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Veröffentlicht am 27.03.2026

Für alle, die sich mit Frieden und Kriegen auseinandersetzen möchten

Let's talk about - Frieden und Kriege. Dein Eintragebuch
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„Let’s talk about Frieden und Kriege“ ist ein inhaltlich sehr starkes Buch für alle, die sich intensiver mit den Themen Krieg und Frieden auseinandersetzen möchten. Besonders gelungen ist der ...


„Let’s talk about Frieden und Kriege“ ist ein inhaltlich sehr starkes Buch für alle, die sich intensiver mit den Themen Krieg und Frieden auseinandersetzen möchten. Besonders gelungen ist der Aufbau als Eintragebuch. Ich werde immer wieder dazu angeregt, eigene Gedanken festzuhalten und das Gelesene zu reflektieren.

Das Sachbuch ist in vier Bereiche gegliedert: Es geht zunächst um die Gründe von Kriegen. Weiter geht es mit Flucht und Asyl und anschließend darum, wie man sich im Alltag gewaltlos für Frieden einsetzen kann. Zum Schluss geht es um das eigene Konfliktverhalten (z. B. um Zivilcourage und friedliches Miteinander).

Das Kapitel zu den Kriegsursachen ist meiner Meinung nach besonders gelungen, weil verständlich erklärt wird, welche Rolle Macht, Rohstoffe oder ideologische Vorstellungen spielen.
Sehr hilfreich sind auch die vielen kurzen Infoboxen zu Begriffen wie dem Ottawa-Abkommen oder Blindgängern.
Spannend ist außerdem das Kapitel über Digitalisierung und Social Media. Der Selbsttest zu Fake- und echten Kriegsbildern sowie die dazugehörige Checkliste sind wirklich interessant gemacht und helfen dabei, KI-generierte Inhalte schnell zu erkennen.

Gut gefallen haben mir auch die Hinweise auf interaktive Webseiten mit zusätzlichen Infos, Interviews und Statistiken, z. B. zur Frage, welche Risiken es birgt, wenn Geflüchtete Smartphones bei sich tragen. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich direkt im Buch festhalten. Insgesamt wird man immer wieder aktiv einbezogen, reflektiert eigenes Verhalten und setzt sich mit Fragen wie „Was ist Gewalt?“ oder verschiedenen Konfliktarten auseinander.

Das Buch ist anspruchsvoll und eher ab etwa 12 Jahren geeignet. Einen kleinen Punkt Abzug gibt es für die Gestaltung. Sie ist schlicht und zurückhaltend gehalten und funktional. Dadurch wirkt es zwar übersichtlich, aber auch etwas nüchtern. Mit etwas mehr visueller Abwechslung und Farbe hätte es noch ansprechender wirken können, gerade für jüngere Leserinnen und Leser.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Ein emotionales Familienepos im australischen Outback

Ein weites Leben
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"Ein weites Leben" von M.L. Stedman ist ein emotionales Familienepos, das im australischen Outback in den 50er und 60er Jahren spielt. Im Roman dreht sich alles um die Familie MacBride, deren Leben durch ...


"Ein weites Leben" von M.L. Stedman ist ein emotionales Familienepos, das im australischen Outback in den 50er und 60er Jahren spielt. Im Roman dreht sich alles um die Familie MacBride, deren Leben durch einen tragischen Unfall, bei denen zwei Familienmitglieder sterben, zerstört wird. Es steht der Überlebenskampf und das Zurückfinden ins Leben des Sohnes Matthew im Vordergrund, der vom Unfall schwer getroffen wurde.

Zentrale Themen des Romans sind in erster Linie Schicksal, Trauer, Schuld und Verlust.

Ich empfand die Handlung rund um die Familie MacBride und das Leben im australischen Outback als sehr langatmig. Die vielen Figuren, Naturbeschreibungen und Erzählstränge machten es mir schwer in die Handlung zu finden. Auch die ständigen Zeitsprünge und Persepektivwechsel störten mich.

Die Autorin hat einen sehr nüchternen und sachlichen Schreibstil gewählt. Das ist nicht ganz mein Geschmack, vor allem wenn dramatische und tragische Dinge passieren. Da hätte ich mir mehr Emotionalität und Tiefe gewünscht. Durch die nüchterne Beschreibweise konnte ich auch mit den Figuren nicht richtig warm werden.

Gefallen hat mir das Setting. Ich habe viel über das entbehrungsreiche Leben im australischen Outback in den 50er und 60er Jahren erfahren. Die Autorin beschreibt dies sehr detailreich und intensiv, sodass ich ein gutes Bild vom Leben damals bekommen habe. Hier hat mir die bildhafte Sprache sehr gefallen, da ich mir die unvorstellbaren Weiten Australiens sehr gut vorstellen konnte.

Der Familienroman ist definitiv kein Buch für zwischendurch, da man als Leser mit vielen Figuren, Namen und Umständen konfrontiert wird. Wer mehr über das karge Leben im australischen Outback erfahren möchte und tragische Familienepen mag, liegt mit der Wahl des Buches richtig.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Ein stark körperliches Buch über Identität, Herkunft und Zugehörigkeit

Melken
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Im Mittelpunkt des Romans „Melken“ von Sanna Samuelsson steht Ellen, die nach einer persönlichen Krise auf den Bauernhof ihrer Kindheit zurückkehrt. Dort wird sie nicht nur mit Erinnerungen konfrontiert, ...

Im Mittelpunkt des Romans „Melken“ von Sanna Samuelsson steht Ellen, die nach einer persönlichen Krise auf den Bauernhof ihrer Kindheit zurückkehrt. Dort wird sie nicht nur mit Erinnerungen konfrontiert, sondern auch mit der unmittelbaren, rohen Körperlichkeit des Landlebens. Der Roman wirkt dabei wie eine Hommage an das harte und entbehrungsreiche Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof.

Inhaltlich ist die Handlung nicht allzu spektakulär. Der Einstieg in die Handlung fiel mir etwas schwer, da ich unter anderem erst mit der speziellen Erzählweise klarkommen musste.
Das Ende wirkt abrupt und lässt einige Fragen offen. Die Liebesgeschichten mit Max und Diana bleiben schemenhaft, lassen dabei aber Platz für eigene Interpretationen. Ellens Motivation, insbesondere im Hinblick auf Max bei ihrer Rückkehr, erschließt sich mir zum Beispiel nicht vollständig.

Mir gefällt aber, dass der Roman sprachlich dicht und sinnlich aufgeladen ist. Samuellson arbeitet mit vielen Adjektiven sowie starken Personifikationen. Die Sprache ist bildreich und zugleich schonungslos. Landschaften sind nicht einfach nur da. Sie flirren, drücken, atmen. Die Hitze klebt schwer auf der Haut, der Stallgeruch kriecht in jede Pore, die Felder scheinen zu lauschen. Die Natur wirkt beinahe lebendig und beobachtend.
Die vielen Adjektive verdichten die Wahrnehmung. Gerüche sind beißend, Farben stumpf oder glühend, Berührungen klebrig oder brennend.
Dinge werden vermenschlicht. Der Stall scheint zu stöhnen, die Erde wirkt hungrig, die Luft drückt wie eine unsichtbare Hand. Die Natur wirkt geradezu lebendig und beobachtend. Dadurch entsteht eine intensive und sinnliche Atmosphäre.

„Melken“ ist also eine stark körperliche Lektüre. Eine Geschichte, die Identität, Herkunft und Zugehörigkeit nicht nur gedanklich, sondern spürbar, schmutzig und lebendig erfahrbar macht.

Insgesamt ist der Roman ungewöhnlich und lebt vor allem von seiner intensiven, bildreichen Sprache und Atmosphäre. Trotz kleiner Schwächen in Handlung und Struktur überzeugt er mich durch seine sprachliche Kraft.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Eine nachdenkliche Geschichte über Einsamkeit

Der andere Arthur
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„Der andere Arthur“ von Liz Moore erzählt eine ruhige, nachdenkliche Geschichte über Einsamkeit und ungelebte Leben. Besonders Arthur Opp ist mir sehr ans Herz gewachsen. Er ist eine liebenswerte, einsame ...


„Der andere Arthur“ von Liz Moore erzählt eine ruhige, nachdenkliche Geschichte über Einsamkeit und ungelebte Leben. Besonders Arthur Opp ist mir sehr ans Herz gewachsen. Er ist eine liebenswerte, einsame Figur, deren Geschichte berührt. Auch die Verbindung zwischen ihm und Charlene fand ich schön erzählt, zwei eher tragische Figuren, die beide ihr eigenes Päckchen tragen.

Sehr gelungen fand ich die Figurenzeichnung insgesamt. Besonders Yolanda, die plötzlich in Arthurs Leben auftaucht und vieles durcheinanderbringt, mochte ich sehr. Nach und nach entsteht zwischen den beiden eine besondere Verbindung und sie werden füreinander zu einer wichtigen Stütze.

Die Handlung rund um Kel - quasi der andere Arthur-war für mich stellenweise etwas langatmig. Vor allem der Baseball nimmt einen großen Raum ein, und einige Nebenhandlungen fand ich weniger spannend. Trotzdem war mir Kel als Figur sympathisch und er hat mich ein wenig an Demon Copperhead erinnert.

Insgesamt ein lesenswertes Buch mit starken, menschlichen Figuren und einer Geschichte, die lange nachwirkt. ⭐⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Schuld, Schönheit, Zugehörigkeit

Das schönste aller Leben
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„Das schönste aller Leben“ erzählt aus vier Perspektiven: der Sicht der Banater Erde, der jungen Vio, der erwachsenen Vio und der Figur Theresia aus dem 18. Jahrhundert. Im Zentrum steht Vio, die in den ...

„Das schönste aller Leben“ erzählt aus vier Perspektiven: der Sicht der Banater Erde, der jungen Vio, der erwachsenen Vio und der Figur Theresia aus dem 18. Jahrhundert. Im Zentrum steht Vio, die in den 90er Jahren mit ihren Eltern als Aussiedler aus dem rumänischen Banat nach Deutschland kommen. Wie viele Banater Schwaben hat ihre Familie deutsche Wurzeln. Sie fühlt sich jedoch weder ganz in Rumänien noch in Deutschland wirklich zugehörig.
Parallel dazu wird die Geschichte von Theresia erzählt, deren Schicksal im 18. Jahrhundert ebenfalls von gesellschaftlichen Normen und Schuldzuweisungen geprägt ist. Beide Frauen verbindet Leid, Schicksal und Schuld.

Besonders stark arbeitet Boras heraus, welche Rolle Schönheit im Leben von Frauen spielt. Theresia wird als „schuldig“ dargestellt, weil sie einen Diakon verführt haben soll. Schliesslich, so die Logik der Gesellschaft, konnte er sich als Mann ihrer Schönheit kaum entziehen. Auch Vio wächst mit der Botschaft auf, dass Schönheit über Chancen im Leben entscheidet. Mädchen lernen früh, dass sie in ein bestimmtes Korsett passen müssen. Sogar die Namen von Mädchen spiegeln oft Erwartungen und Tugenden wider („lieb“, „brav“), orientieren sich an Blumen oder bedeuten in der Übersetzung „die Schöne“. So zeigt der Roman eindrücklich, dass Schönheit eine gesellschaftliche Erwartung ist, die entweder Glück bringen oder auch zum Verhängnis werden kann.

Überzeugend fand ich, wie stark Mädchen schon früh von Schönheitsidealen geprägt werden. Dies wird vor allem an der Figur Vio deutlich. Zeitweise fand ich sie allerdings etwas anstrengend, weil sich ihre Gedanken sehr stark darum drehten, was andere über sie oder später über ihre Tochter denken könnten. Nachdem ihre Tochter durch einen Unfall Narben behält, wird diese Sorge beinahe zum einzigen Thema. Dieser Teil zog sich etwas in die Länge. Positiv fand ich aber, dass Vio eine Entwicklung durchmacht.

Am Ende wird deutlich, dass die Außenwelt zwar hart urteilt, Eltern ihren Kindern aber Resilienz und Selbstakzeptanz mitgeben können und sich für ihr Kind immer das schönste aller Leben wünschen.

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