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Veröffentlicht am 05.10.2025

Ein Buch, das Hemmungen abbaut!

Der Club der kalten Hände
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Der Club der kalten Hände ist ein ganz besonderes Kinderbuch, denn es widmet sich einem Thema, bei dem wir Erwachsenen oft große Barrieren haben, uns unsicher und hilflos fühlen und diese Hemmungen schnell ...

Der Club der kalten Hände ist ein ganz besonderes Kinderbuch, denn es widmet sich einem Thema, bei dem wir Erwachsenen oft große Barrieren haben, uns unsicher und hilflos fühlen und diese Hemmungen schnell an unsere Kinder weitergeben.

Hier werden kindgerecht Fragen zu den Themen Beerdigung, Tod, Abschied und Trauer beantwortet.

Die erste Hälfte des Buches ist in Form einer Geschichte geschrieben und erzählt von Lizzy, deren Eltern Bestatter sind. Als sie versteht, was sich in den Kisten befindet, die diese in ihrem mysteriösen Transportunternehmen herumfahren, macht sie sich gemeinsam mit ihrer Bande auf die Suche nach Antworten auf ihre Fragen. Dabei kennt sie keine Tabus, schleicht sich bei den verschiedensten Veranstaltungen hinein, begutachtet die Toten und stellt alle Fragen, die ihr in den Kopf kommen.

Im Laufe des Buches begleiten wir vier Trauerfälle, von einem kleinen Baby bis zu einer alten Dame. Wir lernen, dass es je nach Kultur und Wünschen verschiedene Rituale und Bestattungsarten gibt, sehen verschiedene Formen von Trauer und Abschied und erhalten Einblicke in die Arbeit eines Bestattungsunternehmens. Besonders schön finde ich, dass zwei trauernde Kinder im Laufe des Buches Teil der Bande werden. Oft ziehen sich Menschen aus Unsicherheit etwas Falsches zu sagen von trauernden Bekannten zurück, hier werden die Kinder sofort integriert und nicht mit Samthandschuhen angefasst. Zudem wird gezeigt, dass Beerdigungen nicht immer nur ernste, traurige Veranstaltungen sein müssen, sondern dies ganz individuell und abhängig von der Verstorbenen Person sein kann.

Der zweite Teil des Buches ist in Form des Bandenhandbuchs verfasst, in dem die wichtigsten Forschungsergebnisse der Kinder festgehalten werden. Hier wird beantwortet, wie Tote riechen, ob man sie Anfassen darf oder warum Cems Onkel Ali nur von Männern aus seiner Familie gewaschen werden durfte.

Insgesamt finde ich das Buch sehr gelungen, da es das Thema Tod mit Fokus auf ein Bestattungsunternehmen beleuchtet, auf unterschiedliche Kulturen eingeht und Tabus bricht Der Text ist zudem in sehr einfachen und kurzen Sätzen verfasst, sodass sich das Buch gut zum Selberlesen eignet.

Was mir ein wenig fehlte (aber eigentlich nicht schlimm ist) war eine grundsätzliche Erklärung dazu, was Sterben bedeutet bzw. was mit dem Körper passiert. Die Todesursache der Verstorbenen wird nicht oder nur sehr kurz erläutert und steht nicht im Vordergrund. Vor der Lektüre dieses Buches wäre es also sinnvoll, wenn grundsätzlich bekannt ist warum Menschen sterben, hierzu gibt es ja aber viele tolle Bücher, bei diesem hier handelt es sich für mich aber dadurch eher um ein weiterführendes Werk. Die Antworten auf die Kinderfragen im Buch waren dafür sehr informativ und kindgerecht, teils hätte ich mir aber noch tiefreichendere Informationen gewünscht, bspw. zu den verschiedenen Bestattungsarten oder religiösen und kulturellen Unterschieden. Diese Themen wurden zwar angeschnitten aber nicht tiefgehend erläutert.

Trotzdem finde ich es ein unheimlich wertvolles Buch für jedes Kinderbuchregal, das viele Kinderfragen beantwortet, Hemmungen abbaut und zeigt, wie wichtig Gemeinschaft auch im Trauerfall ist.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Die langweiligste Hölle in der Literaturgeschichte?

Katabasis
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Da ich die vorherigen Werke der Autorin zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zähle, habe ich bereits seit der Ankündigung von Katabasis darauf hingefiedert das Buch zu lesen und war mir so sicher, dass ...

Da ich die vorherigen Werke der Autorin zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zähle, habe ich bereits seit der Ankündigung von Katabasis darauf hingefiedert das Buch zu lesen und war mir so sicher, dass es wieder ein Highlight werden würde, doch diesmal wurde ich enttäuscht.

Die Prämisse des Buches, einen Abstieg in die Hölle zu erleben klang so spannend und auch der Start des Buches war vielversprechend, doch irgendwie hat R.F. Kuang es geschafft, die Hölle langweilig erscheinen zu lassen. Die Beschreibungen der Umgebung sind sehr dürftig, statt Worldbuilding liegt der Fokus des Buches eindeutig auf den zahlreichen philosophischen Theorien zur Hölle. Rebecca Kuang ist unheimlich intelligent, kann Texte exzellent interpretieren und hat vermutlich so einiges an Lektüre zur Hölle gewälzt, bevor und während sie dieses Buch geschrieben hat. All dies ist in Katabasis eingeflossen, wodurch es aus akademischer Sicht grandios ist, wer aber Handlung und Spannung erwartet ist hier eher fehl am Platz.

Die Intelligenz, die in ihre Bücher fließt habe ich bei den anderen Werken geliebt, doch hier war es mir zu viel. Die Protagonisten waren beide recht unsympathisch, die Handlung wurde immer wieder durch ausschweifende Rückblicke und philosophische Abhandlungen unterbrochen und ich konnte partout nicht in den Lesefluss finden, obwohl ich mir so gewünscht habe das Buch zu lieben.

Ich konnte mich in keinen der beiden Charaktere hineinversetzen, wodurch durchgehend eine gewisse Distanz herrschte und empfinde Katabasis als zu überladen mit akademischen Theorien.

Trotzdem ist es ein spannendes Werk, das insbesondere bei Philosophiebegeisterten Leser*innen anklang finden wird. Es scheinen viele persönliche Erfahrungen aus ihrer akademischen Laufbahn eingeflossen zu sein, der Ansatz der Hölle als Campus ist spannend und einige der Grundideen des Buches haben mir gut gefallen, doch meins war es insgesamt eider nicht. Schade…

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Ein wunderschönes Sachbilderbuch, das Lust auf MINT-Berufe macht!

Wir forschen!
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Karin Grabner und Hanna Riebenbauer haben mit „Wir Forschen“ ein Kindersachbuch geschaffen, das Lust auf Naturwissenschaften macht. In 14 Kurzvorstellungen lernen wir verschiedene Wissenschaftlerinnen ...

Karin Grabner und Hanna Riebenbauer haben mit „Wir Forschen“ ein Kindersachbuch geschaffen, das Lust auf Naturwissenschaften macht. In 14 Kurzvorstellungen lernen wir verschiedene Wissenschaftlerinnen und ihre Fachgebiete kennen. Die Vorstellungen sind in die fünf Obergebiete Biologie, Geologie, Chemie, Mathematik und Physik unterteilt. Jeweils auf einer Doppelseite wird das Berufsbild eingeführt, beschrieben, was die Person macht und einige Begriffe oder Werkzeuge erläutert, die mit dem Beruf zutun haben.

So lernen wir im Bereich Biologie den Molekularbiologen Bence kennen, der sich mit Zellen, Bakterien und Viren beschäftigt und lernen dabei direkt auch was ein Impfstoff eigentlich macht.
Beim Vulkanologen Paul lernen wir, wie uns Ziegen bei der Vorhersage von Vulkanausbrüchen helfen können und lernen bei Meteorologin Ai-Linh, wie die Atmosphäre aufgebaut ist. Hier ist nicht der Anspruch umfassendes Wissen zu vermitteln, sondern Interesse an den Themen zu wecken - und vielleicht findet das ein oder andere Kind so ja den späteren Traumberuf.

Besonders hervorheben möchte ich auch, dass bei den Forscher
innen auf Vielfalt in Hinblick auf Geschlecht, Hautfarbe, Körperform und Behinderung geachtet wurde und Kindern dadurch direkt gezeigt wird, dass Naturwissenschaften etwas für Alle sind!

Abgerundet wird das gelungene Buch durch ein Forschungsquiz und einen Forscherinnensteckbrief zum selber Ausfüllen.

Wir forschen weckt bei kleinen Entdecker*innen hoffentlich den Forscher
innengeist, stärkt die Kinder in ihrer Neugier und überzeugt durch liebevolle und durchdachte Illustrationen und kindgerechte Erklärungen von schwierigen Themen.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Bilderbuch mit großem Spaßfaktor

Hasen rasen mit dem Bus
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Müssen Bilderbücher für euch immer einen pädagogischen Mehrwert haben?

Klar, ich finde es super, wenn Bücher eine wertvolle Botschaft herüberbringen oder ein wichtiges Thema behandeln, doch am allerwichtigsten ...

Müssen Bilderbücher für euch immer einen pädagogischen Mehrwert haben?

Klar, ich finde es super, wenn Bücher eine wertvolle Botschaft herüberbringen oder ein wichtiges Thema behandeln, doch am allerwichtigsten ist es mir, sowohl privat als auch beruflich, bei Kindern die Freude an Büchern und am Lesen zu wecken.

Hasen Rasen mit dem Bus ist eines dieser Bücher die Kinder zum Schreien komisch finden und Erwachsene, naja…. Eher so lala. Ich hatte es für beide meine Neffen aus der Bücherei ausgeliehen, als sie zwei waren (Achtung, kein Pappbilderbuch, d.h. je nach Umgang mit Büchern erst später geeignet) und beide konnten nicht genug davon bekommen. Aktuell lese ich es dem Zweijährigen wieder täglich vor und auch der Große hört noch gerne zu.

Die Story ist einfach - Eine Gruppe Hasen hat sich einen Bus geschnappt und rast nun völlig durchgedreht durch die Stadt. Ohne Rücksicht zu nehmen schliddern sie um Kurven, bremsen nicht für andere Tiere und erschrecken die anderen Bewohner. Tja das wars.

Immerhin ist das Buch gereimt, fördert also die Sprachbildung und vielleicht könnte man es als Negativbeispiel in Sachen Verkehrserziehung nutzen.

Die Illustrationen sind aber unheimlich schön! Es gibt super viele Details und Gesichtsausdrücke zu entdecken, Tiere können benannt werden und es gibt kleine Nebengeschichten zu entdecken, die sich durchs Buch ziehen.

Also vielleicht doch gar nicht so übel?

Aus Kindersicht ist es eine klare 5/5 und Bücher, die den Kindern Spaß machen lese ich auch gerne vor. Trotz mangelndem pädagogischen Mehrwert würde ich auf Grund des Spaßfaktors und der tollen Illustrationen 4.5 Karotten vergeben und habe ehrlicherweise auch selbst ein bisschen Spaß beim Lesen, weshalb dieses Buch nun ein Teil unserer Hausbibliothek werden durfte.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Wunderbare interaktive Elemente

Das Kastanienwunder
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Mit „Das Kastanienwunder“ habe ich eines der schönsten Herbstbücher gefunden, die ich je gesehen habe.

Es ist in Reimen verfasst und besitzt zahlreiche interaktive Elemente, so weht ein Drache im Wind, ...

Mit „Das Kastanienwunder“ habe ich eines der schönsten Herbstbücher gefunden, die ich je gesehen habe.

Es ist in Reimen verfasst und besitzt zahlreiche interaktive Elemente, so weht ein Drache im Wind, wenn das Buch aufgeklappt wird, durch Drehen an einem Rad verfärben sich die Blätter und durch Schieber fallen ein Blatt und eine Kastanie vom Baum!

Das Buch ist wunderschön gestaltet und macht direkt Lust auf den Herbst. Es eignet sich super, um darüber zu sprechen, was im Herbst mit den Bäumen passiert und begeistert durch die Aufmachung groß und klein.

Das Buch wird bereits ab zwei empfohlen, ich empfinde die Schieber und Pappelemente aber als sehr empfindlich und würde das Buch mit jüngeren Kindern daher nur begleitet lesen oder warten bis die Feinmotorik des Kindes gut ausgeprägt ist

Ansonsten gefällt es uns aber total und ich denke, dass das Apfelwunder auch bei uns einziehen wird

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