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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2019

Ein zeitloser Roman, der Lust auf Liebe entfacht

Vernunft und Gefühl
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Klappentext:
Zwei ungleiche Schwestern auf der Suche nach der Liebe.
Die eine ist voller Lebenslust und Temperament, die andere beherrscht und vernünftig. Marianne Dashwood ist das genaue Gegenteil ihrer ...

Klappentext:
Zwei ungleiche Schwestern auf der Suche nach der Liebe.
Die eine ist voller Lebenslust und Temperament, die andere beherrscht und vernünftig. Marianne Dashwood ist das genaue Gegenteil ihrer älteren Schwester Elinor, und so stürzt sie sich nach dem Tod ihres Vaters kopflos in eine Romanze mit dem begehrten Frauenschwarm John Willoughby – und wird bitter enttäuscht. Doch als auch Elinor entdeckt, dass sie von dem Mann ihres Herzens hintergangen wurde, müssen die Schwestern lernen, dass sie den Weg der Liebe nur mit Unterstützung der jeweils anderen finden können…
Meine Meinung:
Mit „Vernunft und Gefühl“ habe ich nun mein erstes Werk von Jane Austen gelesen und meine Erwartungen wurden erfüllt. Es war genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Leider hat sich das Lesen ziemlich in die Länge gezogen, sodass ich einen Monat für diesen Roman gebraucht habe, was ich sehr schade finde, da es sich dabei um ein wirklich großartiges Buch handelt.
Jane Austen konnte mich mit ihrem Schreibstil auf jeden Fall abholen. Anfangs hatte ich Bedenken, ob ich mit ihrem Schreibstil zurechtkomme, da es sich um eine sehr alte Geschichte von vor über 200 Jahren handelt. Allerdings wurde ich eines Besseren belehrt. Ihr Roman lässt sich wirklich gut lesen. Oftmals hatte ich flüssige Leseabschnitte, wo mich die altertümliche Sprache nicht gestört hat. Etwas, was mir besonders aufgefallen ist, ist die außergewöhnliche Balance zwischen Dialogen und Beschriebenem. Manchmal strecken sich Dialoge über einige Seiten und hin und wieder wird nur kurz erwähnt, dass über bestimmte Sachen geredet wird. Dadurch schafft es die Autorin eine Geschichte zu erzählen, die sich über einen sehr langen Zeitraum erstreckt.
Was bei „Vernunft und Gefühl“ sehr im Vordergrund steht, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gibt keine krassen Skandale, die überdramatisiert werden. Das Leben der damaligen Zeit wird brillant wiedergegeben. Es ist schön mit anzusehen, wie zwei Schwestern sich in unglückliche Schwärmereien stürzen, dann enttäuscht werden und von der jeweilig anderen aufgebaut werden. Denn dieses Buch zeigt, wie Herzschmerz wirklich ist. Als Leser leidet man mit den beiden Schwestern mit, verflucht einige Charaktere und schließt sie in sein Herz. Zum Ende hin sind nochmal einige Dinge passiert, die man nicht vorhersehen konnte, wodurch es noch ein paar Wow-Effekte gegeben hat. Auch die Nebencharaktere, wie Edward Ferrars, Colonel Brandon und Lucy Steele konnte mich überzeugen.
Den einzigen Minuspunkt, den ich dem Buch geben kann, bezieht sich auf die Lesedauer und das ständige Ausdehnen von Erzählungen. Dies ist allerdings Geschmackssache.
Fazit:
Marianne und Elinor symbolisieren zwei starke unabhängige Frauen, die sich von der Liebe nicht unterkriegen lassen sollten. Solche Frauenbilder sollten heute genauso präsent sein, wie früher. Jane Austen hat einen zeitlosen Roman geschrieben, der einem Mut macht, dass das Glück auf jeden von uns wartet.

Veröffentlicht am 17.10.2019

Ich wurde leider bitter enttäuscht.

Rapunzel, mein
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Klappentext:
Profilerin Rabea Wyler steht unter Schock. In der Nähe eines stillgelegten Märchenparks wurde ein totes Mädchen ohne Hände gefunden. Erdrosselt mit den eigenen langen blonden Haaren. Wyler ...

Klappentext:
Profilerin Rabea Wyler steht unter Schock. In der Nähe eines stillgelegten Märchenparks wurde ein totes Mädchen ohne Hände gefunden. Erdrosselt mit den eigenen langen blonden Haaren. Wyler ahnt, dass die Vergangenheit sie eingeholt hat. Denn eine Hand war das Einzige, was vor zwanzig Jahren von ihrer vermissten Schwester gefunden wurde. Jan Grall, ihr suspendierter Partner, will davon nichts wissen. Wyler kann den Mörder auch ohne seine Hilfe überführen. Doch schnell wird klar, dass der Täter nur eine Marionette in einem perfiden Spiel ist. Und das hat gerade erst begonnen...

Meine Meinung:
Nachdem ich vorab die Leseprobe gelesen habe, war ich ganz aufgeregt. Ich wollte diesen Thriller unbedingt lesen. Im Nachhinein wurde ich leider ziemlich enttäuscht. Mich hat lange kein Buch mehr so enttäuscht, wie „Rapunzel, mein“ von Lars Schütz.
Der Thriller beginnt vielversprechend. Die ersten drei Kapitel bringen noch eine gewisse Spannung mit sich. Diese geht allerdings relativ schnell verloren, und kam auch nicht mehr wieder. Es gab ein paar Versuche die Spannung wieder aufzubauen. Allerdings konnte mich die Geschichte nach einiger Zeit nicht mehr packen. Es wurde einfach nur noch langweilig. Dazu kamen viel zu viele Perspektivwechsel. Von Rabea zu Jan, dann von Jan zu Rabea, dann zu anderen Charakteren und wieder zu Jan. Es war ein viel zu großes Hin und Her. Hinzu kamen Ortsangaben, die überflüssig waren, da ich schnell durcheinander war, wo jetzt genau welcher Charakter ist. Wieder zu viel Hin und Her.
Zusätzlich haben mich die Charaktere schnell abgeschreckt. Rabea als Protagonistin konnte ich nach wenigen Kapiteln schon nicht mehr leiden. Eine egoistische Profilerin, die nur an sich denkt und nicht an das größere Wohl. Ganz klassisch hat sie natürlich eine ergreifende Hintergrundgeschichte, weshalb sie so egoistisch handelt. Dieses Klischee hat mich relativ schnell aufgeregt. Dass sie dann noch ihren alten Partner anbetteln muss, dass er ihr doch bitte helfen soll. Mit dieser Protagonistin bin ich kein bisschen warm geworden. Dementsprechend hat mir die ganze Geschichte auch nicht so gut gefallen. Mal ganz abgesehen von dem Schreibstil, der hin und wieder öde und langweilig war.
An sich finde ich die Idee mit den Rapunzelmorden ganz cool. Daraus hätte man echt etwas machen könnten. Und hin und wieder musste ich ein bisschen schmunzeln. Aber an sich konnte mich dieser Thriller überhaupt nicht abholen.

Fazit:
Ich wurde von diesem vielversprechenden Thriller bitter enttäuscht. Unsympathische Charaktere, unglückliche Aufmachung und eine nicht vorhandene Spannung machen dieses Buch von Lars Schütz zu einem echten Flop.

Veröffentlicht am 12.10.2019

Bester Thriller, den ich je gelesen habe

Das Dorf der Toten
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Zusammenfassung:
Die italienische Region Emilia Romagna wird von einem brutalen Mord erschüttert, die Kommissare sind ratlos. Zur gleichen Zeit erreicht die Profilerin Aurora Scalviati das Städtchen Sparvara, ...

Zusammenfassung:
Die italienische Region Emilia Romagna wird von einem brutalen Mord erschüttert, die Kommissare sind ratlos. Zur gleichen Zeit erreicht die Profilerin Aurora Scalviati das Städtchen Sparvara, nachdem sie dort hin versetzt wurde. Unglücklicherweise verirrt sie sich auf den erschreckenden Tatort, was dazu führt, dass sie sich dem Fall annimmt. Während ihre neuen Kollegen von ihr verlangen, dass sie den Fall fallen lässt, verstrickt sich Aurora immer mehr in die Angelegenheiten und findet unfassbare Details heraus. Dabei hat sie nicht nur mit dem Kommissariat und dem Fall zu kämpfen, sondern auch mit allen Dämonen, die versuchen sie zu verschlingen.

Meine Meinung:
Dies war mein erster Thriller, der sich mit einem Mord beschäftigt hat und bei dem eine Kommissarin die Hauptrolle spielt. Erst habe ich Bedenken gehabt, dass mich gewöhnliche Ermittlungen langweilen würden. Stattdessen hat sich „Das Dorf der Toten“ von Barbara Baraldi zu einem meiner Jahresfavoriten und dem besten Thriller, den ich jemals gelesen habe, entwickelt. Für mich verkörpert dieses Buch einen perfekten Thriller.
Angefangen mit dem angenehmen Schreibstil, wodurch sich die Geschichte leicht lesen lies. Selbst in komplexen Situationen verflogen die Seiten nur so. Barbara Baraldi hat mich von Anfang an mit ihrem Schreibstil gefesselt. Ebenso gefesselt hat mich die Spannung. Von Anfang an bis zum Ende wird der Leser gepackt und immer wieder mit überraschenden Wendungen konfrontiert. Dadurch, dass immer wieder neue Details an das Licht kommen, hat der Leser nicht die leiseste Ahnung, was vor sich geht. Man glaubt zu wissen, in welche Richtung es geht, und dann findet Aurora etwas Neues heraus. Es bleibt bis zum Ende ungewiss, wer für den Horror, der passiert, verantwortlich ist.
Was ich ganz besonders hervor heben möchte, ist die Ausarbeitung der Geschichte, angefangen mit der Protagonistin. Aurora Scalviati repräsentiert nicht die starke furchtlose Frau, die es jedem Bösewicht zeigen kann. Sie trägt eine belastende Vergangenheit mit sich. Seither trägt sie Dämonen mit sich, die ihr das Leben immer wieder schwer machen. Dadurch wirkt sie sehr real, sehr menschlich. Sie ist nicht perfekt, sondern hat Probleme, wie jeder andere Mensch auch. Aufgrund ihres labilen Zustandes wird die Geschichte an einigen Stellen schwammig. Es ist bis zum Ende nicht sicher, ob sie sich einige Geschehnisse nur eingebildet hat oder nicht. Das macht alles noch umso spannender. Aber auch alle anderen Charaktere tragen etwas besonderes. Baraldi ist es besonders gut gelungen, die Charaktere auszuarbeiten und jedem eine besondere Hintergrundgeschichte zu geben, ohne überflüssige Details zu erzählen. Es gibt nicht eine unnötige Erzählung.
Im Allgemeinen ist die Idee der Geschichte genial. Jede kleine Faser des Falles ist durchdacht und ausgearbeitet. Alles macht einen Sinn, im Nachhinein. Dabei bezieht sich die Autorin auch auf die Vergangenheit und baut Geschehnisse aus dem 14. Jahrhundert mit ein. Dies macht den Fall um einiges spannender und komplexer. Einen weiteren kleinen Pluspunkt gibt es dafür, dass eine kleine Liebesgeschichte mit eingebaut wurde. Es geht nicht ganze Zeit nur um einen Mord, sondern auch um die Entwicklung von Aurora. Während sie ihre Ängste überwindet, findet sie dabei jemanden, der an ihrer Seite ist und sie dabei unterstützt.
Mir fällt zu diesem Zeitpunkt kein einziger Kritikpunkt ein. Wenn ich etwas bemängeln müsste, würde dies dauern, da ich erst einmal nach Schwachstellen suchen müsste. Für mich hat dieser Thriller keine einzige Schwachstelle. Für mich ist es ein perfekter Thriller.

Fazit:
„Das Dorf der Toten“ ist der beste Thriller, den ich jemals gelesen habe. Ein Buch, getränkt in Spannung, Emotionen und Horror. Der Suchtfaktor bei diesem Thriller ist so groß, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Jeder Thrillerfan sollte dieses Buch gelesen haben.

Veröffentlicht am 04.10.2019

Erfrischende Liebesgeschichte mit schrägem Humor

Finde mich. Jetzt
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Zusammenfassung:
Für Tamsin ist eines klar. Sie braucht einen Neuanfang. Für ihr Literaturstudium zieht sie nach Pearley und beginnt dort ihr neues Leben als Studentin. Da sie in ihrer Vergangenheit bitter ...

Zusammenfassung:
Für Tamsin ist eines klar. Sie braucht einen Neuanfang. Für ihr Literaturstudium zieht sie nach Pearley und beginnt dort ihr neues Leben als Studentin. Da sie in ihrer Vergangenheit bitter von der Liebe enttäuscht wurde, schwört Tamsin sich selber, dass Männer während ihrer Studienzeit keinen Platz in ihrem Leben haben. Doch dann trifft sie auf Rhys, der Barista, welcher im Café gegenüber arbeitet. Rhys scheint ein faszinierender, außergewöhnlicher Charakter zu sein. Was Tamsin allerdings nicht weiß, ist, dass Rhys seine gesamte Jugend im Gefängnis verbracht hat. Für ihn steht nun die große Herausforderung der Resozialisierung an. Eigentlich schwierig genug, aber eine aufgeweckte junge Frau bringt sein Leben noch ein bisschen mehr durcheinander.

Meine Meinung:
Nun habe ich auch noch Kathinka Engel für mich entdeckt. Ihr Roman „Finde mich. Jetzt.“ hat mein Herz immer wieder erwärmt, aber dann nach paar Seiten wieder zum Weinen gebracht. Und genau so eine Eigenschaft liebe ich bei Liebesgeschichte. Das emotionale Hin und her, welches ein Leser erleiden sollte, gehört für mich einfach dazu.
Die Geschichte von Rhys und Tamsin hat mich anfangs gut abgeholt. Es war schön mit anzusehen, wie Tamsin den Schritt in ein eigenständiges Leben wagt. Das gleiche Phänomen bei Rhys, wobei ich seine Kapitel spannender fand, aufgrund seiner Resozialisierung. Hier möchte ich erwähnen, dass ich die Idee mit den regelmäßig abwechselnden Sichten wirklich toll finde. Somit haben beide gleich viel Anteile im Buch gehabt und der Leser hatte die Möglichkeit, beide Protagonisten einzeln sehr genau kennenzulernen. Der tolle Schreibstil von Kathinka Engel hat mir das Lesen sehr leicht gemacht. Die Seiten sind sehr schnell vor meinen Augen vorbei geflogen und es hat gar nicht lange gedauert, da war die Geschichte auch schon vorbei. Somit bringt dieses Werk einen großen Suchtanteil mit.
Trotz des tollen Schreibstils und der anfänglichen Sympathie, muss ich zugeben, dass die Sympathie im Laufe der Geschichte nachgelassen hat. Tamsin kam mir mit der Zeit ein bisschen zu albern und aufgesetzt vor. Immer gute Laune haben und denken, dass man der ganzen Welt helfen kann. Solche Charaktereigenschaften nerven mich mit der Zeit etwas. Ähnlich bei Rhys, welcher in Selbstmitleid versinkt und sich für einen ganz bösen Kerl hält. Da wurde dieser Roman etwas anstrengend. Dafür haben die Nebencharaktere einiges raus geholt. Sie haben die Geschichte um einiges bunter und lebhafter gemacht.

Fazit:
Trotz ein paar Sympathieschwierigkeiten mit den Protagonisten hat mir dieser Roman von Kathinka Engel sehr gefallen. Eine erfrischende Liebesgeschichte, welche mit Emotionen und etwas schrägem Humor überzeugen kann. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung „Halte mich. Hier.“!

Veröffentlicht am 02.10.2019

Skandalös, angsteinflößend, bedrohlich. Cordyceps novus packt jeden!

Cold Storage - Es tötet
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Klappentext:
1987: Alle Bewohner des australischen Wüstenorts Kiwirkurra sind tot - Opfer eines mutierten Killerpilzes. Ein Team US-Agenten schafft es unter hohen Verlusten, den Pilz in letzter Sekunde ...

Klappentext:
1987: Alle Bewohner des australischen Wüstenorts Kiwirkurra sind tot - Opfer eines mutierten Killerpilzes. Ein Team US-Agenten schafft es unter hohen Verlusten, den Pilz in letzter Sekunde zu vernichten. Ein derart tödlicher Organismus muss studiert werden, und so sichern sie kurz zuvor eine Probe, die sie in eine Hochsicherheitseinrichtung in die USA bringen.
2019: Die Nachtwache im unterirdischen Selfstorage-Lagerkomplex wird für Teacake und Naomi sehr viel spannender, als plötzlich ein leises Piepen beginnt. Die beiden entschließen sich, nach der Ursache zu suchen, und ahnen nicht, dass sie bald einem Wesen gegenüberstehen werden, dass die gesamte Menschheit ausrotten könnte...

Meine Meinung:
Ich hatte große Erwartungen an das Buch, da ich vorher herausgefunden habe, dass der Autor David Koepp ebenfalls Drehbuchautor ist, und schon große Filme wie Jurassic Park und Spider-Man geschrieben hat. Dieser gewisse Charme eines Drehbuchautors hat man ihm an manchmal Stellen im Buch etwas angemerkt. Aber darauf kommen wir später noch zu sprechen.
Der erste Teil des Buches handelt von Roberto und Trini, die als US-Agenten nach Australien geschickt werden, um sich dort diesem Killerpilz namens Cordyceps novus anzunehmen und die Situation in Kiwirkurra zu analysieren. Dort wird ihnen schnell bewusst, wie gefährlich der Pilz wirklich ist. Leider kapiert der Leser dies auch sehr schnell. Jegliche Handlungsart und die Verbreitung des Pilzes wird schnell offenbart. Dadurch kommt es im Verlauf der Geschichte zu keinen Überraschungen, was ich etwas schade finde. Es wäre, meiner Meinung nach, spannender gewesen, wenn der Leser erst nach und nach herausfinden würde, was es mit diesem Pilz auf sich hat. Denn dadurch, dass es keine Überraschungsmomente gab, haben mir die Charakterzüge eines Thrillers total gefehlt. Allerdings finde ich es gut, dass Trini und Roberto nicht nur „in der Vorgeschichte damals“ eine Rolle gespielt haben, sondern auch in der Gegenwart, in 2019, auftreten.
Im zweiten Teil des Thrillers stoßen Teacake und Naomi auf ein mysteriöses Piepen und folgen diesem, welches sich zu dem größten Abenteuer ihres Lebens entwickelt. Zwischendurch kommen noch einige Nebencharaktere mit hinzu, welche der Geschichte ganz gut tun. Allerdings hat Koepp sich sehr viel Mühe damit gegeben, den einzelnen Charakteren eine komplexe Hintergrundgeschichte hinzu zufügen. Dies empfinde ich als überflüssig. Seitenlang wird über Familien und deren Geschichten berichtet, welche im Nachhinein kein Einfluss auf die Geschehnisse haben. Beispielsweise hat der Hausbau von Roberto nichts mit dem Pilz zu tun. Dadurch wurde es hin und wieder etwas eintönig und langweilig.
Allerdings hat Koepp es zum Ende hin geschafft, wieder neue Spannung aufzubauen. Während sich die Geschehnisse zuspitzen und der Leser am zweifeln ist, wie das wohl enden wird, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Viele Dinge passieren rasant an unterschiedlichen Standorten, wodurch es einem dann doch etwas in den Fingern kribbelt. Einen sehr großen Pluspunkt gebe ich dieser Geschichte dafür, dass ich nicht wusste, welcher Charakter am Ende überlebt, und welcher nicht. Diese nicht vorhandene Vorhersehbarkeit hat mir richtig gut gefallen. An der Stelle kam auch wieder der Filmcharakter hervor. Ich könnte mir dieses Buch sehr gut als Blockbuster auf der Leinwand vorstellen.
Einen weiteren Punkt Abzug muss ich der erzählten Zeit geben. Die ganzen Geschehnisse im zweiten Teil geschahen in einer einzigen Nacht und das war mir etwas zu wenig. Ich hätte es besser gefunden, wenn sich die Geschichte um Cordyceps novus etwas länger ereignet hätte, beispielsweise über ein paar Tage verteilt.

Fazit:
Da es sich um einen Debütroman handelt, muss ich sagen, dass David Koepp hier ein kleines Meisterwerk erschaffen hat. Auch wenn es sich dabei nicht um einen Thriller handelt, packt die Geschichte den Leser und verschafft ihm einige Stunden voller Schrecken und Staunen. Ein Buch, welches man gut im Herbst lesen kann. David Koepp konnte mich mit diesem Buch von sich als Autor überzeugen.