Kurzweilig, manchmal witzig, aber mit großem Logikfehler
Das Tagebuch von Edward dem Hamster 1990 - 1990Das Büchlein ist extrem kurz und eignet sich dadurch gut für eine Zwischendurch-Lektüre. Einige Stellen fand ich auch ziemlich witzig und kann verstehen, dass viele den philosophischen Aspekt in Edwards ...
Das Büchlein ist extrem kurz und eignet sich dadurch gut für eine Zwischendurch-Lektüre. Einige Stellen fand ich auch ziemlich witzig und kann verstehen, dass viele den philosophischen Aspekt in Edwards Gedanken sehen. Aber ich habe hier einfach ein Logikproblem, weil lediglich menschliche Überlegungen einem Hamster zugeschrieben wurden ohne dabei dessen tatsächlichen Bedürfnisse korrekt abzubilden.
Oberflächlich erinnert der Ansatz der Geschichte an „Farm der Tiere“ - über Tiere als Platzhalter werden menschliche Überlegungen/Widerstandsbewegungen verhandelt. Ich verstehe den Charme, Orwells Buch hat mir da auch gut gefallen. Aber gerade verglichen mit diesem historischen Werk kann der kleine Hamster nicht mithalten.
Das ist für mich zum einen der Kürze und dem Humor geschuldet, wodurch einfach Abstriche an der Tiefe hingenommen werden müssen. Vor allem hat mich aber geärgert, dass dann selbst in diesem Fantasieszenario nicht akkurat gearbeitet wurde. Die Käfighaltung, das eintönige Leben und der menschliche Umgang mit dem Tier lasse ich gelten, da sie durch Edwards Gedanken hoffentlich als grobe Fehler verstanden werden. Aber ein Partnertier?! Das endet in der Regel böse, erst recht auf so wenig Platz. Hamster sind i. d. R. Einzelgänger und da es bei Heimtieren sowieso schon so viel Falschwissen gibt, finde ich diese Darstellung im Buch gefährlich. An der Stelle kann ich dann auch kein Auge zudrücken, nur weil es ja ein „vermenschlichter“ Hamster ist.
Mich haben Edwards Gedanken jetzt ehrlich gesagt auch nicht zum Nachdenken angeregt, weil sie nicht sonderlich innovativ sind. Und da ich seit Jahren in der Tierrechtsbewegung verortet bin, geht mir hier Vieles aus Hamstersicht nicht weit genug. Eigentlich geht es hier ja doch wieder nur um Menschen - und damit hat das Buch sein Potenzial leider verfehlt.