Wer tötete Mrs McGinty?
Vier Frauen und ein MordHercule Poirot langweilt sich und so kommt es ihm gerade recht, dass sein alter Bekannter Kommissar Spence mit einem Anliegen bei ihm vorspricht. Spence hat gerade den Fall um die Ermordung einer älteren ...
Hercule Poirot langweilt sich und so kommt es ihm gerade recht, dass sein alter Bekannter Kommissar Spence mit einem Anliegen bei ihm vorspricht. Spence hat gerade den Fall um die Ermordung einer älteren Dame abgeschlossen, verurteilt dafür ihr mittelloser Untermieter. Aber irgendetwas lässt Spence zweifeln und so bittet er Poirot sich den Fall noch einmal anzusehen.
Viele werden "Vier Frauen und ein Mord" eher durch die Verfilmung mit Margaret Rutherford in der Rolle der Miss Marple kennen. Wie man aber an der Tatsache, dass im Film Miss Marple ermittelt und nicht, wie im Buch Poirot, schon erahnen kann, sind sich Buch und Verfilmung nur bedingt ähnlich. Wer also Angst hat, den Täter zu früh zu entlarven, dem sei gesagt, das ist gar nicht so einfach.
In gewohnter Manier steigt man in die vermeintliche Idylle eines britischen Dörfchens ein, es wird geklatscht und getratscht als gebe es kein Morgen, jeder kennt irgendwie jeden und natürlich weiß auch jeder irgendwas über seine Nachbarn zu berichten. Das Buch strotzt nur so vor amüsanten Figuren, die sich natürlich auch alle im Verlauf der Geschichte mal verdächtig machen, einfach weil sie Poirot etwas verschweigen, sich merkwürdig benehmen, oder durch ihre Vergangenheit gut ins Profil passen würden. Es gibt AC typisch wieder zig Hinweise, Andeutungen und Nebenhandlungen, von denen man nie weiß, ob sie am Ende wichtig sein werden.
Ein wirkliches Miträtseln ist in diesem Gewirr nicht wirklich möglich und auch, wenn man durch den Film eigentlich in eine gewisse Richtung denkt, kommt die Auflösung dann doch eher überraschend. Trotzdem hat mir das Buch gefallen, es zeigt sehr eindringlich, wie stark Drehbuchautoren die Vorlage oft verändern und mit der Darstellung der etwas nervigen Schriftstellerin Ariadne Oliver hat Agatha Christie ihre Meinung zu diesem Thema auf humorvolle Art und Weise eingebracht. Das Buch fordert eine gewisse Aufmerksamkeit vom Leser, um den Faden nicht zu verlieren, zum Glück gibt es am Ende wieder Poirots typische detailreiche Auflösung und plötzlich ergibt alles einen Sinn.