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Veröffentlicht am 26.10.2021

Etwas mehr Spannung wäre schön gewesen

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Robert ist noch jung und hat hohe Ziele für sein Leben. Er ist Architekt mit Leidenschaft. Den Krieg hat er zwar überstanden, aber losgelassen hat er ihn doch nie. Gemeinsam mit seinem Freund Johannes ...



Robert ist noch jung und hat hohe Ziele für sein Leben. Er ist Architekt mit Leidenschaft. Den Krieg hat er zwar überstanden, aber losgelassen hat er ihn doch nie. Gemeinsam mit seinem Freund Johannes hat er die Schrecken dieses Krieges erlebt, aber während Robert heil nach Hause gekommen ist, galt Johannes als Tod. Für Luise ist es lange Zeit schwer, sich dieses einzugestehen und den Freund loszulassen. Schließlich beschließt sie dann doch den Heiratsantrag von Robert anzunehmen, das Leben muss ja weitergehen. Ausgerechnet am Tag ihrer Hochzeit ist Johannes plötzlich wieder da, aber er schweigt. Zu groß ist seine Angst, Luise nicht mehr das Leben bieten zu können, welches sie seiner Meinung nach verdient hat, denn er ist kriegsversehrt und hoffnungslos. Luise soll es da an Roberts Seite besser haben.

„Novembersturm Berlin Friedrichstraße“ ist der erste Band eines Mehrteilers von Ulrike Schweikert. In diesem Teil erzählt sie von den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Sie schildert das Leben in den 20er-Jahren und wie schwer es für die Menschen in Berlin gewesen ist. Die politische Lage nimmt dabei in diesem Roman sehr viel Raum ein.

Ich greife immer mal wieder gern zu einem Buch von Ulrike Schweikert, leider wurde ich in diesem Fall enttäuscht. Ich habe irgendwie so gar keinen Zugang zu dieser Geschichte gefunden. Dabei hat die Autorin den historischen Hintergrund wirklich gut durchleuchtetet. Sie schildert sehr ausführlich über die politische Situation in den 20er-Jahren und davon, was es für die Menschen in dieser Zeit bedeutet hat. Auch lässt sie ihre Protagonisten einiges durchstehen und erleben, aber irgendwie hat sie es diesmal nicht, geschafft mich an die Geschichte zu fesseln. Vieles war mir zu vorhersehbar. Gerade die Beziehungen zwischen den Protagonisten hatten nicht wirklich Überraschendes zu bieten. Das Handeln von Robert, auch wenn er so handelt, wie es seine Zeit eben vorgibt oder von Johannes, konnte mich nicht wirklich fesseln. Die gesamte Geschichte glitt gleichbleibend ohne echte Höhen und Tiefen dahin. Dabei ist der Erzählstil angenehm zu lesen und wie schon erwähnt, der historische Hintergrund gut recherchiert und wiedergegeben, aber es war in der Masse einfach zu viel an Informationen, um der eigentlichen Geschichte von Robert, Luise und Johannes und ihren Familien und Freunden folgen zu können.

Fazit:

„Novembersturm Berlin Friedrichstraße“ ist ein gut recherchierter Roman über die 20er-Jahre in Berlin. Der historische Hintergrund wartet mit viel Wissen auf und bringt die geschichtlichen Ereignisse dieser Zeit näher, mir persönlich war die Geschichte aber zu trocken. Ich konnte mit den Protagonisten nicht so recht mitfiebern, vieles war mir zu vorhersehbar und ohne echte Spannung. Schade, aber Band 2 werde ich wohl nicht mehr lesen.

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Veröffentlicht am 19.10.2021

Spannend bis zur letzten Seite

Die Totenärztin: Goldene Rache
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Fanny Goldmann liebt ihren Beruf als Gerichtsmedizinerin über alles. Die Tatsache, dass sie von der Gesellschaft deswegen oft schief angesehen wird, ignoriert sie. Nichts ist für die junge Frau spannender ...

Fanny Goldmann liebt ihren Beruf als Gerichtsmedizinerin über alles. Die Tatsache, dass sie von der Gesellschaft deswegen oft schief angesehen wird, ignoriert sie. Nichts ist für die junge Frau spannender als herauszufinden, warum jemand verstarb und was im Körper der Menschen vor sich geht. Doch dann bekommt sie eine seltsame Leiche auf den Tisch, denn eine Botschaft befindet sich an ihr. Ist diese Botschaft für Fanny? Was will der Mörder ihr womöglich mitteilen und sollte sie überhaupt diese Botschaft lesen? Da Fanny nun mal neugierig ist, macht sie sich daran, dieses Geheimnis zu entschlüsseln, ohne zu ahnen, auf was sie sich schon wieder einlässt. Als sie merkt, in welchen Machtkampf sie geraten ist, ist es schon zu spät, jetzt muss sie Entscheidungen treffen, die sie selbst und ihre Familie und Freunde betreffen.

Fanny Goldmann ermittelt wieder im Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit „Goldene Rache“ liegt nun Band 2 von „Die Totenärztin“ vor. Auf dieses Buch hatte ich mich schon sehr gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Nicht nur, dass es einen spannenden Fall zu klären gab, auch gab es wieder ausführliche Einblicke in die Gerichtsmedizin zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

René Anour hat es gut verstanden, einen spannenden Kriminalfall zu schildern und gleichzeitig den historischen Hintergrund geschickt mit einzubauen. Er schildert mit Fanny, wie schwer das Berufsleben gerade für Frauen war, sie aber trotzdem die Möglichkeiten hatten, in Wien zu studieren und auch arbeiten zu können. Auch wenn die Vorurteile der Männer immer vorhanden waren, gelingt es Fanny sich durchzusetzen.

Geschickt erzählt der Autor nun von den gefährlichen Intrigen, in die Fanny und auch Max verwickelt wurden. Diese Handlungsstränge waren zwar nicht immer leicht zu durchschauen, dafür aber sehr spannend. Mir hat auch gut gefallen, dass hier bekannte Persönlichkeiten mit eingebunden worden sind. In diesem Fall war es der Maler Gustav Klimt und eines seiner berühmten Gemälde. Es war Interessant ihn hier auf diese Weise kennenzulernen.

Das Privatleben von Fanny und Max wurde so geschildert, dass es angenehm zu lesen war. Mir hat es Spaß gemacht zu erfahren, wie die zwei versucht haben, den jeweils anderen zu schützen und auch näherzukommen. Mir hat auch wieder gut gefallen, wie die Arbeit von Fanny geschildert wird. Auch die Charaktere, die nur am Rande erwähnt werden, waren liebenswert, wie zum Beispiel der Vater von Fanny oder ihr Arbeitskollege im gerichtsmedizinischen Institut. Überhaupt sind die Protagonisten gut ausgearbeitet worden und dabei nicht immer leicht zu durchschauen, was die Geschichte noch einmal mehr spannender gemacht hat.

Zudem ist der Erzählstil von René Anour leicht und locker zu lesen, dabei schreibt er facettenreich und bunt. Mir hat dieser zweite Teil genauso gut gefallen, wie Teil 1.

Fazit:

„Goldene Rache“ ist ein ebenso spannender historischer Krimi wie der Vorgänger „Wiener Blut“. Der Autor hat es verstanden, den historischen Hintergrund mit seiner fiktiven Geschichte um die Gerichtsmedizinerin Fanny Goldmann zu verweben. Er erzählt einen gelungenen Krimi und eine interessante Lebensgeschichte einer jungen Frau aus dem Wien des Jahres 1908. Mir hat diese Geschichte gut gefallen und ich hoffe doch sehr, dass es noch einen weiteren Band geben wird.

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Veröffentlicht am 18.10.2021

Schwungvoller zweiter Teil

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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Magda Fuchs hat sich so langsam in Berlin eingewöhnt. Ihr Arbeit als Polizeiärztin verlangt ihr vieles ab, aber davon allein kann sie nicht leben. Sie sucht eine Arbeit, die ihr die nötige Freiheit bringt. ...



Magda Fuchs hat sich so langsam in Berlin eingewöhnt. Ihr Arbeit als Polizeiärztin verlangt ihr vieles ab, aber davon allein kann sie nicht leben. Sie sucht eine Arbeit, die ihr die nötige Freiheit bringt. Da ist es ihr gerade Recht, dass sie Räumlichkeiten für eine Praxis angeboten bekommt. Auch in ihrem Privatleben ereignet sich einiges, sie und Kuno Mehring kommen sich näher. Doch der Gedanke an eine Ehe und Kinder macht ihr auch Angst. Die 20er-Jahre in Berlin sind nicht einfach. Jeden Tag sieht Magda als Ärztin das Elend der Frauen in der Stadt. Auch Celia steht vor schweren Entscheidungen, will sie ihre Freiheit für Edgar aufgeben? Vielleicht doch darauf verzichten, Ärztin zu werden? Und die junge Schauspielerin Doris, die ihr Leben genießt und die Gefahr nicht erkennt. Die Frauen stehen vor den schwersten Entscheidungen ihres Lebens, wie wird ihrer aller Leben weitergehen, wie wird die Inflation sie beeinflussen und werden sie die schweren Krisen überstehen können?

Auf diesen zweiten Teil von „Die Polizeiärztin“ habe ich mich schon sehr gefreut, ich war gespannt darauf, wie das Leben von Magda, Celia, Ina und all den anderen Protagonisten weitergehen würde. „Das Leben, ein großer Rausch“ schließt dann auch direkt an den Vorgänger „Das Leben, ein ewiger Traum“ an. Ich empfehle daher, die Bücher nicht einzeln zu lesen. Kleine Rückblenden geben zwar in etwa den Inhalt von Band 1 wieder, aber unterhaltsamer ist es, liest man die Bücher der Reihe nach.

Da Magda weiterhin als Polizeiärztin arbeitet und Kuno Mehring ebenfalls Polizist ist, gibt es natürlich auch einen schwierigen Fall zu lösen. In diesem Fall handelt es sich um einen Täter, der mehrere Frauen brutal überfällt. Magda und Kuno suchen wieder gemeinsam nach der Verbindung und den Motiven des Täters, aber diese Untersuchungen finden eigentlich nur am Rande statt. Der Schwerpunkt dieser Geschichte ruht auf Magda Fuchs und ihre Arbeit als Ärztin. Sie ist Ärztin für Frauenheilkunde. Schnell muss sie aber feststellen, dass damit auch einiges an Gefahren verbunden ist. Mit der Eröffnung der eigenen Praxis für Magda gibt die Autorin Helene Sommerfeld jetzt einen umfangreichen Einblick in diese Arbeit der 20er-Jahre. Ich fand es spannend zu lesen, womit die Frauen zu kämpfen hatten, wie groß in dieser Zeit oft die Verzweiflung war. Auch Magda stand vor so manch schwerer Entscheidung.

Mir hat gut gefallen, wie die Autorin es hier verstanden hat, den historischen Hintergrund zu erläutern und gleichzeitig mit ihrer fiktiven Geschichte rund um Magda und ihre Freundinnen einzubinden. Sie hat nicht nur von dem Glanz in den Tanzsalons erzählt, sondern vielmehr von der unteren Gesellschaftsschicht, die eben um ihr Überleben kämpfen musste. Diese Einblicke waren extrem spannend. Zudem hat Helene Sommerfeld es verstanden, ihre Charaktere weiterzuentwickeln. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten und dies wurde gut ausgearbeitet. Mir hat es Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen und zu erleben, wie das Leben weiterging.

Der Erzählstil der Autorin ist leicht und locker zu lesen, sie versteht es, ihre Geschichte dabei fesselnd zu erzählen. Mir hat vor allem gefallen, wie sie historische Details mit eingebunden hat und dabei eine glaubwürdige Geschichte entstanden ist. Ein Personenregister zu Beginn sorgt für den nötigen Überblick über die Protagonisten und ein Stadtplan von Berlin zeigt genau, wo sich die Charaktere befinden.

Fazit:

Das Leben in den 20er-Jahren wird glaubhaft geschildert, die Protagonisten überzeugen durch ihre Vielfalt, sie haben Ecken und Kanten und wirken lebendig und authentisch. Ich habe diesen zweiten Teil von „Die Polizeiärztin“ gern gelesen und fühlte mich einmal mehr von Helene Sommerfeld wunderbar unterhalten. Sie hat es gut verstanden, den historischen Hintergrund in ihre fiktive Geschichte zu binden, jetzt warte ich gespannt auf Teil 3 und hoffe, die losen Fäden dieses Teils werden zusammenfinden.

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Spannende Geschichte, mit kleinen Schwächen

Das Mündel des Apothekers
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Apotheker Riesinger lebt und arbeitet im Nördlingen des 17. Jahrhunderts. Seine Ehe blieb kinderlos und so beschließt er, ein Mündel anzunehmen. Das Mädchen Katharina wächst in seiner Obhut auf und soll ...



Apotheker Riesinger lebt und arbeitet im Nördlingen des 17. Jahrhunderts. Seine Ehe blieb kinderlos und so beschließt er, ein Mündel anzunehmen. Das Mädchen Katharina wächst in seiner Obhut auf und soll einmal die Apotheke übernehmen, doch dann beschließt ihr Ziehvater, sie mit dem reichen Hofmeister zu verheiraten. Für Katharina enden alle Träume von Selbstständigkeit und dem Wunsch, Ärztin zu werden. Dann wird Riesinger auch noch Tod aufgefunden und die junge Frau kann ihr Erbe nicht antreten, weil sie dazu die Unterschrift ihres Ehemannes braucht, doch dieser ist verschwunden. Ihr bleibt nur, ihn zu suchen und sie hat dafür nur wenig Zeit.

Bevor die eigentliche Geschichte rund um Katharina und ihr Erbe beginnt, erläutert der Autor den historischen Hintergrund in einem Vorwort. Danach folgt ein Prolog, in dem die Vorgeschichte von Katharina geschildert wird, erst dann geht es mit dem ersten Kapitel richtig los. Katharina und ihre Familie werden vorgestellt und wie ihr Leben ausgesehen hat, wird anschaulich erzählt. Die junge Frau hat ihre eigenen Träume und Ziele, die aber zunichtegemacht werden, da sie mit einem Mann verheiratet wird, den sie nicht wollte. Erst der Tod des Apothekers zwingt die junge Frau zum Handeln und reißt sie aus ihrer Lethargie, in die sie sich geflüchtet hatte, weil ihre Ehe selbstverständlich unglücklich war. Jetzt beginnt eine durchaus spannende Geschichte rund um die Suche ihres Mannes. Allerdings endet dieser Teil auch ziemlich schnell wieder. Ein weiterer Lebensabschnitt beginnt für die Protagonistin. Der Ehemann von Katharina zeigt sich nämlich als durch und durch unsympathischer Protagonist und bestimmt damit weiterhin das Leben der jungen Frau.

Diese Geschichte lässt mich im Grunde genommen etwas ratlos zurück, auf der einen Seite fand ich sie spannend, mit vielen Wendungen und temporeich, aber auf der anderen Seite waren viele Handlungen der Charaktere vorhersehbar und zum Teil unpassend für das 17. Jahrhundert. Vor allem Katharina war mir viel zu modern eingestellt. Ich meine damit nicht unbedingt ihren Wunsch, Ärztin zu werden, sondern viel mehr ihr Handeln und wie sie ihr Leben bestimmt hat. Es gab so einige Szenen, die ich einfach unglaubwürdig fand und für mich nicht so recht in diese Epoche passen wollten. Dann wieder war die Geschichte spannend, weil es auch noch einige Krimielemente gegeben hat. Die Aufklärung dieser Vorkommnisse hat der Autor eben wieder geschickt mit der Geschichte rund um Katharina verflochten.

Ein Nachwort des Autors beendet dann dieses Buch und klärt noch einmal Fiktion und Wahrheit. Fremde Wörter werden in jedem Kapitel erläutert, sie sind im Text gekennzeichnet und finden sich dann als Fußnote wieder und ein Personenregister gleich zu Beginn gibt einen Überblick über die Protagonisten dieser Geschichte.

Fazit:

„Das Mündel des Apothekers“ ist ein historischer Roman, der sich gut lesen lässt und auch einiges an Spannung zu bieten hat. Auch wenn mir einiges zu vorhersehbar war und ich manches Handeln der Protagonisten so nicht nachvollziehen konnte oder unglaubwürdig fand, hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten. Der leichte Erzählstil von Stefan Thomma hat sicherlich dazu beigetragen, dass ich das Buch zügig lesen konnte.

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Veröffentlicht am 13.10.2021

Stimmiger Abschluss einer wundervollen Familien-Saga

Gut Greifenau - Sternenwende
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Katharina in Berlin will endlich Ärztin werden, als das Schicksal grausam zuschlägt. Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr so, wie es mal war. Auf Gut Greifenau in Hinterpommern kommen ebenfalls ...



Katharina in Berlin will endlich Ärztin werden, als das Schicksal grausam zuschlägt. Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr so, wie es mal war. Auf Gut Greifenau in Hinterpommern kommen ebenfalls schwere Zeiten zu. Die politische Lage ist alles andere als rosig zu nennen, zu Beginn der 30er-Jahre. Konstantin versucht alles, um das Gut am Laufen zu halten und schlägt dabei eine politische Richtung ein, die Rebecca so gar nicht gefällt. Auch die Dienstboten des Gutes haben so manche Hürde zu überwinden. Bertha ist plötzlich wieder da und sie kommt nicht allein und auch das Geheimnis von Albert droht entdeckt zu werden. Alle Bewohner von Gut Greifenau haben schwere Zeiten durchzustehen, werden sie ihre Wege finden? Gibt es eine Zukunft?

Dies ist nun endgültig der Abschied von Gut Greifenau, denn dieser 6. Band „Sternenwende“ ist der Schlussakkord. Ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut und war schon nach den ersten Seiten wieder auf dem Gut angekommen. Ein bisschen war es wie nach-Hause-kommen. Die Geschichte rund um die Bewohner dieses Betriebes in Hinterpommern hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren, im Gegenteil. Das Buch war in kürzester Zeit ausgelesen. Dabei sind mir alle Protagonisten ans Leseherz gewachsen, egal ob auf dem Lande oder in Berlin. Jeder einzelne Charakter hatte so viel zu erzählen, dass es schwerfiel, sie zu verlassen und sei es auch nur, um die Geschichte der jeweils anderen Protagonisten zu lesen.

Hanna Caspian schildert zudem die politischen Ereignisse so anschaulich, dass sie leicht zu verstehen waren. Der historische Hintergrund hat sich wunderbar mit der fiktiven Geschichte verwoben. Dabei hat es die Autorin geschickt verstanden, ihren Charakteren noch mehr Leben zu geben. Die Geschichte war durchweg spannend und authentisch. Auch wenn ihre Familie von Auwitz-Aarhayn fiktiv ist, so oder ähnlich könnten sich Familienschicksale in dieser Zeit zugetragen haben. Vor allem die Rolle der Frauen hat Frau Caspian gekonnt geschildert. Man kann sich wunderbar in diese Charaktere hineinfühlen. Auch spielt es dabei keine Rolle, ob es sich jetzt um die Damen der höheren Gesellschaft handelte, oder um die Gefühle und Welt von zum Beispiel dem Stubenmädchen Wiebke. Gerade diese Vielschichtigkeit hat mir an dieser Geschichte so gut gefallen. Es war abwechslungsreich und dadurch auch spannend.

Mir hat es Spaß gemacht, diesen Teil zu lesen, auch wenn ich etwas traurig bin, da es nun Abschied nehmen heißt von der Familie von Auwitz-Aarhayn und allen Protagonisten, die dazu gehören. In ihrem Nachwort klärt die Autorin, warum sie ihre Geschichte an diesem Punkt enden lässt und ich kann dies gut nachvollziehen.

Fazit:

„Sternenwende“ ist ein wundervoller Abschluss einer großen Familiensaga. Ich habe alle 6 Bände sehr gern gelesen und konnte abtauchen in die Welt des Adels, genauso wie in die Dienstbotenetage, habe von ihren Sorgen und Nöten gelesen, mit ihnen gelacht und gelitten, mitgefiebert und gebangt. Kurzum, es war ein Lesevergnügen, diese Reihe zu lesen. Etwas Wehmut bleibt, da es nun zu Ende ist.

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