Eine weihnachtlicher, queerer Safer Space voller Warmherzigkeit
Ein Weihnachtswunder für unsIch mochte schon die vorangegangene Weihnachtsgeschichte von Lizzie Huxley-Jones sehr gern, weil sie (abgesehen von den ständigen Beschreibungen tierlicher Ausbeutungsprodukte, die unbedingt verzehrt werden ...
Ich mochte schon die vorangegangene Weihnachtsgeschichte von Lizzie Huxley-Jones sehr gern, weil sie (abgesehen von den ständigen Beschreibungen tierlicher Ausbeutungsprodukte, die unbedingt verzehrt werden müssen) ein echter Safer Space in Romanform war. Auch dieses Buch konnte meine entsprechenden Erwartungen wieder erfüllen.
Enemies-to-Lovers ist nicht mein liebster Trope und ich würde auch sowieso nicht von einer echten Feindschaft sprechen, aber Huxley-Jones hat das wirklich gut gemacht. Es ist einfach spürbar, dass they einen hohen Anspruch an die Inklusivität der Geschichte hat. Nicht nur ist Nash ein transmännlicher Protagonist, er hat auch eine Behinderung - beide Elemente seiner Lebensrealität werden gleichermaßen respektvoll wie unaufgeregt thematisiert. Die Kommunikation zwischen den Protagonisten hätte für meinen Geschmack zwar gern etwas direkter sein dürfen, aber ich drücke hier ein Auge zu, weil ich die beiden einfach lieb und unterhaltsam fand.
Nebenbei ist das Setting ganz toll! Zum einen finde ich lobenswert, wie hier walisische Sprache und Kultur zumindest ein bisschen Präsenz bekommt. Zum anderen liebe ich die dörfliche, manchmal etwas raue, aber im Endeffekt doch einander zugewandte Atmosphäre sehr. Die Dorfmenschen sind stellenweise reserviert und ruppig, aber in letzter Konsequenz solidarisch und warmherzig. Damit hat Huxley-Jones erneut einen Ort geschaffen, an dem Weihnachten ein angenehmes Fest für alle sein kann. Auch das Nachwort bzgl. der Beschreibung von trans* Körpern sowie dem realen transfeindlichen Klima fand ich wichtig.
Positiv aufgefallen ist mir zudem, dass der Geschichte zwar immer noch speziesistisches Gedankengut zugrundeliegt (wo dem Kätzchen geholfen wird, wird das Lamm gegessen), aber zumindest vegane Optionen beim Essen thematisiert werden. Vielleicht kommen wir irgendwann dahin, dass wir auch Tiere in unserem Kampf gegen Diskriminierung mitdenken. Trotz dieses erneuten Wermutstropfens empfehle ich den Roman gern für alle, die sich beim Lesen eines Weihnachtsromans sicher oder sogar gesehen fühlen wollen.