Gelungenes Setting
And they were roommatesAnd They Were Roommates erzählt die Geschichte von Jasper und Charlie, die sich Jahre zuvor in einem Sommercamp an der Valentine kennengelernt haben. Nun kehrt Charlie als Exzellenzstipendiat an die Akademie ...
And They Were Roommates erzählt die Geschichte von Jasper und Charlie, die sich Jahre zuvor in einem Sommercamp an der Valentine kennengelernt haben. Nun kehrt Charlie als Exzellenzstipendiat an die Akademie zurück und ausgerechnet Jasper, der ihm damals nicht nur seinen ersten Kuss gestohlen, sondern auch das Herz gebrochen hat, ist sein neuer Mitbewohner. Das Problem: Jasper erkennt Charlie nicht einmal wieder.
Ganz besonders überzeugt hat mich die Atmosphäre des Buches. Der Autor fängt das akademische Setting der Eliteakademie sehr gut ein und zeigt realistisch, wie viel Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und Selbstzweifel mit so einer Umgebung einhergehen. Vor allem Charlies Situation ist dabei sehr greifbar: Er muss am Ende des Jahres zu den fünf Besten seines Jahrgangs gehören, um sein Stipendium nicht zu verlieren. Dieser Druck begleitet ihn konstant und macht seine Sorgen und Ängste sehr nachvollziehbar.
Auch das Setting mochte ich insgesamt sehr gerne. Die Academy-Vibes, kombiniert mit der klassischen Roommate-Situation und der gemeinsamen Vergangenheit der Protagonisten, schaffen eigentlich eine starke Grundlage für eine emotionale Geschichte. Besonders schön fand ich zudem, dass Charlie im Laufe der Handlung einen unterstützenden Freundeskreis um sich aufbaut. Es hat dem Buch sehr viel Wärme verliehen. Ebenso hat mir gefallen, dass Jasper Dichter ist und Literatur sowie Poesie eine wichtige Rolle in ihrer Annäherung spielen.
Charlie war für mich definitiv die stärkere Figur. Seine Gedanken, Unsicherheiten und sein innerer Druck waren glaubwürdiger und für mich auch emotional greifbarer. Mit Jasper hingegen hatte ich eher Schwierigkeiten. Seine Persönlichkeit wirkte teilweise ziemlich überzogen, und gerade sein Verhalten am Ende des Buches passte für mich nicht ganz zu dem Bild, das zuvor von ihm gezeichnet wurde.
Das Buch kann definitiv dem Trope Slow Burn zugeordnet, was grundsätzlich auch passt. Leider hat mir persönlich aber etwas der eigentliche „Burn“ gefehlt. Die romantische Spannung und Anziehung zwischen Charlie und Jasper konnte ich nur kaum spüren, was ich schade fand, da ihre gemeinsame Vorgeschichte und die Roommate-Konstellation eigentlich viel Potenzial geboten hätten.
Ein großes Highlight ist dafür die Gestaltung des Buches. Die glänzenden Prägungen, liebevoll gestalteten Kapitelaufhänger und hübschen Paginas zeigen, wie viel Wert auf Details gelegt wurde. Auch der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen: angenehm flüssig, humorvoll und gleichzeitig spannend genug, sodass ich schnell durch die Geschichte gekommen bin.