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Veröffentlicht am 17.10.2018

Wenn Sterne zu sehr funkeln

Nebenan funkeln die Sterne
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Inhalt
Emma Martins führt ein tolles Leben: sie hat ein schickes Apartment im angesagtesten Stadtteil Londons, führt eine romantische Beziehung mit ihrem Freund Troy, reist durch die Welt und sieht die ...

Inhalt
Emma Martins führt ein tolles Leben: sie hat ein schickes Apartment im angesagtesten Stadtteil Londons, führt eine romantische Beziehung mit ihrem Freund Troy, reist durch die Welt und sieht die schönsten Strände und hat viele Freunde – zumindest ist es das, was ihre vielen Instagram-Follower tagtäglich sehen und sie dafür lieben und bewundern.
Doch wie viel davon ist echt?
Die Wahrheit sieht ganz anders aus, denn im echten Leben verlässt Emma nie ihr kleines Apartment und versucht jeglichen Kontakt mit anderen Menschen um jeden Preis zu vermeiden.
Bis plötzlich ihr neuer Nachbar auftaucht und Emma merkt, dass es nicht immer nur Vorteile hat sich selbst von der Außenwelt abzugrenzen...

Cover
Das Cover ist ohne jede Frage unglaublich schön. Der blaue Nachthimmel, die Lichterkette und das goldene Funkeln – vielleicht Sternenstaub oder auch das Glitzern der Großstadtlichter? - rufen eine tolle, gemütliche und romantische Spätsommer-Atmosphäre hervor.
Das Cover ist einerseits verspielt, andererseits aber auch elegant und lädt so zum Träumen ein.
Ohne zu viel zu verraten: am Ende ergibt dann auch der Titel einen Sinn.

Schreibstil
Der Schreibstil war sehr flüssig und leicht zu lesen. Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonist Emma geschildert, sodass ihre Gedanken und Gefühle in dieser sehr auf Charakterentwicklung fokussierten Geschichte leicht nachzuvollziehen sind.
Die Autorin schafft es, immer wieder englische Wörter und Sätze in die deutsche Sprache einfließen zu lassen. Die englischen Begriffe sind jedoch so knapp und simpel gehalten, dass die Verständlichkeit garantiert ist. Dennoch wird eine englische Stimmung hervorgerufen.
Auch Erwähnungen oder kurze Beschreibungen typisch Londoner Sehenswürdigkeiten helfen diese Atmosphäre zu kreieren.
Im Laufe der Geschichte baut die Autorin einige wunderschöne, verträumte Metaphern ein, die zum Träumen anregen, ohne jedoch zu kitschig oder zu gewollt zu wirken.
Auch die humoristischen Stellen sorgen dafür, dass die Geschichte nicht durchgängig melancholisch ist.
Eine weitere Besonderheit des Schreibstils sind die Chatverläufe, die sich durch die Geschichte ziehen. Da Social Media ein großes Thema des Buches ist, wirken die Chatverläufe sehr authentisch und geben der Erzählung etwas äußert modernes.

Charaktere und Handlung
Die Erzählung ist – wie bereits erwähnt – sehr Charakterbasiert. Das heißt der Fokus liegt definitiv auf der Entwicklung der Charaktere. Das Innere – die Gedanken und die Gefühlswelt – werden sehr detailliert geschildert, sodass ich schnell Verständnis und Mitgefühl für die Protagonistin aufbringen kann, trotzdem fehlen mir einige Ecken und Kanten. Besonders Nathan hat für mich nicht besonders viel Tiefe. Zum Ende hin wandelt sich das noch ein wenig ins Positive, insgesamt
ist er mir als Charakter dennoch zu glatt.
Bei dieser starken Charakterfokussierung rückt die Handlung, also ein Geschehen dabei sehr in den Hintergrund, bzw. es passiert kaum etwas. Dadurch ist die Geschichte recht eintönig und hat insbesondere zum Ende hin gewisse Längen. Spannung kommt nur minimal auf.
Auf den letzten Seiten wirkt die Geschichte sehr abgehackt. Das Ende kommt zu schnell und zu plötzlich, was in starkem Kontrast zu den sehr detailreichen und ausführlichen Beschreibungen steht, die sich ansonsten durch das Buch ziehen.

Fazit
„Nebenan funkeln die Sterne“ ist ein süßes Buch für Leser, die den Fokus gerne auf die Entwicklung von den Charakteren legen und nicht so sehr auf eine Handlung.
Besonders zum Ende hin wirkt das Buch gehetzt und verliert seine Besonderheit, sodass es mit dem Anfang nicht mehr mithalten kann.
Meinen Erwartungen kann es trotz moderner Themen leider nicht ganz gerecht werden.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Nervenaufreibendes Buch, dem aber die Überraschungsmomente fehlen

JEMAND ist in deinem Haus
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Inhalt
Makani Young lebte noch vor Kurzem mit ihren Eltern auf Hawaii, bis etwas passiert, dass sie dazu veranlasst, ihre Heimat zu verlassen, um zu ihrer Großmutter nach Nebraska zu ziehen. Dort führt ...

Inhalt
Makani Young lebte noch vor Kurzem mit ihren Eltern auf Hawaii, bis etwas passiert, dass sie dazu veranlasst, ihre Heimat zu verlassen, um zu ihrer Großmutter nach Nebraska zu ziehen. Dort führt sie ein recht langweiliges Leben, bis plötzlich ein Mörder die Stadt in seiner Hand zu haben scheint. Auf einmal muss Makani auch um ihr Leben fürchten, wenn sie nicht bereit ist, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Cover
Das Cover ist relativ schlicht gehalten, ruft aber trotzdem eine sehr beklemmende Atmosphäre hervor. Die Vorstellung, nach dem Duschen – wenn wir verletzlich und ausgeliefert sind – eine Schrift am beschlagenen Spiegel zu entdecken, teilweise mit Blut, dürfte uns alle in Angst und Schrecken versetzen.
Und das ist es was das Buch will: mit unserer Angst spielen, indem es uns einredet, an unserem sichersten Ort plötzlich nicht mehr sicher zu sein.
Diese Atmosphäre vermittelt das Cover sehr gut.

Schreibstil
Das Geschehen ist größtenteils aus der Handlung der Protagonistin Makani geschildert.
Einige Kapitel oder Textpassagen werden auch aus der Sicht des Mörders, oder aus der Sicht seiner Opfer erzählt, sodass der Leser hautnah bei den Morden dabei ist.
Dadurch wird das Buch sehr spannend, für empfindliche Mägen jedoch auch schnell zu blutig.
Das Buch bleibt zwar ein Thriller und kein Splatter, trotzdem sollte man sich als empfindlicher Leser dessen bewusst sein.

Charaktere und Handlung
Recht schnell ist klar, dass jeder Geheimnisse hat: welche das sind, erfährt der Leser nach und nach.
Von Makanis Geschichte und ihrem großen Geheimnis war ich enttäuscht. Ich habe erwartet, dass sie furchtbare Dinge getan hat, die einem Killer ein Motiv bieten, sie umbringen zu wollen. Was sie in ihrer Vergangenheit getan hat war sicherlich nicht nett, jedoch nicht so schlimm, um von der ganzen Stadt so sehr geächtet zu werden, dass sie umziehen und einen neuen Namen annehmen muss.
Auch von der Auflösung des Mörders und seines Motivs war ich enttäuscht.
Man erfährt recht schnell, schon etwa in der Mitte des Buches, wer der Mörder ist. Es gibt auch keine verrückten Plottwist, dass der vermeintliche Täter doch nicht der wahre Killer ist. Das ist es was ich erwartet habe, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Identität so schnell aufgeklärt wird, ohne dass noch etwas Unerwartetes passiert. So war es aber.
Auch hat der Mörder kein schlimmes Geheimnis oder keine tragischen Erlebnisse in seiner Vergangenheit, die ihn dazu veranlassen das zu tun, was er tut und auch hat er weder ein persönliches, noch moralisches Problem mit den Opfern.
Sein Motiv war für mich kein nachvollziehbarer Grund für solche Morde, sondern eine Kleinigkeit, die viele Jugendlich mal in eine schlechte Stimmung versetzt.
Alles was passiert ist war doch nicht so groß, so rätselhaft, so erschreckend wie ich es erwartet habe.
Trotzdem war das Buch äußerst spannend. Das Gefühl, nicht alleine zu sein und beobachtet zu werden, und das noch im eigenen Haus, der Ort, der uns allen Sicherheit geben soll, hat Stephanie Perkins sehr gut vermittelt.

Fazit
Jemand ist in deinem Haus ist ein Buch, dem die Überraschungsmomente fehlen. Nicht, weil die Geschichte vorhersehbar ist, sondern weil hinter der Handlung nicht die großen Mysterien stecken, die man als Leser erwartet. Trotzdem ist das Buch sehr spannend und schafft es mit der Angst der Leser zu spielen.

Veröffentlicht am 14.09.2018

süße Story mit genau dem richtigen Mittelmaß an allem

Tell me three things
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Inhalt
An ihrem ersten Tag an der neuen Highschool geht für Jessie Holmes einfach alles schief. Und dabei ist ihr Leben gerade sowieso schon kompliziert genug. Da bekommt sie eine anonyme E-Mail mit Ratschlägen, ...

Inhalt
An ihrem ersten Tag an der neuen Highschool geht für Jessie Holmes einfach alles schief. Und dabei ist ihr Leben gerade sowieso schon kompliziert genug. Da bekommt sie eine anonyme E-Mail mit Ratschlägen, wie sie den Schulalltag überstehen kann. Sie hat zwar keine Ahnung, wer dahintersteckt, aber trotzdem beschließt sie, die Tipps zu befolgen. Und Nachricht für Nachricht verliebt sie sich mehr in den Absender. Doch wer ist der Unbekannte, der ihr Herz immer wilder schlagen lässt?
[Quelle: Verlag]

Cover
Das Cover ist durch den weißen Hintergrund und leicht gräulichen Hintergrund recht schlicht und zurückhaltend.
Die gräuliche, sehr dezente Schrift gibt Hinweis auf die Handlung, ohne jedoch zu sehr herauszustechen.
Die drei Waffeln in Herzform und der Titel stechen dabei heraus, wirken dennoch sehr unaufdringlich und geben auch schon kleine Hinweise auf die weitere Handlung.
Durch die Waffeln macht das Buch einen – im wahrsten Sinne des Wortes – süßen Eindruck und verspricht eine schöne Geschichte.
Durch die dezenten Farben und die recht schlichte Aufmachung wirkt das Cover edel und verspricht eine süße und schlichte Story – wobei schlicht in diesem Zusammenhang als absolut positiv verstanden werden kann.


Schreibstil
Geschrieben ist das Buch aus Sicht der Protagonistin, sodass wir nicht nur das Geschehen miterleben, sondern auch Jessies Gedanken kennenlernen.
Das Besondere an „Tell Me Three Things“ ist, dass Teile des Buchs in Form von E—Mails und Handynachrichten verfasst sind.
Das sorgt für Abwechslung im Lesen, jedoch ohne den Lesefluss zu unterbrechen.


Handlung und Charaktere
Jessie, deren Mutter vor einiger Zeit gestorben ist, zieht mit ihrem Vater zu seiner neuen Frau in ein neues Haus in eine neue Stadt und muss sich auf einer neuen Schule zurechtfinden.
Zu erwarten ist eine Story voller Drama mit Hass auf die Welt, emotionalen Ausbrüchen die auf die Tränendrüse drücken und der allzeit nervigen Frage nach der eigenen verwirrten Identität.
„Tell Me Three Things“ erfüllt diese Erwartung ganz und gar nicht – und das ist gut so!
Jessie trauert um ihre Mutter und hat Schwierigkeiten, sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden. Trotzdem wirkt sie wie das ganz normale Mädchen von neben, das mehr oder weniger weiß was sie will und versucht, für sich selbst einzutreten.
Sie ist die perfekte Mischung aus schüchternem Mädchen und starker Frau und wirkt damit sehr authentisch auf mich.
Obwohl Julie Buxbaum ernste Themen wie Abschied und Tod aufgreift wird die Story nie zu emotional oder zu tiefgründig, sondern bleibt auf seine eigene Weise leicht und locker.
Auch trotz der Thematisierung von Jessies Verhältnis zu ihrem Vater und ihrer neuen Familie, liegt der Fokus der Story auf den neuen und alten Freundschaften und auf der sich entwickelnden Lovestory.
Zu der Lovestory: obwohl ich recht schnell eine Vermutung hatte, wer SN sein könnte – und am Ende damit sogar richtig lag – war dennoch durch das ganze Buch eine Spannung vorhanden, die mich immer wieder an meiner Vermutung zweifeln ließ.
Kurz vor dem Ende, als endlich die Auflösung zum Greifen nah ist, hat das Buch es noch geschafft mich absolut fertig zu machen. Ohne zu viel verraten zu wollen kann ich sagen, dass die Auflösung wirklich lustig war, dennoch nicht an Spannung verloren hat und mich bis zur letzten Minute hat mitfiebern lassen. Diese Szene ist vermutlich meine liebste im ganzen Buch, denn sie ist der Autorin wirklich toll gelungen.
Auch wenn im gesamten Buch definitiv einige Klischees bedient werden, wirkt dies trotzdem nicht zu gewollt und zu überladen.
Der Kitsch bleibt aus, stattdessen präsentiert die Autorin eine süße und fluffige Geschichte, durch die sich auf der Suche nach SNs Identität immer eine leichte Spannung zieht.

Fazit
„Tell Me Three Things“ ist ein tolles Buch, das von allem genug hat – Klischees, Lovestory, Freundschaft, Familie, Identitätsfindung – aber nichts zu viel vorhanden ist.
Für mich punktet das Buch mit seiner stetigen leichten Zurückhaltung, denn Julie Buxbaum schafft es, von allem das genaue Mittelmaß zu treffen. Das macht die Geschichte sehr entspannt, authentisch und vermittelt einen angenehmen Flow.

Veröffentlicht am 31.08.2018

Ausbaufähiger, dennoch schöner Abschluss der Maxton Hall-Trilogie

Save Us
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Inhalt
Ruby steht unter Schock: Sie wurde vom Maxton-Hall-College suspendiert. Und das Schlimmste: Alles deutet darauf hin, dass niemand anders als James dafür verantwortlich ist. Ruby kann es nicht glauben ...

Inhalt
Ruby steht unter Schock: Sie wurde vom Maxton-Hall-College suspendiert. Und das Schlimmste: Alles deutet darauf hin, dass niemand anders als James dafür verantwortlich ist. Ruby kann es nicht glauben - nicht nach allem, was sie gemeinsam durchgestanden haben. Sie dachte, dass sie den wahren James kennengelernt hat: den, der Träume hat, den, der sie zum Lachen bringt und ihr Herz mit einem einzigen Blick schneller schlagen lässt. Doch während Ruby dafür kämpft, trotz allem ihren Abschluss machen zu können, droht James einmal mehr unter den Verpflichtungen gegenüber seiner Familie zu zerbrechen. Und die beiden müssen sich fragen, ob die Welten, in denen sie leben, nicht vielleicht doch zu verschieden sind.
[Quelle: Verlag]

Cover
Das Cover des 3. Teils der Maxton Hall-Serie ist den Covern der ersten beiden Teile sehr ähnlich gestaltet. Lediglich die Farbe ist ein wenig dunkler, jedoch genauso schön gestalt wie auch die ersten Teile und vermittelt ganz subtil die selbe Botschaft.
Für sich allein, aber besonders mit den ersten beiden Teilen der Trilogie zusammen, sieht das Buch edel und wunderschön aus.

Schreibstil
Save Us ist in 6 verschiedenen Perspektiven geschrieben: wie gewohnt aus Rubys und James Sicht, wie bereits im 2. Teil zusätlich noch aus Embers und Lydias Sicht und neu hinzu kommen Grahams und Alistairs Perspektive.
Durch die verschiedenen Ich-Erzähler erlebt der Leser mehrere Handlungsstränge, die parallel zueinander verlaufen. Natürlich nehmen alle Personen und Handlungsstränge in gewisser Weise Bezug zueinander und kreuzen sich, jedoch sind sie nicht direkt miteinander verwoben, sondern können in gewisser Weise als eigenständige Geschichten betrachtet werden.
Ansonsten ist Mona Kastens Schreibstil wie gewohnt sehr gut. Sie beschreibt Umgebungen gekonnt, ohne zu sehr ins Detail abzurutschen und kreiert somit immer die passende Atmosphäre.

Meinung
Durch die verschiedenen parallel verlaufenden Handlungsstränge rückt die Geschichte um Ruby und James in den Hintergrund.
Jedoch passiert bei den Beiden sowieso nichts Spektakuläres. Das große Problem, das anfangs zwischen ihnen steht wird schnell geklärt, sodass sie endgültig zueinander finden.
Dadurch habe ich bei Rubys und James Geschichte nicht mehr sonderlich mitgefiebert.
Auch bei der Geschichte um Alistair und Kesh habe ich nicht richtig mitfiebern können.
Die Story der Beiden begann im 1. Teil, wurde im 2. Teil so gut wie gar nicht weiter verfolgt und wird im 3. Teil dann wieder relativ lieblos ans Tageslicht befördert.
Dabei hatte ich den Eindruck, dass die homosexuelle Beziehung der Beiden nur eingeführt wurde, um ein Buch mit vielfältigen Charakteren und vielseitiger Repräsentation zu haben.
Meiner Meinung nach ist dieser Handlungsstrang also auch nicht sonderlich ausgereift, sondern zu schnell abgehandelt.
Ein Charakter über den man viel liest, ohne seine eigene Perspektive zu kennen, ist Mortimer, James und Lydias Vater.
Mortimer wird noch mehr als zuvor als absoluter Bösewicht dargestellt, der selbst seinen eigenen Kindern gegenüber skrupellos ist und keinerlei Gefühlregungen zeigt.
Der Charakter war mir dabei zu eintönig. Ich hatte erwartet, eine andere Seite an ihm kennen zu lernen und dass enthüllt wird, dass seine Kälte eine Art Fassade ist. Besonders nach der Szene im 2. Teil, in der James seinen Vater zusammenbechen sieht, hatte ich diese Erwartung an den 3. Teil. Jedoch wurden meine Erwartungen enttäuscht.
Mortimer war mir als Charakter zu flach und diente lediglich als Trittbrett für James weitere Entwicklung.
Auch wenn mir vieles nicht gefallen hat, hat das Buch dennoch eine besondere Stimmung in mehr hervorgerufen. Ich kann nicht genau sagen woran es liegt, aber trotz aller Fehler wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen und habe es innerhalb von zwei Tagen zu Ende gelesen.
Wie bereits bei den anderen Teilen habe ich das Problem, dass das Buch objektiv betrachtet ganz gelungen ist, jedoch nicht herausragend.
Trotzdem hinterlässt es mir nach dem Lesen ein angenehmes Gefühl und versetzt mich in eine schöne Atmosphäre.

Fazit
Durch die verschiedenen Handlungsstränge rückt die ursprüngliche Geschichte um Ruby und James in den Hintergrund und es besteht kein Fokus. Alle Erzählstränge verlaufen einfach nebeneinander, ohne dass irgendeiner besonders hervorsticht. Öfters erscheinen mir die Handlungen und Charaktere nicht sehr ausgereift und durch die ständigen Perspektivenwechsel wurde mein Lesefluss teilweise unterbrochen.
Weniger Drumherum und mehr Ruby und James – wie im 1. Teil – wäre wünschenswert gewesen.
Trotzdem würde ich sagen, dass der Abschluss der Trilogie gelungen ist, denn er schafft das gewisse Etwas in mir hervor zu rufen.

Veröffentlicht am 30.08.2018

Eine authentische Geschichte über Abschied und zweite Chancen

Vergiss den Sommer nicht
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Inhalt
Immer wenn es brenzlig wird, hat Taylor genau eine Lösung: Sie rennt weg. Doch jetzt ist es die Zeit, die ihr davonläuft. Ihr Vater hat nur noch wenige Wochen zu leben und einen Wunsch: Diesen letzten ...

Inhalt
Immer wenn es brenzlig wird, hat Taylor genau eine Lösung: Sie rennt weg. Doch jetzt ist es die Zeit, die ihr davonläuft. Ihr Vater hat nur noch wenige Wochen zu leben und einen Wunsch: Diesen letzten gemeinsamen Sommer soll die Familie in Lake Phoenix verbringen - so wie früher. Taylor liebt den funkelnden See mit seinen duftenden Wäldern, den Abenden am Strand ... doch vor 5 Jahren, hat sie dort nicht nur ihre beste Freundin, sondern auch ihre erste Liebe enttäuscht. Nun versucht Taylor, all das wiedergutzumachen - und diesen Sommer festzuhalten, die letzten Tage mit ihrem Dad, die unwiederbringlich schwinden ...
[Quelle: Verlag]

Schreibstil
Die Protagonisten von Vergiss den Sommer nicht ist die 17 jährige Taylor, die ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt.
Dabei findet der Großteil der Erzählung in der Gegenwart statt. Gelegentlich finden jedoch Zeitsprünge in die Vergangengeit statt, durch die das jetzige Geschehen langsam und mit der Zeit immer besser verständlich wird.
Durch das langsame Aufdecken der Vergangenheit zieht sich eine leichte Spannung durch das Buch – besonders zu Beginn. Doch die meiste Zeit plätschert die Erzählung langsam vor sich hin, was nicht im Negativen gemeint ist, sondern für eine entspannte Atmospäre sorgt.

Meinung
Ich habe mich entschieden ein Buch von Morgan Matson zu lesen, weil ich gerne ein süße Sommergeschichte lesen wollte. Vergiss den Sommer nicht hat das Gefühl von Sommer auch transportiert, jedoch steckt so viel mehr dahinter, als eine klassische Sommerromanze.
Der Fokus im Buch liegt sehr stark auf den Charakteren und weitaus weniger auf der Handlung.
Taylor ist die Protagonistin und zeichnet sich dadurch aus, dass sie – im wahrsten Sinne des Wortes – weg läuft, wenn sie sich in einer unangenhemen Situation befindet.
Dadurch wirkt sie besonders am Anfang schüchtern und introvertiert. Sie hat Angst vor Auseinandersetzungen und macht dadurch den Eindruck, sich alleine wohler zu fühlen, als mit anderen Menschen – sei es mit Freunden, oder auch ihrer Familie.
Im Laufe der Geschichte macht sie jedoch eine große Verwandlung durch: Sie erkennt, dass es kein Nutzen hat immer nur weg zu laufen, denn so tut sie nicht nur sich selber weh, sondern verletzt auch die Menschen, die ihr wichtig sind.
Doch diese Einsicht kommt nicht plötzlich. Vielmehr lernt Taylor ganz langsam sich ihrer selbst zu stellen, sodass ihr ihre Fehler und Probleme mit der Zeit immer deutlicher werden. Sie versucht langsam und Schritt für Schritt immer mehr an sich zu arbeiten.
Dadurch wirkt sie auf den Leser sympathisch und vollkommen authentisch.
Neben der Beziehung zu sich selbst, veränderen und entwickeln sich viele weitere ihrer Beziehungen: zu ihrer ehemaligen besten Freundin Lucy, zu ihrem Ex-Freund Henry, zu ihrer Schwester und ihrem Bruderm aber vor allem auch zu ihrem Vater.
Zu Beginn wirkt Taylors Beziehung zu ihrem Vater nicht sehr innig, doch je weiter die Geschichte voran schreitet, lernt Tayor ihren Vater besser kennen.
Durch die Erkrankung ihres Vaters merkt sie, wie wichtig es ihr ist, neue Seiten an ihm zu entdecken, bevor ihre gemeinsame Zeit abläuft.
Ich hatte Sorge, dass das Buch zu emotional ist und mich in eine traurige und depressive Stimmung versetzt, jedoch wird die Krankheit von Taylors Vater auf eine sehr subtile Art behandelt, die nicht zu erzwungen wirkt.
Erst zum Ende des Buches wird die Geschichte dramatisch und drückt auf die Tränendüse. Dennoch wirken die Emotionen nicht zu gewollt oder zu kitschig.
Auch wenn eine authentische Charakterentwicklung Zeit braucht, hatte ich dennoch das Gefühl, dass das Buch einige Längen hatte und mit 100 Seiten weniger ausgekommen wäre.

Fazit
Vergiss den Sommer nicht ist eine absolute vielseitige Geschichte über Liebe, Verlust, Abschied und zweite Chancen, die einerseits Elemente einer typischen Sommerromanze hat, jedoch auch sehr tiefgründig mit ernsten Themen wie Tod und Abschied umgeht, ohne zu erzwungen zu wirken.
Die Charaktere und die Geschichte wirken sehr authentisch und besonders Taylor und ihren Vater habe ich ins Herz geschlossen.