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Veröffentlicht am 19.04.2021

Lustig und Kreativ

Die Hexenjägerin - Der Zirkel der Nacht
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Die Hexenjägerin – Der Zirkel der Nacht ist der Auftakt einer Urban Fantasy/Horror-Trilogie.
Das Buch ist definitiv nichts für seichte Gemüter, es gibt zahlreiche eklige Szenen und auch psychischen Terror. ...

Die Hexenjägerin – Der Zirkel der Nacht ist der Auftakt einer Urban Fantasy/Horror-Trilogie.
Das Buch ist definitiv nichts für seichte Gemüter, es gibt zahlreiche eklige Szenen und auch psychischen Terror. Insbesondere Katzenliebhaber sollten mit etwas Vorsicht an das Buch herangehen, da manche Szenen leicht verstörend sein können. Wer ein bisschen Horror und Ekel abkann, kann aber definitiv viel Spaß an der Geschichte haben.

Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt, den präsentesten Strang nimmt dabei definitiv Robins Rückkehr in ihre Heimatstadt und ihr Wunsch nach Rache für den Tod ihrer Mutter ein, der aber auch durch Rückblicke in ihre Vergangenheit ergänzt wird. Zusätzlich gibt es mehrere Kapitel aus der Sicht von Wayne und seinem Vater Leon, den neuen Bewohnern des Hauses, in dem Robin aufgewachsen ist. Diese versuchen den Tod von Waynes Mutter durch den Umzug in die Kleinstadt zu verarbeiten, werden aber schnell in eine Welt von Hexen und Dämonen hineingezogen. Einzelne Kapitel sind zudem aus der Sicht der Hexen erzählt, wodurch einige Verhaltensweisen der Hexen für den Leser klarer werden und einiges an Spannung erzeugt wird.

Den Einstieg in die Story fand ich unheimlich fesselnd, zunächst bleiben die genauen Details über den Tod von Robins Mutter und ihren Weg zur Hexenjägerin offen und werden erst nach und nach enthüllt, sodass ich unbedingt weiterlesen wollte. Zwischendurch hatte das Buch im Mittelteil jedoch einige Längen, denn für mich war der Zeitpunkt erreicht, an dem endlich etwas spannendes passieren musste, stattdessen sprang die Perspektive jedoch häufig hin und her und die Story fokussierte erstmal auf einigen Nebencharakteren und führte diese in die Story ein. Spätestens auf dem letzten Drittel ging es dann aber Schlag auf Schlag zur Sache, die Stränge liefen immer mehr zusammen und einiges klärte sich auf. Am Ende hätte ich dann am liebsten direkt Band 2 dagehabt.

Ich habe anfangs daran gezweifelt, dass das Buch genug Logik und Ernsthaftigkeit mitbringt, besonders in Bezug darauf, dass Robin ihre Hexenjagden und ihr Leben über Youtube 4 Millionen Followern zeigt, aber fand es mit der Zeit immer weniger störend. Stattdessen sorgte dieser Aspekt für einige lustige Dialoge und wurde auch genutzt um einige Bruchstücke ihrer Vergangenheit aufzuzeigen.

Um mit allen Nebencharakteren wirklich warm zu werden ist das Buch leider zu kurz gewesen, da erhoffe ich mir insbesondere für ihren Mentor Heinrich und ihr Love Interest Kenway im nächsten Band noch mehr Seiten. Ansonsten fand ich die meisten Protagonisten aber sehr authentisch, die Dialoge hatten viel Witz, viele Charaktere hatten ihr Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen, dass auch ihre Handlungen beeinflusst hat und insgesamt ist eine sehr passende Truppe aufeinander getroffen.

Die Fantasyaspekte fand ich ziemlich kreativ, teilweise sind sie wirklich abgedreht und, wie schon erwähnt, recht eklig/verstörend aber ich hatte definitiv das Gefühl etwas zu lesen, dass ich so nicht bereits tausend Mal gelesen habe, wofür das Buch einen großen Pluspunkt von mir bekommt.

Insgesamt hat mir das Buch bis auf die kleinen Längen im Mittelteil ziemlich gut gefallen und macht Hoffnung auf mehr „Action-Szenen“ in Band 2, jetzt wo die Charaktere und die Welt langsam eingeführt sind. Wer Lust auf einen humorvollen Horror-Fantasyroman hat und ein paar eklige Szenen erträgt könnte mit diesem Buch gut bedient sein. Von mir gibt es 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2021

poetischer Schreibstill, wundervolle Atmosphäre und authentische Protagonist*innen

Und ich leuchte mit den Wolken
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Mit „Und ich leuchte mit den Wolken“ habe ich endlich mal wieder ein New Adult Buch gefunden, das mich überzeugen konnte. Der Schreibstil war wunderschön, poetisch und authentisch, sodass ich nur so in ...

Mit „Und ich leuchte mit den Wolken“ habe ich endlich mal wieder ein New Adult Buch gefunden, das mich überzeugen konnte. Der Schreibstil war wunderschön, poetisch und authentisch, sodass ich nur so in die Geschichte und die Atmosphäre von Paris und der Bretagne versunken bin und am liebsten direkt mit in Mignons WG gezogen wäre.

Die beiden Protagonistinnen sind charakterlich sehr unterschiedlich. Lilou ist sehr selbstbewusst, offen und abenteuerlustig, sie spricht offen darüber, dass sie pan ist, steht in Konflikten für sich selbst ein, ist aber gleichzeitig eine Träumerin, die es liebt zu malen. Trotz ihres jungen Alters wirkte sie für mich in vieler Hinsicht reifer als Mignon und ihre Mitbewohner. Nach Paris geht sie um ihre verschwundene Mutter zu suchen, aber auch um sich endlich für einen Zukunftsweg zu entscheiden, findet dabei aber weit mehr als dies.

Mignon, die bei ihrer Großmutter in der Bretagne aufgewachsen ist, lebt gemeinsam mit ihren Mitbewohnerinnen Benoît, Émilie und Oceane in einer WG und arbeitet gemeinsam mit diesen bei einem feministischen Magazin. Sie ist eher ein zurückhaltender, nachdenklicher Charakter, liebt Kunst und Mode und war sich eigentlich immer sicher hetero zu sein.

Die Begegnung und die daraus entstehenden Gefühle der beiden sind zaghaft. Die Handlung überstürzt nichts, beiden Protagonistinnen wird genug Raum gegeben um ihre Gefühle zu sortieren, mit ihrer Vergangenheit ins reine zu kommen und sich selbst zu finden, was ich unheimlich schön fand. Unterstützt werden die beiden jederzeit von Mignons Mitbewohner
innen, die auf gute Weise etwas verrückt und überschwänglich waren und eine ganz besondere Freundschaftsgruppe bilden.

Ganz ohne Drama kommt das Buch natürlich auch nicht aus, doch ich hatte durchgehend das Gefühl, dass die Probleme reflektiert werden, beide Seiten beleuchtet werden und eine charakterliche Entwicklung daraus hervorging, was mir sonst in New Adult Büchern in der Regel fehlt.

Insgesamt ist „Und ich leuchte mit den Wolken“ einfach genau der New Adult Roman, den der deutsche Markt jetzt gebraucht hat! Authentische Protagonist*innen mit denen man mitfühlen kann, eine queere Lovestory mit ganz viel Herz, reflektiertes Drama und eine zaghafte Annäherung. Für mich einfach die perfekte Geschichte, in der ich mich ganz viel Wiederfinden konnte. Daher gibt es natürlich 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2021

Packende Kapitalismuskritik mit Pandemie-Setting

New York Ghost
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New York Ghost wurde 2018, noch vor der Corona-Pandemie, geschrieben und spielt in der postapokalyptischen USA. Trotzdem sind die Parallelen zur Corona-Pandemie teilweise erschreckend. Die Kapitel des ...

New York Ghost wurde 2018, noch vor der Corona-Pandemie, geschrieben und spielt in der postapokalyptischen USA. Trotzdem sind die Parallelen zur Corona-Pandemie teilweise erschreckend. Die Kapitel des Buches wechseln zwischen einem „davor“ und einem „danach“, auf der einen Seite Candaces Kindheit und Leben in New York vor dem Ausbruch des Shen-Fiebers, auf der anderen Seite, die Zeit nach ihrem Fortgang aus New York.

In Rückblicken wird ihre Kindheit als Tochter chinesischer Einwanderer offengelegt. Die Eltern kamen in die USA um beruflichen Erfolg zu haben und ihrer Tochter eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Nüchtern schildert die Tochter, die Veränderungen und Probleme die ihre Eltern in der neuen Umgebung hatten, aber auch den Einfluss, den dies auf ihre eigene Erziehung hatte.

In der Gegenwart geht Candace einem ziemlich eintönigen Job als Produktionsassistentin in einem Verlag nach und kümmert sich dabei um die Produktion von Themenbibeln in Asien. Der Job entspricht zwar nicht ihrem Traum im künstlerischen Bereich zu arbeiten, bietet aber eine Routine und benötigt keine weiteren Qualifikationen. Ihr Job bietet ihr Dienstreisen nach China, hemmungslose Shoppingtouren in Hong Kong, zeigt aber auch auf wie wenig sie sich noch mit ihren chinesischen Wurzeln identifizieren kann. Ihr Hobby, das Fotografieren für ihren Blog „New York Ghost“ geht im geregelten Tagesablauf jedoch auch unter.

Als das Shen-Fieber New York erreicht und immer mehr Menschen die Stadt verlassen oder erkranken, beharrt sie auf ihre Routinen, geht ihrem Job bis zuletzt nach und dokumentiert schließlich als „letzte Überlebende“ mit Fotos den Verfall der Stadt auf ihrem Blog. Das Fieber tötet die Erkrankten nicht im klassischen Sinne, sondern lässt sie zombieartig, ihren bekannten Routinen nachgehen, bis sie nach und nach immer mehr verfallen.

In den „danach“-Kapitel, die einige Monate später spielen, hat sich Candace einer Gruppe überlebender angeschlossen, die sich auf den Weg zu einem sicheren Ort machen, an dem sie als Gruppe leben wollen. Dadurch kommt eine Survival-Thematik hinzu, die Gruppe von Milennials aus Manhattan muss neue Fähigkeiten erlernen, besitzt aber schnell eine sektenartige Führung und strenge Regeln, denen sich nicht alle fügen wollen.

Ich war mir zunächst unsicher, ob ein Pandemieroman in Zeiten von Corona „notwendig“ ist, wurde aber sehr positiv durch die Vielzahl an Themen überrascht, die in diesem Buch miteinander verknüpft werden. Zum einen Migration, Familie und Entwurzelung, welche anhand von Candaces Familiengeschichte erläutert werden, zum anderen aber auch die Kapitalismus- und Globalisierungskritik, die zum einen durch Candaces Job, aber auch das Shen-Fieber an sich geäußert wird und zuletzt die dystopische Survivalthematik, die der Geschichte noch ein wenig Spannung verleiht.

In „New York Ghost“ wird trotz der wechselnden Themen und Zeiten eine bedrückende und spannende Atmosphäre aufrecht erhalten und zudem die Ziellosigkeit vieler Milennials nach dem Studium und die Bedeutungslosigkeit und Routine vieler Jobs thematisiert.

Für mich war es in Zeiten von Corona genau das Pandemie-Buch was ich brauchte, es wurden jedoch teils so viele Themen angeschnitten, dass ich kaum hinterhergekommen bin, weshalb ich 4,5 Sterne gebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2021

Sehr gelungenes Antirassismus-Workbook

Me and White Supremacy – Warum kritisches Weißsein mit dir selbst anfängt
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Me and white supremacy ist eine 28-Tage-Challenge in Workbook Form, die weißen ihre eigenen Privilegien aufzeigt und dazu anregt das eigene Verhalten und rassistische Denkmuster zu erkennen und zu bekämpfen. ...

Me and white supremacy ist eine 28-Tage-Challenge in Workbook Form, die weißen ihre eigenen Privilegien aufzeigt und dazu anregt das eigene Verhalten und rassistische Denkmuster zu erkennen und zu bekämpfen. Ursprünglich handelte es sich um eine Instagram-Challenge, da diese jedoch bei den Teilnehmern so viel Anklang fand wurde sie auch als Buch veröffentlicht und durch einige Texte ergänzt. Die 28 Tage sind in vier Themenwochen aufgeteilt, die sich jeweils mit einem anderen Oberbegriff beschäftigen und jeden Tag dazu passende Unterthemen in den Vordergrund rückt. Jede dieser 28 Einheiten setzt sich aus einem einleitenden Text mit Begriffserklärungen, einem Abschnitt mit Beispielen in welchen Alltagssituationen das Verhalten auftritt, einem Abschnitt darüber, warum es so wichtig ist sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und anschließenden Arbeitsfragen zusammen, die schriftlich beantwortet werden sollten. Durch die Trennung in einzelne Tage werden die verschiedenen Themen in kleinen Häppchen serviert, wodurch der Leser genug Zeit „hat“ um sich mit den einzelnen Fragen und Themen ausgiebig auseinanderzusetzen und diese zu reflektieren. Den Aufbau des Buches fand ich außerordentlich gut gelungen. Die erste Woche setzt sich mit den Grundlagen auseinander, behandelt werden Themen, wie das weiße Privileg, die weiße Empfindlichkeit, das weiße Schweigen und die weiße Ausnahme. In Woche zwei geht es dann um rassistische Stereotype, Schwarzenfeindlichkeit gegen Frauen, Männer und Kinder und wie sich die einzelnen Erfahrungen voneinander unterscheiden. Die dritte Woche beschäftigt sich dann vorwiegend mit Formen der Solidarität und inwiefern „das weiße Rettertum“ oder Alibiengagement schädlich sind und Woche vier greift abschließend den eigenen Umgang mit Rassismus bei Verwandten, Freunden und der Arbeit auf. Insgesamt werden die Themen nicht oberflächlich behandelt, aber auch nicht so tiefgründig, dass es zu ausschweifend wird, die täglichen Abschnitte sind jeweils unter 10 Seiten lang, sodass es trotz Alltag gut machbar ist sich täglich mit dem Buch auseinanderzusetzen. Die im Buch enthaltenen Alltagsbeispiele sind besonders lehrreich, da ich mir sicher bin, dass sich jeder Leser das ein oder andere mal wiedererkennt und sein eigenes Verhalten reflektiert. Sehr gelungen fand ich auch das Ende des Buches, da dort Beispiele für Möglichkeiten sich gegen Rassismus zu engagieren gegeben werden, ein Vorschlag für einen Lesezirkel mit Diskussionsrunde gemacht wird und natürlich viele Literaturempfehlungen enthalten sind.

Vom Aufbau ähnelt das Buch teilweise „Exit Racism“ von Tupoka Ogette, ich persönlich fand “me and white supremacy“ jedoch noch gelungener, da mehr Wert auf Beispiele gelegt wurde und das Buch etwas ausführlicher ist, sodass ich das Buch auch jedem Leser, der bereits ein derartiges Workbook durchgearbeitet hat unbedingt ans Herz legen kann, insbesondere natürlich, weil man mit jedem Mal noch mehr für sich selbst mitnehmen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2021

Sarkastisches Jugendbuch mit tollem Worldbuilding

Scholomance – Tödliche Lektion
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Scholomance ist mein erstes gelesenes Buch von Naomi Novik, im Gegensatz zu ihren anderen Büchern hat mich der Klappentext aber auch wesentlich mehr ansprechen können.

Bücher über magische Schulen gibt ...

Scholomance ist mein erstes gelesenes Buch von Naomi Novik, im Gegensatz zu ihren anderen Büchern hat mich der Klappentext aber auch wesentlich mehr ansprechen können.

Bücher über magische Schulen gibt es wie Sand am Meer, doch die Scholomance schafft es endlich, sich von der Masse hervorzuheben, auch wenn natürlich nichts gänzlich neues geschaffen wurde. Die Schule hat keine Lehrer, die Schüler lernen aber trotzdem einen Großteil des Tages um ihr Überleben zu sichern, denn obwohl die Scholomance zum Schutz der jungen Magier gebaut wurde, wird sie von tödlichen Monstern heimgesucht, die die Schüler ohne Hemmung töten. Kein Weg durch die Schule, keine Unterrichtsstunde und keine Mahlzeit sind sicher vor ihnen, sodass die Schüler alles tun um die Schulzeit und die finale Abschlussprüfung zu überstehen.

Die Protagonistin El, gehört im Gegensatz zu einem Großteil der Schüler zu keiner mächtigen Enklave und ist dadurch auf sich selbst gestellt. Ihren Mitschülern gegenüber verhält sie sich ziemlich ablehnend und ist ein Außenseiter, obwohl sie dringend ein Zweckbündnis eingehen müsste um es durch die tödliche Abschlussprüfung zu schaffen. Ihre einzige Hoffnung fürs Überleben bildet ihre ihre Affinität zu Massenvernichtungszaubern, die sie sich problemlos merken kann. Gleichzeitig will sie aber ihre Kräfte sparen und niemanden mit ihrer Gabe verletzen. Als ihr der Held der Schule, Orion, mehrfach das Leben rettet und sich für sie interessiert ist sie plötzlich weniger unsichtbar als ihr lieb wäre.

El hat einen unheimlich sarkastischen Humor und war mir durch ihre Antihaltung direkt sympathisch. Sie macht während des Buches eine große Charakterentwicklung durch, die einen großen Fokus in der Story einnimmt, aber sehr glaubwürdig und langsam passiert. Ihre Motive und Entscheidungen sind nicht immer nachvollziehbar, aber genau deswegen, fand ich ihren Charakter besonders interessant. Orion fand ich anfangs ziemlich nervig und schlecht einzuschätzen. Da hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, denn so blieben seine Charaktereigenschaften und Motive eher blass, während sein Dasein als Held gewollt sehr überspitzt dargestellt wurde. Zum Glück hat sich meine anfängliche Befürchtung, dass es zu Romance-lastig ist nicht erfüllt. Viele der anderen Protagonisten werden erst zum Ende des Buches hin relevanter, sodass man hoffentlich in Band 2 mehr über sie erfahren wird.

Die Story selbst ist trotz der Brutalität der Schule verhältnismäßig harmlos und mit viel sarkastischem Humor erzählt, der mir total zugesagt hat. Nicht nur Orion, sondern auch einige andere Aspekte der Handlung wurde stark überzeichnet, was jedoch den Humor der Story verstärkt hat und mich keineswegs gestört hat. Auch die Schule an sich ist natürlich weit entfernt von realistisch, das Worldbuilding fand ich aber einfach nur genial. Ich wollte unbedingt mehr über die Heimtücken der Schule erfahren und zum Glück kamen im Buch auch immer neue Informationen dazu. Anfangs fand ich das Magiesystem recht kompliziert, mit der Zeit wurde es aber verständlicher, sodass ich jetzt immerhin einen Großteil verstehe.

Insgesamt hat mir Scholomance wirklich gut gefallen, da ich an Worldbuilding, Schreibstil und den Charaktereigenschaften der Protagonistin wenig zu meckern habe. Schön fand ich auch die Art und Weise, wie die 2-Klassen-Gesellschaft der Schule dargestellt und kritisiert wird, sodass neben dem Spaß an der Story auch schwierigere Themen in Angriff genommen wurden. Scholomance war definitiv Jugendfantasy nach meinem Geschmack, sodass ich mich schon unheimlich auf die Fortsetzung freue und 4,5 Sterne gebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere