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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2018

Unglaublich fesselnder Thriller

Der Schatten
4

Die Journalistin Norah ist erst vor Kurzem von Berlin nach Wien gezogen, da sie es in ihrer alten Umgebung nicht mehr ausgehalten hat. Doch anstatt dass ihr in Österreich ein Neuanfang gelingt, geschehen ...

Die Journalistin Norah ist erst vor Kurzem von Berlin nach Wien gezogen, da sie es in ihrer alten Umgebung nicht mehr ausgehalten hat. Doch anstatt dass ihr in Österreich ein Neuanfang gelingt, geschehen dort nach ihrer Ankunft merkwürdige Dinge. Zuerst trifft sie auf der Straße eine alte Bettlerin, die ihr diesen Satz entgegenruft: „Am 11. Februar wirst du am Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Aus freien Stücken. Und mit gutem Grund.“ Norah ist geschockt, denn mit diesem Datum verbindet sie etwas sehr Schreckliches. Dann verschwinden Gegenstände aus ihrer Wohnung, und andere Dinge tauchen dort plötzlich auf, die ihr nicht gehören. Als dann wirklich ein Arthur Grimm in ihr Leben tritt, beginnt sie sich zu fragen, was damals wirklich geschehen ist…

Das Cover gefällt mir gut, es strahlt etwas Mysteriöses aus und macht neugierig. Auch das Innere ist schön gestaltet, die Zitate und das Rot wecken ebenfalls die Neugier auf das Buch.
Die Kapitel haben die perfekte Länge, sie enden meistens in einem Cliffhanger, sodass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen und nur so durch das Buch gerauscht bin. Es kam nämlich erst gestern (19.07.) an, und ich musste es einfach in einem Stück fertig lesen.

Das fiel mir dank des angenehmen Schreibstils sehr leicht. Er ist auch bildhaft gehalten, es gibt viele Vergleiche und Metaphern, sodass das Geschehen wie ein Film an meinem Auge vorbeizog.

Der Prolog hat mich sofort gefesselt, Fragen wie „Wer ist diese Person?“ und „Wieso will diese Norah unbedingt zerstören?“ kamen auf und trieben mich an, weiterzulesen.

Norah ist ein netter, mutiger Mensch; wie sie sich z.B. für Obdachlose und eine Transfrau einsetzt, finde ich sehr sympathisch. Sie eckt mit ihrer direkten Art zwar bei anderen an, doch ihr restlicher Charakter macht das wieder wett. Ich habe mich schon gefragt, wieso sie Hals über Kopf aus Berlin verschwunden ist; dazu gibt es immer nur häppchenweise Informationen, was die Spannung noch mehr steigen lässt. Insgesamt arbeitet Melanie Raabe über das ganze Buch mit dieser Methode, man bekommt einen Happen zugeworfen und will sofort noch mehr und mehr wissen. Es lässt einen einfach nicht los, wenn etwas im Dunkeln gelassen wird. Z.B. bei Telefongesprächen bekommt man den Beginn mit, aber was dann gesprochen wird, bleibt unerwähnt. So wird man noch ein bisschen auf die Folter gespannt und kann wie bereits gesagt nicht mehr aufhören weiterzulesen.
Die Auflösung finde ich ebenfalls stimmig, man bekommt erst gegen Ende des Buches einen Verdacht, wer hinter all dem stecken könnte.

„Der Schatten“ war ein einziger Rausch, ich kann nichts Negatives berichten. In meinem Regal wartet schon „Die Wahrheit“ auf mich, da bin ich sehr gespannt darauf. 5 Sterne!

Veröffentlicht am 26.09.2018

Überzeugender zweiter Fall

Bluthaus
3

Fridas und Bjarnes neuer Fall hat es in sich! Frida hat sich von den Geschehnissen im Fall zuvor noch nicht erholt, da landet sie auch schon wieder mittendrin: Ihre Freundin Jo entdeckt eine Leiche und ...

Fridas und Bjarnes neuer Fall hat es in sich! Frida hat sich von den Geschehnissen im Fall zuvor noch nicht erholt, da landet sie auch schon wieder mittendrin: Ihre Freundin Jo entdeckt eine Leiche und gerät unter Mordverdacht. Frida will das nicht glauben und klinkt sich daher in Bjarnes Ermittlungen ein. Langsam entfalten sich vor den beiden grausame Geschehnisse der Vergangenheit …

Ich LIEBE das Cover! Schon das des Vorgängerbandes mochte ich gerne, aber dieses gefällt mir sogar noch besser! Es passt wunderbar zur Geschichte und strahlt etwas Düsteres, Bedrohliches aus.

Der Schreibstil ist wie gewohnt äußerst angenehm und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Man erfährt mehr über Jos Vergangenheit und wird von den Ereignissen förmlich mitgerissen. Die Charaktere haben sich außerdem gut und nachvollziehbar entwickelt und sie werden einem
noch sympathischer.
Die wechselnden Perspektiven bringen nicht nur Abwechslung in die Geschichte, sondern steigern auch die Spannung und animieren dazu, unbedingt weiterlesen zu wollen. Auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart fügt sich gut ins Gesamtbild ein. Die Auflösung ist aufregend und tragisch zugleich, man fühlt richtig mit den Charakteren mit.

Ich kann das Buch und seinen Vorgänger nur empfehlen und hoffe, die Fortsetzung lässt nicht allzu lange auf sich warten. :) 5 Sterne!

Veröffentlicht am 05.12.2018

Spannender Medizinthriller

Unter dem Messer
3

Dr. Rita Wu steht vor ihrem großen Durchbruch: Mit Hilfe eines OP-Roboters soll sie die erste Operation an einem lebenden Menschen durchführen.
Doch am Morgen der Operation wacht sie mitgenommen im OP-Saal ...

Dr. Rita Wu steht vor ihrem großen Durchbruch: Mit Hilfe eines OP-Roboters soll sie die erste Operation an einem lebenden Menschen durchführen.
Doch am Morgen der Operation wacht sie mitgenommen im OP-Saal auf und hört plötzlich die Stimme eines Altbekannten, nämlich Morgan Finney. Dieser eröffnet ihr, dass ihr winzige Nano-Partikel ins Gehirn gepflanzt wurden, mit denen er sie sozusagen fernsteuern kann…

Das Cover gefällt mir nicht so, der düstere Krankenhausflur passt zwar gut zur Geschichte, dennoch ist es nichts Herausragendes.

Der bildhafte Schreibstil fesselt einen vom ersten Augenblick an und man kann sich alles sehr gut vorstellen. Dadurch, dass das Buch in verschiedenen Perspektiven geschrieben ist, bekommt man mehr Einblick ins Geschehen und lässt es noch spannender werden.
Die technischen und medizinischen Details fand ich sehr interessant und informativ, sie sind verständlich erklärt und stören den Lesefluss keineswegs.
Rita kommt anfangs etwas kalt rüber, was sich aber im Fortlauf der Geschichte ins Gegenteil wandelt. Alle Charaktere sind auf ihre Art authentisch beschrieben. Man erfährt viel von deren Innenleben, was ich immer sehr spannend finde.
Das Ende finde ich auch sehr gelungen, bis auf ein etwas überzogenes Ereignis, auf das ich jedoch nicht näher eingehen möchte, da dies sonst zu viel verraten würde.

Mir hat das Buch insgesamt richtig gut gefallen, von der Idee bis zur Umsetzung und gebe 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.05.2018

Klufti in Lebensgefahr!

Kluftinger
2

Der 10. Fall von Kommissar Kluftinger ist dieses Mal sehr persönlich: Unser Klufti erhält Morddrohungen! Schon bald bemerkt er, dass die Lösung nur in seiner Vergangenheit liegen kann…

Das Buchcover ...

Der 10. Fall von Kommissar Kluftinger ist dieses Mal sehr persönlich: Unser Klufti erhält Morddrohungen! Schon bald bemerkt er, dass die Lösung nur in seiner Vergangenheit liegen kann…

Das Buchcover reißt sofort Blicke auf sich, das Kreuz mit Kluftis Namen drauf lässt nichts Gutes erahnen. Wird das etwa Kluftis letzter Fall sein?
Der Schreibstil ist wie bei den Vorgängern sehr flüssig und humorvoll, die bayrischen Redewendungen betonen den Charme der Klufti-Geschichten.

Da dieser Fall sehr auf unseren Kluftinger fixiert ist, erfährt man allerhand aus dessen Vergangenheit, was sehr unterhaltsam, aber manchmal auch traurig ist. Diese Rückblenden sind leserfreundlich in einer anderen Schriftart gehalten, was mir immer gut gefällt. Auch wird in diesem Band ENDLICH das Geheimnis um Kluftis zwei Vornamen gelüftet; wurde auch mal Zeit. :D Ebenso die zahlreichen Begegnungen mit seinem „Lieblingsfeind“ Doktor Langhammer sind wieder überaus amüsant. Sogar bekannte Personen aus anderen Kriminalromanen haben einen kurzen Auftritt, was für Krimifans ein kleines Schmankerl ist. :)
Ich musste oft lachen und grinsen, da Kluftis Humor und sein unter anderem tollpatschiges Wesen einfach witzig sind. Dadurch, dass man erfährt, wieso er so ist, wie er ist, wird er einem noch viel sympathischer und liebenswürdiger. Ich hab‘s nur mit einer Unterbrechung (schlafen :D) an einem Stück gelesen, wenn es nicht schon so spät gewesen wäre, hätt ich es in einem Rutsch gelesen. :D

Ich kann allen Klufti-Fans nur empfehlen, dieses Buch zu lesen. Wer jedoch die vorherigen Bände nicht kennt, sollte sich diese zuerst zu Gemüte führen, bevor er sich an diesen Jubiläumsfall heranwagt. :) Nur so kommt man in den vollen „Klufti-Genuss“. 5 Sterne!

Veröffentlicht am 09.04.2019

Spannend bis zum Schluss

Ich bringe dir die Nacht
1

Vor 10 Jahren wurde Allisons damaliger Freund Will wegen 5-fachen Mordes verurteilt. Um damit klarzukommen, hat sie alles von sich weggeschoben und ist von Dublin in die Niederlande gezogen. Hier ahnt ...

Vor 10 Jahren wurde Allisons damaliger Freund Will wegen 5-fachen Mordes verurteilt. Um damit klarzukommen, hat sie alles von sich weggeschoben und ist von Dublin in die Niederlande gezogen. Hier ahnt niemand von ihrer Vergangenheit und so soll es auch bleiben - nicht einmal ihrer besten Freundin hat sie davon erzählt. Doch wie so oft kommt alles ganz anders: Plötzlich wird in Dublin, dort wo die Morde auch schon damals geschehen sind, die Leiche einer Studentin aufgefunden, mit gleicher Todesursache. Allison wird von dieser Situation regelrecht überfahren, denn zwei Dubliner Polizisten eröffnen ihr, dass Will Informationen zu den neuen Morden habe, jedoch nur mit ihr darüber reden wolle. Für Allison beginnt eine gefährliche Reise in die Vergangenheit.

Das Cover finde ich ansprechend gestaltet, das Düstere strahlt Gefahr aus und die leuchtenden Buchstaben ziehen sofort den Blick auf sich.

Der Schreibstil gefällt mir gut, das Buch lässt sich flott lesen.
Der Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit ist sehr gelungen, häppchenweise wird dem Leser das Grauen offenbart. Auch die Passagen aus der Sicht des Mörders erhöhen die Spannung zusätzlich.
Die Situation, in der sich Allison und Will damals befanden, ist eindrücklich beschrieben und man leidet richtig mit.
Das Einzige, was mir nicht nicht so gefallen hat, war Allisons Verhalten, als sie sich die ersten Male wieder mit Will trifft. Dort kommt sie mir so naiv vor mit ihren kindischen Fragen, die sie sich durch Nachdenken auch leicht selbst beantworten hätte können.

Nichtsdestotrotz kann ich das Buch nur empfehlen und gebe 4 Sterne.