Toller zweiter Band der Trilogie
Tage des WandelsIm zweiten Buch der Hof Kalmule-Reihe „Tage des Wandels“ entführt uns Ulrike Renk zurück in die Jahre ab 1585 bis 1627. Wir tauchen ein in eine Zeit voller Umbrüche, Unsicherheit, gesellschaftlicher Zwänge ...
Im zweiten Buch der Hof Kalmule-Reihe „Tage des Wandels“ entführt uns Ulrike Renk zurück in die Jahre ab 1585 bis 1627. Wir tauchen ein in eine Zeit voller Umbrüche, Unsicherheit, gesellschaftlicher Zwänge und gefährlicher Krankheiten. Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Eva und Adam. Der erstgeborene Zwilling ist rechtlich gebunden, der zweite frei. Diese Ungleichheit ist eines der zentralen Themen des Romans. Wir erfahren, welche Folgen dieser Stand für beide Leben hat. Weiterhin begleiten wir die Familien in ihrem Alltag aus harter Arbeit, Traditionen und festen sozialen Strukturen. Die politische Lage im Land hat direkte Auswirkungen auf das alltägliche Leben. Der Krieg und seine Folgen (wirtschaftliche Not, Unsicherheiten, Angst) beeinflussen viele Entscheidungen der Familienmitglieder.
Ich fand das Buch wieder sehr eindrücklich und habe es mit großer Begeisterung gelesen. Am Anfang fiel es mir ein bisschen schwer, wieder reinzufinden, obwohl auf den ersten Seiten nochmal erklärt wird, welche Person wer ist und wie deren Leben sich darstellt, trotzdem war mir das irgendwie zu viel auf einmal und ich habe den Überblick verloren. Geholfen hat mir das Glossar am Ende und vor allem, einfach weiterzulesen. Nach ein bisschen Zeit war ich drin und hatte wieder ein klares Bild von den familiären und sozialen Strukturen vor Augen. Toll fand ich, dass wir die Personen aus dem ersten Band wieder finden, aber es sind einige Jahre seitdem vergangen und die Hauptpersonen in diesem Buch sind aus einer anderen Generation. Spannend fand ich einerseits den Alltag zu beobachten und wie zum Beispiel harmlose (entzündete Wunde) aber auch schlimme Krankheiten (Pest) schnell zum Tod führen können. Wie man sich auf den Winter vorbereitet oder nach einer schlechten Ernte. Wie das politische Geschehen direkten Einfluss auf das Leben nimmt. Wie es läuft mit der Abgabe an den Lehnsherrn. Wie man sich verhält, wenn man sich in eine Person verliebt, die man aufgrund des Standes oder sozialer Strukturen nicht lieben darf. Wie eine Dorfgemeinschaft in Krisen zusammenhält, aber auch schnell zur Gefahr werden kann. Am besten gefallen hat mir, dass die Hauptfigur eine Frau ist, denn diese haben es nun mal noch schwerer, sich in der Zeit zu behaupten.
Fazit: Absolute Empfehlung für Leser, die historische Romane mögen. Dies ist der zweite Teil, den man durchaus auch lesen kann, wenn man den ersten Band nicht kennt. Ich freue mich auf den dritten abschließenden Teil und bin ein bisschen traurig, dann Abschied nehmen zu müssen. Gerne würde ich den Hof bis in die Gegenwart begleiten – von mir aus können noch ein paar Folgebände erscheinen.