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Veröffentlicht am 18.10.2024

Der Preis der Treue

Der Preis der Treue
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Ein 54-jähriger Mann sitzt in seinem Arbeitszimmer. Zu Hause – bei Frau und Tochter, die er eigentlich nur noch am Wochenende sieht. Denn in der Woche lebt er in Paris als Anwalt und hat eine wesentlich ...

Ein 54-jähriger Mann sitzt in seinem Arbeitszimmer. Zu Hause – bei Frau und Tochter, die er eigentlich nur noch am Wochenende sieht. Denn in der Woche lebt er in Paris als Anwalt und hat eine wesentlich jüngere Freundin. Anfangs fand er es ganz toll. Er fühlte sich wieder jung, fand den Sex mehr alt gut, hatte neuen Spaß am Leben. Doch mehr und mehr gerät er in den Zwiespalt, dass er sich bei seiner Familie ebenfalls wohl fühlt und sie unheimlich vermisst. So beschließt er, vor dem geplanten Familienurlaub eine Entscheidung zu treffen: für seine Familie oder für seine Freundin?
Eigentlich könnte man sagen: die Geschichte ist total banal. Da ist ein schon älterer Mann, der mit einer wesentlich jüngeren Freunden den 2. Frühling erlebt. Trotzdem hat das Buch etwas ganz eigenes. Der Mann – man erfährt seinen Namen nicht – erzählt geradlinig und direkt, wie er in die Situation geraten ist. Er wägt das Für und Wider von Freundin und Frau ab, vermischt seine Wünsche mit dem realen Geschehen, möchte am liebsten alle – Frau, Freundin, Tochter – irgendwie zusammenbringen, weiß aber, dass es nicht geht. Das ganze Geschehen erfolgt in der Ich-Form und nur aus Sicht des Mannes. Die Ansichten von Frau und Freundin beruhen auf seinen Annahmen. Ob es stimmt, kann man nicht wissen. Aber irgendwie tut er einem leid. Normalerweise würde man die Frauen als die Leid tragenden ansehen. Aber hier kann man den Mann irgendwie nicht verurteilen und möchte nur wissen, wie seine Entscheidung ausfällt.
Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen, es hat eine ganz eigenartige innere Spannung, man kann schlecht loslassen.
Nicht so gut gefallen hat mir das Cover, ich fand es irgendwie altmodisch und auch etwas einseitig auf die Freundin ausgerichtet.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Madame Picasso

Madame Picasso
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„Madame Picasso“ ist ein zauberhaftes Buch. Es geht um Eva. Sie ist ein Kind polnischer Einwanderer und wächst in einem Pariser Vorort auf. Aber sich möchte mehr aus ihrem Leben machen, als nur den von ...

„Madame Picasso“ ist ein zauberhaftes Buch. Es geht um Eva. Sie ist ein Kind polnischer Einwanderer und wächst in einem Pariser Vorort auf. Aber sich möchte mehr aus ihrem Leben machen, als nur den von den Eltern vorgesehenen Mann zu heiraten und Kinder zu bekommen. So läuft sie von zu Hause weg und geht nach Paris. Sie bewirbt sich als Näherin im berühmten Moulin Rouge. Nach Anfangsschwierigkeiten setzt sie sich mit ihrem Willen und können aber durch und beginnt, unser den Theaterkünstlern Freunde zu finden. So lernt sie auch Maler und Dichter kennen, u. a. auch Pablo Picasso. Es ist auf beiden Seiten Liebe auf den ersten Blick. Doch Picasso hat noch eine Dauerfreundin, die sich „Madame Picasso“ nennen lässt. Und Eva ist sich zu schade, um nur eine Daueraffaire zu werden. So dauert es eine Weile, bis aus beiden ein Liebespaar wird.
Bei dem Buch fällt als erstes das Cover ins Auge, wunderbar gelungen zeigt es den Eiffelturm, den man sofort mit Paris verbindet. Dazu eine Frau, die ihren Weg geht und gleichzeitig so „typisch französisch“ leicht wirkt. Auch der innere Einband ist richtig gelungen.
Gleiches kann man von den Buch sagen. Der Stil ist einerseits „luftig“ leicht, andererseits voller kluger Gedanken. Man kann das Leben von Eva nachvollziehen, ihre Wünsche und Träume, ihre Beharrlichkeit bei der Umsetzung, ihr Willen zum Lernen, ihre große Liebe zu Picasso. Auch die vielen Schwierigkeiten, die sie bei Picassos Freunden und Bekannten überwinden muss, sind absolut nachvollziehbar. Der Autorin ist es gelungen, Eva als eine sehr starke und trotzdem verletzliche Frau darzustellen, die ihrer Zeit manchmal voraus ist, trotzdem aber in ihr verhaftet. Picasso dagegen wirkt manchmal ein bißchen blass, was aber vielleicht gewollt ist, denn auch er ist ein sehr starker Mensch und Künstler gewesen, der viele Eigenheiten hatte. So aber bleibt in diesem Buch Eva die Hauptperson.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Sündenbock

Sündenbock
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Der 2. Fall für die Schöffin Ruth Holländer: Der Angeklagte ist der Rentner Jürgen Dombroschke. Er soll seine schwerkranke Frau mit Rattengift umgebracht haben. Doch er schweigt zu allem und Ruth hat das ...

Der 2. Fall für die Schöffin Ruth Holländer: Der Angeklagte ist der Rentner Jürgen Dombroschke. Er soll seine schwerkranke Frau mit Rattengift umgebracht haben. Doch er schweigt zu allem und Ruth hat das komische Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Als ihr Mitschöffe nicht mehr unvoreingenommen handelt, wird die Verhandlung unterbrochen und Ruth von dem Fall abgezogen. Doch es lässt ihr keine Ruhe und so fährt sie in die Gartenkolonie zum Garten der Dombroschkes und zu dem des bestens Freundes. Wie sich herausstellt, begibt sie sich damit selbst in Gefahr.
Wie auch der Vorgängerband geht es in erster Linie um Ruth Holländer. Neben ihrer Schöffentätigkeit hat sie ein gut laufenden Bistro, das viel Arbeit macht, und zwei fast erwachsene Kinder, die aber auch noch ihre Mutter brauchen. Dazu ihr Freund Hannes, der Staatsanwalt ist und große familiäre Probleme hat, die auch Ruth belasten. Alles in allem ist sie also eine ganz normale Frau mit vielen Pflichten und wenig Freizeit. Das kommt in dem Buch auch sehr gut rüber. Man kann die Probleme von Ruth nachvollziehen, ihre Reaktionen verstehen. Wer einen spannenden Krimi erwartet, ist allerdings bei dem Buch eher fehl am Platz. Die Ermittlungen von Ruth laufen eher nebenher, Spannung gibt es dadurch kaum. Das schmälert das Lesevergnügen überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich war sehr schnell mit dem Buch durch, es ist gut und flüssig lesbar. Der Stil ist einfach und direkt. Nur eben einen Krimi darf man nicht erwarten. Wie auch im 1. Band gibt es allerdings klare Bezüge zu aktuellen Problemen der Gesellschaft.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Blumentochter

Blumentochter
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Adalgiza – gennant Giza – lebt zusammen mit ihren beiden Tanten. Diese sind nur wenig älter und anfangs sind alle eher wie Geschwister. Als Giza älter wird und sich beginnt, für Männer zu interessieren, ...

Adalgiza – gennant Giza – lebt zusammen mit ihren beiden Tanten. Diese sind nur wenig älter und anfangs sind alle eher wie Geschwister. Als Giza älter wird und sich beginnt, für Männer zu interessieren, ändert sich das Verhältnis. Plötzlich sind sie eher Konkurrentinnen, zumal sich Gizia und eine Tante für den gleichen Mann interessieren. Die Einkünfte der Frauen bestehen aus dem Verkauf von Blumen. Giza muss diese auch in der Stadt ausliefern und erfährt so viele Geheimnisse. Mehr und mehr muss Giza alle Arbeit allein machen. Sie fühlt sich unglücklich und als Außenseiterin und hat keine Freunde. Bis sie in die „verbotene“ Vila Morena kommt, einem eher verrufenen Stadtteil, in dem Huren und Säufer wohnen und eine geheimnisvolle Königin als Göttin verehrt wird. Dort findet Giza Aufnahme und Freunde. So schleicht sie sich immer öfter heimlich dahin und trifft sich auch mit ihrem Freund. Dann wird sie schwanger …
Ich bin mit dem Buch überhaupt nicht zurecht gekommen. Der Stil ist sehr blumig und sehr ausufernd. Die Autorin hat viel Fantasie, aber sie sprach mich nicht an. Giza wirkt so unnahbar, eigentlich sind alle Figuren irgendwie „schräg“ und die Geschichte war für mich sehr unglaubwürdig. So werden die Tanten als nur wenig älter beschrieben, aber es gibt keine Erwachsenen dabei als die drei aufwachsen. Nur eine Art Dienerin/Haushälterin. Auch konnte ich nie wirklich die Zeit einordnen, in der die Geschichte spielen soll. Giza fährt Auto, also muss es relativ „neuzeitlich“ sein. Doch da werden Menschen umgebracht und niemand interessiert sich dafür. Es war einfach nicht mein Fall. Das Buch ist in sehr kurze Kapitel eingeteilt, doch ich merkte schnell, dass ich die Geschichte schon wenige Kapitel weiter völlig vergessen hatte und mich nicht an Details erinnern konnte. Sie interessierte mich immer weniger. Erst nach gut 2/3 kam so etwas wie ein wenig Spannung auf, was das auf der Buchrückseite angesprochene Geheimnis angeht. Letzteres wurde mit ein paar wenigen Seiten abgehandelt. Alles in allem war ich froh, als ich am Ende ankam. Das Buch ist einfach nichts für mich.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Die Königin der Orchard Street

Die Königin der Orchard Street
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Mit ihrer russisch-jüdischen Familie wandert Malka nach Amerika aus. Eigentlich sollte es nach Südafrika gehen, doch der Vater tauscht die Schiffskarten ein und so landet die Familie in New York, sehr ...

Mit ihrer russisch-jüdischen Familie wandert Malka nach Amerika aus. Eigentlich sollte es nach Südafrika gehen, doch der Vater tauscht die Schiffskarten ein und so landet die Familie in New York, sehr zum Ärger und Entsetzen der Mutter. Sie kommen in einer typischen Einwanderermietskaserne unter und die die Eltern suchen sich Arbeit. Auch die Kinder sollen Geld verdienen. So beginnt Malka zusammen mit ihrer Schwester zu singen und kleine Arbeiten auf der Straße zu übernehmen. Auf der Straße hat Malka einen Unfall, sie wird von einem Pferdewagen überfahren. Der Fahrer ist Mr. Dinello – ein Eishersteller und –verkäufer. Der kümmert sich um Malka, die zuerst im Krankenhaus landet. Ihre Familie kümmert sich nicht um sie, denn Malkas Bein wird nie wieder in Ordnung kommen und Malka kann kein Geld verdienen. Inzwischen hat der Vater die Familie auch verlassen. So wächst Malka – die sich später katholisch taufen lässt und den Namen in Lillian ändert – bei der italienischen Familie Dinello auf und lernt das Eis machen von der Pieke auf. Doch trotz allem wird Lillian nie ein vollwertiges Familienmitglied bei den Dinellos und bleibt auf ihre Art immer eine Außenseiterin …
Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Malka/Lillian erzählt in der Ich-Form über ihr Leben. Immer im Wechsel von ihrem „hohen“ Alter aus in Rückblenden von ihrer Kindheit, Jugend, später ihrer Heirat und dem Leben mit ihrem geliebten Mann Bert und natürlich vom Aufbau ihres Eis-Imperiums, mit dem sie zu Amerikas „Eis-Königin“ wird. Sie erzählt ehrlich über ihre Freuden, ihre Vorstellungen und ihre Kämpfe um Anerkennung, die sie als nicht hübsche und behinderte Frau hat, deren Arbeit lange nicht anerkannt wird und die es schwer hat, sich mit ihren guten Ideen durchzusetzen. Sie wird oft von den Geschäftsmännern nicht für voll genommen und muss einige Tricks einsetzen. Auch im privaten Leben ist sie nicht immer ganz ehrlich und macht einige mehr als nicht legale Sachen. Dabei hat sie einen herrlichen Humor und viel (Selbst)Ironie, so dass das Lesen zu einem richtigen Vergnügen wurde. Nebenbei erfährt man viel vom Leben in Amerika von der Einwanderung zum Anfang des 20. Jahrhunderts über den 1. und 2. Weltkrieg und vom Aufbau einer Firma, aber auch von dem möglichen schnellen Niedergang bei Fehlern. Malka ist eine starke Frau, die vor allem an Ende zu ihren Fehlern steht und die Konsequenzen zieht. Das ganze Buch durchzieht ein „Aroma“, man meint förmlich, das Eis zu riechen und zu schmecken – dabei ist es aber auch unheimlich warmherzig und witzig.

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