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Veröffentlicht am 26.11.2019

Interessantes Buch mit unvorhersehbarer Wendung

Das Erbe
0

In ihrem neuen Roman „Das Erbe“ hat sich Ellen Sandberg einem Thema gewidmet das den Leser in die schwarze Vergangenheit unseres Landes führt.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Juden immer ...

In ihrem neuen Roman „Das Erbe“ hat sich Ellen Sandberg einem Thema gewidmet das den Leser in die schwarze Vergangenheit unseres Landes führt.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Juden immer mehr enteignet.
In diesem Buch ist es als Beispiel für viele die Familie Roth.
Sie haben die Möglichkeit in die USA auszuwandern. Allerdings kostet das viel Geld. Nicht nur die Tickets für die Überfahrt, nein es wird auch noch einen Ausreisesteuer fällig.
So verkaufte Herr Roth sein Haus, das Schwanenhaus an Ernst-Friedrich Hacker, einem Staatsanwalt der im Haus wohnt.
Als die Tochter, Klara Hacker stirbt vererbt sie das Haus Mona die einen großen Gerechtigkeitssinn besitzt mit den Worten, sie wird das richtige damit tun.
Für Mona stellt sich die Frage, haben die Vorbesitzer noch Anspruch auf das Haus?
Sie forscht nach was aus der Familie geworden gibt und ob es noch Nachkommen gibt.
Mona fragt sich mehr als einmal ob sie ein Recht hat das haus zu besitzen.
Das Thema ist interessant und ich habe schon öfter über Enteignungen der Juden gelesen Auch, dass viele ihr Eigentum für wenig Geld verkauft haben bevor sie es abgenommen bekamen. Wie allerdings die Rechtslage bei der Zurückerstattung ist habe ich mich nie gefragt.
Ellen Sandberg hat gut recherchiert und vermittelt dem Leser beide Seiten.
Ihr Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Protagonisten sind nicht alles sympathisch aber das ist bewusst so gewählt.
Mona ist zu bewundern, sie hat noch ein Auge für ihre Mitmenschen und sieht, dass es Menschen gibt denen es schlechter geht und die auf Hilfe angewiesen sind. So hat sie auch immer ein paar Münzen parat für Hilfsbedürftige am Rande der Gesellschaft.
Sie hat einen großen Gerechtigkeitssinn und lehnt sich nicht einfach zurück und genießt ihr Erbe.
Von der Autorin habe ich schon „Die Vergessenen“ und „Der Verrat“ gelesen. „Das Erbe“ reicht nicht ganz an die Spannung der beiden vorangegangenen Roman ran. Ist aber ein interessantes Buch das am Ende eine unvorhersehbare Wendung annimmt.

Veröffentlicht am 07.11.2019

Düstere Atmosphäre, langatmige Handlung

Verborgen im Gletscher
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Eine Reisegruppe entdeckt auf einem Gletscher eine tiefgefrorene Leiche.
Schnell ist klar, es handelt sich um den seit 30 Jahren verschwundenen Geschäftsmann Siguvin.
Schon damals ging die Polizei davon ...

Eine Reisegruppe entdeckt auf einem Gletscher eine tiefgefrorene Leiche.
Schnell ist klar, es handelt sich um den seit 30 Jahren verschwundenen Geschäftsmann Siguvin.
Schon damals ging die Polizei davon aus, dass Siguvin ermordet wurde. Dem Verdächtige Hjaltalin, der kurz vor dem Verschwinden einen Streit mit Siguvin hatte, konnte man den Mord nicht eindeutig nachweisen.
Jetzt sitzt er wieder in Untersuchungshaft und möchte mit niemandem außer dem damaligen Ermittler sprechen der mittlerweile in Rente ist.
Aber auch Konrad gegenüber beteuerte der mittlerweile schwerkranke seine Unschuld.
„Verborgen im Gletscher“ ist der neue Kriminalroman von Arnaldur Indriðason und der Beginn einer neuen Krimireihe. Wer wie ich schon einige Bücher des Autors gelesen hat weiß, dass seine Bücher Spannung versprechen.
Leider nicht so bei diesem Buch.
Der Klappentext klingt durchaus interessant aber die Handlung ist dann recht langatmig, die Atmosphäre ist düster.
Es gibt gar keine richtigen Ermittlungen. Die Hauptperson ist der ehemalige Kommissar Konrad der immer noch darunter zu leiden scheint den Fall damals nicht gelöst zu haben.
Leider konnte ich keine Beziehung zu Konrad aufbauen. Für mich ist es ein recht komischer und einsamer Kauz.
Die Handlung schweifte oft ab, es gab Nebengeschichten die eigentlich nur dazu da waren um die Seiten zu füllen.
So plätscherte alles langsam dahin und die Spannung wollte nicht recht aufkommen.
Ich denke nicht, dass ich ein weiteres Buch aus dieser neuen Krimireihe lesen werden.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Stimmung
  • Figuren
Veröffentlicht am 04.09.2019

Die Krähe ist zurück

Brennende Narben
4

Im 3. Band der Mara Billinsky Reihe bekommt es Mara gleich mit 2 Fällen zu tun.
In Frankfurt wird eine Edelprostituierte ermordet. Den Verletzungen zu folge muss sie aufs übelste gequält worden sein. Ihr ...

Im 3. Band der Mara Billinsky Reihe bekommt es Mara gleich mit 2 Fällen zu tun.
In Frankfurt wird eine Edelprostituierte ermordet. Den Verletzungen zu folge muss sie aufs übelste gequält worden sein. Ihr letzter Kunde war Maras Vater.
Kurz danach gibt es eine Explosion auf der A661. Ein LKW beladen mit Frauen aus Osteuropa wird in die Luft gejagt.
Zudem versorgt ein anonymer Anrufer Mara mit Informationen. Wer ist dieser Fremde?
Im Fall ihrer ermordeten Mutter ist Mara auch noch nicht weitergekommen. Ganz oben auf ihrer Liste der verdächtigen steht ihr Vater.

Endlich ist er da, Maras 3. Fall „Brennende Narben“ von Leo Born.
Mara ist mit Abstand die außergewöhnlichste und auffälligste Ermittlerin die ich kenne.
Ihre schwarze Kleidung, die schwarzen Haare und die schwarzumrandeten Augen haben dazu geführt, dass sie im Kommissariat die Krähe genannt wird.
Am Anfang war das abfällig gemeint aber ich denke mittlerweile ist das ihr Markenzeichen geworden.
Mara ist mit 2 Fällen beschäftigt, einmal der in die Luft gesprengte LKW mit Mädchen aus Osteuropa. Die Ermittlungen führen ins Frankfurter Rotlichtviertel. Ein gefährliches Pflaster.
Außerdem bekommt Mara anonyme Anrufe die sie im Fall des Rotlichtmilieus weiterbringen sollen. Sie versucht den Anrufen auf den Grund zu gehen und weiß gar nicht in welcher Gefahr sie schwebt.
Auch im Fall ihrer ermordeten Mutter ist Mara immer noch heimlich am Ermitteln, kommt aber kaum einen Schritt weiter.
Ihr Hauptverdächtiger ist ihr Vater.
Aber auch Maras Kollege Jan Rosen macht in diesem Buch eine gewaltige Entwicklung. Der sehr schüchterne und zurückhaltende Kommissar wächst förmlich über sich hinaus was mir gut gefällt. Aus der Krähe und dem Spatz wird ein gutes Team.
Leo Born versteht es wie nur wenige Autoren den Spannungsbogen von der 1. Seite bis zum Ende aufrechtzuerhalten.
Der flüssige und unkomplizierte Schreibstil machen das lesen zu einem Genuss.
Schon nach dem 1. Buch war ich vom Mara Virus infiziert und ich scheue mich nicht davor jede Menge Menschen anzustecken.

  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Geschichte
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 10.07.2019

Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt

Die Magdalena-Verschwörung
1

Im Tower von London taucht eine geköpfte Frauenleiche auf, sie trägt die Kleider von Anne Boleyn.
Die Tote wird als Joanna Reed identifiziert, die ein umstrittenes Buch über Anne Boleyn geschrieben hat.
Auch ...

Im Tower von London taucht eine geköpfte Frauenleiche auf, sie trägt die Kleider von Anne Boleyn.
Die Tote wird als Joanna Reed identifiziert, die ein umstrittenes Buch über Anne Boleyn geschrieben hat.
Auch die Journalistin Maureen Paschal beschäftigt sich mit Anne Boleyn.
Gerät sie dadurch auch in Gefahr?
„Die Magdalena-Verschwörung“ ist bereits der 4. Band der Magdalena-Serie von
Kathleen Mc Gowan.
Die anderen Bände habe ich allerdings nicht gelesen was für dieses Buch auch nicht nötig ist.
Der Covertext hat sich für mich recht spannend angehört. Wenn man einige Seiten gelesen hat merkt man jedoch schnell, dass das Buch mit Thriller im falschen Genre angesiedelt ist.
Das hätte mich jetzt nicht gestört den ich lese auch sehr gerne historische Romane und auch Kriminalromane mit historischem Hintergrund.
Trotzdem hat dieses Buch meine Erwartungen an ein spannendes und unterhaltsames Buch egal welches Genre nicht erfüllt.
Der Anfang war noch recht interessant. Maureen, ihr Mann und ihre Freunde haben in dem alten Schloss welches sie restaurieren Briefe und Tagebücher von Anne Boleyn gefunden.
Diese galt es zu Sichten und zu Bewerten.
Gefallen hat mir, dass nicht nur über den Inhalt der Briefe und Tagebücher erzählt wurde sondern man in die Zeit versetzt wurde. Man hat Anne Boleyn nach Mecheln an den Hof von Margarete von Österreich die sich begabten jungen Mädchen annahm und für deren Ausbildung sorgte. Danach reiste Anne an den französischen Königshof.
So wechselten sich die Gegenwart und die Vergangenheit immer ab.
Die Zeit war sehr interessant und hat Anne Boleyn in einem ganz neuen Licht gezeigt.
Doch die 2. Hälfte des Buches war dann nur noch eine lehrhafte Beschreibung einer Pilgerreise und aller möglichen Heiligen und Gedenkstätten. Aber auch nach dieser Reise wurde es nicht mehr besser.
Von den Jahren an der Seite des Königs Heinrich VIII. habe ich mir auch mehr versprochen. Das Thema wurde recht kurz abgehandelt.
Die Gegenwart wurde auch nicht spannend, es gab zwar weitere Morde aber auch das fand nicht viel Beachtung.
Das Ende war dann auch sehr enttäuschend und unspektakulär.
Die 3 Sterne die ich vergebe sind für den guten Beginn der Geschichte. Die 2. Hälft hat nicht mehr als einen Stern verdient.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Figuren
  • Idee
Veröffentlicht am 15.06.2019

Inge Löhnig eben - lesenswert wie immer

Unbarmherzig
0

Gina Angelucci hat ihren 1. Tag im Kommissariat. Zu Hause hat Tino Dühnfort das Zepter übernommen.
Zur gleichen Zeit werden menschliche Knochen gefunden.
Wie sich herausstellt sind es 2 Tote die schon ...

Gina Angelucci hat ihren 1. Tag im Kommissariat. Zu Hause hat Tino Dühnfort das Zepter übernommen.
Zur gleichen Zeit werden menschliche Knochen gefunden.
Wie sich herausstellt sind es 2 Tote die schon vor vielen Jahren zu tote kamen.
Gina hat sich vorgenommen herauszufinden wer die Toten waren und den Hinterbliebenen Gewissheit zu geben.
Die Ermittlungen führen sie weit zurück in die Kriegsjahre und zu einer Munitionsanstalt.
Inge Löhnig gehört zu meinen liebsten Krimiautorinnen. So habe ich auch die gesamte Dühnfort-Reihe und Ginas 1. Fall gelesen genau wie die Romane die unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg erschienen sind.
Auch mit ihrem neuen Buch „Unbarmherzig“, der 2. Fall von Gina Angelucci wurde ich nicht enttäuscht.
Wer Gina kennt weiß wie hartnäckig sie sein kann, so verbeißt sie sich auch hier wieder in einen Fall der eigentlich nicht zu lösen ist.
Die Ermittlungen führen sie bis in das Jahr 1944 und es ist eigentlich klar, dass es keinen Täter mehr gibt den man zur Rechenschaft ziehen kann.
Aber die Toten haben es verdient, dass sie einen Namen erhalten, dass die Angehörigen wissen was mit ihnen geschehen ist.
So kämpft Gina nicht nur gegen verschlossene Dorfbewohner sondern auch gegen die Staatsanwaltschaft die den Fall einstellen wollen.
natürlich ist auch Tino Dühnfort mit von der Partie, er hat jetzt seinen Teil der Elternzeit genommen und versorgt die kleine Chiara.
Das Kind ist ein wahrer Sonnenschein auch wenn es zu einer unschönen Szene im Buch kommt. Nicht alle Menschen sind behinderten Kindern aufgeschlossen gegenüber. So ist nun mal die Realität.
Der Schreibstil von Inge Löhnig ist wie gewohnt unkompliziert und es geht flott voran. Die Spannung hält von Anfang bis Ende an.
Jetzt freue ich mich auf den nächsten Fall aus der Dühnfort-Reihe aber Tino ist ja noch in Elternzeit.