Ein absoluter Schatz im Regal!
Felia Fuchs - Bei uns zu HauseFelia ist vier Jahre alt und lebt mit ihren Eltern, ihrem Bruder Fridolin und ihrem Kuschelerdmännchen Manni in einer gemütlichen Wohnung, die sie den Fuchsbau nennen!
Dieser Band ist der erste Band mit ...
Felia ist vier Jahre alt und lebt mit ihren Eltern, ihrem Bruder Fridolin und ihrem Kuschelerdmännchen Manni in einer gemütlichen Wohnung, die sie den Fuchsbau nennen!
Dieser Band ist der erste Band mit Vorlesegeschichten von Felia und enthält drei Alltagsgeschichten, die typische Situationen aus einem Kinderalltag zeigen. Die erste Geschichte erzählt von ihrem Geburtstag und den emotionalen Herausforderungen, als sich der Tag langsam dem Ende zuneigt. Die zweite Geschichte zeigt einen Tag, an dem es Felias Mama nicht gut geht, sodass Felia sich langweilt und alleine beschäftigen soll und die dritte Geschichte befasst sich mit dem morgendlichen Tagesablauf vor der Kita.
Beim Lesen und beim Betrachten der Details merkt man sofort, dass die Autorin selbst Kinder hat. Viele kleine Szenen kommen einem nur zu bekannt vor, die Herausforderungen, die Felia zu meistern hat entsprechen wirklich wunderbar ihrem Alter und das Buch zeigt einfach realitätsnah das Zusammenleben in einer modernen Familie. Besonders schön finde ich, dass ein großer Fokus auf die Gefühle und Bedürfnisse von Felia gelegt wird, die anerkannt und begleitet werden. In jeder Situation begegnen ihre Bezugspersonen ihr auf Augenhöhe, haben kleine Spielchen oder Ideen parat, wie sie Felia bestimmte Situationen erleichtern können oder bieten im richtigen Moment eine Umarmung an.
Zu etwas ganz Besonderem wird das Buch aber dadurch, dass Vielfalt hier keine Quote ist sondern sich in allen Aspekten durch das Buch zieht. Egal ob bei Nationalitäten, Behinderungen, Körperformen oder Sexualität, bei Felia Fuchs wird Vielfalt einfach gelebt! Im Buch gibt es super viele Details, die bei mir einfach ein total positives Gefühl beim Lesen hervorgerufen haben und bei denen sich viele Kinder wiederfinden werden, die sich sonst oft selten in Bilderbüchern repräsentiert fühlen. Besonders schön finde ich zum Beispiel, dass Felias Bruder ein Hörgerät trägt und das ein Kind auf dem Spielplatz Kopfhörer aufhat. Auffällig ist auch, dass nicht nur die Berufe ihrer Eltern eher weniger den klassischen Stereotypen entsprechen (ihre Mama ist Forscherin, ihr Papa Altenpfleger), sondern der Papa auch mindestens die Hälfte (eher mehr) der Care-Arbeit übernimmt. Schön finde ich auch, dass Felias Mama sich als sie krank ist auch ausruhen darf, etwas was nicht für alle Mütter selbstverständlich ist.
Was das Buch auch ganz besonders macht sind die drei wimmelbuchartigen Seiten, die verschiedene Alltagssituationen (Park, Supermarkt, Kindergarten) zeigen. Neben den vielen kleinen und vielfältigen Details, gibt es hier stets Fragen, die die Kinder zum Suchen, Zählen, Mitmachen und Entdecken anregen. Auch während der eigentlichen Geschichte gibt es immer mal wieder Fragen, die den etwas längeren Text auflockern!
Einige kleine Details, die mir noch aufgefallen sind:
- Zum Geburtstag wird sie nicht mit Geschenken überschüttet und auch die Feier selbst ist bodenständig und einfach gehalten - sehr sympathisch!
- Oma und Opa nehmen mit Hilfe von Videocalls an Felias Leben teil, auch wenn sie weit weg wohnen. Derartige Beziehungen werden sonst selten in Bilderbüchern gezeigt.
- Helme sind wichtig - auch beim Rollerfahren, daher ist es schön, dass Felia zu ihrem Roller auch direkt einen Helm bekommt.
- Es gibt eine Protagonistin namens Rieke, die Piercings hat und viel über die Natur weiß - sehr sympathisch!
Insgesamt bin ich wirklich ganz begeistert von Felia Fuchs und werde definitiv auch die Folgebände lesen müssen!!! Wenn ihr Felia bisher noch nicht auf dem Schirm hattet solltet ihr das dringend ändern!