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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2021

Eher unaufgeregt

Hüte deine Zunge
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Ausmisten, sein Leben, seine Wohnung entrümpeln und aufräumen ist ja derzeit ein großer Trend. Sich Dingen entledigen, die man nicht mehr braucht, die einem nicht gut tun. Emily hat diesen Trend nicht ...

Ausmisten, sein Leben, seine Wohnung entrümpeln und aufräumen ist ja derzeit ein großer Trend. Sich Dingen entledigen, die man nicht mehr braucht, die einem nicht gut tun. Emily hat diesen Trend nicht nur für sich selbst entdeckt, nein, sie macht daraus direkt eine Geschäftsidee und gründet zusammen mit ihrer Jugendfreundin eine eigene Firma. Gerade hat sie wieder zwei Aufträge bekommen, allerdings bekommt sie es hier nicht nur mit altem Gerümpel zu tun, sondern mit einer Leiche.

Schon im Klappentext erhält der Leser diese Informationen und ist somit schon von der ersten Seite an in Lauerstellung, wann es denn nun endlich dazu kommt. Bis zum Auffinden der Leiche passiert im Buch zwar Einiges, aber wirklich Spannung kommt nicht auf. Am Schreibstil der Autorin liegt das aber weniger, der ist leicht, recht eingängig und flott zu lesen, aber irgendwie plätschert die Geschichte eher vor sich hin, ohne die Erwartungshaltung des Lesers zu befriedigen.

Die Figuren bleiben, obwohl teilweise recht spezielle Charaktere, eher blass, besonders auch im Hinblick auf ihre Rollen innerhalb der Story. Die Hauptfigur Emily ist dermaßen naiv, das tut beim lesen fast körperlich weh. Man möchte sie schütteln, anschreien, mit dem Kopf auf das Offensichtliche stoßen. Dinge, die dem Leser längst klar sind, brauchen Seiten, bis sie endlich bei ihr ankommen. Sympathisch sind hier eher einige wenige Nebenfiguren.

Die Geschichte ist nicht neu. Wer viel im Genre Krimi/Thriller unterwegs ist kennt das Szenario in unzähligen Varianten, selbst in den Columbo Filmen der Achtziger ist diese Konstellation schon vertreten gewesen. An sich nichts Schlimmes, wenn die Autorin es dem Leser gut verkauft und da liegt das Problem. Wo in anderen Storys subtile Hinweise erst auf den zweiten Blick erkennbar sind, wird hier damit nur so um sich geworfen. Die Geschichte wirkt dadurch zu sehr konstruiert und gestellt, die Spannung kommt gar nicht, oder nur bedingt ganz zum Ende hin auf. Am Ende baut die Autorin dann noch einen überraschenden Spin ein. In meinen Augen vollkommen unnötig.

Für mich als Leser eine Geschichte, die durchaus über ein verregnetes Wochenende hinweghilft, aber nichts besonderes liefert. Anders aufgebaut wäre da sicher auch für abgeklärte Leser mehr drin gewesen in Punkto Spannung und Thrill. Um nochmals auf den Klappetext zurück zu kommen, spannend - bedingt, überraschend - nur in einer Szene, unterhaltsam - das schon.

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Veröffentlicht am 18.03.2021

Meisterlich

Erhebung
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Scott ist nicht gerade ein Spargeltarzan und so könnte er erstmal erfreut sein, als bei ihm die Pfunde purzeln, allerdings ist da irgendwas komisch. Scott verliert zwar stetig an Gewicht, seine körperliche ...

Scott ist nicht gerade ein Spargeltarzan und so könnte er erstmal erfreut sein, als bei ihm die Pfunde purzeln, allerdings ist da irgendwas komisch. Scott verliert zwar stetig an Gewicht, seine körperliche Statur ändert sich dabei aber kein Stück. Gesundheitlich ist nichts auffälliges zu finden und Scott fühlt sich so gut und fit wie noch nie.

In den Grundzügen erinnert das nur etwas über 100 Seiten umfassende Buch ein wenig an "Thinner -Der Fluch", das King noch unter dem Pseudonym Richard Bachmann geschrieben hat. Der Tenor der Geschichte ist hier allerdings ein vollkommen anderer. Scott, beflügelt durch sein neues Lebensgefühl und mit der Möglichkeit konfrontiert, irgenwann mit seinem Gewicht bei null angekommen zu sein bekommt plötzlich eine ganz andere Sicht auf alltägliche Dinge, die in seinem Umfeld passieren.

Das Buch ist natürlich kein typischer King im Sinne von Grusel - Horror Schreckmomenten. Die Story ist eher sanft, nachdenklich, fast melancholisch mit einem tieferen Sinn. King nimmt wiedereinmal den Mikrokosmos seiner fiktiven Gemeinde Castle Rock und zeigt wie tief hier, stellvertretend für viele andere Orte auch, Vorurteile verwurzelt sind, und wie wichtig es ist Stellung zu beziehen um etwas zu bewirken. Er wählt hier ein Thema, das in der heutigen Zeit eigentlich keines mehr sein sollte Homophobie gepaart mit Sexismus.

Mit dieser berührenden, aussergewöhnlichen Novelle spannt King für mich den Bogen zu seinen literarischen Anfängen als Autor von Kurzgeschichten. Das Buch fällt etwas aus dem Rahmen, hat aber trotzdem auch seine mysteriösen, phantastischen Momente. Wenn man sich auf diese surreale Geschichte einlässt wird man eine angenehme Lesezeit haben.

Ein Muss für Fans, obwohl ich auch verstehen könnte, wenn diese vielleicht etwas enttäuscht wären. Ich für meinen Teil habe das Buch zelebriert und jeden Abend ein Kapitel vor dem Einschlafen gelesen.

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Veröffentlicht am 17.03.2021

Sehr nützlich

Express for Family
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Ich habe ein Faible für Kochbücher und bin immer wieder auf der Suche nach neuen Inspirationen. Zeit ist für mich beim Kochen natürlich ein wesentlicher Faktor, praktikabel soll es sein, ohne viel Schnickschnack ...

Ich habe ein Faible für Kochbücher und bin immer wieder auf der Suche nach neuen Inspirationen. Zeit ist für mich beim Kochen natürlich ein wesentlicher Faktor, praktikabel soll es sein, ohne viel Schnickschnack und natürlich auch lecker. Da meine Kinder schon größer sind bin ich auch immer auf der Suche nach einfachen Rezepten, die sie sich selber, ohne viel Aufwand, nach der Schule zubereiten können.

Das Buch ist sehr umfassend geschrieben und enthält eben nicht nur Rezepte, sondern auch einiges an Basiswissen. Welche Utensilien sind unverzichtbar, oder welche Zutaten gehören unbedingt in den Vorratsschrank. Ebenso gibt es Tipps zum saisonalen Einkauf, oder der zeitsparenden Vorbereitung des Kochens.

Die Rezepte sind in verschiedenen Kategorien unterteilt, es gibt was aus der Pfanne, aus dem Ofen, zum Frühstück, Süßes, Suppen und einiges mehr. Die Zutaten sind dabei weder exotisch noch schwer beschaffbar. Ich hasse es, wenn man für ein Rezept eine Zutat braucht, die sündhaft teuer ist und die man dann nie wieder benutzt. Ebenso habe ich bei meinen Kindern Probleme mit allzu ungewöhnlichen Zutaten. Die Rezepte hier sind absolut praktikabel und kindertauglich, ohne das es für die Erwachsenen langweilig wird.

Das Buch wirbt ja schon im Titel mit der Schnelligkeit, mit der die Rezepte auf den Tisch gezaubert werden. Hier bin ich sehr etwas vorsichtig, da muss ich erst intensiver austesten, ob das so umsetzbar ist, aber generell ist nichts dabei, das stundenlang garen muss. Unter der Woche natürlich sehr praktisch.

Das Buch ist nicht nur was für Familien mit kleinen Kindern, auch Kochanfängern würde ich es empfehlen und selbst alte Kochhasen finden sicher noch die ein oder andere Anregung.

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Nicht für mich

Tote Vögel singen nicht
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Cosinus Gauß, den Namen verdankt er seinem mathematikverrückten Vater, ist ein eher erfolgloser Anwalt, der sich meist mit recht zwielichtigen Mandanten umgibt und unter ständiger Geldnot leidet. Eines ...

Cosinus Gauß, den Namen verdankt er seinem mathematikverrückten Vater, ist ein eher erfolgloser Anwalt, der sich meist mit recht zwielichtigen Mandanten umgibt und unter ständiger Geldnot leidet. Eines Morgens wacht er neben einer übel zugerichteten Leiche in einem Hotelzimmer auf, er war dort am Abend vorher mit der Dame zugange und wurde dabei ohnmächtig, etwas das ihm öfter mal zu passieren scheint.

Allein diese Vorstellungen hat mich total angesprochen, ich liebe verkorkste und verpeilte Figuren und habe mit einer interessanten und spannenden Lektüre gerechnet. Spannend wurde es dann nur bedingt, interessant dafür schon, aber eher im negativen Sinne.

Eigentlich würde ich mich als recht hartgesotten beschreiben, was die sprachlichen Auswüchse mancher Autoren betrifft. Ich bin da echt nicht zartbesaitete, es muss allerdings zum Kontext passen und sollte nicht zu platt und vulgär rüber kommen. Hier bekommt der Leser seitenweise die sexistischen, rassistischen, stereotypen und empathielosen Gedanken und Aussagen des Ich-Erzählers Gauß präsentiert. Die eigentliche Geschichte, durchaus mit Potenzial, dümpel ziemlich vor sich hin, um dann recht kurz vor Schluss wenig nachvollziehbar aufgeklärt zu werden.

Während der ganzen Lektüre, die trotz allem recht flott vonstatten ging, dachte ich - ein typisches Männerbuch. Um so erstaunter war ich, am Ende zu lesen, dass doch mehrere Frauen bei den Testlesern dabei waren. An meinem Urteil zum Buch hätte der Autor wohl keine Freude gehabt, vielleicht habe ich aber auch einfach nur alles missverstanden. Sorry, nicht meins.

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Ganz nett

Happy Life Diät
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Shermine Shahrivar ist ein bekanntes Model, Mutter, Healthcoatch und nun auch Autorin. In ihrem Buch gibt sie Tipps, wie man mit sich und seinem Leben in Balance kommt. In den einzelnen Kapiteln geht es ...

Shermine Shahrivar ist ein bekanntes Model, Mutter, Healthcoatch und nun auch Autorin. In ihrem Buch gibt sie Tipps, wie man mit sich und seinem Leben in Balance kommt. In den einzelnen Kapiteln geht es natürlich um Ernährung, um Sport, aber auch um Spiritualität, sogar Sex kommt zur Sprache.

Ich fand immer, das Shermine eine wunderschöne Frau ist, als ich beim stöbern in der Rubrik Sachbuch auf ihr Buch gestoßen bin, war ich sofort begeistert. Ich kann gar nicht sagen, was ich konkret erwartet habe, aber irgendwie nicht das, was das Buch letztlich liefert. Das Buch ist relativ kurz, lässt sich schnell lesen, enthält auch einige Bilder der Autorin. Die verschiedenen Kapitel befassen sich mit den sechs Säulen, auf die das Model ihre Philosophie aufbaut. Diese Säulen werden recht kurz und auch nur oberflächlich erläutert, manchmal mit ein paar wenigen Worten zum persönlichen Empfinden der Autorin durchzogen. Viele der getroffen Aussagen hab ich, fast wortgleich, schon in ähnlichen Büchern gelesen.

Die enthaltenen Bilder sind, gerade wenn man die Aussage des Buches bedenkt, sehr gestellt und wirken auf mich sehr unpersönlich und nicht authentisch, gemacht wie für eine Werbekampagne. Das fand ich sehr schade. Ich kann das suggerierte Bild der Frau von nebenan, die die selben Problemchen hat wie ich, nicht mit dem tatsächlich gelesenen in Einklang bringen.

Mir hat hier tatsächlich ein wenig die Tiefe gefehlt. Trotz aller Sympathie für die Autorin nehm ich ihr das Ganze nur bedingt ab. Leider hat das Buch auf mich nicht wie eine Herzensangelegenheit gewirkt, sondern eher wie eine Auftragsarbeit zur Imagepflege.

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