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Veröffentlicht am 26.05.2025

Eine Romance, in der Ernsthaftigkeit und Humor zusammenkommen

Just for the Summer
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Abby Jimenez schreibt ganz besondere Romance, die sich weniger durch Spice oder eine klassische Love Story kennzeichnet, sondern vielmehr durch Figuren mit ungewöhnlich vielschichtiger und durchaus auch ...

Abby Jimenez schreibt ganz besondere Romance, die sich weniger durch Spice oder eine klassische Love Story kennzeichnet, sondern vielmehr durch Figuren mit ungewöhnlich vielschichtiger und durchaus auch schwerer Vorgeschichte. Das Cover, welches zudem mit der üblichen Optik der Reihe bricht, halte ich für eine fragwürdige Entscheidung des Verlags und es wirkt auf mich ehrlicherweise auch ziemlich banal, was der Tiefe des Romans gar nicht gerecht wird.

Wie schon gewohnt gibt Jimenez ihren Figuren nämlich ein Profil voller Komplexität: schwere bis traumatische Kindheitserfahrungen, PTBS und andere Traumareaktionen, Herausforderungen in zwischenmenschlichen Beziehungen, Verantwortung für das eigene Leben. Und trotzdem sind die Protagonist*innen immer so freundlich, dass es mein Herz sehr berührt. Das Drama in Jimenez’ Romanen entsteht weniger durch die üblichen Missverständnisse und Fehlinterpretationen, sondern kommt vielmehr aus den Figuren, die mit der eigenen Prägung umzugehen versuchen. Dass das geht, ohne andere Menschen extrem zu verletzen, finde ich ehrlich gesagt erfrischend und wohltuend.

Spice spielt weniger eine Rolle, stattdessen habe ich Emma und Justin von Anfang an einfach gern begleitet. Die beiden haben eine unglaublich gute Chemie und ich mochte das gegenseitige Verständnis sowie ihren Humor so gern, dass ich nicht aufhören wollte zu lesen. Die Verhalten beider Protas empfand ich stets als nachvollziehbar angesichts ihrer Vorgeschichten und aktueller Herausforderungen.

Gleichzeitig finde ich es einfach nur toll, dass auch hier wieder eine Freundinnenschaft so eine zentrale Rolle spielt. Emma wird nicht von Justin gerettet, stattdessen spielen ihre beste Freundin Maddy und Therapie eine wichtige Rolle. Generell existiert um die Hauptfiguren herum einfach noch ein Leben mit anderen Bezugspersonen, was die Geschichte für mich umso glaubhafter macht. Wie schon bei „Yours Truly“ ging es mir am Ende dann ein wenig zu schnell, aber insgesamt fand ich den letzten Teil der Reihe ganz toll und ich habe mich gefreut, einige bekannte Figuren des Universums wiederzusehen.

Klare Leseempfehlung für alle, die humorvolle Romance suchen, sich aber auch nicht vor Figuren scheuen, welche mit ihren eigenen Dämonen kämpfen. Ich lobe extrem, dass mentale Gesundheit bei Jimenez immer so viel Raum bekommt und finde es beeindruckend, wie sie aus dem Leben gegriffene Geschichten schreibt, die mitreißend sind ohne konstruiert dramatisch zu sein.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Eine Geschichte mit viel Schwere, die mich trotz interessanter Impulse sehr angestrengt hat

Oh Sunny
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Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und die Einblicke in ein deutsch-koreanisches Leben. Und so spannend einige Impulse auch waren, habe ich mich doch aus verschiedenen Gründen ziemlich durch diese Geschichte ...

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und die Einblicke in ein deutsch-koreanisches Leben. Und so spannend einige Impulse auch waren, habe ich mich doch aus verschiedenen Gründen ziemlich durch diese Geschichte geschleppt.

Sprachlich finde ich das Buch schon einmal eher herausfordernd. Wenig Dialoge, eine sehr in sich sitzende und damit auch isolierte Protagonistin, deren Leben und Gedanken für mich oft schwer auszuhalten waren. Ich mag dialogarme und sehr charakterbezogene Geschichten einfach deutlich weniger, weil ich vor allem Beziehungen und Figuren in Interaktion mit anderen reizvoll finde.

Und dann gibt es einfach Themen, auf die ich sensibel reagiere und die recht viel Raum einnehmen - völlig zu Recht, aber durch meine Empfindsamkeit war es mir in Summe einfach zu viel. Sunny und ebenso Ha als Nebenfigur erfahren wiederholt Gewalt in ihrem Leben, ganz speziell auch innerhalb ihrer Familien. Zusätzlich kämpft Sunny immer wieder mit schweren depressiven Episoden. Das allein finde ich schon nicht so leicht auszuhalten, auch wenn es sehr wichtige Themen sind. Doch durch das Buch zieht sich ein Muster von fehlender Bindung, ja gar von Beziehungsverweigerung, die mir Sunny hat fremd werden lassen. Auch kam mir die angekündigte Selbstfindung/Selbstermächtigung am Ende etwas holprig bzw. einfach zu kurz daher.

Interessant und tiefgründig fand ich verschiedene geschichtliche Komponenten, vor allem zu den euphemistisch bezeichneten „Trostfrauen“. Deren Geschichte kannte ich bislang nur absolut oberflächlich und ich mag es, wie im Roman immer wieder über die fehlende Aufarbeitung und die stattdessen existierende Scham reflektiert wird. Auch die Gleichzeitigkeiten von rassistischen Stereotypen und tatsächlichen Wahrheiten, die Sunnys Leben betreffen, fand ich spannend.

Sicher zeigt die Geschichte auf sehr authentische Weise die innere Zerrissenheit einer jungen Deutsch-Koreanerin. Doch insgesamt habe ich einfach deutlich zu sehr gekämpft mit diesem Roman. Die Kombination aus meinen Präferenzen in Bezug auf Schreib- sowie Erzählstil und meiner Sensibilität den behandelten Themen gegenüber machte das Buch einfach nicht zu einem Match für mich.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Ein ruhiger Generationsroman voller Tiefe und emotionaler Komplexität

Halbinsel
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Kristine Bilkau ist so eine Meisterin darin, ruhige Texte voll menschlicher Tiefe und Nahbarkeit zu schreiben, dass es mich nach „Nebenan“ nun schon zum zweiten Mal von den Socken gehauen hat.

Dieser ...

Kristine Bilkau ist so eine Meisterin darin, ruhige Texte voll menschlicher Tiefe und Nahbarkeit zu schreiben, dass es mich nach „Nebenan“ nun schon zum zweiten Mal von den Socken gehauen hat.

Dieser Roman ist eine Mutter-Tochter-Geschichte und so viel mehr. Er ist eine Erzählung über die Verantwortung älterer Generationen gegenüber den jüngeren und eine Ode an zwischenmenschlichen Respekt. Annett ist, als ihre Tochter Linn nach einem Zusammenbruch ihren Job kündigt und wieder zu ihr zieht, nicht nur mit ihren Erwartungen an Linn konfrontiert, sondern reflektiert dadurch ausgelöst auch über ihre eigenen Lebenswünsche. Dabei ist sie ausgesprochen authentisch, ohne je ihrer Tochter gegenüber abwertend zu sein. Im Endeffekt ist Annett (und damit offenbar auch Bilkau selbst) für mich wie ältere Generationen sein sollten: reflektiert und emotional zugänglich.

Schon vor der Lektüre habe ich Bilkau in einem Interview so respektvoll über junge Menschen und deren Herausforderungen in der heutigen Zeit sprechen hören, dass ich sie direkt ins Herz geschlossen habe. Und „Halbinsel“ unterstreicht ihre Einstellung noch einmal ganz deutlich. Es sollte natürlich keiner Komplimente bedürfen, wenn Menschen mit mehr Lebensjahren nicht überheblich auf jüngere Generationen gucken und dann auch noch ihre Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft anerkennen. Und doch ist das einfach nicht oft der Fall. Ich habe selten eine Autorin gelesen, die nicht nur gut über ihre eigene Generation, sondern auch so menschlich und greifbar über eine jüngere schreiben kann. Dadurch konnte ich mit beiden Figuren gleichermaßen mitfühlen und hatte keine Chance, in eine einseitige Solidarität zu verfallen.

Bilkaus Sprache ist präzise, leise und zart, mit einem Hauch Melancholie, aber nie verträumt. Mich zieht es immer wieder hinein in diese norddeutschen Geschichten, weil sie mich mit ihrer Tiefe begeistern, ohne zu sehr aufzuregen. Das kann dazu führen, dass manche die Handlung zu plätschernd finden. Als eine Person, die sich bei banalen Geschichten schnell langweilt, kann ich das überhaupt nicht bestätigen. Was an Drama „fehlt“, wird durch emotionale Komplexität dreimal wieder rausgeholt.

Ich kann meiner Begeisterung für diese Autorin unmöglich angemessene Worte verleihen. Ihre Erzählungen sind von einer solchen Prägnanz und Aktualität, dass sie mich niemals kalt lassen. Lest ihre Bücher, wenn ihr zwischenmenschliche Geschichten sucht, die besonders bei jüngeren Menschen wie eine Umarmung wirken können, weil die Autorin sich über ihre Erzählerin auch mit jungem Widerstand solidarisiert.
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„Wer kann mit Gewissheit sagen, dass die Älteren in der Überwindung von Krisen besser geschult sind als die Jüngeren? Wie krisenfest ist ein Erwachsener, der an einem beliebigen Morgen am Straßenrand steht und angesichts einer Gruppe von Menschen, die mit ihrem Protest andere Menschen am Weiterfahren hindern, einer jungen Frau gegen den Kopf tritt?“

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Porträt einer Frau zwischen Glamour und Abhängigkeit

Teddy
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Zum Hörbuch: Cathleen Gawlich fand ich als Sprecherin wirklich hervorragend gewählt. Ihre Stimme verkörperte für mich sehr gut, wie ich mir Teddy vorstelle: Eine Frau, die unterschätzt wird, aber eigentlich ...

Zum Hörbuch: Cathleen Gawlich fand ich als Sprecherin wirklich hervorragend gewählt. Ihre Stimme verkörperte für mich sehr gut, wie ich mir Teddy vorstelle: Eine Frau, die unterschätzt wird, aber eigentlich genau weiß, was sie will. Außerdem ist es ihr eindrucksvoll gelungen, anderen Figuren eigene Stimmen zu verleihen. Zusätzlich mochte ich die leichte Sassyness, mit der gesprochen wurde - das passte gut zum scheinbar Glamourösen der Handlung. Die Kapitel sind dank der Datumsangaben und auch der Einordnung des Jetzt sehr gut voneinander trennbar. Ein tolles Hörerlebnis!

Zum Buch selbst: Ich bin in meiner Einschätzung zur Protagonistin und zur Handlung selbst wirklich unentschlossen. Ich fand, dass der Handlungsaufbau schlau konstruiert ist - und zwar insofern, dass Teddy sehr lang die Spannung aufgebaut lässt und uns trotzdem am Anfang gleich klar wird, dass irgendetwas passiert ist. Dazu muss ich aber auch sagen, dass mir die Handlung zumindest im letzten Drittel doch etwas zu lang war, was mich im Hörbuch nicht großartig gestört hat, aber im Buch wahrscheinlich schon.

Mir fällt mein Urteil deshalb so schwer, weil Teddy keine einfache Figur ist. Sie wirkt, und das gilt auch fürs Hörbuch, interessanterweise gleichzeitig total naiv und kindlich, aber auch ziemlich abgebrüht. Sie scheint einerseits ein glamouröses Leben zu wollen und beneidet berühmte Persönlichkeiten um ihren Status, ihre Kleidung, ihr Make-Up und ihr Leben im Allgemeinen. Andererseits möchte sie vielleicht auch einfach ein gutes Leben führen und ist gar nicht so scharf auf den Ruhm?

Die Handlung spielt ja vor allem in den 60er-Jahren. Es geht viel um Politik, Diplomatie, Spionage sowie die Beziehung zwischen den USA und Russland. Und vor allem geht es um Männer. Teddy fällt da als Protagonistin ziemlich raus, wobei sie doch durchaus auch einige Attribute hat, die ich verglichen mit anderen Figuren als männlich beschreiben würde. Dazu möchte ich gar nicht so viel im Detail sagen, da lohnt sich auf jeden Fall die Lektüre selbst. Da es eine Männerwelt ist, erfahren wir beim Lesen auch Einiges an sexistischen Kommentaren, Einschränkung der körperlichen Selbstbestimmung von Frauen und allerlei andere „Nettigkeiten“ dieser Zeit. Das hat mich phasenweise ganz schön wütend gemacht, doch dadurch, dass Teddy sich an alldem nicht wirklich zu stören scheint, war ich emotional einfach deutlich weniger involviert als ich es hätte sein können.

Ich denke, das Buch ist vor allem etwas für Menschen, die sehr gern Bücher mit starkem Charakterfokus lesen und sich auch an einer glamourösen und intrigenreichen Welt erfreuen. Die ganzen politischen Verstrickungen fand ich im Hörbuch manchmal etwas schwer zu erfassen, finde sie aber grundlegend sehr spannend. Manche Enthüllungen am Ende kamen mir irgendwie zu unspektakulär daher, vor allem verglichen mit ihrem vorherigen Spannungsaufbau. Ich kann abschließend weder sagen, dass ich total von den Socken noch dass ich enttäuscht bin. Für mich ein sehr solides Buch mit äußerst spannenden Elementen, welches ich gerne gehört habe und durchaus auch empfehle, das mich aber zumindest auf emotionaler Ebene zu wenig gecatcht hat, als dass es mich noch länger beschäftigen würde.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Gut gemeint, aber leider flache und stereotype Umsetzung

Not Your Type
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Ich habe bereits nachfolgende Bücher von Alicia Zett gelesen, die waren allerdings alle aus dem Young-Adult-Bereich und diese haben mir auch deutlich besser gefallen. Mein persönlicher größer Kritikpunkt ...

Ich habe bereits nachfolgende Bücher von Alicia Zett gelesen, die waren allerdings alle aus dem Young-Adult-Bereich und diese haben mir auch deutlich besser gefallen. Mein persönlicher größer Kritikpunkt liegt direkt in der unausgereiften Konstruktion von Charakteren und Sprache.

Die Charaktere sind ja alle aus dem Bereich „New Adult“, also in diesem Fall in ihren Zwanzigern. Ich finde aber Verhalten und Erzählstil viel mehr dem YA-Bereich zugehörig und das hat mich schon ziemlich genervt. Die Zwanziger sind für mich zwar immer noch ein Altersspektrum, in dem Menschen sich selbst finden und viele Unsicherheiten haben, aber hier fühlte es sich oft schon noch sehr jugendlich an.

Ursprünglich hätte ich trotzdem gesagt, dass ich die Charaktere überwiegend sympathisch fand. Beim Reflektieren über die Bewertung habe ich aber noch einmal festgestellt, dass es doch einige problematische Stereotype im Buch gibt, auf die bereits in anderen Rezensionen hingewiesen worden ist. Da ich die Autorin wie gesagt von späteren Werken her kenne und auch ihren persönlichen Lebensweg etwas verfolgt habe, bin ich mir sicher, dass sie das Buch heute anders schreiben würde. Trotzdem muss klar gesagt werden, dass das hier einfach wirklich keine gute Repräsentation von trans Personen ist.

Auch in der Handlung gab es für mich einige logische Fehler. Es hat mich schon direkt am Anfang genervt, wie absolut unglaubwürdig der Beginn des Roadtrips und Fynns Erscheinen ist. Und dann tröpfelt mir die Handlung auch zu sehr vor sich hin und besonders Marie und Fynn tänzeln viel zu lang um sich herum. Das Buch hätte für mich locker 150 Seiten weniger haben können.

Ich werte es als einen gut gemeinten ersten Versuch, der doch noch Einiges an Luft nach oben hat. Ich persönlich würde von der Autorin wahrscheinlich auch zukünftig eher YA lesen, wenn ich das gerade suche.

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