Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2025

Zwischen totlangweilig und superspannend

Nach einer wahren Geschichte
0

Das Buch handelt von der Schriftstellerin Delphin. Sie hat mehrere Bücher geschrieben und ist dadurch in Frankreich sehr bekannt und berühmt. Dabei ist sie eigentlich ein sehr zurückhaltender Mensch, als ...

Das Buch handelt von der Schriftstellerin Delphin. Sie hat mehrere Bücher geschrieben und ist dadurch in Frankreich sehr bekannt und berühmt. Dabei ist sie eigentlich ein sehr zurückhaltender Mensch, als Kind war sie überängstlich. Auf einer Party lernt Delphin L. kennen. Sie selbst beschreibt sich als Ghostwriterin und bleibt mit allen weiteren Angaben anfangs sehr zurückhaltend, aber sie ist sehr selbstsicher und selbstbewusst. Es entwickelt sich eine Freundschaft und beide Frauen sprechen auch über Bücher und Literaturtheorie. L. kritisiert sehr viel an Delphin und so verfällt Delphine bei ihrem neuen Buch in eine riesige Schaffenskrise, die so stark wird, dass sie selbst nichts mehr schreiben kann – nicht mal mehr einen Einkaufszettel, sie kann den Computer nicht mehr hochfahren, es bereitet ihr körperliches Unbehagen. L. zieht bei ihr ein und hilft ihr vordergründig, doch Delphine hat mehr und mehr das Gefühl, L. übernimmt ihr Leben …

Zuerst an dem Buch aufgefallen ist mir das Cover. Zwar einfach, aber in der Zweiteilung kommt deutlich der Unterschied, aber auch die Gleichheit beider Frauen heraus.
Auch das Buch war für mich zweigeteilt. Die ersten 100 Seiten habe ich mich wirklich regelrecht gequält – und bin 2 x eingeschlafen. Es passiert fast nichts, dafür ellenlange detaillierteste Beschreibungen von L., was sie trägt, was sie sagt – oder auch viel Theoretisches über Literatur im Allgemeinen und einige Bücher bzw. Kinofilme im Speziellen. Das war mir zu viel und wie gesagt – ich habe mich deutlich gelangweilt und zum Weiterlesen zwingen müssen. Dabei war es vom Stil her eigentlich gut lesbar.
Erst ab dem 2. Drittel ändert sich das, da wird das Buch richtig spannend, denn man spürt Delphines Angst und L. „Übernahme“. Man wartet regelrecht darauf, was passiert. Es ist ein Spiel zwischen Wahrheit und Fiktion – wie weit ist es im Buch die Wahrheit bzw. wie weit erzählt uns hier die Schriftstellerin etwas über sich. Das alles bleibt eigentlich bis zum Ende offen und entwickelt eine eigene Dynamik und einen ganz eigenen Reiz.

Aufgrund dieser extremen Zweiteilung spreche ich auch nur eine neutrale Bewertung aus. Ich würde das Buch niemandem empfehlen, aber auch keinem vom Lesen abraten wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2025

Toller Krimi mit viel Geschichte

Die Akte Vaterland
0

1932 in Berlin. Ein Mann wird gefunden in einem Aufzug, der dort „ertrunken“ ist. Kommissar Gereon Rath bekommt den Fall auf den Tisch und es bleibt nicht der einzige Tote. Er muss für seine Ermittlungen ...

1932 in Berlin. Ein Mann wird gefunden in einem Aufzug, der dort „ertrunken“ ist. Kommissar Gereon Rath bekommt den Fall auf den Tisch und es bleibt nicht der einzige Tote. Er muss für seine Ermittlungen in die Masuren fahren. Dort bekommt er viele Probleme. Dazu kommt noch, dass Charly aus Paris zurück ist und wieder bei der Berliner Polizei anfängt. Seinen Heiratsantrag nimmt sie nicht sofort an und Gereon muss erst lernen, dass sein Leben jetzt anders wird. Da kommt die längere Reise in die Masuren auch eher ungelegen. Zumal es weitere Morde gibt …

Der 4. Fall um Kommissar Rath empfand ich als den bisher besten. Volker Kutscher gelingt es unnachahmlich, einen Kriminalfall mit den Ereignissen in dieser Zeit zu verbinden. Ganz unmerklich vermittelt er so viel historisches Wissen. In den ersten Büchern stand das manchmal stark im Vordergrund. Jetzt merkt man oft gar nicht, wie geschickt man etwas lernt. So wusste ich z. B. über die Vorgänge in den Masuren vorher gar nichts. Dabei kommt die Spannung – wie es sich für einen Krimi gehört – auf keinen Fall zu kurz. Im Gegenteil. Mehr und mehr wird man in das Geschehen gezogen, auch durch die teilweisen Alleingänge von Rath, ebenso wie durch die sich ändernde politische Lage. Für Rath wird die nächste Zeit nicht leicht werden und ich freue mich auf den nächsten Band.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2025

Unsympathisch

Die unsterbliche Familie Salz
0

Lola ist das „Oberhaupt“ der Familie Salz. Mit über 100 Jahren stirbt sie in Leipzig im Hotel ihrer Familie. Dabei war das Hotel nur der Wunsch ihres Vaters, der es 1914 kaufte – gegen den Willen seiner ...

Lola ist das „Oberhaupt“ der Familie Salz. Mit über 100 Jahren stirbt sie in Leipzig im Hotel ihrer Familie. Dabei war das Hotel nur der Wunsch ihres Vaters, der es 1914 kaufte – gegen den Willen seiner Frau, die nicht aus München weg wollte. Doch der Skandal – mehrere Affären ihres Vaters auch mit der Schwester der Mutter, Nacktbilder usw. – bringt die Familie nach Leipzig. Dort bringt die Mutter den ersehnten Stammhalter zur Welt. Nach der Geburt bleibt sie kränklich und stirbt, weil ihre 9-jährige Tochter sie erstickt hat, in dem Glauben ihr damit zu helfen. Lola selbst behauptet immer, sie hat ihre Mutter nicht umgebracht. Der Vater sieht das anders und Lola muss ins Internat. Später wird sie Schauspielerin, heiratet und bekommt 2 Kinder – die sie mit allen Folgen durch den 2. Weltkrieg bringen muss… aber auch die Enkel und Urenkel habe Probleme.

Die Geschichte hat mich nur in einem Teil berührt – dem Bericht über den 2. Weltkrieg. Hier hatten die Figuren Kraft, ihr Handeln war verständlich und nachvollziehbar, man hatte Mitgefühl und Verständnis. In allen anderen Teilen waren mir sämtliche Familienangehörige Salz einfach nur unsympathisch. Sie logen und belogen sich selbst und gegenseitig, wobei mir bis zum Schluss nicht klar war, ob es einfach psychologische Gründe – sprich eine Geisteskrankheit – waren in Verbindung mit viel Alkohol – oder ob es einfach solche Typen waren. Bei jeder neuen Generation erwartete man, dass sie sich von den Schatten der Vergangenheit und der übermächtigen Lola frei machen – sie hätten Gelegenheit dazu gehabt. Aber immer wieder machen sie genau das gleiche und man fragt sich, ob sie nie etwas dazu lernen. Da das für mich unverständlich ist, tippe ich eben auf Krankheit. Alles in allem war das Buch gut lesbar, aber es hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht, es zu lesen. Dabei meine ich mit Spaß jetzt nicht etwas Lustiges oder Witziges, sondern Freude am Inhalt. Ich war froh, als es zu Ende war.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2025

Klarstein

Der kalte Saphir
0

Die Musikjournalistin Jule Sommer erhält endlich die Gelegenheit, Sebastian Winter zu interviewen. Sie hat lange dafür gekämpft. Winter war Mitglied und Tontechniker der legendären Band „Klarstein“, die ...

Die Musikjournalistin Jule Sommer erhält endlich die Gelegenheit, Sebastian Winter zu interviewen. Sie hat lange dafür gekämpft. Winter war Mitglied und Tontechniker der legendären Band „Klarstein“, die von 1979 -1981 sehr bekannt war und aufgrund zweiter Todesfälle kurz hintereinander auseinanderbrach. Der Sänger Jerome wurde erschossen und niemand wie die wahren Hintergründe. Alle gehen davon aus, dass Zed – die Drummerin – ihn ermordet hat. Doch Jule Sommer glaubt eher, dass Winter geschossen hat. Sie will die Wahrheit herausfinden …

Das Buch – obwohl als Roman bezeichnet – war für mich spannender als mancher Krimi. Dabei handelt es sich zum größten Teil um das Interview und Rückblenden zu den damaligen Geschehnissen. Dieses Spiel – war Winter es oder nicht und wenn ja warum – erzeugt die eigentliche Spannung. Der Mörder war für mich keine Überraschung, was mich aber nicht störte. Die Gründe dafür waren viel interessanter. Und auch die Geschehnisse am Ende des Buches überraschten mich zum Teil. Aber am interessantesten fand dich die Rückblenden zum Leben der Band. Dem Autor ist es gelungen, mich unsicher zu machen, ob es die Band wirklich gab oder alles nur Erfindung ist. Das ist mir lange nicht mehr passiert.
hier Deine Meinung zum Buch

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2025

Spannend

DIE WAHRHEIT
0

Sarah lebt allein mit ihrem Sohn. Seit 7 Jahren. Denn ihr Mann Philipp – Inhaber einer gutgehenden Firma und sehr reich – ist auf einer Geschäftsreise in Südamerika verschollen und wird seitdem vermisst. ...

Sarah lebt allein mit ihrem Sohn. Seit 7 Jahren. Denn ihr Mann Philipp – Inhaber einer gutgehenden Firma und sehr reich – ist auf einer Geschäftsreise in Südamerika verschollen und wird seitdem vermisst. Sarah hat die ganze Zeit gebraucht, damit zurechtzukommen. Jetzt endlich entschließt sie sich für eine neue Frisur und gibt erstmalig wieder ein Abendessen in ihrem Haus für Freunde. Auch einen neuen Mann gibt es, wenn auch noch im Geheimen. Es scheint aufwärts zu gehen … bis der Anruf kommt, dass Philipp gefunden wurde und zurückkommt. Doch beim Abholen auf dem Flughafen kommt der Schock: Der Mann ist nicht Philipp. Er sieht im geringfügig ähnlich, aber er ist ein völlig Fremder. Doch er weiß viel zu viele Details über ihr Leben … ein Verwirrspiel beginnt.

Melanie Raabe ist es auch in diesem Buch gelungen, die Spannung mit ganz wenigen Mitteln unheimlich hoch zu halten. Da fragt man sich zuerst, wer dieser Fremde ist und was er von Sarah will. Doch im Laufe des Buches kommen immer mehr Zweifel an Sarah. Ist es wirklich alles wahr, was sie erzählt und getan hat. So wechselt die Sympathie von Sarah auf den Fremden, um dann aber wieder bei der nächsten Handlung umzuschwenken. Und da ist noch einer guter Freund der Familie, der in Schwierigkeiten ist und viel Geld braucht. Steckt er hinter dem Ganzen? Auch die teils demente Schwiegermutter ist eher nicht hilfreich in ihrem furchtbaren Hass auf Sarah. Grundlos? Diese ganzen Fragen bestimmen die Handlung und ich konnte kaum mit dem Lesen aufhören. Das 1. Ende hat mich überrascht, nur das „endgültige Ende“ des Buches fand ich dann etwas unnötig. Doch diese paar Zeilen sind für mich nicht für einen Punktabzug relevant. Absolut volle Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere