Es ärgert mich richtig, dass es mich irgendwie so enttäuscht. Es hatte nämlich so viel Potential. 😤
The Second Death of LockeIn der Geschichte geht es um Grey. Eine starke, magische Quelle und Heilerin – und passend zum Weltfrauentag auch eine starke, taffe Frau. Sie kämpft im jahrelangen Krieg Seite an Seite mit ihrem Kindheitsfreund ...
In der Geschichte geht es um Grey. Eine starke, magische Quelle und Heilerin – und passend zum Weltfrauentag auch eine starke, taffe Frau. Sie kämpft im jahrelangen Krieg Seite an Seite mit ihrem Kindheitsfreund Kier.
Kier ist ein wahrer Krieger und Magier. Anders als andere Magier ist Grey für ihn nicht nur ein "Mittel zum Zweck", sondern bezieht sie auch in seine Entscheidungen ein. Wie es Freunde eben tun.
Gemeinsam werden sie auf eine Mission geschickt, die schnell zu einer tödlichen Verfolgungsjadg wird. Auf ihrer Reise kommen jedoch Wahrheiten ans Licht, die alles verändern könnten – und die Opfer mit sich bringen.
Die beiden sind merkbar eng miteinander verbunden. Das leise Knistern ist von Anfang an spürbar. Aber beide halten sie sich zurück. Aus Angst.
Doch wichtiger als die heimlichen Gefühle, ist die Treue, die sie zusammenhält. Beide würden dem anderen blind vertrauen und füreinander sterben. Doch das wird im Verlauf der Reise zur Herausforderung und bringt viele Auseinandersetzungen mit sich, da sie beide ziemlich stur und emotional sein können.
Während die Emotionen hier spürbar und unsere beiden Protagonisten tiefgehender ausgearbeitet sind, habe ich eben das bei den relevanten Nebencharakteren vermisst. Die kleine Truppe, die Grey und Kier begleitet und irgendwie zu einer Found Family wird, ist so oberflächlich und eindimensional, dass es mir Schwermetallen ist, mit ihnen zu sympathisieren. Dabei hätte ich gerne mehr über die heldenhafte Gruppe erfahren.
Damit ging auch einher, dass sich einige Passagen der Storyline zogen. Manche Szenen begannen und das Problem war bereits auf der nächsten Seite gelöst. Hier hat mir der Tiefgang gefehlt. Die Gefühle, die Gedanken, die Taktik. Für einen Krieg, eine Verfolgungsjadg und ein Geheimnis, das weitreichender ist, als alles andere, war die Story irgendwie zu geradlinig.
Mir haben diese Momente gefehlt, in denen man das Buch kaum aus der Hand legen kann, weil die Spannung einen so sehr packt. Leider konnte ich viele Entwicklungen bereits früh erahnen.
Wenn man die Storyline betrachtet, könnte man beinahe sagen, dass hier zwei Geschichten in einem Buch stecken. Und vielleicht ist genau das das Problem. Vielleicht hätte es der Geschichte gutgetan, tiefer ausgearbeitet zu werden und dafür in zwei Bände aufgeteilt zu werden – Band 1 bis der Auftrag erfüllt ist, Band 2 für Greys Bestimmung.
Ich hätte dem Buch wirklich gerne mehr Sterne gegeben. Und versteht mich nicht falsch, ich habe es dennoch gerne gelesen. Aber es hat leider nicht das Potential ausgeschöpft, das darin steckte.