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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2025

Ein wunderschönes, informatives Buch

Warum schlafen wir?
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„Warum schlafen wir“ hat mich direkt durch das wunderschöne Cover mit der silbernen Schrift angelacht und glücklicherweise auch inhaltlich nicht enttäuscht.

Das Buch befasst sich sehr umfassend mit allen ...

„Warum schlafen wir“ hat mich direkt durch das wunderschöne Cover mit der silbernen Schrift angelacht und glücklicherweise auch inhaltlich nicht enttäuscht.

Das Buch befasst sich sehr umfassend mit allen Bereichen rund um den Schlaf und wandert von den physiologischen Aspekten, über das Thema Träume zu Schlafstörungen und widmet sich schließlich auch dem Schlaf von Tieren. Zuletzt gibt es die Möglichkeit den eigenen Schlaftyp zu bestimmen, einen Schritt-für-Schritt-Plan für besseren Schlaf abzuarbeiten und schwierige Wörter im Glossar nachzuschlagen.

Inhaltlich ist das Buch ein absolutes Highlight und wird ergänzt durch wunderschöne collagenartige Illustrationen. Diese sind kunterbunt und ganz besonders, sodass immer wieder etwas neues entdeckt werden kann. Der eigentliche Text wird zudem durch teils humorvolle Sprechblasen, mit Extrawissen oder Beispielen ergänzt. Und wenn das nicht reicht können immer noch die Schafe im Buch gezählt werden!

Nach diesem Buch weiß jedes Kind was der Unterschied zwischen Nachtschreck und Albtraum ist, welche Tiere wahre Schlafmeister sind oder welche Schlafphasen es gibt.

Empfohlen wird es für Kinder ab 8, aber auch ich als Erwachsene konnte noch viel Neues lernen und mitnehmen. Gleichzeitig kann man aber viele Passagen, wie die Abschnitte zu den Tieren auch schon mit jüngeren Kindern lesen, sodass das Buch genug Inhalt zum Entdecken für die ganze Familie bietet.

Einziger Kritikpunkt ist für mich die Schrift, die sich farblich teilweise nur sehr wenig vom dunklen Untergrund der Illustrationen abhebt und in Kombination mit der Schriftart nicht immer einfach zu lesen ist.

Warum schlafen wir ist aber ein echtes Kunstwerk, das durch intelligente und humorvolle Texte besticht und Wissen für Groß und Klein bietet. Ich kann es daher allen wissbegierigen Familien sehr ans Herz legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2025

Etwas zu konstruiert

Ich bring dir das Glück – Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen
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Ich bring dir das Glück von Anjana Gill und Anita Schmidt handelt vom kleinen Elefanten, den wir einen Schultag lang begleiten dürfen. Er besucht jedoch keine normale Schule, sondern eine Glücksschule ...

Ich bring dir das Glück von Anjana Gill und Anita Schmidt handelt vom kleinen Elefanten, den wir einen Schultag lang begleiten dürfen. Er besucht jedoch keine normale Schule, sondern eine Glücksschule und lernt dadurch verschiedene Wege kennen, wie Elefanten (und Menschen) glücklich werden können.

Leider konnte mich dieses Buch nicht vollständig abholen.

Die Illustrationen von Anita Schmidt sind zunächst einmal sehr niedlich und kindgerecht und passen gut zu der Geschichte.

Die neun Wege glücklich sein zu lernen werden anhand eines Schultages dargestellt, bei dem der kleine Elefant diese Methoden nach und nach kennenlernt. Zudem gibt es zu jeder Methode einen Kasten mit „Elefanten-Geheimwissen“, in dem ein Vogel die Kinder direkt anspricht und vorschlägt die jeweilige Methode doch mal selbst auszuprobieren. Da diese bereits vorher im Text anhand des Alltags vorgestellt wurde, wäre der Kasten meiner Meinung nach nicht nötig gewesen. Schöner wäre es gewesen; wenn stattdessen etwas mehr Handlung rund um die Lektionen aufgebaut worden wäre, um die Kinder etwas mehr zu fesseln.

Die Ideen selbst sind ganz süß, ein Danke-Stein, Streitvertreibungs-Seifenblasen oder ein Zaubersatz für den Tag, allerdings wirkte manches etwas zu konstruiert und optimistisch, ein Streit wird sich wohl nicht nur ein paar Seifenblasen auflösen. Der Grundgedanke, sich im Alltag Momente des Glücks zu nehmen ist aber ein schöner.

Insgesamt konnte uns das Bilderbuch daher leider nicht umhauen, einige schöne Ideen lassen sich jedoch daraus mitnehmen. Ein paar Methoden weniger und dafür etwas mehr Rahmenhandlung hätte ich aber schöner gefunden.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2022

YA-Highlight

Firekeeper's Daughter
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Firekeepers Daughter ist seit langem endlich mal wieder ein Jugendbuch, das mich völlig überzeugen konnte.

Es erzählt die Geschichte von Daunis, die halb weiß, halb Native American ist und immer zwischen ...

Firekeepers Daughter ist seit langem endlich mal wieder ein Jugendbuch, das mich völlig überzeugen konnte.

Es erzählt die Geschichte von Daunis, die halb weiß, halb Native American ist und immer zwischen den beiden Welten steht. Eigentlich ist ihr Plan Medizin zu studieren, doch als ihre Großmutter in ein Pflegeheim kommt beschließt sie vorerst in ihrer Heimatstadt zu bleiben, um sich um ihre Familie zu kümmern. Durch ihren Bruder Levi lernt sie in der Eishalle den neu zugezogenen Jamie kennen und kommt ihm als seine Betreuerin immer näher, obwohl sie sich geschworen hat die Eishockey-Welt immer strickt von ihrer Alltags-Welt zu trennen. Als sie jedoch Zeugin eines Mordes wird, rekrutiert sie das FBI als Informantin und Daunis muss plötzlich gegen ihre Freunde und Bekannten ermitteln.

Das Cover des Buches ist einfach wunderschön und stimmig und ich bin unheimlich froh, dass es aus dem Original übernommen wurde. Inhaltlich beginnt die Geschichte erstmal eher langsam, nach und nach wird Daunis Beziehung zu den beiden sehr unterschiedlichen Teilen ihrer Familie aufgezeigt, ihre Freundschaften und ihre Leidenschaften für Eishockey und Wissenschaft thematisiert und insbesondere auch die Kultur der Ojibwe eingeführt. Zu Anfang ist es mir ein wenig schwer gefallen, mich in die vielen unbekannten Begriffe auf Anishinaabemowin, der Sprache der Ojibwe, einzufinden, am Ende des Buches befindet sich jedoch ein sehr umfangreiches Glossar, sodass die Wörter jederzeit nachgeschlagen werden können. Ich fand es besonders schön, dass die Autorin selbst registriertes Ojibwe-Tribe-Mitglied ist und auf Sugar Island und in Sault Ste. Marie aufgewachsen ist. Dies ermöglicht tiefgehende Beschreibungen der Kultur, der Bräuche und der Beziehungen zwischen den Menschen im Tribe, die ansonsten nicht möglich gewesen wären.

Nachdem ich mich in die vielen mir unbekannten Begriffe eingearbeitet hatte entwickelte das Buch einen richtigen Sog auf mich. Nachdem einige einschneidenden Ereignisse passieren, nimmt das Buch schlagartig an Spannung auf und konnte mich bis zum Ende fesseln.

Während das Cover für mich eher eine leichte Story assoziiert, thematisiert Firekeepers Daughter zahlreiche schwerwiegende Themen, bei denen eine Triggerwarnung sinnvoll gewesen wäre. Inhaltlich würde ich das Buch eher jungen Erwachsenen empfehlen, da enthaltenen Themen teilweise sehr heftig sind, fand die Aufarbeitung aber sehr gelungen. Auch wird im Buch an vielen Stellen die Misshandlung von indigenen Kindern in Internaten, das Machtungleichgewicht zwischen weißen und Native Americans und Drogenmissbrauch in den Reservaten behandelt und durch eine kleine Chronik der Geschichte der Native Americans am Ende des Romans ergänzt.

Daunis selbst hat mich mit ihrer Zielstrebigkeit aber auch mit ihrem Umgang mit Ängsten und Hindernissen überzeugen können, war mir aber an mancher Stelle etwas zu emotionslos. Die Art und Weise, wie ihr Tribe und ihre Bräuche jedoch als Stütze in schweren Lebenssituationen aufgezeigt wurden fand ich sehr gelungen.

Firekeepers Daughter ist ein unheimlich starkes Debüt über Familie, Kultur und Freundschaft, das mit Spannung, tollen Charakteren und einem guten Erzähltempo überzeugen kann und aus dem man viel über die Kultur der Ojibwe mitnehmen kann, sodass ich es nur jedem ans Herz legen kann! 5 Sterne!


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Veröffentlicht am 11.04.2022

Packender Jugend-Mystery-Thriller

Ancora
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Ich habe vor längerer Zeit bereits „Wenn das Feuer ausgeht“ von Colin Hadler gelesen und war unheimlich gespannt, wie sich der Autor seitdem weiterentwickelt hat. Bereits das Cover des Buches mit dem „Guckloch“ ...

Ich habe vor längerer Zeit bereits „Wenn das Feuer ausgeht“ von Colin Hadler gelesen und war unheimlich gespannt, wie sich der Autor seitdem weiterentwickelt hat. Bereits das Cover des Buches mit dem „Guckloch“ drin ist der absolute Hammer und macht unheimlich neugierig.

In „Ancora“ planen die drei Freunde Romy, Aurel und Jannis ihren Sommer im komplett abgeschiedenen Selbstversorgerdorf Ancora zu verbringen, in dem es kein Handynetz gibt und die Bewohner in einer ganz eigenen Gemeinschaft leben. Doch schnell merkt Romy, dass immer wieder unerklärliche Vorfälle geschehen, einige Personen sich immer seltsamer Verhalten und sie immer tiefer in die Geschehnisse hineingezogen wird. Doch dann stellt sie fest, dass die Ereignisse in Ancora eins zu eins in einem Gedicht ihrer Mutter beschrieben werden.

Ancora beginnt mit einem spannenden Prolog, der mich direkt packen konnte und bereits andeutet, dass das Dorf Ancora nicht so friedlich ist, wie es zunächst scheint. Die eigentliche Handlung geschieht dann Schlag auf Schlag. Die Ankunft in Ancora war zunächst etwas holprig und die genauen Beweggründe für den Aufenthalt etwas unklar, doch die mysteriösen Ereignisse und die Atmosphäre von Ancora konnten mich schnell in ihren Bann ziehen. Da ich mir lange absolut keinen Reim darauf machen konnte, warum und wie all die übernatürlich scheinenden Ereignisse passieren und miteinander zusammenhängen und das Erzähltempo keine Längen zulässt konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen.

Gespickt ist die Handlung immer wieder durch Gedichte von Romys Mutter und ihr selbst, was gut zum Buch und zum Autor gepasst hat, dessen poetisch-philosophischer Schreibstil mir bereits im Vorgängerroman aufgefallen ist.

Etwas schwer getan habe ich mich mit den vielen verschiedenen Protagonistinnen und ihren Beweggründen, die teils offen bleiben oder erst spät deutlicher werden. Insbesondere Anfangs hatte ich Schwierigkeiten die Rolle der vielen Personen einzuordnen, bei manchen war es auch nicht relevant ihnen Tiefe zu verleihen, bei anderen hätte ich es mir im Nachhinein aber gewünscht.

Insgesamt ist Ancora ein ungewöhnlicher Jugend-Mystery-Thriller, dessen Schreibstil mich absolut gefesselt hat und dessen Erzähltempo dafür sorgt, dass keine Längen aufkommen. Zwischenzeitlich war mir manches etwas zu abgedreht, allerdings fand ich die Aufklärung am Ende gelungen. Lediglich bei den einzelnen Protagonist
innen hätte ich mir teils mehr Tiefe gewünscht, auch wenn das Buch als Gesamtwerk für einen 350 Seiten langen Jugendthriller recht tiefgehend ist. Insgesamt gebe ich daher 4 Sterne und bin gespannt darauf, was Colin Hadler in Zukunft noch schreiben wird.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Packender Jugendthriller mit vielen Plottwists!

Pride & Pretty
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Nachdem Chris Kaspars Debütroman „Watched“ mich letztes Jahr absolut überrascht und begeistert hat war ich unheimlich gespannt, ob auch ihr neuer Jugendthriller da mithalten kann.

„Pride & Pretty“ handelt ...

Nachdem Chris Kaspars Debütroman „Watched“ mich letztes Jahr absolut überrascht und begeistert hat war ich unheimlich gespannt, ob auch ihr neuer Jugendthriller da mithalten kann.

„Pride & Pretty“ handelt von der reichen Clique „Pretty Pennies“, die aus Vince, Evie und Pat besteht und mit Geld und Einfluss über das College herraschen. Als Lynn aufs Graham College wechselt baut sie sich eine neue Identität auf, um sich bei der Clique einzuschleichen und Rache zu üben. Nur der Außenseiter Bacon kennt ihre wahre Identität und nutzt dieses Wissen aus, um seine eigenen Pläne zu verfolgen.

Zunächst hat mir sehr gut gefallen dass sich der Londoner Stadtplan, der den Hintergrund des Covers bildet auch inhaltlich in Form eines Tattoos im Buch wiederfindet.

Zu Beginn des Buches wird neben den Protagonistinnen auch die Gossip App „The London Eyes“ eingeführt, bei der Menschen für Geld Insight-Informationen, Fotos und Videos zu Verbrechen oder Promis bekommen können. Gemeinsam mit den Gruppenchats, die immer wieder im Buch abgedruckt sind, haben diese Seiten den Text unheimlich aufgelockert und mir gestalterisch sehr gut gefallen.

Die Protagonist
innen selbst waren allesamt nicht besonders sympathisch, haben aber dadurch auch die passende Atmosphäre für die Handlung erzeugen können.

Die Handlung selbst startet zunächst etwas ruhiger, hat mich allerdings trotzdem nach wenigen Kapiteln durch den flüssigen Schreibstil in den Bann gezogen, sodass ich das Buch nicht mehr beiseite legen wollte. Nach dem Einstieg folgen die Ereignisse schließlich Schlag auf Schlag und die Lage wird immer verzwickter für die Pretty Pennies. Dabei bleibt es konstant spannend und immer neue Wendungen sorgten dafür, dass ich bis zum Ende nur Teile der Lösung vorhersehen konnte.

Wie schon in „Watched“ zeigt Chris Kaspar hier, dass es auch möglich ist Jugendthriller komplex, unvorhersehbar und spannend zu schreiben. Durch die stärker ausgeprägte Brutalität (physisch und psychisch) sind die Bücher eher für ältere Jugendliche geeignet, füllen aber genau hier die Lücke zwischen den meist seichten Jugendthrillern und brutaleren Erwachsenenthrillern.

Chris Kaspar ist für mich zur neuen Meisterin der Jugendthriller geworden und hat es erneut geschafft ein absolut spannendes Werk zu schreiben, dass ihrem Debüt in (fast) nichts nachsteht! Von mir gibt es 4.5 Sterne!

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