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nina_maria

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Veröffentlicht am 19.06.2022

Eine Priese Trash-TV

A Touch of Darkness
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„A Touch of Darkness“ ist auf jeden Fall ein Buch, auf dessen Erscheinen ich mich schon seit seiner Ankündigung gefreut habe. Die riesige Vorfreude hat sich dann auch mit den hohen Erwartungen gepaart, ...

„A Touch of Darkness“ ist auf jeden Fall ein Buch, auf dessen Erscheinen ich mich schon seit seiner Ankündigung gefreut habe. Die riesige Vorfreude hat sich dann auch mit den hohen Erwartungen gepaart, denn ich habe (vermutlich wie jeder andere auch) den Hype um das Buch aus dem englischsprachigen Raum mitbekommen. Vorweg: für mich hat es meine hohen Erwartungen nicht erfüllen können und persönlich kann ich den Hype nicht verstehen. Ich kann mir aber vorstellen, warum viele Leute das Buch mögen werden oder es mögen.

First Things first:
Das Cover ist echt ein Eyecatcher und wunderschön. Es erinnert von der Farbgebung her an den dunklen und geheimnisvollen Hades und von den Schnörkeln und den Blumen her an Persephone - wobei diese auch Hades angedichtet werden könnten. Immerhin sehen sie aus wie Narzissen. Außerdem ist es nahe beim englischen Cover geblieben, was mir sehr gut gefällt. Äußerlich passt es also schon mal sehr gut zur Geschichte oder zumindest zu den beiden Protagonisten.

Der Einstieg in die Geschichte fiel leicht und hat durch die Neuinterpretation der griechischen Mythologie sehr schnell neugierig auf mehr gemacht. Man hat gemerkt, wie liebevoll sich die Autorin die Welt überlegt und aufgebaut hat. Die Neuinterpretation war zwar spannend und kreative ausgedacht, der Fokus lag allerdings nicht auf den fantastischen Elementen der Geschichte, was ich sehr schade finde, denn hier hätte die Story großes Potential gehabt.
New Athens war dennoch ein schönes Setting, in das die Protagonistin die Leserinnen langsam einführt.

Persephone selbst lernen die Leser
innen als sympathische junge Frau kennen, die mit dem Ziel, Journalistin zu werden, in der Menschenmetropole New Athens studiert. Hinter der Fassade der „normalen“ Studentin verbirgt sie allerdings ihr großes Geheimnis! Sie hat praktisch eine geheime Identität und ist die Tochter einer Göttin. Das bedeutet für sie, dass sie sehr vorsichtig ist/sein muss, denn niemand weiß, dass Demeter eine Tochter hat. Und wenn es nach Demeter geht, sollte das auch so sein. Nichtsdestotrotz oder gerade viel mehr deswegen, liebt Persephone ihr normales Leben und genießt die Freiheiten die ihr dieses bietet, in vollen Zügen. Das kein Gott und keine Göttin von ihr weiß, sorgt dafür, dass sich die junge Frau von den Göttern fern halten soll, allen voran von Hades…
Wie es der Zufall oder eher das Schicksal so will, begegnet sie aber gerade ihm beim Besuch seines Nachtclubs und muss später entsetzt feststellen, dass sie einen Pakt mit dem Gott der Unterwelt eingegangen ist. Hier fragt sich die Leserschaft übrigens auch, wie es dazu gekommen ist, denn die Wette, mit der die ganze Handlung steht und fällt kommt aus dem nichts und passiert einfach. Ihr wird kein wirklicher Handlungsraum gegeben, was etwas irritierend ist, denn wenn diese nicht wäre, würde das Buch schon nach zwei Kapiteln und 40 Seiten enden…
Das größte Manko, das Persephone auch immer wieder an sich feststellt ist, dass sie über keinerlei Magie verfügt. Das sorgt dafür, dass sie im besonderen Maße von ihrer Mutter abhängig ist, der sie selten widerspricht und der sie gerade einmal das Studium in New Athens aus den Rippen hat schneiden können. Dieser Charakterzug ist verständlich (gerade die Abhängigkeit kann man sehr gut nachvollziehen - kennt man ja von sich aus finanzieller Sicht sicher auch) aber steht dennoch etwas im Widerspruch zu ihrem Berufswunsch und ihrer Art den Mund auch mal auszumachen und Kontra zu geben. Sie hat per se ihre ganz eigene Meinung und Prinzipien, die sie auch ausspricht und für die sie einsteht. Doch nicht nur bei ihrer Mutter ist Persephone wie ausgewechselt, sondern auch was Hades angeht. Sie verhält sich an vielen Stellen wie eine Fahne im Wind und das sorgt dafür, dass man viele Handlungen, Entscheidungen oder Gedankengänge nicht so wirklich nachvollziehen kann. Das hat für mich auch dazu geführt, dass ich die Entwicklung der Liebesgeschichte nur so semi-authentisch fand. es ging letztlich mehr um Leidenschaft - und was für eine - als um wahre tiefe Gefühle. So ist ihr Verhalten auch am Ende des Buches bezüglich Hades m.M.n. nicht authentisch oder nachvollziehbar.
Letztlich kann man sie aber als bodenständige Frohnatur charakterisieren, die keiner fliege etwas zu Leide tun könnte, aber dennoch in der Lage ist auch mal die Krallen auszufahren und ihren eigenen Wert (wenn es nicht um Magie und Götter geht) kennt. Sie lernt viel über sich selbst und entdeckt eine völlig neue Seite an sich. Ihrer Mutter gegenüber ist sie unterwürfig und voller furcht. Sie sehnt sich letztlich nur nach ihrer Liebe, doch auch das ändert sich.

Hades lernt man als verschlossenen, geheimnisvollen und grausamen Gott kennen - dies ist zumindest das Bild, dass die Gesellschaft von ihm hat und er pflegt dieses Bild auch auf gewisse Art und Weise. Nachdem man das Buch allerdings gelesen hat, weiß man, dass Hades ein zutiefst missverstandener, wenn auch mächtiger, Charakter ist. Was sein Reich betrifft, ist er liebevoll und möchte nur das Beste für alle, allerdings ist er auch ein bisschen ignorant (z.B. wenn es um die Seelen und den Asphodeliengrund und seine Seelen geht) - letztlich ist aber auch dieses Verhalten Selbstgeißlung. Wenn es um Persephone geht, ist er sehr besitzergreifend und beschützerisch - genau das, was man von dem Stereotyp Mann erwartet. Das ist nicht mal unbedingt negativ gemeint, aber eben nichts neues. Was ich als durchaus negativ empfunden habe, wwaren die Kosenamen, die Hades von Anfang an für Persephone verwendet hat. Ab einem bestimmten Zeitpunkt in einer Beziehung ist das kein Ding, aber von Anfang an und dann auch recht schmierig von der Art her? Gar nicht mein Fall, überhaupt nicht. Das hat ihn leider auch unsympathisch und unattraktiv gemacht. Was mir allerdings gut gefallen hat, war seine Charakterentwicklung im Laufe des Buches, das er sich geöffnet hat und sogar menschliche Aktivitäten vorgenommen hat. Ein kleines Highlight waren außerdem die ersten Kapitel aus seiner Sicht, am Ende des Buches.

Neben den Protagonisten wurde die Handlung von einer Handvoll Nebencharakteren getragen, die man im Laufe der Geschichte auch alle (mehr oder weniger) ins Herz geschlossen hat. Immerhin wären sich Hades und Persephone viellicht nie begegnet, wenn Lexa ihre beste Freundin nie ins Nevernight geschleppt hätte. Denn persephones beste Freundin war wortwörtlich der Stein des Anstoßes für die ganze Handlung. Leider erfährt man nur sehr wenig über sie, denn sie taucht immer nur dann auf, wenn sie für den Plot gebraucht wird. Das ist sehr schade, denn sie hätte großes Potential und verdient mehr als nur gelegentliches auftauchen. Genauso verhält es sich mit ihrem Freund Jaison, der im wahrsten Sinne des Wortes out of nowhere kommt…
Die wohl nervigste Rolle von allen weiblichen Figuren nimmt m.M.n. Minthe ein, die Assistentin von Hades. Sie war von Sekunde eins an unsympathisch und trotzdem nicht der schlimmste Charakter von allen. Das mit der Minze war übrigens mein ganz persönliches Highlight (if u know, u know).

Im Nevernight begegnet man auch Adonis, der später ein Arbeitskollege von Persephone sein soll. Mit ihm hat es ziemlich gut angefangen. Er ist vom Sein her absolut „drüber“ und vielleicht etwas too much, aber polarisierende Charaktere sind ja per se nicht schlecht. Leider hat er sich aber nach der ersten Begegnung im Club immer weiter ins negative entwickelt, sodass er am ende des Buches ein echter Antagonist war. Selten habe ich einen so ekeligen, schmierigen und übergriffigen Charakter erlebt. Ich denke, er ist definitiv die Umbridge des Buches.
Nach dem ende kann man aber auf jeden Fall gespannt sein, ob und wie er in Band zwei auftauchen und agieren wird.

Persephones Mutter, Demeter, ist eine Antagonistin „der ersten Stunde“. Gerne hätte ich mehr über sie erfahren und auch über ihren Hass auf Hades. Liegt es wirklich nur an den Mooren und ihren Prophezeiungen oder steckt da noch mehr dahinter? Hier wären mehr Infos schön gewesen, aber vielleicht kommt das ja im nächsten Teil. Aber auch Demeter betreffend, gab es einige Handlungsstränge, die unlogisch waren. Zum Beispiel die Szene auf dem Maskenball, in der einige Persephone erkennen, aber Demeter bemerkt ihre eigene Tochter nicht…

Durch die Wette mit Hades verbringt Persephone sehr viel Zeit in der Unterwelt, die den Leser*innen wunderschön beschrieben wird und nicht nur so ist, wie man sich das vorstellt. In ihrer Zeit dort lernt sie unweigerlich Hekate kenne, eine Göttin, mit der sie langsam aber sicher eine Freundschaft knüpft. Diese Freundschaft ist sehr authentisch und wunderschön. Die Szenen zwischen den beiden Göttinnen gehören zu meinen liebsten des ganzen Buches und die Atmosphäre zwischen den beiden war herrlich authentisch. Ab Minute eins an waren sie auf einer Wellenlänge. Die Entwicklung zwischen den beiden war so authentisch und Hektar für mich eine der greifbarsten Figuren überhaupt, weil man, im Gegensatz zu Lexa, auch wirklich etwas über sie erfahren hat.

Neben der Freundschaft mit Hekate waren auch die Szenen im Asphodeliengrund ein echtes Highlight. Generell haben mir die Sequenzen in der Unterwelt immer sehr gut gefallen - sie nehmen auch den größten Teil des Buches ein.
Die Liebesgeschichte zwischen Hades und Persephone ging mir allerdings viel zu schnell. Angefangen bei der Wette, der nicht genügend Raum eingestanden wurde. I mean, wie ist sie überhaupt zustande gekommen?! Sie war praktisch der erste Wendepunkt der Story und letztlich auch der Auslöser für jede weitere Handlung und wurde trotzdem einfach nur schnell abgehandelt. Das ganze Potential einer guten Enemies-to-Lovers Geschichte wurde meiner Meinung nach nicht voll ausgeschöpft, was man besser hätte machen können.

Auch der Umgang mit sensiblen Themen, wie k.O.-Tropfen, wurde unglücklich gelöst und diente augenscheinlich nur dazu richtig tiefe Gräben zwischen die Figuren zu reißen. Daneben gab es leider viele auffällige Plotholes, die das Lesevergnügen geschmälert haben. Einige von ihnen könnten sicherlich in Band zwei gefixt werden. Vorausgesetzt sie waren überhaupt beabsichtigt…

Alles in allem lässt sich sagen, dass die Story von der Tension zwischen den beiden Protagonisten lebt. Es ist ein unfassbar heißes Buch voller spicy Szenen. Da liegt der Fokus drauf und wenn man das weiß, dann wird man sicher auch nicht enttäuscht. Was man von dem Buch auf keinen Fall erwarten darf ist ein toller und epischer High-Fantasy Roman oder generell ein Buch, bei dem das Hauptaugenmerk auf der fantastischen Welt liegt.
Es liest sich schnell und gut und fällt für mich aber definitiv unter die Kategorie Crash-TV der Bücherwelt, was keinesfalls böse gemeint ist. 
Ob ich band zwei lese, weiß ich noch nicht, denn einerseits konnte es mich nicht so wirklich packen, ich konnte mich mit den Figuren nicht identifizieren oder sonstiges, andererseits ist es wirklich amüsanter, leichter Lesestoff, den man auch als solchen behandeln sollte.

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Veröffentlicht am 07.06.2022

Auf und Davon

Days of Blood and Starlight
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Disclaimer: Ich habe das englische Buch gelesen

Ich glaube mein Herz ist gebrochen!
So hinterlässt mich dieses Buch. Es hat mir so viel gegeben und alles genommen! Doch bevor ich meinen Gemütszustand ...

Disclaimer: Ich habe das englische Buch gelesen

Ich glaube mein Herz ist gebrochen!
So hinterlässt mich dieses Buch. Es hat mir so viel gegeben und alles genommen! Doch bevor ich meinen Gemütszustand weiter erkläre, kommen wir zu dem Cover.

Auf Band Zwei ist Madrigal porträtiert und wie schon das Cover von Band eins, ist es absolut stunning! Ich liebes es so sehr, es passt wie die Faust aufs Auge zu der Geschichte und die Farbgebung ist einfach nur wunderschön. Allein das Cover ist schon eine Hausnummer für sich.
Der Inhalt… Halleluja!

Weil ich blöd wie Brot bin, habe ich zwischen dem Lesen von Teil eins und zwei vier Monate ins Land ziehen lassen. Vier MONATE!!! Warum bin ich nur so?!
Diese Tatsache hat es mir daher nicht leicht gemacht in die Geschichte einzusteigen. Ich hatte das Ende vom ersten Teil praktisch vergessen (clevere Leute hätten einfach die letzten hundert Seiten des ersten Bandes gelesen, aber oben haben wir ja bereits festgestellt, dass ich nicht zu dieser Sorte Menschen gehöre) und war am Anfang deswegen unfassbar verwirrt und habe mir ständig gedacht - whats going on here? Auch in den Schreibstil musste ich erst wieder zurückfinden. Nach rund 150 Seiten waren aber beide „Probleme“ hinfällig und ich war wieder absolut drin in der Geschichte. Ich war so sehr gefesselt und habe an manchen Tagen straight 100 Seiten inhaliert!

Gemeinsam mit Karou zwischen den Welten zu sein, zu spüren, wie sie als Werkzeug eingesetzt wird, von Mächten, die so viel mehr zu sein scheinen, als sie, war unglaublich. Ihren Schmerz, den sie nach ihren Verlusten ertragen muss, hat mich zusammen mit ihr fast wahnsinnig gemacht und so hat sich dieses blauhaarige Mädchen einfach mein Herz geschnappt und ist damit nach Eretz abgehauen! Ich liebe Karou als Protagonistin und kann mich gut mit ihr identifizieren. Selten hat der Spruch Goethes „Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust“ so gut auf eine Protagonistin gepasst, wie bei ihr!
Der Umgang mit ihrer Realität hat mir auch gut gefallen - mein Highlight war aber definitiv das Auftauchen von Zuzana und Mik!

Die Tatsche, dass wir uns im Krieg befinden hat auch die Kapitel aus Akivas Perspektive unfassbar interessant gemacht und auch er hat, trotz allem, einen Platz in meinem Herzen. Ebenso wie Liraz (hoffentlich erfährt man in Band Drei noch mehr von ihr) und Hazel - ach Hazel. Mein Herz ist gebrochen.

Die ganze Handlung war unfassbar spannend und fesselnd und manche Plottwists hat man einfach nicht kommen sehen - andere hingegen haben einen, als eingefleischten Fantasy-Fan, nicht allzu sehr überraschen können, weil man selbst drauf gekommen ist. Trotzdem war das Buch, ab einem bestimmten Punkt nur noch schwerlich aus der Hand zu legen.

Besonders das Switchen zwischen der menschlichen Welt und Eretz hat für mich einen Teil des Charmes dieses Buches ausgemacht.

Ein weiteres Highlight ist außerdem, das zusätzlich zum Main-Ship noch ein weiterer Ship für mich dazugekommen ist (auch wenn ich glaube, dass es da keine Hoffnung gibt. Dafür ist der Main-Ship zu stark). Wer das Buch gelesen hat, weiß, was ich meine (an der Stelle die versteckte Aufforderung an alle, die das Buch noch nicht gelesen haben: LEST DIESES BUCH!!!)

Alles in allem konnte mich dieses Buch mehr als überzeugen und ich bin unfassbar gespannt, wie es weitergeht. Dieses Mal werde ich auch nicht denselben Fehler begehen und wieder vier Monate verstreichen lassen, bevor ich mit Teil drei anfange!
Absolut verdiente fünf Sterne und das Potenzial eines Highlights.

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Veröffentlicht am 07.06.2022

high Fantasy vom Feinsten

Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin
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„Im Zeichen der Mohnblume - die Schamanin“ ist leider auch so ein Buch, das unberechtigterweise viel zu lange gesubbt hat. Im Nachhinein fragt man sich natürlich immer, woran es gelegen hat, aber bei ...

„Im Zeichen der Mohnblume - die Schamanin“ ist leider auch so ein Buch, das unberechtigterweise viel zu lange gesubbt hat. Im Nachhinein fragt man sich natürlich immer, woran es gelegen hat, aber bei dem Buch könnte ich mir echt dafür in den Arsch beißen, dass ich erst jetzt dazu gekommen bin. Andererseits bin ich auch ganz froh es jetzt erst gelesen zu haben, weil bald der dritte Band erscheint und ich dann immerhin nicht so lange warten muss.

First things first: Das Cover
Es ist, neben dem Klappentext natürlich, einer der Gründe, warum mir das Buch im Gedächtnis geblieben ist und warum ich es unbedingt haben wollte. Ich finde es unfassbar schön und es erinnert mich so sehr an Mulan - eigentlich nur ein weiterer Pluspunkt für das Buch. Wer natürlich Menschen auf Buchcover nicht ab kann, wird es hier schwer haben, aber ich finde, dass das hier richtig gut gemacht wurde. Es ist anzunehmen, dass das Mädchen auf dem Cover die Protagonistin Rin ist, denn genauso habe ich sie mir vorgestellt. Übrigens gefällt mir auch die Farbgebung des Buches - das Rot passt zum Mohn.

Inhaltlich handelt es sich bei diesem Werk um ein sehr komplexes Buch, das man nicht mal eben Wegatmen kann. Man muss sich die Zeit dafür nehmen und sich hundertprozentig darauf einlassen können. Ich habe es im Rahmen einer Leserunde gelesen und das hat mir definitiv geholfen dranzubleiben, denn zwischendurch hätte ich definitiv nicht die Zeit und Kapazität gehabt es zu lesen - so aber war ich „gezwungen“, was echt gut war.

Allgemein ist das Erzähltempo unfassbar schnell. Die erzählte Zeit wird so zusammengerafft für die Erzählzeit (an dieser Stelle zahlt sich der Deutsch-Lk endlich mal aus). Gerade war man noch in Rins „Heimatdorf“ und schon befindet man sich im Krieg. Ungefähr so fühlte sich das an - verstärkt wird dieser Eindruck übrigens damit, dass der Krieg am Ende des Buches auch schon wieder vorbei ist…
Wer sich aber davon nicht abschrecken lässt, der bekommt High-Fantasy vom Allerfeinsten! Das Worldbuilding ist großartig und durch den detaillierten Schreibstil ist die ganze Welt so plastisch, dass man das Gefühl hat mittendrin zu sein

Die Protagonistin ist sehr willensstark und nimmt alles in kauf um ihrer drohenden Zukunft zu entgehen. Dabei finde ich toll, dass sie ein moralisch grauer Charakter ist und keine lupenreine weiße Weste hat, wie man es ja sonst oft gewohnt ist. Das macht sie authentisch, nahbar und nachvollziehbar. Sie erscheint umso menschlicher mit den Abgründen, die sich in ihr auftuen. Gleichzeitig merkt man, dass ihre Charaktereigenschaften von ihrem Leben und ihren Umständen geprägt sind und man könnte sich die Frage stellen: „Was wäre wenn…?“

Durch das schnelle Erzähltempo ändern sich auch die Charakterkonstellationen in einer rasenden Geschwindigkeit. Davon lebt die Geschichte zwar, allerdings hätte ich mir manchmal gewünscht, dass es nicht ganz soooo schnell geht, damit man Personen aus Rins Umfeld besser kennen- und einzuschätzen lernt. Auch da würde ich sagen, dass dies aber von der Autorin gewollt ist, denn so sind die Überraschungseffekte, wenn bestimmte Charaktere wieder in Erscheinung treten umso größer.

Generell kann man aber sagen, dass neben Rin auch ihr Meister in Sinegard, Jiang, ihr Nemesis, Nezah und selbstverständlich die Cike, mit ihrem Anführer Altan, wichtige Charaktere sind, die die junge Frau bei ihrer Ausbildung, dem Krieg und ihrer Reise begleiten.

Der Cliffhanger war fies, wenn auch aushaltbar. Dennoch bin ich schon sehr gespannt darauf, wie es weitergehen wird und freue mich auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 07.06.2022

Spektakuläres Final

Beta Hearts
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Der Abschluss der Neon-Birds-Trilogie. Und was für einer!

Ich möchte gar nicht allzu viele Wort über dieses Werk verlieren, denn ich denke, dass schon in den Rezensionen der ersten beiden Teile klar geworden ...

Der Abschluss der Neon-Birds-Trilogie. Und was für einer!

Ich möchte gar nicht allzu viele Wort über dieses Werk verlieren, denn ich denke, dass schon in den Rezensionen der ersten beiden Teile klar geworden ist, wie sehr ich die Reihe mag und wie froh ich darüber bin, dass ich sie für mich entdecken konnte.

Wie schon bei den beiden Vorgängern passt das Cover ganz fantastisch in das futuristische Universum, das Marie Graßhoff hier erschaffen hat. Es psst darüber hinaus auch gut zu denen der ersten beiden Teile, was das Bild komplettiert und rund macht. I really, really like that!

Alle Fäden, die in den ersten beiden Büchern mühsam von der Autorin gesponnen wurden, liefen in diesem Buch zusammen und wurden weiter miteinander verknüpft. Das Finale war einfach nur bombastisch - das Ende unerwartet und absolut herzzerreißend.
Die Charaktere entwicklen sich auch in diesem Buch noch einmal etwas weiter, ändern ihre Sicht auf die Dinge und auch die Konstellationen der Beziehungen zueinander verändert sich noch mal. Es war ein sehr dynamisches Buch in der Handlung und in den Protagonisten, das ich gerne gelesen habe. 
Zwischendurch hatte es sich für mich etwas gezogen, aber ich denke, dass es nicht am Buch an sich lag, sondern einfach damit zusammenhing, dass ich das Hörbuch gehört habe und nach einigen Unterbrechungen die Luft einfach beim Hören raus war. Daraufhin habe ich zum Printexemplar gegriffen und siehe da - ich bin praktisch durch die Seiten geflogen.

Die gesamte Reihe ist sehr strak. In ihrer Handlung, in ihren Protagonist:innen, in ihrem ganzen Worldbuilding. Ich kann sie jedem, der gerne dystopische Romane liest, empfehlen und wünsche mir, ich könnte nochmal ganz neu und ohne irgendwelches Vorwissen in diese Welt eintauchen.

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Veröffentlicht am 07.06.2022

Anthony und Kate

Bridgerton - Wie bezaubert man einen Viscount?
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Auch der zweite Teil der Bridgerton-Reihe hat sich in mein Herz schleichen können und ich habe ihn, wie schon seinen Vorgänger sehr genossen.

Auch bei diesem Band finde ich das Cover wieder sehr passend ...

Auch der zweite Teil der Bridgerton-Reihe hat sich in mein Herz schleichen können und ich habe ihn, wie schon seinen Vorgänger sehr genossen.

Auch bei diesem Band finde ich das Cover wieder sehr passend und wunderschön. Auch hier nichts besonders auffälliges oder besonders künstlerisches, aber es passt absolut zum Buch.

Anthony Bridgerton hat man als Leser:in schon in Band eins kennengelernt und schon da habe ich ihn geliebt. Er ist ein Gentleman durch und durch.
Als Oberhaupt seiner Familie hat er bei all seinem Witz und Charme allerdings kein leichtes Los gezogen, was zwischendurch auch immer wieder deutlich wird. Er genießt zwar die Privilegien, die mit dem Titel „Viscount“ einhergehen, aber er trägt auch die Verantwortung seiner Familie und der Gesellschaft gegenüber. Er ist also auch ein sehr ernsthafter Charakter, der von dem plötzlichen Tod seines Vaters tief geprägt wurde.
Seine Starrsinnigkeit, was seine Erwartungen an sein Leben angeht und der ständige Vergleich mit seinem Vater, hat ihm die gesamte Handlung immer, permanent im Weg gestanden, was mich persönlich zu weil gelangweilt oder genervt hat. Man wollte ihn packen und schütteln.

Kate ist eine herrliche Protagonistin!
Sie ist witzig, intelligent, ironisch, aufsässig, zielstrebig und manchmal etwas starrsinnig. Sie vereint unfassbar tolle Charakterzüge und ich konnte mich wirklich zu 100% mit ihr identifizieren. Ihre Rolle als ältere Schwester hat das ganze noch verstärkt.
Genauso wie Anthony, hat auch sie schon ganz genau vor Augen, wie ihr Leben ablaufen werden wird. Dieser Plan wird von Anthony gründlich durcheinander gebracht und die beiden waren einfach nur hilarious zusammen.

Ich habe ihre Liebesgeschichte, ihr Zusammenwirken sehr genossen. Es war eine wunderschöne Enemies-to-Lovers Geschichte mit dem wunderschönen Setting Londons des 19. Jahrhunderts.

Als übergeordnete Plotline war wieder das Gesellschaftsjournal von Lady Whistledown zu finden. Ich liebe es sehr!

Die ganze Atmosphäre des Buches hat mir sehr gut gefallen und dem Hörbuch zu folgen war wieder ein Genuss! Diese Reihe ist wirklich dafür gemacht, sich die Hörbücher anzuhören.

Außerdem hat schon jetzt mein Herz und ich freue mich auf die nächsten Teile.

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