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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein unfassbar sensibel komponiertes Familienstück

Alle glücklich
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Wow, was für ein kraftvolles und süchtigmachendes Werk voller leiser Töne! Familiendramen sind für mich nahezu ein Garant für tolle Geschichten, aber sie müssen natürlich auch gut geschrieben sein. Gerade ...

Wow, was für ein kraftvolles und süchtigmachendes Werk voller leiser Töne! Familiendramen sind für mich nahezu ein Garant für tolle Geschichten, aber sie müssen natürlich auch gut geschrieben sein. Gerade diese Familiendynamiken erfordern ein feinfühliges Ertasten der Innenwelten aller Figuren. Und Kira Mohn ist das hervorragend gelungen.

Ich habe das Buch an zwei Tagen nahezu atemlos verschlungen. Mohn hat ein Händchen für ihre Figuren, gibt ihnen Raum für Wachstum und schlägt dabei auch einen gesellschaftskritischen Ton an. Der Familienvater, wenn wir ihn denn so nennen wollen, kommt als einzige Figur eher schlecht weg, aber Mohn verzerrt dabei keine Realitäten. Die Sicht vieler Männer auf Lohn- vs. Care Arbeit wird der von Alexander gleichen. Dafür gehören sie kritisiert und das macht die Autorin nicht zu knapp - ohne ihm dabei jedoch den Raum für Vielschichtigkeit zu verwehren.

Emilia und Ben, die beiden Kinder der Familie, sind so gut geschrieben, dass mir beim Lesen ganz eng in der Brust wurde. Emilias Selbstverortung in einer Beziehung zu einem etwas älteren Jungen ist sicherlich vielen schmerzlich vertraut. Dass sie die Erfahrung machen muss, die sie im Buch macht, habe ich befürchtet und mir gleichzeitig anders gewünscht. Ben ist so eine großartige Figur, ich kann Mohn dafür nur bewundern. Politisch sensibel, ein netter junger Mann, der sich in der absoluten Ambivalenz befindet zwischen seiner persönlichen Sozialisierung und dem, was von Männern in dieser Gesellschaft erwartet wird.

Mindestens ebenso begeistert bin ich von Nina. Sie ist eine literarisch nicht untypische Frauenfigur - Mutter, geringer verdienend als der Ehemann, frustriert und gleichzeitig festgefahren in den Routinen, die sie als Frau in der Rolle der emotionalen Versorgerin verorten. Ihr gegenüber steht ein Mann, der nicht überzeichnet misogyn ist, sondern in genau dem „richtigen“ Maß. Beide bedienen ein Beziehungsmuster, das sehr üblich ist. Doch Nina durchläuft einen Emanzipationsprozess, der sich unterscheidet von allem, was ich bisher lesen durfte, und der mich laut hat jubeln lassen.

Es gab etliche Stellen, an denen ich dachte „oh nein, bitte jetzt nicht nachgeben/einknicken/das machen“ und jedes einzelne Mal hat mich die Autorin positiv überrascht. Ihr denkt, die Figurenentwicklungen habt ihr schon etliche Male in ähnlicher Form gelesen? Ich denke tatsächlich nicht! 
Mohn tangiert etliche Themen, die wirklich wichtig sind: gesellschaftliche Erwartungen, 6ualisierte Gewalt, Incel-Kultur, Gender Care Gap und Misogynie allgemein. Ich bin ihr umso mehr dankbar, dass sie einen für mich sehr feinfühligen Weg gefunden hat, die Handlung zu einem ausreichend geschlossenen Ende zu bringen.

Der Text ist eine kluge Analyse komplexer Familienstrukturen, gibt seinen Figuren wunderbar viel Raum und drängt sich beim Lesen nicht auf. Ich war emotional ganz nah bei den Charakteren, wurde wütend und dann doch auch wieder ruhig. Und so kann ich nur sagen: Kira Mohn ist ein großes literarisches Talent mit einer wundervollen Balance zwischen herzzerreißendem Ernst und tiefer Liebe in verschiedener Hinsicht. Überzeugt euch selbst!

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Blieb leider weit hinter meinen Erwartungen zurück

Spielverderberin
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Das Cover hat so reizvoll ausgesehen, dass ich nun leider sehr unzufrieden zurückbleibe. Dabei klang diese Freundinnengeschichte wirklich vielversprechend, aber ehrlicherweise habe ich genau davon eben ...

Das Cover hat so reizvoll ausgesehen, dass ich nun leider sehr unzufrieden zurückbleibe. Dabei klang diese Freundinnengeschichte wirklich vielversprechend, aber ehrlicherweise habe ich genau davon eben einfach zu wenig gespürt beim Lesen.

Die Erzählstruktur wechselt immer zwischen der Gegenwart und der Zeit vor vier Jahren. In dieser Vergangenheit scheint etwas passiert zu sein, das unermüdlich angedeutet wird und sich scheinbar auf die Freundinnenschaft zwischen Sophie, Lotte und Romy ausgewirkt hat.

Grundsätzlich fand ich die langsame Entschlüsselung dieser Ereignisse vor vier Jahren gelungen. Aber bis dahin war es mir einfach zu langatmig, zu wirr, zu sehr ohne Sinn in der Geschichte. Die Figuren hatten für mich ganz wenig Profil - vor allem Sophie war als Erzählerin von obsessiv-depressiven Zügen geprägt und für mich schwer zu greifen. Romy war mir eigentlich durchgängig unsympathisch und unnahbar, Lotte blieb im Kontrast zu den beiden anderen ganz besonders blass.

Insbesondere gab es für mich aber deutliche Defizite im Bereich der Beziehungen. Da konnte ich nur in wenigen Momenten etwas Authentisches fühlen. Die meiste Zeit habe ich Zugewandtheit und offene Kommunikation schmerzlich vermisst. Die drei Frauen reden eigentlich fast immer komplett aneinander vorbei. Und solche Dialogmuster, die sich eher wie parallel geführte Monologe anfühlen, mag ich in Geschichten wirklich nie.

Ganz viel habe ich auch einfach nicht verstanden, Realität und Fantasie verschwimmen wiederholt, was schlicht nicht mein Fall ist. Zum Schluss wird es zwar endlich greifbar und konkret, aber dann ist die Geschichte eben auch zu Ende. Für mich hätte es im letzten Drittel gern erst losgehen und dann weiter vertieft werden können.

Positiv aufgefallen sind mir die Reibungspunkte von Stadt- und Landsozialisierung, auch wenn die Autorin hier gern noch hätte lauter werden dürfen. Neben all dem Verwirrenden, das passiert, wird die politische Aussagekraft nämlich spürbar verdrängt.

Ich kann Marie Menkes Roman also nicht wirklich empfehlen. Das Obsessive und irgendwie Flatterhafte der Geschichte war mir neben der fehlenden emotionalen Greifbarkeit schlicht zu viel. Die Handlung ist geprägt von Andeutungen, die dann irgendwann zwar auch aufgelöst werden, aber bis dahin ist es ein zähes Werk, das ich nur aus Neugier bis zum Ende gelesen habe.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Für mich leider noch einmal schwächer als Teil 1

A Monsoon Rising
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Auch hier wieder der Disclaimer: Ich bin keine erfahrene Fantasy-Leserin. Die Reihe empfinde ich schon als etwas komplexer und habe auch für den zweiten Teil wieder so 100 Seiten gebraucht, um mich einzufinden. ...

Auch hier wieder der Disclaimer: Ich bin keine erfahrene Fantasy-Leserin. Die Reihe empfinde ich schon als etwas komplexer und habe auch für den zweiten Teil wieder so 100 Seiten gebraucht, um mich einzufinden. Die Reihe am Stück zu lesen wäre sicherlich von Vorteil, aber ich wollte natürlich auch nicht so lange warten. 😃 Eine kurze Zusammenfassung zu Beginn wäre hier echt gut gewesen.

Bereits im Auftakt der Trilogie habe ich die Figurenzeichnung und -dynamik im Vergleich zur wirklich detaillierten, fantasievollen Welt bemängelt. Jetzt im Nachfolger habe ich eine ähnliche Kritik, lediglich umgekehrt. Der Fokus liegt deutlich mehr auf der Beziehung zwischen Talasyn und Alaric, dafür fällt der Ausbau der Welt meiner Meinung nach deutlich hinten runter.

Das finde ich schade, weil die Beziehungsdynamik für mein Empfinden etwas zu zäh, repetitiv und von Klischees geprägt war, als dass sie die Reduzierung magischer Elemente hätte aufwiegen können. Keine Ahnung, ob das nun an der Übersetzung oder dem Originaltext liegt, aber „Mädchen“ als Bezeichnung für eine erwachsene Frau, die zudem ihre Position als Thronfolgerin beansprucht hat, will ich einfach nicht mehr lesen! Keine weibliche Figur würde ihren Ehemann wohl je „Junge“ nennen…

Und auch sonst nerven mich die Klischees. Einerseits fand ich es charmant, dass die Sexualität der beiden von Unerfahrenheit geprägt ist, andererseits lief es mir dafür dann doch wieder zu rund ab. Wenn das schon Thema ist, hätte es für mich auch noch authentischer sein können. Beschreibungen der guten Bestückung des Protagonisten kann ich ehrlicherweise auch einfach nicht mehr hören - erst recht nicht als begeisterte Einschätzung der elfenhaften, zarten Protagonistin!! Naja, und dazu, dass die weibliche Hauptfigur gleichermaßen feminin-zart wie übermenschlich stark ist, muss ich wohl auch nichts mehr sagen..

Grundsätzlich finde ich die Welt immer noch toll und umso trauriger war ich, dass sie so wenig weiter ausgebaut wurde. Eigentlich dreht sich alles um die zentrale Rettung der Welt, ansonsten passiert (außer etlichen Andeutungen auf den drohenden Verrat) nicht wirklich etwas. Stattdessen besetzt der Romance-Teil das Zentrum der Handlung und auch, wenn ich nicht komplett abgeneigt bin und die spicy Szenen nicht total schlecht fand, hat sich das für mich über weite Strecken zäh angefühlt.

Ich bleibe der Reihe treu - wegen des miesen Cliffhangers, aber auch weil ich hoffe, dass der zweite Band jetzt einfach der ungnädige Mittelteil mit Schwächen war und das Finale noch einmal stärker anschließen kann. Aber ich kann nicht wirklich in der Bewertung aufrunden - dafür hat sich für mich im Plot zu wenig getan. Außerdem habe ich die politische Komponente zwischen den Zeilen, die mir in Teil 1 positiv aufgefallen ist, sehr vermisst.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Unterhaltsam, kurzweilig - mir fehlte es aber an Tiefe und Greifbarkeit

Schnee in Portugal
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Ich kenne die Autorin nur namentlich, ihren Content habe ich mir erst nach der Lektüre angesehen. Und ich glaube, wer sie schon kennt, hat auch nochmal ein anderes Leseerlebnis als ich. Zumindest hätte ...

Ich kenne die Autorin nur namentlich, ihren Content habe ich mir erst nach der Lektüre angesehen. Und ich glaube, wer sie schon kennt, hat auch nochmal ein anderes Leseerlebnis als ich. Zumindest hätte ich es rückblickend gut gefunden, ihren speziellen Ton und Humor beim Lesen im Ohr zu haben.

Ohne das bleibt die Geschichte immer noch wirklich nett, stellenweise humorvoll und auch insgesamt gut lesbar. So konnte ich wirklich gut durch das Buch fliegen, habe aber doch ein wenig die Tiefe vermisst. Die Nebenfiguren fand ich wiederholt wenig greifbar bzw. habe ich mich über so manche Aktion vor allem von Sunny ziemlich aufgeregt. An Nessas Stelle wäre das glaube nicht mehr unbedingt meine beste Freundin - zumindest basierend darauf, wie die Figur geschrieben war.

Ansonsten ist die Handlung schon chaotisch und sprunghaft, was sicherlich auch dazu beigetragen hat, dass ich mich jetzt nicht so ganz mit der Geschichte verbinden konnte. Andererseits ist es eine tolle Darstellung eines Lebens mit ADHS und das habe ich gern gelesen. Auch das Thema Zwangsstörung wird hier äußerst respektvoll und sensibel behandelt. Ganz lieb fand ich außerdem das am Ende verlinkte Video zu den autobiographischen Hintergründen der Handlung. Und die Seitengestaltung mit den inhaltlich passenden Symbolen hat mir ebenso gut gefallen.

Das Buch wird Menschen, die @nessadhs schon kennen, bestimmt gut gefallen. Und ich hatte eine gute Zeit mit ihm, auch wenn es mir eher nicht so sehr im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Ein ruhiger Roman, der mich emotional leider gar nicht erreichen konnte

Lass uns noch bleiben
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Ich halte viel auf das Verlagsprogramm des Kein & Aber Verlags, doch dieser Roman konnte mich trotz seines vielversprechenden Covers leider nicht erreichen. Der Klappentext hat mich eine Geschichte erwarten ...

Ich halte viel auf das Verlagsprogramm des Kein & Aber Verlags, doch dieser Roman konnte mich trotz seines vielversprechenden Covers leider nicht erreichen. Der Klappentext hat mich eine Geschichte erwarten lassen, in der es viel um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Doch genau an dem Punkt mangelte es für mich an so einigem.

Die queere Identität der Protagonistin, die gleichzeitig überhaupt nicht gesondert thematisiert wird, ist mir positiv aufgefallen. Ebenso hat Saskia Luka nicht nur mit Alex, sondern auch mit Henning, dem Antiquar neben Annas Pflanzenladen, wirklich liebenswerte Figuren geschrieben. Ich mochte ihre Sanftheit wirklich gern und auch die zugrundeliegende Ruhe der Geschichte hätte eine tolle Grundlage sein können.

Doch für mich ist es ganz klar an den Dialogen und Interaktionen der Figuren gescheitert. Die Gespräche kamen mir eindeutig zu oft vor wie separat geführte Monologe, auf eine Aussage der einen Person folgte nicht selten ein völlig davon losgelöster Satz der anderen Figur. So etwas macht mich beim Lesen leider regelrecht sauer, weil ich es einfach nicht verstehe. Für mich geht das komplette Miteinander damit verloren.

Auch allgemein war die Sprache nicht meins. Stellenweise zu poetisch, dann wieder zu flüchtig - ich kam einfach gar nicht rein ins Buch. Und damit konnte ich weder eine konsistente Handlung finden noch einen echten Entwicklungsprozess auf Seiten der Protagonistin. Meine Erwartungen wurden hier also leider enttäuscht, der Roman konnte mich emotional dafür viel zu wenig erreichen.

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