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Veröffentlicht am 10.07.2019

Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt

Die Magdalena-Verschwörung
1

Im Tower von London taucht eine geköpfte Frauenleiche auf, sie trägt die Kleider von Anne Boleyn.
Die Tote wird als Joanna Reed identifiziert, die ein umstrittenes Buch über Anne Boleyn geschrieben hat.
Auch ...

Im Tower von London taucht eine geköpfte Frauenleiche auf, sie trägt die Kleider von Anne Boleyn.
Die Tote wird als Joanna Reed identifiziert, die ein umstrittenes Buch über Anne Boleyn geschrieben hat.
Auch die Journalistin Maureen Paschal beschäftigt sich mit Anne Boleyn.
Gerät sie dadurch auch in Gefahr?
„Die Magdalena-Verschwörung“ ist bereits der 4. Band der Magdalena-Serie von
Kathleen Mc Gowan.
Die anderen Bände habe ich allerdings nicht gelesen was für dieses Buch auch nicht nötig ist.
Der Covertext hat sich für mich recht spannend angehört. Wenn man einige Seiten gelesen hat merkt man jedoch schnell, dass das Buch mit Thriller im falschen Genre angesiedelt ist.
Das hätte mich jetzt nicht gestört den ich lese auch sehr gerne historische Romane und auch Kriminalromane mit historischem Hintergrund.
Trotzdem hat dieses Buch meine Erwartungen an ein spannendes und unterhaltsames Buch egal welches Genre nicht erfüllt.
Der Anfang war noch recht interessant. Maureen, ihr Mann und ihre Freunde haben in dem alten Schloss welches sie restaurieren Briefe und Tagebücher von Anne Boleyn gefunden.
Diese galt es zu Sichten und zu Bewerten.
Gefallen hat mir, dass nicht nur über den Inhalt der Briefe und Tagebücher erzählt wurde sondern man in die Zeit versetzt wurde. Man hat Anne Boleyn nach Mecheln an den Hof von Margarete von Österreich die sich begabten jungen Mädchen annahm und für deren Ausbildung sorgte. Danach reiste Anne an den französischen Königshof.
So wechselten sich die Gegenwart und die Vergangenheit immer ab.
Die Zeit war sehr interessant und hat Anne Boleyn in einem ganz neuen Licht gezeigt.
Doch die 2. Hälfte des Buches war dann nur noch eine lehrhafte Beschreibung einer Pilgerreise und aller möglichen Heiligen und Gedenkstätten. Aber auch nach dieser Reise wurde es nicht mehr besser.
Von den Jahren an der Seite des Königs Heinrich VIII. habe ich mir auch mehr versprochen. Das Thema wurde recht kurz abgehandelt.
Die Gegenwart wurde auch nicht spannend, es gab zwar weitere Morde aber auch das fand nicht viel Beachtung.
Das Ende war dann auch sehr enttäuschend und unspektakulär.
Die 3 Sterne die ich vergebe sind für den guten Beginn der Geschichte. Die 2. Hälft hat nicht mehr als einen Stern verdient.

Veröffentlicht am 28.03.2019

Spannung und Humor perfekt miteinander verknüpft

Tante Poldi und die Schwarze Madonna
1

Einer Frau, Rosaria soll der Teufel ausgetrieben werden.
Plötzlich setzt sie sich auf und beginnt mit einer bayrischen Schimpftiarde und sagt, sie sei die Poldi.
Kurz darauf springt eine der anwesenden ...

Einer Frau, Rosaria soll der Teufel ausgetrieben werden.
Plötzlich setzt sie sich auf und beginnt mit einer bayrischen Schimpftiarde und sagt, sie sei die Poldi.
Kurz darauf springt eine der anwesenden Nonnen vom Dach des Apostolischen Palastes.
In Torre Archirafi, wo Poldi lebt werden immer wieder Drohungen an ihre Hauswand geschrieben
Sogar der Tod warnt Poldi vor, an ihrem 61. Geburtstag der kurz bevorsteht wird sie sterben.
Alles spricht gegen Poldi aber sie lässt sich nicht ins Bockshorn jagen.
„Tante Poldi und die schwarze Madonna“ von Mario Giordano ist für mich mein erster Tante Poldi Krimi und ich muss sagen, nach wenigen Seiten ist ein neuer Tante Poldi-Fan geboren.
Der Krimi besticht durch seinen deftigen bayrischen Humor, zugegeben hier darf man nicht so zimperlich sein.
Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Der Fall ist interessant und bleibt bis zum Ende spannend.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Vor allem Tante Poldi, sie liebt Ermitteln, Alkohol und Dings und das lässt sie sich auch nicht vom Tod verbieten.
Ihr Partner, Commissario Montana gefällt mir auch gut und er muss einiges an Poldis Seite aushalten.
Poldis Neffe kann ich mir gut vorstellen. Ich sehe ihn immer mit offenen Mund staunend vor mir wenn Poldi von ihren Ermittlungen erzählt.
Er ist bemüht die Fälle von Poldi aufzuschreiben, denn er möchte ja schließlich ihre Fälle als Buch veröffentlichen, ganz nach Art von Arthur Conan Doyle.
Wer gerne spannende Kriminalgeschichten liest und auch Humor hat, liegt bei „Tante Poldi“ genau richtig.

Veröffentlicht am 07.03.2019

Hochspannung

Lazarus
1

Als der Kopf von Joonna Linnas toter Ehefrau in der Wohnung eines Grabschänders gefunden wird und gleichzeitig europaweit Straftäter ermordet werden steht für Joona Linna fest, Jurek Walter, der gefährlichste ...

Als der Kopf von Joonna Linnas toter Ehefrau in der Wohnung eines Grabschänders gefunden wird und gleichzeitig europaweit Straftäter ermordet werden steht für Joona Linna fest, Jurek Walter, der gefährlichste Serienmörder Schwedens lebt und er will ihn und seine Tochter.
Bei seinen Kollegen findet er kein Gehör, schließlich ist Jurek Walter vor einigen Jahren bei einem Polizeieinsatz von mehreren Schüssen tödlich getroffen worden und in den Fluss gestürzt, seine Leiche wurde allerdings nie gefunden.
Für Joona Linna gibt es nur eins, seine Tochter in Sicherheit bringen.
„Lazarus“ ist mittlerweile schon der 7. Fall mit dem Ermittler Joona Linna von dem Autorenpaar Lars Kepler.
Für mich ist es das erste Buch aus dieser Reihe und mir fehlte die Vorgeschichte was mir den Einstieg etwas erschwerte. Vor allem sollte man „Der Sandmann“ gelesen haben in dem Jurek Walter getötet wurde.
Trotzdem ist mir schnell klar geworden um was für einen gefährlichen Menschen es sich bei Jurek Walter handeln muss und was es bedeutet wenn er wirklich noch am Leben ist.
Dies glaubt allerdings außer Joona Linna niemand. Vor allem seine Kollegin Saga Bauer ist sich sicher, dass sie Jurek erschossen hat.
Mit dem Ermittler Joona Linna konnte ich mich nicht so ganz anfreunden. Er hatte zwar eine schnelle Auffassungsgabe, zog seine Schlüsse und lag fast immer richtig.
Mir war er allerdings etwas zu gewaltbereit, vor allem am Ende des Buches.
Der Krimi hat sich sehr schnell gelesen uns die Spannung steigerte sich ins unermessliche.
Allerdings waren einige Szenen sehr unrealistisch. Mir schien es als ob manchmal die Fantasie mit den Autoren durchgegangen ist.
„Lazarus“ ist ein spannender Krimi der gute Unterhaltung bietet wenn man über einige unrealistische und übertrieben Szenen hinwegsieht.

Veröffentlicht am 28.11.2018

Potenzial nicht ausgeschöpft

Deine letzte Stunde
1

Raquel ist Vertretungslehrerin und somit immer wieder an wechselnden Schulen beschäftigt.
Diesmal verschlägt es sie in eine Kleinstadt in Galicien, dem Heimatort von Germán.
Da die Stelle für 7 Monate ...

Raquel ist Vertretungslehrerin und somit immer wieder an wechselnden Schulen beschäftigt.
Diesmal verschlägt es sie in eine Kleinstadt in Galicien, dem Heimatort von Germán.
Da die Stelle für 7 Monate ist entschließen sie sich dort hinzuziehen.
An ihrem ersten Arbeitstag erfährt Raquel, dass Viruca, die Lehrerin die sie vertreten soll Selbstmord begangen hat.
Am Ende ihres ersten Unterrichtstages wird ihr ein Zettel mit der Aufschrift „Und wann stirbst du?“ zugesteckt.
Mauro der Mann von Viruca zweifelt am Selbstmord seiner Frau und Raquel bekommt auf Zweifel und stellt Nachforschungen an.
Der Plot hat mich neugierig gemacht, ich habe ein spannendes Buch erwartet.
Doch ich wurde enttäuscht. Das Potenzial, dass die Story hergeben könnte wurde bei weitem nicht genutzt.
Ich bin schnell in die Handlung reingekommen und es gab durchaus auch spannende Passagen.
Allerdings waren die Protagonisten reihum sehr nervig.
Vor allem Raquel. Habe ich sie zu Beginn nur für naiv gehalten war sie am Ende einfach nur dumm.
Raquel wurde in der Schule gemobbt (ich möchte hier nicht viel verraten). Anstatt sich zu wehren und als sie den Verdacht bekommt, dass ihre Vorgängerin umgebracht wurde und ihr vielleicht ähnlichen blüht versucht sie alleine dem Geheimnis auf den Grund zu kommen und verstrickt sich in ein Netz von Lügen.
Auch ihr Mann Germán der in diesem Dorf aufgewachsen ist und die Menschen kennt ist nicht immer ehrlich zu Raquel und hat mich als Charakter nicht überzeugen können.
Das Ende des Buchs war dann sehr unrealistisch, geradezu an den Haaren herbeigezogen.
Auch konnte ich mir am Ende immer noch nicht alle Verhaltensweisen der Schüler erklären.
So gehört das Buch „Deine letzte Stunde“ von Carlos Montero wohl zu den Büchern die ich nicht unbedingt hätte lesen müssen.

Veröffentlicht am 15.06.2019

Inge Löhnig eben - lesenswert wie immer

Unbarmherzig
0

Gina Angelucci hat ihren 1. Tag im Kommissariat. Zu Hause hat Tino Dühnfort das Zepter übernommen.
Zur gleichen Zeit werden menschliche Knochen gefunden.
Wie sich herausstellt sind es 2 Tote die schon ...

Gina Angelucci hat ihren 1. Tag im Kommissariat. Zu Hause hat Tino Dühnfort das Zepter übernommen.
Zur gleichen Zeit werden menschliche Knochen gefunden.
Wie sich herausstellt sind es 2 Tote die schon vor vielen Jahren zu tote kamen.
Gina hat sich vorgenommen herauszufinden wer die Toten waren und den Hinterbliebenen Gewissheit zu geben.
Die Ermittlungen führen sie weit zurück in die Kriegsjahre und zu einer Munitionsanstalt.
Inge Löhnig gehört zu meinen liebsten Krimiautorinnen. So habe ich auch die gesamte Dühnfort-Reihe und Ginas 1. Fall gelesen genau wie die Romane die unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg erschienen sind.
Auch mit ihrem neuen Buch „Unbarmherzig“, der 2. Fall von Gina Angelucci wurde ich nicht enttäuscht.
Wer Gina kennt weiß wie hartnäckig sie sein kann, so verbeißt sie sich auch hier wieder in einen Fall der eigentlich nicht zu lösen ist.
Die Ermittlungen führen sie bis in das Jahr 1944 und es ist eigentlich klar, dass es keinen Täter mehr gibt den man zur Rechenschaft ziehen kann.
Aber die Toten haben es verdient, dass sie einen Namen erhalten, dass die Angehörigen wissen was mit ihnen geschehen ist.
So kämpft Gina nicht nur gegen verschlossene Dorfbewohner sondern auch gegen die Staatsanwaltschaft die den Fall einstellen wollen.
natürlich ist auch Tino Dühnfort mit von der Partie, er hat jetzt seinen Teil der Elternzeit genommen und versorgt die kleine Chiara.
Das Kind ist ein wahrer Sonnenschein auch wenn es zu einer unschönen Szene im Buch kommt. Nicht alle Menschen sind behinderten Kindern aufgeschlossen gegenüber. So ist nun mal die Realität.
Der Schreibstil von Inge Löhnig ist wie gewohnt unkompliziert und es geht flott voran. Die Spannung hält von Anfang bis Ende an.
Jetzt freue ich mich auf den nächsten Fall aus der Dühnfort-Reihe aber Tino ist ja noch in Elternzeit.