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Veröffentlicht am 08.04.2026

Toller zweiter Band der Trilogie

Tage des Wandels
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Im zweiten Buch der Hof Kalmule-Reihe „Tage des Wandels“ entführt uns Ulrike Renk zurück in die Jahre ab 1585 bis 1627. Wir tauchen ein in eine Zeit voller Umbrüche, Unsicherheit, gesellschaftlicher Zwänge ...

Im zweiten Buch der Hof Kalmule-Reihe „Tage des Wandels“ entführt uns Ulrike Renk zurück in die Jahre ab 1585 bis 1627. Wir tauchen ein in eine Zeit voller Umbrüche, Unsicherheit, gesellschaftlicher Zwänge und gefährlicher Krankheiten. Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Eva und Adam. Der erstgeborene Zwilling ist rechtlich gebunden, der zweite frei. Diese Ungleichheit ist eines der zentralen Themen des Romans. Wir erfahren, welche Folgen dieser Stand für beide Leben hat. Weiterhin begleiten wir die Familien in ihrem Alltag aus harter Arbeit, Traditionen und festen sozialen Strukturen. Die politische Lage im Land hat direkte Auswirkungen auf das alltägliche Leben. Der Krieg und seine Folgen (wirtschaftliche Not, Unsicherheiten, Angst) beeinflussen viele Entscheidungen der Familienmitglieder.

Ich fand das Buch wieder sehr eindrücklich und habe es mit großer Begeisterung gelesen. Am Anfang fiel es mir ein bisschen schwer, wieder reinzufinden, obwohl auf den ersten Seiten nochmal erklärt wird, welche Person wer ist und wie deren Leben sich darstellt, trotzdem war mir das irgendwie zu viel auf einmal und ich habe den Überblick verloren. Geholfen hat mir das Glossar am Ende und vor allem, einfach weiterzulesen. Nach ein bisschen Zeit war ich drin und hatte wieder ein klares Bild von den familiären und sozialen Strukturen vor Augen. Toll fand ich, dass wir die Personen aus dem ersten Band wieder finden, aber es sind einige Jahre seitdem vergangen und die Hauptpersonen in diesem Buch sind aus einer anderen Generation. Spannend fand ich einerseits den Alltag zu beobachten und wie zum Beispiel harmlose (entzündete Wunde) aber auch schlimme Krankheiten (Pest) schnell zum Tod führen können. Wie man sich auf den Winter vorbereitet oder nach einer schlechten Ernte. Wie das politische Geschehen direkten Einfluss auf das Leben nimmt. Wie es läuft mit der Abgabe an den Lehnsherrn. Wie man sich verhält, wenn man sich in eine Person verliebt, die man aufgrund des Standes oder sozialer Strukturen nicht lieben darf. Wie eine Dorfgemeinschaft in Krisen zusammenhält, aber auch schnell zur Gefahr werden kann. Am besten gefallen hat mir, dass die Hauptfigur eine Frau ist, denn diese haben es nun mal noch schwerer, sich in der Zeit zu behaupten.

Fazit: Absolute Empfehlung für Leser, die historische Romane mögen. Dies ist der zweite Teil, den man durchaus auch lesen kann, wenn man den ersten Band nicht kennt. Ich freue mich auf den dritten abschließenden Teil und bin ein bisschen traurig, dann Abschied nehmen zu müssen. Gerne würde ich den Hof bis in die Gegenwart begleiten – von mir aus können noch ein paar Folgebände erscheinen.

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  • Handlung
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  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 23.07.2024

Dieses Buch hat mich begeistert

Don't kiss Tommy. Eine Liebe in der Stunde Null
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Theresia Graw schreibt über die Nachkriegszeit in Bad Oeynhausen – ein Ort, zu dem ich keinerlei Bezug habe. Aber die Sprache ist so bildgewaltig, dass ich den Ort direkt vor Augen hatte. Mitten durch ...

Theresia Graw schreibt über die Nachkriegszeit in Bad Oeynhausen – ein Ort, zu dem ich keinerlei Bezug habe. Aber die Sprache ist so bildgewaltig, dass ich den Ort direkt vor Augen hatte. Mitten durch die Stadt wird ein Zaun gezogen, der die Bevölkerung von der britischen Besatzung trennt. Die Einwohner müssen ihre Häuser aufgeben, denn da zieht jetzt das Militär ein. Wo sie hinsollen ist ihr Problem. Wir lernen Rosalie kennen, die es ziemlich schwer hatte bisher im Leben und die nun versucht, das Beste aus der Situation zu machen, indem sie für die britischen Soldaten arbeitet. Und wir lernen Anne kennen, die sich gegen die Briten auflehnt und dagegen rebelliert, dass ihr Hotel enteignet wurde. Anne wohnt in einer Baracke mit ihrer Schwester, ihrem Schwager und deren Kindern. Die Schwester ist unzufrieden in ihrer Ehe, entsprechend angespannt ist die Atmosphäre in der kleinen Hütte mir so vielen Bewohnern.

In diesem Buch passiert so wahnsinnig viel, ich konnte kaum aufhören zu lesen und die Protagonisten sind mir so ans Herz gewachsen. Die Szenen vom eiskalten Winter habe ich gelesen, als ich in der Sonne am Strand lag – und ich hatte Gänsehaut, weil ich so in der Geschichte und im Schnee gefangen war.
Ich frage mich, warum ich noch nie ein Buch von Theresia Graw gelesen habe und werde das schleunigst nachholen. Große Leseempfehlung für jeden, der sich für die Nachkriegszeit und bewegende Geschichten interessiert.
Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist das Cover. Ich finde es nicht schön und verstehe es auch nicht. Das Kuppelgebäude soll das Hotel sein? Habe ich mir ganz anders vorgestellt. Und die 2 Personen, die da von der Seite reinhängen, passen für mich auch nicht. Abgesehen davon – grandioses Buch!

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Veröffentlicht am 21.05.2024

Gelungener Spannungsroman

The Hike
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Wandern ist ja so gar nicht meins. Darum war ich mir nicht sicher, ob mir ein Buch übers Wandern wohl gefallen würde. Andererseits fand ich alle Bücher von Lucy Clarke bisher toll. Also habe ich mich einfach ...

Wandern ist ja so gar nicht meins. Darum war ich mir nicht sicher, ob mir ein Buch übers Wandern wohl gefallen würde. Andererseits fand ich alle Bücher von Lucy Clarke bisher toll. Also habe ich mich einfach darauf eingelassen. Und die Autorin hat mich nicht enttäuscht. Wie immer konnte sie mich mitreißen und das Geschehen vor meinem inneren Auge wie auf einer Kinoleinwand abspielen.
Worum gehts? 4 Freundinnen, die alle sehr unterschiedlich sind, machen sich gemeinsam auf eine Reise. Sie treffen sich in Norwegen und wollen dort eine Wanderung unternehmen. Auf der Route ist vor genau einem Jahr eine junge Frau verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Das macht die 4 Frauen Liz, Maggie, Joni und Helena zwar etwas unruhig, aber sie treten die Wanderung dennoch an. Jede von ihnen hat ihre eigenen Sorgen und Probleme, die sie mehr oder weniger auf die Reise mitnehmen. Die Beziehungen untereinander sind sehr unterschiedlich und sie müssen sich fragen, inwieweit sie einander wirklich vertrauen können. Dabei kommt es zu einigen Geheimnissen, die aufgedeckt werden, unheimlichen Begegnungen, körperlichen Verletzungen und am Ende sogar zu einem Todesfall.
Auf dem Buch ist es als Roman ausgewiesen, häufig habe ich auch schon gehört, es wäre ein Thriller. Ich selbst halte es für einen Spannungsroman, der durchweg spannend ist und ich hatte bis zur entsprechenden Stelle keine Idee, wer ums Leben kommen würde und warum.
Lucy Clarkes Schreibstil gefällt mir sehr gut, ich kann mich in die Geschichte einfühlen und in das Geschehen abtauchen bis ich um mich rum nichts mehr mitbekomme. Wie all ihre bisherigen Bücher hat mir auch dieses wieder richtig gut gefallen. Leseempfehlung nicht nur für den Wanderurlaub.

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Veröffentlicht am 21.04.2024

So sollten Schulbücher sein!

Die Forscherbande: Experimentieren und Entdecken mit Ada Twist
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Dieses Buch ist der absolute Wahnsinn!
Als erstes fiel mir die Gestaltung auf. Die Illustrationen sind so wunderschön und liebevoll gezeichnet, dass man sofort Lust bekommt, das Buch in die Hand zu nehmen ...

Dieses Buch ist der absolute Wahnsinn!
Als erstes fiel mir die Gestaltung auf. Die Illustrationen sind so wunderschön und liebevoll gezeichnet, dass man sofort Lust bekommt, das Buch in die Hand zu nehmen und zu blättern. Und man wird nicht enttäuscht, auch innen sind so tolle Zeichnungen eingefügt, die den Text auflockern und unterstützen. Es gibt Diagramme, Fotos, Platz für Notizen, Rätsel, eine Lesezeichen und noch so viel mehr.

Und auch der Text hat mich überzeugt. Wir starten mit der Geschichte von Ava, die sehr neugierig ist, alles hinterfragt und wissen will, wie und warum Dinge funktionieren. Sie nimmt uns mit auf eine Forscher-Reise und leitet uns an, was wir alles brauchen und wie wir wissenschaftlich arbeiten. Sie ermutigt uns zu Alltags-Experimenten und es gibt viel Platz für unsere Beobachtungen und Ergebnisse. Auch wird uns nahe gebracht, dass Fehler passieren und dass diese gut für die Forschung sein können. Toll finde ich auch die Rätsel als Auflockerung. Wir erfahren grobe Eckdaten über berühmte Wissenschaftler und können ein Spiel zum Thema „Energie“ spielen.
Was ich nicht kapiere: warum verstehe ich hier, wie Photosynthese funktioniert, was Materie ist und wie Zellatmung arbeitet, in der Schule aber nicht? Es kann nicht nur daran liegen, dass ich älter bin als zu meiner Schulzeit, ich bin überzeugt, es liegt auch ganz viel daran, wie etwas rübergebracht wird, ob es verständlich und nachvollziehbar erklärt wird und ob einem ein Thema spannend oder öde dargestellt wird. Ich wünschte, Schulbücher würden heute mehr in dieser Richtung gestaltet werden.

Fazit: wir sind absolut begeistert von dem Buch und werden uns noch weitere Bände aus der Reihe der „Forscherbande“ zulegen.

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Veröffentlicht am 13.04.2024

Ganz tolles Buch

Schicksalsjahre. Die Frauen vom Neumarkt
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Auf den Erscheinungstermin dieses Buches habe ich mich schon ganz lange gefreut und als ich es endlich in den Händen hatte, auch sofort angefangen zu lesen. Ich war von der Dilogie „Die Freundinnen vom ...

Auf den Erscheinungstermin dieses Buches habe ich mich schon ganz lange gefreut und als ich es endlich in den Händen hatte, auch sofort angefangen zu lesen. Ich war von der Dilogie „Die Freundinnen vom Strandbad“ so begeistert, dass ich an diese Geschichte hohe Erwartungen hatte. Und sie wurden absolut erfüllt, wenn nicht gar übertroffen.

Wir erfahren von Lotte, die in Dresden aufwächst als Krieg herrscht und dort ihren Freund verliert. Danach schließt sie sich einer Gruppe Frauen an, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Stadt wieder aufzubauen. Wir lesen von Freundschaft unter Frauen und dem Alltag zu einer sehr schwierigen Zeit. Eines Tages rettet Lotte einem jungen Mann das Leben und das hat weitreichendere Folgen, als sie zu dem Zeitpunkt ahnen kann.
Das Buch spielt auf 2 Zeitebenen und wir erfahren außerdem die Geschichte von Hannah (Lottes Enkelin), die eine schwierige Beziehung zu ihrer Mutter hat und der gerade das Herz gebrochen wurde.

Ich fürchte, meine Zusammenfassung klingt recht nüchtern und langweilig, aber das Buch ist so toll! Man taucht als Leser ganz tief ein in die Vergangenheit Deutschlands und entwickelt Bilder vor dem inneren Auge, wie es in Dresden ausgesehen haben muss, wie schwer der Alltag gewesen sein muss, wie hart man ums Überleben kämpfen musste, wie Antisemitismus erlebt wurde. Jeder hat ein Trauma vom Krieg davongetragen, aber jeder geht anders damit um. Die einen werden verbittert, die anderen hoffnungslos, aber manche krempeln die Ärmel hoch und packen an.

Julie Heiland hat wieder bewiesen, wie toll sie schreiben und Geschichten erzählen kann. Sie beschreibt Gefühle in einer Art, dass es nicht schnulzig ist, aber dennoch voller Mitgefühl und Liebe. Ich habe Geschichte in der Schule gehasst, weil es immer so kalt und faktenbasiert war, aus den vielen Jahreszahlen konnte ich mir nie ein Bild machen. Aber dieses Buch hat es geschafft, dass ich zu den nüchternen Fakten auch endlich Gefühle und eine Vorstellung vom Alltag entwickeln konnte. Auch das Cover des Buches haben mir gut gefallen. Und ganz besonders hervorheben möchte ich das Nachwort der Autorin mit einem Zitat von Gerhart Hauptmann.
Fazit: große Empfehlung, unbedingt lesen!

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