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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2025

Ein melancholischer Roman

Rückkehr nach Budapest
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Marta stammt aus Ungarn. Sie beschließt ihre Cousine Theresa in Ostberlin zu besuchen, da sie es zu Hause nicht mehr aushält. Die Mutter hat die Familie verlassen und der Vater kämpft mit einem Alkoholproblem. ...

Marta stammt aus Ungarn. Sie beschließt ihre Cousine Theresa in Ostberlin zu besuchen, da sie es zu Hause nicht mehr aushält. Die Mutter hat die Familie verlassen und der Vater kämpft mit einem Alkoholproblem. Sie lernt in Berlin unter anderem Konstantin kennen. Er ist Schriftsteller und bewegt sich in regimekritischen Kreisen. Er selbst ist schwer zu durchschauen. Marta fühlt sich von Anfang an zu ihm hingezogen. Es scheint eine Verbindung zwischen ihr und Konstantin zu geben, dennoch ist er mehr an der extrovertierten Theresa interessiert.
Wir begleiten Marta in ihren jungen Jahren und auch in ihrer aktuellen Lebenssituation. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat mir gut gefallen. Der historische Hintergrund ist interessant. Mir war bisher nicht bewusst wie unterschiedlich der Kommunismus in Ungarn und in der DDR gelebt wurde. Die Atmosphäre in den verrauchten Kneipen, bei konspirativen Treffen und in heruntergekommenen Wohnungen wird von Nikoletta Kiss sehr gut eingefangen. Das Buch liest sich leicht und flüssig. Allerdings konnte mich die Geschichte dieser schwierigen Freundschaft und einer Dreiecksbeziehung nicht so richtig fesseln beziehungsweise berühren. Das Geschehen fühlte sich stets distanziert an und damit wird mir das Buch wahrscheinlich auch nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben. Dennoch ist es lesenswert, vor allem wenn man sich für die Vorwendezeit interessiert und auch der Literatur zugetan ist.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Ein feinfühliger und melancholischer Roman

Die Tage nach dem Pflaumenregen
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Die Geschichte um Suchi und Haiwen beginnt im Jahre 1938 in Shanghai. Die beiden gehen zusammen zur Schule und sind Nachbarn. Ihre Freundschaft wandelt sich im Laufe der Zeit in Liebe. Dann verlässt Haiwen ...

Die Geschichte um Suchi und Haiwen beginnt im Jahre 1938 in Shanghai. Die beiden gehen zusammen zur Schule und sind Nachbarn. Ihre Freundschaft wandelt sich im Laufe der Zeit in Liebe. Dann verlässt Haiwen plötzlich Shanghai, um zur Armee zu gehen. Er tut dies, damit sein Bruder nicht gehen muss. Suchi und Haiwen werden sich 60 Jahre lang nicht mehr sehen. Ihr Zusammentreffen findet in den USA im Jahr 2008 statt. Es besteht immer noch eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden. Suchi beginnt mit ihrer Erzählung 1938, während Haiwen mit seiner im Jahr 2008 anfängt und sie sich zeitlich aufeinander zubewegen. Neben den Hauptprotagonisten liegt der Augenmerk der Autorin auf Traditionen, politischen Unruhen und vor allem dem chinesisch-japanischen Krieg. Und so sind es genau diese Faktoren, die das Leben der Figuren stark beeinflussen. Die Autorin spannt damit einen großen Bogen über mehrere Jahrzehnte. Der Schreibstil ist elegant, bildhaft und sehr schön. Dennoch war es mir manchmal zu ausschweifend. Probleme hatte ich mit den Namen, die einem als Europäer nicht geläufig sind und die sich im Hochchinesischen und im Shanghaier Dialekt unterscheiden. Dazu kommen Spitznamen, die es noch verwirrender gestalten. Ich habe das Hörbuch gehört und da fiel es mir besonders schwer zu folgen. Der ruhige Roman wird von beiden Sprechern gut vorgetragen, wobei ich der Sprecherin lieber zugehört habe. Für mich ist dies ein tiefgründiger Roman, der einen interessanten Einblick in die Kultur der Chinesen, ihre Geschichte und Traditionen gibt. Dazu kommt noch eine tragische Liebesgeschichte. Insgesamt ein feinfühliger Roman mit einem Hauch Melancholie.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Familienroman

Bis die Sonne scheint
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Christian Schünemann entführt uns mit seinem Roman ‚Bis die Sonne scheint‘ in die 80er Jahre. In eine Zeit, in der ‚Dallas‘ und ein ‚Colt für alle Fälle‘ geschaut wurden, man das Geld noch persönlich am ...

Christian Schünemann entführt uns mit seinem Roman ‚Bis die Sonne scheint‘ in die 80er Jahre. In eine Zeit, in der ‚Dallas‘ und ein ‚Colt für alle Fälle‘ geschaut wurden, man das Geld noch persönlich am Bankschalter ausbezahlt bekam und es Avonberaterinnen gab. Zudem begleiten wir Daniel, der sich auf seine Konfirmation freut, seine Zeit gerne bei seiner Freundin Zoe verbringt und langsam begreift, dass in seiner Familie nichts so ist, wie es scheint. Und genau um das Wahren dieses Scheins geht es in der Geschichte. Obwohl schon der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, geht die sechsköpfige Familie erst einmal zum Essen oder zum Einkaufen.
Die Passagen, die von Daniel erzählen, werden immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, in denen wir die Geschichte der Eltern und Großeltern Daniels kennenlernen. Diese Abschnitte sind wie emotionslose Aufzählungen beschrieben. Hier erfährt man viele interessante und auch heftige Dinge, die durch die Art des Erzählens allerdings emotionslos bleiben.
Der Schreibstil des Autors ist gefällig und so habe ich das Buch flott gelesen. Es ist wie eine kleine Zeitreise in die 80er Jahre, bietet aber auch weitere Einblicke in die deutsche Geschichte anhand von persönlichen Schicksalen.
Dennoch fehlt mir bei dem Roman das gewisse Etwas, um ihn besonders zu machen. Kann man lesen, muss man aber nicht, wäre mein Fazit.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Nette Unterhaltung

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Elijah Leith lebt in einer Kleinstadt zusammen mit seinem Vater. Er ist in Nakita verliebt, eine Angehörige des fiktiven Squalomah-Stammes und lebt im nahe gelegenen Reservat. Nikita ist ebenfalls in Elijah ...

Elijah Leith lebt in einer Kleinstadt zusammen mit seinem Vater. Er ist in Nakita verliebt, eine Angehörige des fiktiven Squalomah-Stammes und lebt im nahe gelegenen Reservat. Nikita ist ebenfalls in Elijah verliebt, aber dennoch verlässt er sie, weil es ihm zu Hause zu eng ist und er glaubt, er kann nur in einer Großstadt seinen Traum erfüllen. Sein Traum ist es, Schriftsteller zu werden. Elijah bleibt einige Jahre weg und kommt erst zurück, nachdem sein Roman nicht den gewünschten Erfolg brachte und ihm die finanziellen Mittel ausgehen. Er ist gezwungen von dem zu leben, was ihm das Lang hergibt. Er ist nun wieder im Haus seiner Eltern, wobei beide nun nicht mehr leben. Dann geschieht ein Mord auf seinem Grundstück und Elijah wird zum Verdächtigen.
Der Roman ist eine Mischung aus einem Krimi, einer Liebesgeschichte und Nature Writing. Ich hatte mir ehrlich gesagt etwas mehr von diesem Roman erhofft. Er startet auch gut und die Beschreibungen der Hütte, der täglichen Arbeit und der Natur sind gelungen. Aber dann lässt das Buch leider immer mehr nach. Der Kriminalfall ist vorhersehbar und die Liebesgeschichte ist mir zu kitschig. Bei alledem bleiben die Figuren oberflächlich gezeichnet. Durch den schnellen Wechsel der Erzählzeiten verliert die Geschichte an Spannung, da man nach den kurzen Abschnitten schnell wieder herausgerissen wird. Teilweise wird die Erzählung auch langatmig und die Szenen tragen nicht wirklich zum Plot bei. Dabei hätte ich gerne mehr über das Reservat und seine Einwohner erfahren. Insgesamt ist das Buch eine nette Unterhaltung und durchaus gut zu lesen trotz einiger Schwächen.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Informativ und übersichtlich

Scheinfasten – mein Masterplan
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Der Ratgeber zum Scheinfasten ist sehr übersichtlich aufgebaut. Gleich zu Beginn erläutert Prof. Dr. Andreas Michalsen die theoretischen Hintergründe des Scheinfastens. Die Erklärungen haben mir sehr gut ...

Der Ratgeber zum Scheinfasten ist sehr übersichtlich aufgebaut. Gleich zu Beginn erläutert Prof. Dr. Andreas Michalsen die theoretischen Hintergründe des Scheinfastens. Die Erklärungen haben mir sehr gut gefallen, da sie absolut verständlich und nachvollziehbar sind. Der Umschlag beinhaltet eine praktische Übersicht zu einer Scheinfasten-Woche im Überblick und auch zu den Stars der Scheinfasten-Küche. So hat man diese wichtigen Informationen gleich auf einen Blick zusammengestellt. Danach folgen die Rezepte, die vorwiegen vegetarisch und ab und an vegan sind, was mir zugute kommt. Die Rezepte sind vielseitig, gut beschrieben und bunt bebildert. Allerdings finde ich, dass die Zutaten aktuell im Winter nicht ganz so leicht zu bekommen sind. Ich denke, dass ich die Kur daher eher im Frühjahr/Sommer machen werde.
Was mir an diesem Ratgeber unter anderem gut gefällt, das ist der motivierende Ton des Autors. Kurz zusammengefasst: ein kompetenter, gut aufgebauter und motivierender Ratgeber für die Gesundheit.

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