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Veröffentlicht am 24.09.2020

Brilliant erzählt

Fräulein Gold. Scheunenkinder
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Berlin 1923er.
Hulda Gold ist Hebamme und wird zu einer Geburt ins Scheunenviertel gerufen.
Hier leben meist recht arme Juden in einer engen Gemeinschafft zusammen.
Als der Säugling einige Tage nach der ...

Berlin 1923er.
Hulda Gold ist Hebamme und wird zu einer Geburt ins Scheunenviertel gerufen.
Hier leben meist recht arme Juden in einer engen Gemeinschafft zusammen.
Als der Säugling einige Tage nach der Geburt verschwunden ist lässt es Hulda Gold keine Ruhe.
Hulda beginnt Nachforschungen anzustellen und sucht auch Hilfe bei Kommissar Karl North mit dem sie auf privater Ebene befreundet ist.
Gerade zu diesem Zeitpunkt fahndet der Kommissar nach Kinderhändlern.
Kann es da einen Zusammenhang geben?

„Fräulein Gold-Scheunenkinder“ ist bereits der 2. Teil der Trilogie um die Hebamme Hulda Gold von der Autorin Anne Stern.
Die Hauptperson ist Hulda Gold, von Beruf Hebamme.
Hulda hat eine Art die bei den werdenden Müttern gleich auf Vertrauen stößt.
Sie ist nett, sympathisch und hilfsbereit.
In diesem Teil wird Hulda Gold ins Scheunenviertel gerufen.
Hier leben meist recht arme Juden. Als ein Neugeborenes verschwindet lässt es Hulda natürlich keine Ruhe. Aber keiner weiß etwas, keiner hat etwas gesehen.
Hulda versucht dem Geheimnis der jüdischen Gemeinde auf die Spur zu kommen.
Anne Stern beschreibt das Leben im Scheunenviertel sehr anschaulich und authentisch.
Auch die Gegebenheiten der Zeit sind gut beschrieben. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Die Preise für Lebensmittel explodieren.
Das Geld das man heute verdient ist morgen schon nichts mehr wert.
Uns so fließt, wie es in der Geschichte heißt, der braune Schlamm aus München bis nach Berlin.
Ich habe den Roman als Hörbuch was ein wahrer Genuss für die Sinne ist.
Anna Thalbach ist eine der besten Sprecherinnen die ich kenne. Sie verleiht jedem Charakter durch ihre Stimme eine eigene Identität.
Es ist erstaunlich wie Anna Thalbach den Protagonisten durch ihre verschiedenen Tonlagen Leben einhaucht.
Jetzt freue ich mich schon auf den 3. Teil der im April 2021 erscheinen soll.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2020

Interessanter Auftakt mit kleinen Schwächen

Die Tote von Dresden
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Frank Haberking hat es unterlassen eine Zeugin zu befragen. Dies hat zur Folge, dass ein Straftäter, der ein 17-jähriges Mädchen vergewaltigt und getötet hat auf freien Fuß kommt.
Daraufhin wird Haberking ...

Frank Haberking hat es unterlassen eine Zeugin zu befragen. Dies hat zur Folge, dass ein Straftäter, der ein 17-jähriges Mädchen vergewaltigt und getötet hat auf freien Fuß kommt.
Daraufhin wird Haberking strafversetzt und bekommt einen 10 Jahre alten Fall zugeteilt.
Die Familienrichterin Jennie Flagant wurde entführt und zur Prostitution gezwungen. Nachdem sie von der Polizei befreit wurde hat sie Selbstmord begangen.
Zu seiner Unterstützung bekommt er Anna-Maria Slakow.
Auch sie wurde strafversetzt.
Beide wissen, dass dieser Fall die einzige Chance zur Rückkehr in den normalen Polizeidienst ist.
„Die Tote von Dresden“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe von Julius Kron.
Der Fall ist spannend und führt zu Beginn in viele Richtungen.
Die Familienrichterin Jennie Flagant hat nach ihrer Entführung und der Zwangsprostitution Selbstmord begangen:
Die Suche nach dem Grund der Entführung gestaltet sich schwierig. Wollte jemand Rache nehmen? Steckt die serbisch-albanische Mafia dahinter?
Die Ermittlungen gehen in verschiedene Richtungen.
Die 2 Ermittler sind grundverschieden.
Frank Haberking macht lieber weniger als zu viel. Dienst nach Vorschrift ist bei ihm schon immer angesagt. Erst als seine Frau ihn anschubst sich in diesen Fall reinzuknien erfasst ihn der Jagdinstinkt.
Er wandelt sich zu einem ehrgeizigen Ermittler.
Anna-Maria Slakow ist von Haus aus eine Ermittlerin die es mit dem Konventionellen nicht so genau nimmt. Sie stachelt Haberking zu Höchsttouren an.
Am Anfang waren die Beiden sich nicht ganz Grün, dies gibt sich aber im Laufe der Zusammenarbeit.
Julius Kron erzählt diesen Krimi spannend, allerdings sind doch einige Ungereimtheiten im Laufe des Lesens aufgetaucht die mich etwas gestört haben.
Auch bleiben am Ende einige lose Fäden hängen die ich gerne aufgelöst gehabt hätte.
Wahrscheinlich geschieht das im nächsten Band.
So schließe ich das Buch etwas zwiespältig.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 31.05.2020

Inge Löhning – Die Garantie für Spannung

Deiner Seele Grab
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Kommissar Dühnfort bekommt es in diesem Buch mit einem Serienmörder zu tun, genannt der Samariter.
Er ermordet alte Menschen und gibt ihnen Apfel und Trauben in die Hand als Symbol der Erlösung.
Beider ...

Kommissar Dühnfort bekommt es in diesem Buch mit einem Serienmörder zu tun, genannt der Samariter.
Er ermordet alte Menschen und gibt ihnen Apfel und Trauben in die Hand als Symbol der Erlösung.
Beider Suche nach dem Täter ermittelt Dühnfort in verschiedene Richtungen was seine ganze Konzentration erfordert. Dummerweise hat er es aber auch mit einer internen Ermittlung gegen sich selbst zu tun. Angeblich ist er bei einer Vernehmung handgreiflich geworden und dafür gibt es einen Polizeibeamten als Zeugen. Doch wer Kommissar Dühnfort kennt weiß, dass er nicht Gewalttätig ist.
In ihrem 6. Dühnfort Fall hat Inge Löhning wieder einmal alle Register gezogen. Das Buch ist wie gewohnt von der ersten bis zur letzten Seite spannend.
Auch hat Frau Löhning mit dem Thema über die ungenügende Betreuung im Alter ein sehr interessantes und aktuelles Thema angeschnitten.
Besonders schmunzeln (auch wenn es traurig ist) musste ich bei der Situation als Clara ihren an Alzheimer erkranken Vater im Krankenhaus besucht hat.
Diese Situation kenne ich aus eigener Erfahrung sehr gut.

Ein Muss für alle Krimifans.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2020

Grenzübergreifende Ermittlungen mit historischem Hintergrund

Nordlicht - Die Spur des Mörders
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„Nordlicht – Die die Spur des Mörders“ ist nun der 2. Kriminalroman der Reihe um das deutsch-dänische Ermittlungsteam von Anette Hinrichs.
Nachdem ich vom 1. Buch schon begeistert war habe ich den 2. Band ...

„Nordlicht – Die die Spur des Mörders“ ist nun der 2. Kriminalroman der Reihe um das deutsch-dänische Ermittlungsteam von Anette Hinrichs.
Nachdem ich vom 1. Buch schon begeistert war habe ich den 2. Band mit Ungeduld erwartet.
Was soll ich sagen, das Warten hat sich gelohnt.
Die Ermittlungen sind wieder grenzübergreifend zwischen Deutschland und Dänemark.
So kommt das schon bekannte Team aus Kommissaren und Polizisten beider Länder wieder zusammen.
Die Charaktere sind super herausgearbeitet. Die Ermittler Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg haben mir im 1. Band schon gut gefallen.
Vibeke und Rasmus lernen sich immer besser kennen.
Wenn auch Vibeke mit der unkonventionellen Art von Rasmus immer wieder ihre Schwierigkeiten hat.
Die Ermittlungen führen das Team zurück in die Nachkriegsjahre als deutsche Flüchtlinge nach Dänemark gebracht wurden.
Viele deutsche sind damals in den Flüchtlingslagern gestorben, vor allem Kinder.
Ein Konflikt der wohl bis heute nicht aufgearbeitet wurde.
Dieser historische Hintergrund war für mich Neuland und somit interessant.
Auch das Mordopfer ist als Kind in einem Lager gewesen und dann zu Pflegefamilien und ins Kinderheim gekommen. Ein Kind das niemand haben wollte.
Der Ermordete war Mitglied der dänischen Minderheit und dabei seine Vergangenheit aufzuarbeiten.
Schnell kam die Frage auf ob er dabei jemandem zu nahegekommen war.
So wurde im nahen Umfeld sowie in der Vergangenheit des Opfers ermittelt.
Das Ende war dann zwar überraschend aber durchaus stimmig und hat mich mit einem zufriedenen Gefühl zurückgelassen.
Nordlicht gehört für mich zu den besten Krimireihen und ich freue mich auf viele weiter Fälle.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2020

Gemütlicher Krimi mit Urlaubsgefühl

Mord in Barcelona
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Eine deutsche Touristin wird tot dem Friedhof Montjuïc gefunden.
Kommissar Jaume Soler und sein Team von der Kripo übernehmen die Ermittlungen.
Die Ermittlungen kommen nur schleppend voran was die Schwester ...

Eine deutsche Touristin wird tot dem Friedhof Montjuïc gefunden.
Kommissar Jaume Soler und sein Team von der Kripo übernehmen die Ermittlungen.
Die Ermittlungen kommen nur schleppend voran was die Schwester des Kommissars Montse angestachelt von ihrer Mutter dazu veranlasst ebenfalls Nachforschungen nach der Toten anzustellen.
„Mord in Barcelona“ ist der Auftakt zu einer Krimireihe von Isabella Esteban. Hinter dem Pseudonym versteckt sich die Autorin Brigitte Pons die schon viele Krimis veröffentlicht hat.
Das Buch hat mich besonders durch seine Beschreibung von Barcelona begeistert. Man spürt, dass die Autorin ein Herz für diese Stadt hat. Ich war selbst erst vor einem Jahr in Barcelona und es war schön so viele Stellen gekannt zu haben.
Was den Fall und die Ermittlungen angeht war es eher ein gemütlicher Krimi. Der Kommissar war sympathisch aber etwas behäbig. Die Ermittlungen kamen nicht so recht ins Laufen.
Die Schwester Montse hat sich heimlich in die Ermittlungen eingemischt, warum war mir bis zum Ende nicht klar.
Im letzten Viertel des Buches kam dann doch Spannung auf und es kamen ungeahnte Verwicklungen zu Tage.
Der Schreibstil der Autorin war flüssig und lies sich sehr gut lesen. Nur das Tempo war mir etwas zu behäbig, ich hätte mir etwas mehr tempo und mehr Spannung gewünscht.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzähltstil
  • Figuren