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Veröffentlicht am 30.08.2017

Einfach zum Träumen schön!

Liebe zwischen den Zeilen
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Die englische Autorin Verinica Henry entführt uns in "Liebe zwischen den Zeilen" in das kleine verschlafene Städtchen Peasbrook. Und hier darf ich eine traumhafte Geschichte eintauchen, die mich bis in ...

Die englische Autorin Verinica Henry entführt uns in "Liebe zwischen den Zeilen" in das kleine verschlafene Städtchen Peasbrook. Und hier darf ich eine traumhafte Geschichte eintauchen, die mich bis in die Seele berührt hat.

Unsere Protagonistin Emilia hat nach einer großen Enttäuschung in der Liebe von ihrem Vater Julius ein Ticket um die Welt geschenkt bekommen. Emilia genießt diese Zeit der Freiheit. Doch als ihr Vater im Sterben liegt, kommt sie nach Hause zurück. Nach seinem Tod übernimmt die seine Buchhandlung, in die ihr Vater sein ganzes Herzblut gesteckt hat, denn Julius Nightingale war ein großer Buchliebhaber und kein Buchhalter. Der Laden steht kurz vor dem Ruin und dies ist ein riesengroßer Schock für Emilia. Und nun beginnt Emilias Kampf, um die Buchhandlung zu retten.....

Ich habe mich in Peasbrook sofort zuhause gefühlt. Dieser kleine Ort strahlt eine ungeheuere Ruhe aus und hat mich magisch angezogen. Schon beim Anblick des genialen Covers taucht man in die Buchhandlung von Julius Nightingale ein. Julius war ja ein ganz besonderer Mensch. Und die Autorin hat ihn und seinen Buchladen so herrlich beschrieben, das ich wunderbare Bilder vor Augen habe. Wir dürfen auch den jungen Julius kennenlernen, der auch durch einen schweren Schicksalsschlag nicht seinen Mut verloren hat und sich mit dem Buchladen einen großen Traum erfüllt hat. Beim Betreten des Ladens umgibt den Leser eine besondere Atmosphäre, denn hier werden nicht nur Bücher verkauft, Julius hat auch den Menschen wahrgenommen und hatte für alle Sorgen und Nöte ein offenes Ohr. Ich hätte gerne mit bei einer Tasse Tee geplaudert und mich mit ihm unterhalten. Was muss es für Emilia für ein Schock gewesen sein, als sie bemerkt hat, wie es um die Buchhandlung steht. Aber auch Emilia ist eine Kämpfernatur und sie war ja von vielen sympathischen und wunderbaren Menschen umgeben, die ihr mit Rat und Tat zur Seite standen. Und dann ist ja da auch Marlowe, ein guter Freund ihres Vaters mit dem sie das Cellospielen wiederentdeckt. Es stecken soviele Gefühle und unvergessliche Augenblicke in der Geschichte, die mich wirklich sehr berührt haben.

Ein absolutes Traumbuch, das mir mich absolut begeistert hat. Für mich ein Lesehighlight. Wer von uns Buchliebhabern träumt denn nicht von einer eigenen kleinen Buchhandlung? Gerne vergebe ich für diese Wohlfühllektüre 5 Sterne und freue mich auf das nächste Buch der Autorin.

Veröffentlicht am 28.08.2017

Eine tragische Geschichte

Die Tänzerin von Paris
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"Die Tänzerin von Paris" aus der Feder der Autorin Annabel Abbs ist ein äußerst gelungener Debütroman. Dieser Roman beruht auf der wahren Geschichte von Lucia Joyce und ihrem tragischen Schicksal. Die ...

"Die Tänzerin von Paris" aus der Feder der Autorin Annabel Abbs ist ein äußerst gelungener Debütroman. Dieser Roman beruht auf der wahren Geschichte von Lucia Joyce und ihrem tragischen Schicksal. Die Autorin entführt und nach Paris und nach London und hier dürfen wir am Leben der Künstlerin teilhaben.

Der Inhalt: Wir befinden uns in Paris im Jahr 1928. Die junge Lucia wird in der Behéme als Tänzerin gefeiert. Der neue Stern am Tanzhimmel. Doch wärde da nicht ihr Vater, der berühmte James Joyce, der als Schriftsteller seiner modernen Werke für manchen Wirbel sorgt. Lucia steht ständig im Schatten ihres Vater, dem auch das Streben seiner Tochter nach Selbstständigkeit nicht sonderlich gefällt. Lucia begegnet dem Schriftsteller Samuel Beckett, der ihre große Liebe wird. Doch ihre Hoffnungen, ihren eigenen Weg gehen zu können, drohen schon bald zu scheitern.

Wieder ein toller Roman. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir wirklich sehr gut. Man taucht sofort ein in die Geschichte von Lucia, die abwechseln von ihrer Zeit in Paris um 1928 erzählt und uns dann wieder nach Zürich entführt, hier befinden wir uns im Jahr 1934.
Doch zuerst nach Paris. Hier wächst Lucia im Kreise ihrer Familie mit ihrem Bruder auf. Sie will eine berühmte Tänzerin werden und steht auch kurz vor ihrem Durchbruch als Ikone des Mondern Dance. Irgendwie fand ich es traurig, das Lucia nicht ihrern eigenen Weg gehen kann und ständig von ihren Eltern gebremst wird. Sie kann sich überhaupt nicht richtig entfalten, oft scheint es so, als würde ihr Vater ihr den Erfolg nicht gönnen. Ständig muss sie für ihn irgendwelche Aufgaben erledigen. Irgendwie habe ich mich für Lucia gefreut, als Sam in ihr Leben getreten ist. Aber das Schicksal schlägt oft andere Wege ein. Und dann ist da noch ihr Bruder, der eine ganz besondere Stellung in der Familie einnimmt und das hat mich manchmal geärgert. Ich denke, letztendlich ist es den ganzen Lebensumständen geschuldet, dass Lucia dann 1934 in Zürich landet. Aber ich will nicht zuviel verraten.

Begeistert war ich auch von ganzen historischen Anmerkungen am Ende des Buches. Es war wirklich alles hochinteressant. Ein tolles Leseerlebnis, das mich begeistert hat. Auch das Cover ist für mich ein echter Hingucker. Gerne vergebe ich für dieses Lesehighlight 5 Sterne.

Veröffentlicht am 26.08.2017

Zwei Welten prallen aufeinander

Kleines Wörterbuch für Liebende
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Das Buch "Kleines Wörterbuch für Liebende" von der chinesischen Schriftsteller Xiaolu Gua, die aber mittlerweile seit 2002 in London lebt, ist einmal eine etwas andere Lektüre.

Da wird die junge Chinesin ...

Das Buch "Kleines Wörterbuch für Liebende" von der chinesischen Schriftsteller Xiaolu Gua, die aber mittlerweile seit 2002 in London lebt, ist einmal eine etwas andere Lektüre.

Da wird die junge Chinesin Zhuang von ihren Eltern nach London geschickt, um die englische Sprache zu lernen. Sie soll später zuhause ein besseres Leben haben. Für Zhuang ist es ein richtiger Schock als sie im Westen ankommt, nicht nur die Sprache mit der sie große Probleme hat, sondern auch die Kultur, die Umgangsformen und vor allem das ungenießbare Essen. Zhuang hält alles, jedes Wort, alles was sie sieht und hört in einem kleinen Notizbuch fest. Am wohlsten fühlt sie sich aber im Kino. Dort lernt sie auch einen 20 Jahre älteren Mann kennen. Während ihres Londonaufenthalts lebt sie nun bei ihm. Aber das gemeinsame Leben ist alles andere als einfach.

Als ich die ersten Seiten gelesen habe, habe ich mich erst mal ein bisschen über den Schreibstil gewundert. Es ist keine hundertprozentige Übersetzung. Und die Geschichte wird aus der Sicht von Zhuang erzählt, die mich auch manchmal zum Lachen bringt. Ich kann ihr Staunen und Entsetzen über manche Dinge verstehen, die hier prallt ja wirklich Ost auf West. Umgekehrt würde es uns wahrscheinlich genauso gehen. Was für uns eigentlich selbstverständlich ist, ist für die junge Chinesin eine große Herausforderung. Bewundert habe ich sie für ihren Mut als sie per Interrail durch ganz Europa gereist ist. Manchmal war sie für mich etwas zu leichtgläubig und unvorsichtig. Aber Gott sei Dank sind ihre Erlebnisse fast immer gut ausgegangen. Wie schon erwähnt, einmal eine etwas andere Lektüre, die mir Einblick in eine fremde Kultur gegeben hat und das war auch ganz schön interessant.

Eine sehr gute Unterhaltungslektüre für vegnügliche Lesestunden. Die Einleitung der einzelen Kapitel hat mir auch gut gefallen. War nicht nur ein Englischkurs für Zhuang. Das Cover ist für mich auch wunderschön gestaltet. Gerne vergebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 25.08.2017

Eine wunderbare Unterhaltungslektüre

Triff das Glück auf halbem Weg
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Mit "Triff das Glück auf halbem Weg" ist der schwedischen Autorin ein wunderbarer Debütroman gelungen. Unsere Geschichte spielt in der Hauptstadt Stockholm. Und hier lernen wir äußerst sympathische Protagonisten ...

Mit "Triff das Glück auf halbem Weg" ist der schwedischen Autorin ein wunderbarer Debütroman gelungen. Unsere Geschichte spielt in der Hauptstadt Stockholm. Und hier lernen wir äußerst sympathische Protagonisten kennen.

Rebecka liebt ihren Job als Journalistin. Doch es ist nicht einfach Familie, zwei Kinder und einen Vollzeitjob, in dem man Karriere machen will, unter einen Hut zu bringen. Eines Tages erbt Rebecke eine Schatulle mit einer Kette und drei Anhängern: Herz, Kreuz und Schlüssel. Von wem das Erbe ist, weiß sie nicht. Sie hat auch keine Zeit sich darum zu kümmern, denn in der Redaktion ist die Hölle los. Rebecka hofft schwer auf die Stelle der Chefredakteurin und dafür nimmt sie vieles in Kauf. Und dann fängt ausgerechnet ihre erste große Liebe Sam bei der gleichen Zeitung an. Er war lange Jahre in New York und will wieder in die Heimat zurück. Rebeckas Leben steht auf dem Kopf und als sie herausfindet, wer ihr die Schatulle hinterlassen hat, nimmt ihr Leben eine unerwartet Wendung.

Wunderbare Protagonisten begleiten uns durch die ganze Geschichte. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir super. Man kann sich alles bildlich vorstellen. Vor meinem inneren Auge sehe ich die gestresste Rebecka, die ihr großes Ziel Chefredakteurin zu werden, vor Augen hat. Sie geht dabei aber an ihre Grenzen. Es ist ja selbstverständlich das vieles darunter leidet. Sie will es ja allen Recht machen, aber es funktioniert nicht immer. Und ich glaube, dass es manchen von uns auch so geht. Es ist wirklich nicht immer einfach Familie, Job usw. unter einen Hut zu bringen. Und dann ist da noch Rebeckas beste Freundin Anna, die mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat. Und so hat jeder sein Päckchen zu tragen. Und dann ist da Sam, Rebeckas große Liebe. Sie steckt ja in einer richtigen Zwickmühle, aber man muß vielleicht ab und zu auf sein Herz hören, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Für mich eine tolle Unterhaltungslektüre für vergnügliche Lesestunden. Das Cover gefällt mir auch sehr gut. Gerne vergebe ich für diesen Debütroman 5 Sterne und freue mich schon auf die nächste Geschichte der Autorin.

Veröffentlicht am 23.08.2017

Eine hochinteressante Geschichte

Die Geschichte der Bienen
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"Die Geschichte der Bienen" ist der erste Erwachsenenroman aus der Feder norwegischen Schriftstellerin Maja Lunde. Für mich ein absolutes Lesehighlight und ein Bestsellerroman. Eine hochinteressante Geschichte, ...

"Die Geschichte der Bienen" ist der erste Erwachsenenroman aus der Feder norwegischen Schriftstellerin Maja Lunde. Für mich ein absolutes Lesehighlight und ein Bestsellerroman. Eine hochinteressante Geschichte, die zum Nachdenken anregt und mich auch wirklich sehr bewegt hat.

Paralell werden drei Geschichten in unterschiedlichen Zeit erzählt. Wir befinden uns im England im Jahr 1852: Hier lebt William. Seit Wochen liegt er in seinem Zimmer und handert mit sich und seinem Schicksal. Er ist Biologe und Samenhändler. Doch als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich von ihm abgewandt. Doch dann hat er eine Idee. Er lässt sich einen völlig neuartigen Bienenstock anfertigen. Dann wandern wir ins Jahr 2007. Hier machen wir in Ohio, USA, Station. Hier lebt Imker George auf seiner Farm und er träumt davon, seinen Hof zu vergrößern. Schließlich will er ihn gemeinsam mit seinem Sohn Tom führen. Doch George ist enttäuscht. Tom will Journalist werden. Und dann passiert eines Tages etwas Schreckliches. Die Bienen verschwinden und Georges Existenz ist bedroht. Zu guter Letzt reisen wir in die Zukunft. Wir erleben das Jahr 2098 in China. Mittlerweile werden hier die Bäume von Arbeiterinnen per Hand bestäubt, nachdem es ja keine Bienen mehr gibt. Tao ist eine von ihnen. Sie wünscht sich für ihren 3jährigen Sohn Wei-Wen ein besseres Leben. Und dann passiert ein mysteriöser Unfall, der alles in Frage stellt......

Wirklich beeindruckend! Drei Lebensgeschichten in unterschiedlichen Ländern, die alle durch die Bienen miteinander verbunden sind. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich herausragend. Man ist von ersten Augenblick von der Geschichte gefesselt. Gerne hätte ich ja William mal gerüttelt, was hat er sich eigentlich mit seinem Verhalten gedacht. Seine Familie so im Stich zu lassen. Er war mir ja nicht sonderlich symphatisch. Und dann ist da George, der für seinen Traum lebt. Man spürt förmlich mit welcher Begeisterung er sich um seine Bienenvölker kümmert und fühlt mit ihm, als die Bienen sterben. Auch kann mir das Leben auf seiner Farm wirklich bildlich vorstellen. Er hat gekämpft und am Ende verloren. Doch sein Sohn hat seinen Weg gemacht, wirklich beeindruckend. Am meisten berührt hat mich jedoch Taos Geschichte. Wenn man sich das mal vorstellt, keine Bienen mehr und was davon alles abhängt. Eine Mahnung an uns, dass wir mit der Natur pfleglicher umgehen sollen und sich des öfteren über das eine oder andere Gedanken machen sollte. Nicht alles ist selbstverständlich. Man sieht, wie schnell sich eigentlich vieles ins Negative umwandeln kann. Ein wirklich schrecklicher Gedanke. Und dann das Schicksal von Wei-Wen, das ich zutiefst berührt hat. Eine herausragende Geschichte, die wirklich zum Nachdenken anregt.

Ein unglaubliches Buch. Ich habe viel über das Leben und Wirken der Bienen gelernt. War wirklich hochinteressant. Mit dieser Lektüre habe ich unterhaltsame, berührende und nachdenkliche Lesestunden verbracht. Das Cover wirkt etwas melancholisch auf mich, aber es passt zu dem Gesamtwerk. Gerne vergebe ich 5 Sterne