oder runterzuschlucken. Auch er hätte nicht mit Autumn spielen sollen. Immerhin hat er zwischendurch gemerkt, dass es nicht das Richtige ist. Wieso er sich dann immer wieder dazu hat überreden lassen, kann ich nicht nachvollziehen. Seinen Charakter an sich finde ich interessant. Eine Mischung aus unberechenbar und tiefgründig. Er lässt nicht jeden an sich ran und kann ein echtes Arschloch werden. In seinem Inneren befindet sich aber eine Seele, die geliebt werden möchte.
Vom Ende bin ich ebenso nicht begeistert. An dieser Stelle möchte ich nicht spoilern. Trotzdem muss ich erwähnen, dass mir am Ende dieser entscheidende Funken gefehlt hat. Der Bezug zu Autumn geht immer mehr verloren. Es geht zum Schluss nur noch um die beiden besten Freunde. Dafür, dass die Beiden Autumn monatelang angelogen haben, wird dies am Ende wenig thematisiert. Mir ist bewusst, dass es einen zweiten Band dazu gibt. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass im ersten Band Autumn und Weston ihr Happy End bekommen und im weiteren Teil Connor dann sein wahres Glück findet. Dass die Geschichte rund um dieses Trio solch eine Wendung nimmt, hätte ich niemals erwartet.
Trotzdem gibt es auch einige gute Dinge, die ich über dieses Buch sagen kann. Mit Autumn bin ich warm geworden. Normalerweise habe ich Probleme mit weiblichen Protagonistinnen, weil die meisten einfach nur naiv sind. Autumn finde ich authentisch, ehrlich und nahbar. Sie wirkt sehr bodenständig und an einigen Stellen konnte ich mich sehr gut mit ihr identifizieren. Trotz dessen muss man ihr vorhalten, dass sie als selbstständige, aufgeschlossene Frau es nicht bemerkt hat, dass die Beiden sie getäuscht haben. Dies war nämlich an einigen Stellen sehr offensichtlich.
Mit Emma Scott als Autorin bin ich nur so halbwegs warm geworden. In einigen Szenen hätte ich mir mehr Emotionen gewünscht. Aber ihr Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Seiten sind nur so an mir vorbeigeflogen. Dafür, dass dies mein erstes Buch der Autorin war, bin ich leider doch etwas enttäuscht.
Fazit:
Leider ein schwacher Roman, der in mir eher Wut geweckt hat anstatt anderen Emotionen. Die beiden männlichen Protagonisten sind ein Reinfall. Was sich die Autorin bei der Umsetzung dieser Idee gedacht hat, weiß ich nicht. Ich wurde leider bitter enttäuscht.

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  • Handlung
  • Charaktere