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Veröffentlicht am 17.10.2024

Sommerfreundinnen

Sommerfreundinnen
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„Sommerfreundinnen“ hat mich angenehm überrascht. Es geht um 4 Frauen Ende 40 bis Mitte 50, die schon lebenslang eng befreundet sind. Nun stirbt eine – Sonja – für die anderen 3 sehr überraschend und hinterlässt ...

„Sommerfreundinnen“ hat mich angenehm überrascht. Es geht um 4 Frauen Ende 40 bis Mitte 50, die schon lebenslang eng befreundet sind. Nun stirbt eine – Sonja – für die anderen 3 sehr überraschend und hinterlässt ein Testament, dass es in sich hat. Die drei verbleibenden Freundinnen Susanne, Maggan und Rebecka sollen innerhalb von 3 Monaten Aufgaben erfüllen. Susanne und Rebecke ihre Arbeit als Stewardess bzw. Geschäftsführerin aufgeben und 5 kg zunehmen, Maggan 5 abnehmen und weniger Zeit mit ihrer Familie, speziell dem Enkel, verbringen. Für diese Zeit erbt jede 500.000 Kronen. Doch richtig viel Geld gibt es erst nach einem weiteren Jahr. In dieser Zeit hat Sonja für jede etwas vorgesehen, worüber sie aber mit Fremden nicht sprechen dürfen. Und sie müssen die Bedingungen erfüllen, und zwar alle 3. Steigt eine aus, verlieren auch die beiden anderen. Und so beginnt für alle 3 eine sehr ungewöhnliche Zeit.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Es ist wunderbar leicht geschrieben. Man kann die Freundinnen verstehen, ihre Trauer am Anfang, ihre Angst vor den großen Veränderungen, ihre Freude, wenn etwas geschafft wird. Aber auch ihre Freundschaft untereinander, die allen Belastungen Stand hält, die oft das Wichtigste in dieser Zeit ist. Es zeigt, dass es auch in einem Alter – gar nicht so weit von der „Rente“ entfernt- möglich ist, Veränderungen vorzunehmen. Im Buch sind sie durch Sonja vorgegeben und auch finanziell abgesichert. Im wahren Leben ist das sicher nicht immer so leicht möglich, aber es gibt die Chance. Das Buch zeigt: man sollte sie nutzen, sich nicht scheuen, Hilfe anzunehmen, etwas riskieren.
Nicht so gut gefallen hat mir das Ende des Buches – hier wird leider wirklich alles zum wahren Glück „geregelt“. Für mich war es einfach zu viel des guten. Und dann die deutsche Titelübersetzung. Sommerfreundinnen klingt so nach Freundschaft für einen Sommer, nur für gute Zeiten. Gerade das ist im Buch eher das Gegenteil – Freundschaft auch in schlechten Zeiten. Das Cover ist sehr schön gelungen.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Siebenschön

Siebenschön
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Emilia Capelli ist Ermittlerin der Frankfurter Polizei. Als ihr Kollege in Elternzeit geht, wünscht sie sich einen Freund aus einer anderen Abteilung als ihren neuen Partner. Doch es kommt ganz anders. ...

Emilia Capelli ist Ermittlerin der Frankfurter Polizei. Als ihr Kollege in Elternzeit geht, wünscht sie sich einen Freund aus einer anderen Abteilung als ihren neuen Partner. Doch es kommt ganz anders. Sie bekommt Mai Zhou zugeteilt. Halbchinesin, mehrere Sprachen sprechend, Weiterbildung in den USA – und ihr von der ersten Minute an völlig unsympathisch. Em wollte nie mit einer Frau als Partnerin arbeiten. Jetzt muss sie. Umso mehr, als sie nach und nach 4 Leichen entdecken. Teilweise furchtbar zugerichtet – aber scheinbar ohne einen Zusammenhang ermordet. Und so beginnen langwierige und detaillierte Ermittlungen. Außer einem Psychologen, der einige der Opfer kannte, scheint es keinen Zusammenhang zu geben. Doch er kann eigentlich nicht der Mörder sein, hat zumindest für einige Zeiten ein Alibi. Doch die Verdachtsmomente werden immer mehr und die Spannung zwischen beiden Ermittlerinnen sind der Sache nicht unbedingt dienlich …
Der Thriller ist nicht schlecht geschrieben. Gut lesbar mit interessanten Details. Auch die Spannungen zwischen beiden Frauen sind gut erklärt und nachvollziehbar – nicht nur einfach Zickenkrieg, um das Buch interessanter zu machen. Insgesamt fehlte mir aber ein wenig die Spannung. Die Morde sind fantasievoll ausgeführt, aber über weite Strecken des Buches fehlte mir irgendwie das Gefühl, dass ich unbedingt endlich den Mörder kennen wollte. Die Auflösung selbst erfolgt dann auf einmal auf relativ wenig Seiten, auf denen sich die Ereignisse dann auch ein wenig überstürzen. Nach der ausführlichen Vorarbeit fand ich das dann ein wenig enttäuschend. Trotz allem ist es ein gutes Buch mit Potential nach oben. Eine Fortsetzung mit beiden Ermittlerinnen ist sicher angedacht und ich würde sie auch lesen wollen.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Is was, Dog?

Is was, Dog?
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Dunja Hayali – die bekannte Fernsehmoderatorin – ist auf den Hund gekommen. Und zwar schon seit 10 Jahren. Emma ist ein Golden Retriever und ihr ganzer Stolz. So beschreibt sie in dem Buch den Weg, bis ...

Dunja Hayali – die bekannte Fernsehmoderatorin – ist auf den Hund gekommen. Und zwar schon seit 10 Jahren. Emma ist ein Golden Retriever und ihr ganzer Stolz. So beschreibt sie in dem Buch den Weg, bis die Entscheidung zum Hund gefallen ist. Wie sie Emma dann bei der Züchterin bekommen hat, die Erziehung des Hundes und des Frauchens, einige Eigenarten und Begebenheiten. Abgewechselt werden diese persönlichen Anekdoten mit Verallgemeinerungen über Hundebesitzer und Hundehasser. Über Vor- und Nachteile von Hunden, Hunderassen und den dazugehörigen Menschen. Das alles ist eigentlich nicht wirklich bierernst zu nehmen und auch nicht so geschrieben. Trotzdem – oder gerade deswegen – werden sich viele Leute darin wiedererkennen (wir haben keinen Hund, aber auch andere Haustiere lösen ähnliche Verhaltensweisen aus) und entweder schmunzeln oder das entrüstet von sich weisen. Das Buch ist einfach gute Unterhaltung, nicht wissenschaftlich gemeint, aber auch eben nicht nur Klamauk. Nichthundebesitzer werden sich darin mit allen ihren Vorurteilen, aber auch teilweise berechtigten Vorwürfen wiedererkennen. Hundebesitzer werden sicher oft einfach nur zustimmen. Leute, die sich einen Hund zulegen wollen, sei die Lektüre zum Überdenken des Ganzen zu empfehlen. Es wird sehr realistisch geschildert, wie das Leben mit Hund ist oder sein kann. Gut gefallen haben mir die zur Unterstreichung einzelner Geschichten eingefügten (leider zu wenig) Fotos. Nicht so gut gefallen hat mir der immer gleiche Stil, was die Einteilungen angeht, und die teilweisen Wiederholungen inhaltlicher Sachen. Aber insgesamt hat mir das Buch viel Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Wenn's am schönsten ist

Wenn's am schönsten ist
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Lukas steht kurz vor dem Abitur. Er lebt allein bei seiner Mutter, hat schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Vater Peter. Seine Mutter Sabine hat die Trennung von Peter immer noch nicht verkraftet ...

Lukas steht kurz vor dem Abitur. Er lebt allein bei seiner Mutter, hat schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Vater Peter. Seine Mutter Sabine hat die Trennung von Peter immer noch nicht verkraftet und beurteilt ihn durchweg schlecht. Dadurch hat Lukas auch kein großes Bedürfnis, mit seinem Vater Kontakt zu haben. Dann wird Lukas von seinen Großeltern zum Geburtstag der Oma eingeladen. Eher widerwillig fährt er hin. Peter kommt ebenfalls eher widerwillig zu der Feier und wird sozusagen vor vollendete Tatsachen gestellt. Wutentbrannt verlässt er das Haus, wütend auf seine Eltern, nicht auf Lukas. Der bezieht das natürlich auf sich und verlässt ebenfalls die Feier. Hinterher versucht Peter dann doch, wieder Kontakt mit Lukas zu bekommen. Telefonate blockt Sabine ab, doch ein Brief geht an Lukas. Während Peter auf eine Antwort wartet, erfährt er die Diagnose seiner tödlichen Krankheit. Er will das geheim halten. Lukas entscheidet sich dann doch, Peter zu besuchen. Die ersten beiden Tage verlaufen erst schwierig, dann super - bis Lukas die Arztdiagnose zufällig findet und alles missversteht und den Kontakt wieder abbricht ...
Das Buch ist ein ganz starkes Buch. Es ist wunderbar zu lesen vom Stil her und es ist wunderbar vom Inhalt her. Wohl jedes Scheidungskind hat ähnliches schon einmal erlebt. Anfangs wird im Buch vor allem Sabine ein wenig als Verursacher der Probleme dargestellt. Sie ist maßlos enttäuscht von Peter, verhindert später nach Möglichkeit jeden Kontakt zwischen Vater und Sohn, klammert sich nur an Lukas und lebt fast kein eigenes Leben mehr. Erst im Laufe des Buches macht auch sie eine Wandlung durch (für mich das einzige Manko der Geschichte, dass diese Wandlung nach dem jahrelangen Hass dann auf einmal schnell und relativ problemlos kommt). Lukas ist hingerissen zwischen allen Gefühlen: er möchte den Vater kennenlernen, der Mutter nicht weh tun. Und er hat riesige Vorbehalte und auch Vorwürfe, weil Peter die ganzen Jahre nichts für ihn getan hat. Trotzdem wünscht er sich einen Vater, macht sich aber keine Entscheidung leicht. Zumal er - kurz vor dem Abitur - generell in einer schwierigen Lebensphase ist. Peter wiederum will immer in Freiheit leben, hat die Familie als Einschränkung empfunden, den Sohn nicht - aber er hat auch schnell aufgegeben, als Sabine die Kontakte unterbinden wollte. Erst jetzt hat er das Bedürfnis, da einiges nachzuholen.
Hier werden viele Fragen aufgeworfen, Entscheidungen in den Raum gestellt - aber es wird auch immer wieder betont, dass zu jeder Trennung, zu jeder Entscheidung mindestens zwei Menschen gehören, dass keiner für alles allein die Schuld trägt und dass man sich jederzeit ändern kann, aufeinander zugehen, Entscheidungen revidieren, aber auch akzeptieren kann. Das alles verpackt in eine wunderbare Geschichte - dafür kann es nur die volle Punktzahl geben.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Jäger

Jäger
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Marina Esposito ist mit ihrem Mann Phil, ihrer Tochter und den Schwiegereltern übers Wochenende am Meer. Doch das Wochenende endet in einer Katastrophe. Das Haus brennt ab, der Schwiegervater ist Tod, ...

Marina Esposito ist mit ihrem Mann Phil, ihrer Tochter und den Schwiegereltern übers Wochenende am Meer. Doch das Wochenende endet in einer Katastrophe. Das Haus brennt ab, der Schwiegervater ist Tod, die Schwiegermutter verletzt, der Mann liegt im Koma und die Tochter wird entführt. Die Entführer melden sich bei Marina und verlangen einiges von ihr, vor allem keine Einschaltung der Polizei. Statt dessen wird sie von einem Ort zum anderen geschickt und soll am Ende die Unschuld eines verurteilten Mörders beweisen. Sie hält sich allerdings nicht ganz an die Vorgaben und so die Rückgabe ihrer Tochter immer schwieriger bis aussichtslos.
Das neue Buch von Tania Carver knüpft an die Vorgängerbände von Marina und Phil an. In diesem Buch spielt allerdings Marina die Hauptrolle. Phil ist aufgrund seines Zustandes eher eine Randfigur. Außerdem rücken einige Mitarbeiter von Phil näher in den Mittelpunkt. Und die verschiedenen Täter natürlich. Tania Carver hat einen guten Stil, so dass man ihre Bücher gern liest. Sie baut verschiedene Handlungsstränge auf, bringt immer mehr Verdächtige ins Spiel. Durch die kurzen Kapitel wechseln die Handlungen ständig. Marina als Hauptfigur ist sehr glaubhaft. Der Anfang (ca. 200 Seiten) des Buches ist sehr spannend, in der Mitte zog es sich für meine Begriffe dann etwas, das Ende wurde dann wieder besser. Insgesamt kann ich das Buch aber wirklich empfehlen und ich denke, weitere Folgen sind sicher in Arbeit, die ich auch gern lesen würde.

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