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Veröffentlicht am 04.09.2019

Die Krähe ist zurück

Brennende Narben
4

Im 3. Band der Mara Billinsky Reihe bekommt es Mara gleich mit 2 Fällen zu tun.
In Frankfurt wird eine Edelprostituierte ermordet. Den Verletzungen zu folge muss sie aufs übelste gequält worden sein. Ihr ...

Im 3. Band der Mara Billinsky Reihe bekommt es Mara gleich mit 2 Fällen zu tun.
In Frankfurt wird eine Edelprostituierte ermordet. Den Verletzungen zu folge muss sie aufs übelste gequält worden sein. Ihr letzter Kunde war Maras Vater.
Kurz danach gibt es eine Explosion auf der A661. Ein LKW beladen mit Frauen aus Osteuropa wird in die Luft gejagt.
Zudem versorgt ein anonymer Anrufer Mara mit Informationen. Wer ist dieser Fremde?
Im Fall ihrer ermordeten Mutter ist Mara auch noch nicht weitergekommen. Ganz oben auf ihrer Liste der verdächtigen steht ihr Vater.

Endlich ist er da, Maras 3. Fall „Brennende Narben“ von Leo Born.
Mara ist mit Abstand die außergewöhnlichste und auffälligste Ermittlerin die ich kenne.
Ihre schwarze Kleidung, die schwarzen Haare und die schwarzumrandeten Augen haben dazu geführt, dass sie im Kommissariat die Krähe genannt wird.
Am Anfang war das abfällig gemeint aber ich denke mittlerweile ist das ihr Markenzeichen geworden.
Mara ist mit 2 Fällen beschäftigt, einmal der in die Luft gesprengte LKW mit Mädchen aus Osteuropa. Die Ermittlungen führen ins Frankfurter Rotlichtviertel. Ein gefährliches Pflaster.
Außerdem bekommt Mara anonyme Anrufe die sie im Fall des Rotlichtmilieus weiterbringen sollen. Sie versucht den Anrufen auf den Grund zu gehen und weiß gar nicht in welcher Gefahr sie schwebt.
Auch im Fall ihrer ermordeten Mutter ist Mara immer noch heimlich am Ermitteln, kommt aber kaum einen Schritt weiter.
Ihr Hauptverdächtiger ist ihr Vater.
Aber auch Maras Kollege Jan Rosen macht in diesem Buch eine gewaltige Entwicklung. Der sehr schüchterne und zurückhaltende Kommissar wächst förmlich über sich hinaus was mir gut gefällt. Aus der Krähe und dem Spatz wird ein gutes Team.
Leo Born versteht es wie nur wenige Autoren den Spannungsbogen von der 1. Seite bis zum Ende aufrechtzuerhalten.
Der flüssige und unkomplizierte Schreibstil machen das lesen zu einem Genuss.
Schon nach dem 1. Buch war ich vom Mara Virus infiziert und ich scheue mich nicht davor jede Menge Menschen anzustecken.

Veröffentlicht am 10.07.2019

Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt

Die Magdalena-Verschwörung
1

Im Tower von London taucht eine geköpfte Frauenleiche auf, sie trägt die Kleider von Anne Boleyn.
Die Tote wird als Joanna Reed identifiziert, die ein umstrittenes Buch über Anne Boleyn geschrieben hat.
Auch ...

Im Tower von London taucht eine geköpfte Frauenleiche auf, sie trägt die Kleider von Anne Boleyn.
Die Tote wird als Joanna Reed identifiziert, die ein umstrittenes Buch über Anne Boleyn geschrieben hat.
Auch die Journalistin Maureen Paschal beschäftigt sich mit Anne Boleyn.
Gerät sie dadurch auch in Gefahr?
„Die Magdalena-Verschwörung“ ist bereits der 4. Band der Magdalena-Serie von
Kathleen Mc Gowan.
Die anderen Bände habe ich allerdings nicht gelesen was für dieses Buch auch nicht nötig ist.
Der Covertext hat sich für mich recht spannend angehört. Wenn man einige Seiten gelesen hat merkt man jedoch schnell, dass das Buch mit Thriller im falschen Genre angesiedelt ist.
Das hätte mich jetzt nicht gestört den ich lese auch sehr gerne historische Romane und auch Kriminalromane mit historischem Hintergrund.
Trotzdem hat dieses Buch meine Erwartungen an ein spannendes und unterhaltsames Buch egal welches Genre nicht erfüllt.
Der Anfang war noch recht interessant. Maureen, ihr Mann und ihre Freunde haben in dem alten Schloss welches sie restaurieren Briefe und Tagebücher von Anne Boleyn gefunden.
Diese galt es zu Sichten und zu Bewerten.
Gefallen hat mir, dass nicht nur über den Inhalt der Briefe und Tagebücher erzählt wurde sondern man in die Zeit versetzt wurde. Man hat Anne Boleyn nach Mecheln an den Hof von Margarete von Österreich die sich begabten jungen Mädchen annahm und für deren Ausbildung sorgte. Danach reiste Anne an den französischen Königshof.
So wechselten sich die Gegenwart und die Vergangenheit immer ab.
Die Zeit war sehr interessant und hat Anne Boleyn in einem ganz neuen Licht gezeigt.
Doch die 2. Hälfte des Buches war dann nur noch eine lehrhafte Beschreibung einer Pilgerreise und aller möglichen Heiligen und Gedenkstätten. Aber auch nach dieser Reise wurde es nicht mehr besser.
Von den Jahren an der Seite des Königs Heinrich VIII. habe ich mir auch mehr versprochen. Das Thema wurde recht kurz abgehandelt.
Die Gegenwart wurde auch nicht spannend, es gab zwar weitere Morde aber auch das fand nicht viel Beachtung.
Das Ende war dann auch sehr enttäuschend und unspektakulär.
Die 3 Sterne die ich vergebe sind für den guten Beginn der Geschichte. Die 2. Hälft hat nicht mehr als einen Stern verdient.

Veröffentlicht am 15.06.2019

Inge Löhnig eben - lesenswert wie immer

Unbarmherzig
0

Gina Angelucci hat ihren 1. Tag im Kommissariat. Zu Hause hat Tino Dühnfort das Zepter übernommen.
Zur gleichen Zeit werden menschliche Knochen gefunden.
Wie sich herausstellt sind es 2 Tote die schon ...

Gina Angelucci hat ihren 1. Tag im Kommissariat. Zu Hause hat Tino Dühnfort das Zepter übernommen.
Zur gleichen Zeit werden menschliche Knochen gefunden.
Wie sich herausstellt sind es 2 Tote die schon vor vielen Jahren zu tote kamen.
Gina hat sich vorgenommen herauszufinden wer die Toten waren und den Hinterbliebenen Gewissheit zu geben.
Die Ermittlungen führen sie weit zurück in die Kriegsjahre und zu einer Munitionsanstalt.
Inge Löhnig gehört zu meinen liebsten Krimiautorinnen. So habe ich auch die gesamte Dühnfort-Reihe und Ginas 1. Fall gelesen genau wie die Romane die unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg erschienen sind.
Auch mit ihrem neuen Buch „Unbarmherzig“, der 2. Fall von Gina Angelucci wurde ich nicht enttäuscht.
Wer Gina kennt weiß wie hartnäckig sie sein kann, so verbeißt sie sich auch hier wieder in einen Fall der eigentlich nicht zu lösen ist.
Die Ermittlungen führen sie bis in das Jahr 1944 und es ist eigentlich klar, dass es keinen Täter mehr gibt den man zur Rechenschaft ziehen kann.
Aber die Toten haben es verdient, dass sie einen Namen erhalten, dass die Angehörigen wissen was mit ihnen geschehen ist.
So kämpft Gina nicht nur gegen verschlossene Dorfbewohner sondern auch gegen die Staatsanwaltschaft die den Fall einstellen wollen.
natürlich ist auch Tino Dühnfort mit von der Partie, er hat jetzt seinen Teil der Elternzeit genommen und versorgt die kleine Chiara.
Das Kind ist ein wahrer Sonnenschein auch wenn es zu einer unschönen Szene im Buch kommt. Nicht alle Menschen sind behinderten Kindern aufgeschlossen gegenüber. So ist nun mal die Realität.
Der Schreibstil von Inge Löhnig ist wie gewohnt unkompliziert und es geht flott voran. Die Spannung hält von Anfang bis Ende an.
Jetzt freue ich mich auf den nächsten Fall aus der Dühnfort-Reihe aber Tino ist ja noch in Elternzeit.

Veröffentlicht am 16.05.2019

Grenzübergreifende Ermittlungen

Nordlicht - Die Tote am Strand
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Nordlicht – Die Tote am Strand ist der neue Kriminalroman von Anette Hinrichs.
Für mich ist es das erste Buch der Autorin und ich muss sagen es ist ein fulminanter Auftakt einer neuen Krimireihe.
Die Ermittlungen ...

Nordlicht – Die Tote am Strand ist der neue Kriminalroman von Anette Hinrichs.
Für mich ist es das erste Buch der Autorin und ich muss sagen es ist ein fulminanter Auftakt einer neuen Krimireihe.
Die Ermittlungen sind grenzübergreifend zwischen Deutschland und Dänemark.
So setzt sich das Team auch aus Kommissaren und Polizisten beider Länder zusammen.
Die Charaktere sind super herausgearbeitet. Die Ermittler Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg haben mir gut gefallen, auch wenn ich mit Rasmus am Anfang etwas Schwierigkeiten hatte.
Mir ging es ähnlich wie Vibeke, wenn man Rasmus erst einmal besser kennenlernt mag man ihn.
Beide haben schwere Schicksalsschläge erlitten mit denen sie bis heute zu kämpfen haben.
So hat Rasmus seinen Sohn verloren, die Hintergründe werden im Laufe des Buches erklärt.
Vibeke hat ihre Stelle in Hamburg aufgegeben um in Flensburg nahe bei ihren Adoptiveltern zu sein, ihr Vater liegt nach einem Schlaganfall im Koma.
Die Ermittlungen gehen nur langsam voran. Eine junge Frau wird in Dänemark, nähe der deutschen Grenze tot am Strand gefunden. Die Frau hat in Flensburg gelebt. Wie sich herausstellt ist die Frau Dänin und hat 12 Jahre unter falschem Namen in Deutschland gelebt.
Damals ist sie spurlos verschwunden und es sprach alles dafür, dass sie einem Serienmörder zum Opfer gefallen war.
Verdächtige gibt es einige nur ist keinem etwas nachzuweisen. Auch ich habe lange gerätselt und bin zwischen verschiedenen Verdächtigen hin und her gewankt.
Die Spannung hält sich auch bis zum Ende aufrecht.
Jetzt freue ich mich schon auf den nächsten Band. Nordlicht – Die Tote am Strand ist einer der besten Krimis die ich in letzter Zeit gelesen habe.


Veröffentlicht am 11.04.2019

Wem kann man noch trauen?

Westwall
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Die Polizeischülerin Julia lernt einen jungen Mann namens Nick kennen.
Nach der ersten gemeinsamen Nacht entdeckt sie, dass Nick sie belogen hat. Er hat nicht nur ein großes Hakenkreuz auf dem Rücken tätowiert ...

Die Polizeischülerin Julia lernt einen jungen Mann namens Nick kennen.
Nach der ersten gemeinsamen Nacht entdeckt sie, dass Nick sie belogen hat. Er hat nicht nur ein großes Hakenkreuz auf dem Rücken tätowiert sondern Nick ist auch nicht sein richtiger Name.
Als ihr Leben außer Kontrolle gerät beginnt Julia nach der Wahrheit zu suchen und das führt sie in die Eifel wo eine Neo-Nazi Gruppe agiert.
„Westwall“ von Benedikt Gollhardt ist ein hochspannender Thriller mit politischem Hintergrund.
Dass Thema ist ein Stück deutsche Geschichte und trotzdem ist es sehr aktuell.
Der Handlungsort ist Köln und der Westwall, der den meisten wenigstens dem Namen nach bekannt sein wird.
Schon der Prolog lies mich den Atem anhalten und die Spannung hielt ich über das ganze Buch aufrecht.
Die Protagonisten sind gut beschrieben, trotzdem konnte man sie nie richtig einschätzen.
Dachte man einer gehört zu den Guten wurde man kurz darauf eines besseren belehrt.
Man wusste bald nicht mehr wem man überhaupt noch trauen konnte.
Ich konnte das Buch nach kurzer Zeit kaum noch aus der Hand legen, dass Ungewisse hing ständig im Raum.
Dass Ende war dann auch recht spektakulär und auch schlüssig.
„Westwall“ ist ein sehr zu empfehlender und spannender Thriller.