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Veröffentlicht am 24.10.2025

Eine erschütternde Story!

Trophäe
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Das war eine heftige Geschichte. Zwischenzeitig musste ich das Buch zur Seite legen, da manche Handlungen und Verhaltensweisen mancher Personen im Buch abstoßend und schwer zu ertragen waren. Dennoch ...


Das war eine heftige Geschichte. Zwischenzeitig musste ich das Buch zur Seite legen, da manche Handlungen und Verhaltensweisen mancher Personen im Buch abstoßend und schwer zu ertragen waren. Dennoch kann ich jedem das Buch ans Herz legen, der sich mit moralischem Handeln auseinandersetzen möchte. Ich selbst habe mich dabei erwischt, wie ich mich manchmal auf die Seite des Protagonisten Hunters geschlagen habe, da er sich ja schließlich an die Vorschriften hält und alle vertraglichen Bedingungen erfüllt! Es wird einem deutlich vor Augen geführt, dass man alles hinterfragen muss und nur weil es vertraglich in Ordnung ist, ist dies noch lange nicht moralisch richtig.

Als Leser erfahre ich einige interessante Fakten und Sichtweisen über Afrika. Es wird kein konkreter Ort in Afrika genannt, man erfährt nur, dass es in der Wildnis Afrikas spielt.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Ein Buch über Freundschaft, Selbstfindung und queerer Liebe

Die drei Leben der Cate Kay
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„Der Trick im Leben, so wie ich das jetzt sehe, besteht darin, das schön zu gestalten, was um einen herum ist. Von da ausgehend wächst es weiter. Ich habe lange gebraucht, um das zu erkennen.“ (S.380)


Gleich ...

„Der Trick im Leben, so wie ich das jetzt sehe, besteht darin, das schön zu gestalten, was um einen herum ist. Von da ausgehend wächst es weiter. Ich habe lange gebraucht, um das zu erkennen.“ (S.380)


Gleich vornweg- das Buch hat leider überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprochen. Der Klappentext und die Empfehlung von "Reese‘s Book Club" hatten mich zunächst neugierig gemacht das Buch zu lesen.

In dem Roman "Die drei Leben von Cate Kay" steht die Freundschaft zwischen Annie und Amanda im Vordergrund. Seit Kindheitstagen sind sie beste Freundinnen und unzertrennlich. Sie haben einen gemeinsamen Traum: Beide wollen raus aus dem Kleinstadt-Mief und Karriere als Schauspielerinnen in Hollywood machen. Ein schicksalhafter Vorfall durchkreuzt aber ihre Pläne und verändert ihre Leben. Sie entzweien sich. Annie beginnt anonym ein neues Leben als Cass, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich vor der Realität zu verstecken. Später gibt sie sich das Pseudonym Cate Kay und startet darunter eine erfolgreiche Karriere als Schriftstellerin. Ihre Roman-Trilogie wird verfilmt und sie verliebt sich in die Hauptdarstellerin.

Cate Kay beschließt ihr Leben als Memoir aufzuschreiben und blickt auf ihr Leben zurück. Die Memoiren werden aber nicht nur aus der Sichtweise Cates geschildert, sondern es kommen auch Personen zu Wort, die ihren Lebensweg geprägt haben. Der Roman hat dadurch mehrere Erzählperspektiven.
Inhaltlich geht es um verpasste Chancen und um falsche Entscheidungen, die getroffen wurden und darum, wie man seinen eigenen Weg findet, auch wenn nicht alles so läuft, wie man es sich ursprünglich vorgestellt hatte.

Die Handlung empfinde ich allerdings als unrealistisch, oberflächlich und ereignisarm.

Meiner Meinung nach tauchen viel zu viele Figuren auf, die unnötig und überflüssig sind, wie zum Beispiel Sidney, mit der Cass eine zeitlang eine seltsame Beziehung geführt hat. Die Figur wirkt auf mich viel zu konstruiert.

Die vielen Figuren tragen auch dazu bei, dass der Lesefluss manchmal ins Stocken gerät, da man der Handlung und den Gedankengängen der Personen manchmal schwer folgen kann.

Nachdem Cate jahrelang so ein Geheimnis um ihre Identität gemacht hat und vor ihren Fehlern und Problemen geflohen ist, kommt das Ende sehr abrupt und steckt voller Klischees und ist in meinen Augen kitschig.

Positiv anzumerken ist, dass die Frauen im Roman langsam zu sich finden.


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Veröffentlicht am 19.10.2025

Ein von Metaphern dominierter Roman

Wilder Honig
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„Wilder Honig“ von Caryl Lewis ist ein unaufgeregter, ruhiger Roman in poetischer Sprache mit vielen Naturbeschreibungen.

Zentrale Themen des Romans sind Trauerbewältigung, Vergebung und Neuanfang.

Hannah ...

„Wilder Honig“ von Caryl Lewis ist ein unaufgeregter, ruhiger Roman in poetischer Sprache mit vielen Naturbeschreibungen.

Zentrale Themen des Romans sind Trauerbewältigung, Vergebung und Neuanfang.

Hannah (70 Jahre alt) verliert nach 50 Ehejahren ihren Mann John aufgrund einer schweren Krankheit. Nach Johns Tod erfährt sie von seinem schwerwiegendem Geheimnis.

In 11 Briefen, die John hinterlassen hat, versucht er seine Gedanken in Worte zu fassen, die ihn zu Lebzeiten sprachlos zurück ließen.
John war zeitlebens leidenschaftlicher Imker und zieht in den Briefen Parallelen zwischen seiner Ehe mit Hannah und dem Leben seiner Bienen. Das Leben der Bienen steht hier als Metapher zur Liebe und Ehe mit Hannah.

Hannah findet nach Johns Tod Trost und Zuflucht in ihrem Obstgarten. Die Umgestaltung und das Arbeiten im Garten tragen dazu bei, dass sie sich ihrer Trauer und Einsamkeit stellt und sie langsam verarbeitet.

Die Briefe sind meiner Meinung nach nicht richtig in die Handlung eingebunden. Sie stehen fragmentarisch neben der Handlung, die kaum Fahrt aufnimmt. Es gibt keine Handlungstiefe. Die Figuren sind alle distanziert, man bekommt keine Nähe zu ihnen, da Caryl Lewis hier mit Emotionen sehr sparsam umgeht. Die Figuren bleiben schemenhaft.
Themen werden manchmal nur kurz angerissen, Gedankengänge nicht zu Ende gedacht. Es gibt Handlungsstränge, die eingeschoben werden, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Die intensiven und schönen Naturbeschreibungen stehen im Vordergrund. Für meinen Geschmack waren es zu viele, da ich persönlich lieber mehr über die Gedanken und Gefühle der Protagonisten erfahren hätte. Inhaltlich gibt es keine großen Emotionen. Es gibt auch keine dramatische Handlung.

Wer Metaphern und anschauliche Naturbeschreibungen liebt, kommt aber hier auf seine Kosten!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein Junge begibt sich auf eine Zeitreise ins Alte Rom

Fred im alten Rom
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„Die Arena, musst du wissen, ist das Abbild unserer Welt. Sie ist gefährlich. Sie umschließt uns wie die Spinne das Insekt. Und es gibt nur einen Weg zu entkommen: Du musst stärker sein als alle, die dich ...

„Die Arena, musst du wissen, ist das Abbild unserer Welt. Sie ist gefährlich. Sie umschließt uns wie die Spinne das Insekt. Und es gibt nur einen Weg zu entkommen: Du musst stärker sein als alle, die dich angreifen!“


Wow! Mein Sohn (9 Jahre) und ich sind begeistert von dem Abenteuerroman, in dem sich ein Junge namens Fred mit seinem Opa Alfred auf eine Zeitreise ins Alte Rom begibt. Fred wird nicht nur Gehilfe des Medicus, sondern darf auch bei den bevorstehenden Festspielen helfen. Fred erlebt also hautnah die spannende Zeitepoche des antiken Roms.

„Fred im Alten Rom“ von Birge Tetzner ist eine Kombination aus einer fantastischen Abenteuergeschichte und einem Sachbuch. Das Buch bietet ein fundiertes Wissen über das antike Rom mit einer Zeittafel, einem ausführlichen Glossar, fundierten und informativen Sachtexten, Landkarten und Ausflugtipps zu Orten, in dem ich heute noch römische Spuren entdecken kann ( Archälogischer Park Cambodunum, Forum Romanum, Herculaneum…).

Das Buch ist so aufgebaut, dass ich Sachtexte auch auslassen kann und einfach nur die abenteuerliche Geschichte lesen kann und umgekehrt.

Die zahlreichen Illustrationen von Karl Uhlenbrock sind besonders hervorzuheben. Seine Illustrationen sind so liebevoll gestaltet, realistisch und hochwertig, dass sie das Zeitreise-Abenteuer noch lebendiger erscheinen lassen.

Meiner Meinung nach ist das Buch auch für Erwachsene geeignet, die sich für die Geschichte des Alten Rom interessieren. Ein Lesegenuss für die gesamte Familie.

Ein ästhetisch ansprechendes und hochwertiges Buch! Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Eine Mutter-Tochter-Geschichte mit einem großen Familiengeheimnis

Tanzende Spiegel
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Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.

Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf ...

Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.

Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf das Leben ihrer Mutter als junge Frau Anfang der 50er Jahre zurück. Zum anderen erzählt die Psychotherapeutin von sich und ihren Gefühlen zu einer jungen Cellistin.

Die Erzählstränge über die Mutter fand ich sehr interessant. Byford zeigt auf, wie es den Frauen im Nachkriegsdeutschland erging. Die vielen Entbehrungen der Kriegsjahre wollten sie hinter sich lassen. Sie wollten wieder ins Kino gehen, sich in einem Café mit Freunden treffen und das Leben einfach in vollen Zügen genießen. Auch erzählt Byford sehr anschaulich, dass es für Frauen aber längst nicht so einfach war. Von ihnen wurde erwartet, dass ihr größter Wunsch es war, Ehefrau und Mutter zu werden. Die Protagonistin steckt in einem Zwiespalt. Sie will mehr und kann sich nicht mit dem typischen Frauenbild identifizieren. Sie ist eine taffe Frau.
Dennoch wird deutlich, dass zu dieser Generation das Schweigen und Nicht-Aussprechen mancher unangenehmer Dinge leider dazu gehören.

Byford ist ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen. Im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, dass sich Vieles in beider Leben spiegeln.

Byford schreibt unaufgeregt und mit viel Wärme für ihre Mutter. Der Roman ist autofiktional.

Absolut lesenswert!

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