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Veröffentlicht am 16.01.2021

Durchschnittlicher Fantasyroman

Nocturna - Das Spiel des Fuchses
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Nocturna ist der Auftakt einer Trilogie, hat jedoch eine abgeschlossene Handlung, sodass ich insgesamt das Gefühl hatte, dass es ursprünglich mal als Einzelband geschrieben wurde. Das Buch spielt in dem ...

Nocturna ist der Auftakt einer Trilogie, hat jedoch eine abgeschlossene Handlung, sodass ich insgesamt das Gefühl hatte, dass es ursprünglich mal als Einzelband geschrieben wurde. Das Buch spielt in dem lateinamerikanisch inspirierten Land Castallan, was durch die Übernahme von zahlreichen spanischen Begriffen immer wieder deutlich gemacht wird. Das Setting war erfrischend, ich hätte mir neben den Begriffen aber noch mehr kulturelle Details gewünscht um das Ganze noch etwas mehr abzurunden.

Der Einstieg in die Geschichte war unheimlich viel versprechend. Der Leser lernt zunächst die beiden Protagonisten Alfie und Finn kennen und erfährt die grundlegenden Informationen über das Magiesystem. In Castallan gibt es Elementarmagie, bei denen jeder unterschiedliche Stärken hat, einige Menschen besitzen zudem aber auch ein sogenanntes Propio, eine individuelle magische Fähigkeit, die unabhängig von den Elementen ist.

Prinz Alfie, dessen Name dazu führt, dass ich ihn mir als kleinen Jungen vorstelle obwohl er definitiv erwachsen ist, fühlt sich unwürdig in der Rolle als neuer Thronfolger und würde alles dafür tun um seinen Bruder zurückzubekommen. Er ist ein sanfter und eher emotionaler Charakter, der durch seine Liebe zu seiner Familie und seinen Freunden oft unüberlegt handelt, was ich bei Protagonisten eher weniger mag. Er besitzt ein Propio, dass ihm erlaubt die magischen Fähigkeiten von anderen teilweise zu kopieren und kann zudem mit Hilfe von magischen Kanälen durch die Stadt reisen.

Finn hingegen war für mich die interessantere Protagonistin. Ihr Leben dreht sich darum irgendwie zu überleben. Nach dem Tod ihrer Eltern wurde sie von dem zwielichtigen Ignacio aufgenommen, vor dem sie zu Beginn des Buches erfolgreich fliehen konnte. Mit Hilfe ihres Propios, das ihr erlaubt ihr Gesicht beliebig zu verändern schlägt sie sich als Diebin durch und interessiert sich eigentlich nur wenig für andere Menschen.

Durch einen unglücklichen Zufall treffen diese beiden sehr unterschiedlichen Charaktere aufeinander und müssen sich zusammentun um eine böse Magie zu bändigen. Insbesondere in den ersten Szenen war dieses Zusammentreffen unheimlich lustig und hat viel Raum für interessante Charakterentwicklungen geboten. Ab der Hälfte hat sich die Geschichte dann leider zu einer recht durchschnittlichen Fantasystory entwickelt, die zwar solide war, aber auch nichts innovatives beinhaltete. Es gab keine nennenswerten Wendungen, die Protagonisten waren entweder gut oder böse und auch die Differenzen der Protagonisten haben sich für meinen Geschmack zu schnell in Luft aufgelöst. Das Ende war schließlich sehr einfach gestrickt und wäre für mich auch ein passender Abschluss der Geschichte gewesen, die zwei Fortsetzungen werden sich dann wohl einer komplett anderen Problematik zuwenden. Potenzial bietet aber definitiv noch die Feindschaft zum benachbarten Land Englass, die im ersten Band zunächst nur angeschnitten wird.

Insgesamt war es ein solider Fantasyroman mit interessanten Ansätzen, der nicht besonders komplex war und dadurch auf mich, wie ein klassischer Einzelband gewirkt hat. Es war keinesfalls schlecht, aber eher einfach gestrickt. Da mir das Setting, das Magiesystem und Finns Persönlichkeit aber sehr gut gefallen haben, gibt es von mir 3,5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2020

Gelungener Fantasyauftakt

Der Schlüssel der Magie - Die Diebin
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Bereits das Lilablaue Cover mit dem Schlüssel drauf hat mir unheimlich gefallen, umso schöner, dass mir auch der Inhalt zugesagt hat. Das Buch ist in 4 sehr unterschiedlich lange Teilabschnitte unterteilt, ...

Bereits das Lilablaue Cover mit dem Schlüssel drauf hat mir unheimlich gefallen, umso schöner, dass mir auch der Inhalt zugesagt hat. Das Buch ist in 4 sehr unterschiedlich lange Teilabschnitte unterteilt, und zwar größtenteils aus Sancias Perspektive geschrieben, einzelne Kapitel sind aber auch aus der Perspektive von anderen Protagonisten erzählt, sodass man einen guten Rundumblick auf das Geschehen bekommt.
Sancia hat mir als Protagonistin besonders gut gefallen, da sie selbstbewusst und intelligent ist, gleichzeitig aber auch listig genug um in einer Welt ohne Regeln zu überleben. Auch die anderen Protagonisten, die man im Laufe des Buches kennenlernt waren so vielschichtig, dass oft lange unklar blieb wer nun gut oder böse ist. Auch eine kleine Liebesgeschichte war enthalten, die aber sehr nebensächlich blieb und erst gegen Ende kurz aufgegriffen wurde, was mir gut gefallen hat, da es mir lieber ist wenn die Handlung an sich im Vordergrund steht.
Besonders innovativ fand ich das Magie-System, bei dem Gegenstände mit Hilfe von Skriben „beschriftet“ werden und dadurch dazu gebracht werden einer neuen Realität zu gehorchen, so kann zum Beispiel ein Rad dazu gebracht werden sich einzubilden durchgehend bergab zu fahren, sodass sich die Räder schneller drehen, oder eine Tür gezwungen werden sich nur bei einem bestimmten Ereignis zu öffnen. Das Magie-System, das Worldbuilding rund um die vier Handelshäuser und die Gemeinviertel, sowie die geschichtlichen Hintergründe waren auffällig gut konstruiert, haben aber auch leider einen Großteil der ersten 200 Seiten in Anspruch genommen, wodurch diese zwar interessant waren, sich aber auch ein wenig gezogen haben, was mein einziger richtiger Kritikpunkt an der Story ist. Nachdem ich diesen Teil überwunden habe wurde die Handlung dann auch immer spannender, es gab immer mehr Intrigen, Actionreiche Szenen und auch einige Ereignisse, die mich überraschen konnten.
Insgesamt war es daher ein gelungener Fantasy-Roman mit vielschichtigen Protagonisten, einem gelungenen Worldbuilding und einer spannenden Handlung, der unheimlich Lust auf die Folgebände macht, sofern man erstmal in der Geschichte drin ist. Von mir gibt es daher 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2020

Typisches New Adult

Don't LOVE me
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Die Ophelia Scale-Reihe von Lena Kiefer konnte mich letztes Jahr unheimlich begeistern und zählte zu meinen absoluten Jahreshighlights. Als ich dann hörte, dass nun eine New Adult-Reihe ansteht war ich ...

Die Ophelia Scale-Reihe von Lena Kiefer konnte mich letztes Jahr unheimlich begeistern und zählte zu meinen absoluten Jahreshighlights. Als ich dann hörte, dass nun eine New Adult-Reihe ansteht war ich gleichzeitig gespannt aber auch etwas besorgt ob sie mir genauso gut gefallen würde, da ich bei New Adult immer sehr kritisch bin und mir nur die wenigsten Bücher zusagen.

Tja was soll ich sagen, ich glaube es handelt sich einfach um die Art New Adult die ich nicht mag. Ein nettes Mädchen kehrt in die Heimat ihrer verstorbenen Mutter zurück, deren Tod sie noch nicht wirklich verarbeiten konnte, trifft auf den Bad Boy des Ortes und verfällt ihm bereits nach wenigen Sekunden. Diese Insta-Love-Stories sind einfach nicht meins, ich mag da lieber langsame Entwicklungen und konnte die Anziehung zwischen den beiden hier leider nicht wirklich fühlen. Auf körperlicher Ebene war da etwas aber emotional war es für mich einfach nicht. Auch die vielen Anspielungen auf Jane Austen, die jede paar Seiten wieder vorkommen und die typischen New-Adult-Sätze, wie „ich bin nicht gut genug für dich“ und „Er ist ein Monster, halt dich fern von ihm“ waren leider enthalten, was für mich immer direkt einen Minus-Punkt gibt. Kenzie war als Charakter eigentlich sehr angenehm, sie war recht reif für ihr Alter, hat hart auf ihre Ziele hingearbeitet und sich liebevoll um ihre Familie gekümmert, Lyall war für mich hingegen nur schwer greifbar, obwohl einige Kapitel auch aus seiner Sicht geschrieben waren.

Positiv fand ich, dass es mal nicht auf einem College/ an einer Uni spielt, sondern in einem kleinen Dorf. Auch die zahlreichen Geheimnisse und Intrigen von Lyalls Familie haben der Story einen interessanten Touch gegeben, da so noch einige andere Verstrickungen in die Story eingebracht wurden. Trotzdem wurde mir das Drama auf den letzten 100 Seiten dann wieder zu viel, da ist manchmal weniger mehr.

Insgesamt war es für mich ein typisches New Adult Buch, ich kann verstehen warum viele es Lieben, eine New Adult Story braucht für mich aber mehr Innovation um mich zu überzeugen und Don´t love me hat leider alle Klischees beinhaltet, die mich bei New Adult stören. Da ich den Schreibstil trotzdem sehr mochte gibt es von mir 3 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2020

Ein sehr eindringliches und wichtiges Buch!

How To Be an Antiracist
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Ibram X. Kendi hat mit „How to be an antiracist“ ein Buch zum Thema Rassismus der anderen Art geschrieben. Es handelt sich um eine Mischung aus autobiographischem Inhalt und Sachbuch, in dem er seine eigene ...

Ibram X. Kendi hat mit „How to be an antiracist“ ein Buch zum Thema Rassismus der anderen Art geschrieben. Es handelt sich um eine Mischung aus autobiographischem Inhalt und Sachbuch, in dem er seine eigene Lebensgeschichte in Hinsicht auf seine eigene Denkweise von seiner Kindheit bis heute aufrollt, analysiert und durch historische Erklärungen, literarische Zitate, Zahlen und Fakten ergänzt. Jedes Kapitel befasst sich mit einem anderen Thema, so werden Bereiche, wie Biologie, Verhalten, Klasse oder Gender angesprochen, jeweils eingeleitet durch Begriffsdefinitionen um den Leser den Einstieg zu erleichtern. In der Regel setzt sich ein Kapitel dann aus einer persönlichen Rahmengeschichte, die das Kapitel einleitet und beendet und zahlreichen Erklärungen und Belegen im mittleren Teil zusammen. Bemerkenswert ist dabei auch die Anzahl von Quellen, die er genutzt hat, insgesamt mehr als 500, die am Ende des Buches nochmal aufgelistet sind. In dieser Hinsicht waren es für mich persönlich jedoch fast etwas zu viele Zitate und weiterführende Hinweise, da sie im einzelnen oft nicht diskutiert und analysiert wurden, sondern oft nur angerissen wurden.

Im Fokus des Buches steht natürlich der Rassismus in der USA, vieles lässt sich aber auch sehr gut auf Deutschland übertragen. Das Besondere an „How to be an antiracist“ war für mich die Tatsache, dass sich Kendi, der selbst Schwarz ist, eingesteht früher selbst ein Rassist gewesen zu sein, erklärt warum es seiner Ansicht nach nur Antirassisten oder Rassisten gibt und zeigt wie steinig seine persönliche Wandlung und der Weg zur Einsicht gewesen ist, wobei er auch seine eigenen „Fehler“ nicht beschönigt. Spannend fand ich auch die Bezüge zum Kapitalismus, zur Homophobie und der Politik, die er hergestellt hat.

Durch die vielen Begriffe und Konzepte ist es nicht unbedingt geeignet für Leser, die sich noch nie mit dem Thema Rassismus beschäftigt haben, zudem sollte man sich als Leser die Zeit nehmen sich mit den einzelnen Themen und Sätzen zu befassen, die teilweise den Lesefluss etwas beeinträchtigen, da viele Anglizismen auf Grund fehlender Deutscher Übersetzung übernommen wurden und zudem durchgehend darauf geachtet wurde zu gendern, wodurch einige Sätze etwas schwerfällig geworden sind.

Insgesamt ist „How to be an antiracist“ ein unglaublich aktuelles und wichtiges Buch, das aufrüttelt, zur Selbstreflexion anregt, auf teils konfrontantive Art und Weise die eigenen Fehler aufzeigt und ein absolutes must read für jeden ist, der sich mit der Thematik tiefgehender auseinandersetzen möchte.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 31.10.2020

Leider eine Enttäuschung

Celestial City - Akademie der Engel
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Das Buch hat definitiv mein Interesse geweckt, als ich gelesen habe, dass es um eine Akademie geht (ich liebe einfach Stories, die an Akademien spielen) und auch die Dämonen und Engel-Thematik ist aktuell ...

Das Buch hat definitiv mein Interesse geweckt, als ich gelesen habe, dass es um eine Akademie geht (ich liebe einfach Stories, die an Akademien spielen) und auch die Dämonen und Engel-Thematik ist aktuell noch weniger verbraucht als die typischen Feen, Magier und Hexen Stories. Trotzdem hat mich das Buch leider echt enttäuscht.

Nach den ersten 100 Seiten fand ich es zwar nicht überragend, hatte aber immerhin Spaß am Lesen, da die Protagonistin Bri charakterlich recht stark wirkte und das grundlegende Konzept einer Stadt, die nach dem Krieg zwischen Engeln und Luzifer in eine „helle“ und eine „dunkle“ Seite gespalten ist recht ansprechend war. Bri´s Mutter hat ausversehen nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Tochter an einen Dämon „verkauft“, sodass Bri eigentlich gezwungen ist bei den Dämonen in Ausbildung zu gehen um ihnen dann zu dienen. Als ihr bei ihrer Erweckungszeremonie, die zeigen soll von welcher magischen Gruppe sie berührt wurde, jedoch schwarze Flügel wachsen entbrennt ein Streit um sie und sie darf trotzdem auf die Fallen Academy, die die Engel besuchen.

Das war es dann aber schon mit Storypunkten, die ich gut fand. Es stellt sich schnell heraus, dass es mal wieder eine Chosen-One-Story ist, Bri natürlich unheimlich stark ist, alle Probleme in drei Sekunden lösen kann, sich im nächsten Moment aber wieder komplett unreif verhält nur weil sie die sexy Bauchmuskeln oder das superheiße Zwinkern ihres Love-Interests sieht. Mit Insta-Lovestories komme ich ja generell nicht besonders gut zurecht, in diesem Fall war das Ganze aber nochmal um einiges cringier. Auch die achso große Problematik des vierjährigen Altersunterschieds zwischen den beiden (beide sind Erwachsen also so what?), der eine Beziehung unmöglich macht weil er 1. deutlich mehr Erfahrung hat und 2. Natürlich Angst hat sie zu zerbrechen war für mich einfach nicht verständlich.

Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass eine grundsätzlich gute Idee hier einfach massiv dadurch versaut wurde, dass so ziemlich jedes Klischee einer typischen YA-Romantasy-Story eingebaut wurde (Chosen-One, Bad Boy, Insta-Love, schwuler bester Freund, großes Drama das keines ist, blablablabla). Ich wollte es wirklich mögen, aber das war einfach zu viel für mich, sodass ich leider nur 2 Sterne geben kann.

  • Cover
  • Erzählstil
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