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Veröffentlicht am 30.10.2020

Wilder Themen-Mix, der nicht begeistern kann

Die letzte Jagd
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Wie ein Wild erlegt - so wurde Jürgen von Geyersberg, Erbe eines Millionenvermögens, auf den französischen Ländereien der jagdbesessenen Familie aufgefunden. Kommissar Pierre Niémans und seine junge Kollegin ...

Wie ein Wild erlegt - so wurde Jürgen von Geyersberg, Erbe eines Millionenvermögens, auf den französischen Ländereien der jagdbesessenen Familie aufgefunden. Kommissar Pierre Niémans und seine junge Kollegin Ivana sind auf dem Weg in die süddeutsche Heimat der von Geyersbergs. In einer mondänen Villa am Titisee scheint ihnen die schillernde Laura, die Schwester des Opfers, etwas zu verschweigen. Ein weiterer Mord in selber Manier geschieht, und Niémans und Ivana erkennen zu spät, dass im Schatten des mächtigen Schwarzwaldes abermals die Jagd begonnen hat - auf jeden, der dem abgründigen Familiengeheimnis der von Geyersbergs auf die Spur kommt ...
Weil ich den Film zu den purpurnen Flüssen superspannend fand und der Schwarzwald meine Heimat ist, musste ich "Die letzte Jagd" einfach lesen. Es war der erste Grangé für mich - und höchstwahrscheinlich auch der letzte. Der Schreibstil ist speziell: Man muss sich mit den vielen bildhaften Ausdrücken, Vergleichen und Metaphern anfreunden, sonst wird es zäh. Was mich aber viel mehr gestört hat, war die Story an sich. Wir bekommen ein Konglomerat an Wilderern, Jagd-Szenen, der SM-Szene, Nazi-Gangs, abgerichteten Nazi-Hunden, Opferungen, Roma, Hexen und mystischen Legenden. Puhhh. Ja, das klingt viel und es ist einfach zu viel. Irgendwann wurde alles so abstrus, dass ich die Seiten nur noch überflogen habe. Hinzu kommt, dass der Schwarzwald und Freiburg als Kulisse wenig zur Geltung kommen. Die Geschichte könnte auch an jedem x-beliebigen Ort, in jedem Waldstück spielen. Schade, Chance verpasst. Selbst das Ende wirkte mir zu stumpf, sodass ich leider sagen muss, dass mir weder Grangé noch "Die letzte Jagd" allzu lange im Kopf bleiben werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2020

Spannende Idee!

Eines Menschen Flügel
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Eine ferne Zukunft auf einem fernen, scheinbar paradiesischen Planeten - doch der Schein trügt. Etwas Mörderisches lauert unter der Erde. Daher haben die Siedler ihre Kinder gentechnisch aufgerüstet, sodass ...

Eine ferne Zukunft auf einem fernen, scheinbar paradiesischen Planeten - doch der Schein trügt. Etwas Mörderisches lauert unter der Erde. Daher haben die Siedler ihre Kinder gentechnisch aufgerüstet, sodass sie fliegen können. Es gibt jedoch weitere Rätsel: Noch nie haben die Menschen die Sterne gesehen. Der Himmel ist immer bedeckt, als würde sich dahinter etwas verbergen. Den Himmel, so heißt es, kann man nicht erreichen. Oder doch? Owen, einem Außenseiter, gelingt es - mit tödlichen Folgen ...
Was für ein Klopper! Aber auch: Was für ein geniales Buch! "Eines Menschen Flügel" ist eine Mischung aus Fantasy, Dystopie, SciFi und Abenteuerroman. Andreas Eschbach erschafft dabei eine gänzlich neue Welt, in der die Menschen fliegen können (jedoch nicht unendlich hoch), aber nicht den Boden berühren dürfen. Die zukünftigen Menschen hausen daher in Nestern auf Bäumen und ernähren bzw. leben wieder ursprünglicher. Bis Owen auf die Idee kommt, zu den Sternen zu fliegen. Dies ist nur der Auftakt einer grandiosen Reise, die im Folgenden aus vielen unterschiedlichen Sichten erzählt wird. Anfangs denkt man, dass man durcheinanderkommt, allerdings erzählt Eschbach so flüssig und nur selten gibt es harte Cuts zwischen den Perspektivwechseln. Die Welt ist einfach soooo genial erschaffen, hinzu kommt ein flotter und besonderer Schreibstil. Ich habe die Reise über 1260 Seiten fast gänzlich genossen. Ab und an gab es aber auch ein paar Schwenks nach links und rechts zu viel, die man hätte kürzen können.
Alles in allem muss ich aber sagen, dass mich "Eines Menschen Flügel" extrem fasziniert hat: Geniale Idee, superspannende und toll erzählte Geschichte mit Gesellschaftskritik, klasse Charaktere und eine absolut fantastische Welt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2020

Spannender Serienauftakt mit interessanter Ermittlerin

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
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Der menschliche Körper ist ein wunderbares Puzzle, einzigartig in seiner Präzision und seiner aufeinander abgestimmten Perfektion!
Der Jigsaw Man liebt Puzzles über alles. Doch ein perfektes Puzzle ist ...

Der menschliche Körper ist ein wunderbares Puzzle, einzigartig in seiner Präzision und seiner aufeinander abgestimmten Perfektion!
Der Jigsaw Man liebt Puzzles über alles. Doch ein perfektes Puzzle ist nur eines, das in seine Einzelteile zerlegt ist. Nur so kann er die wahre Schönheit erkennen - indem er jedes Teil für sich betrachtet. Hände, Füße, Beine, Arme, Köpfe. Welche Freude! Und wahre Freude muss man teilen, nicht wahr? In der ganzen Stadt ...
JIGSAW MAN ist der Auftakt einer Reihe um Ermittlerin Anjelica Henley, die in London mehr und mehr Leichenteile findet. Alles an diesem Fall erinnert an den Jigsaw-Killer, der ebenfalls seine Opfer zerstückelt und verteilt hat - mittlerweile aber im Gefängnis sitzt. DI Henley muss nach und nach erfahren, dass dieser Fall komplexer ist, als sie zunächst dachte und vielleicht nicht nur einen Killer jagen muss.
Der Thriller liest sich wirklich super! Er ist spannend und flott geschrieben, man möchte nach den kurzen Kapiteln immer weiterlesen und mitraten. Dabei ist die Story nicht so brutal wie bspw. bei Chris Carter, obwohl doch recht viele "Puzzleteile" gefunden werden. Am besten hat mir Henley als Charakter gefallen. Sie ist alles andere als perfekt, hat eine schwierige Vergangenheit und muss in einer kleinen Spezialabteilung den Fall lösen.
Insgesamt hat mir der Story-Verlauf wirklich gut gefallen, ich wollte immer weiterlesen und war regelrecht mitgerissen auf der Jagd nach dem Jigsaw Man.
Obwohl am Ende meiner Meinung nach eine kleine Frage offen bleibt, muss ich diesem Thriller volle Punktzahl geben, weil er mich einfah komplett in seinen Bann gezogen hat. Ich hoffe, dass es noch weitere Bände der Autorin geben wird und wir Anjelica Henley öfters in London ermitteln sehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere