Dating in Tropes
The Romance RivalryErste Gedanken: Bereits bei der Ankündigung des Romans freute ich mich unglaublich auf das Buch. Ich hoffte auf eine cozy und romantisch-leichte Geschichte, die ich im Frühling lesen werde. Leider enthielt ...
Erste Gedanken: Bereits bei der Ankündigung des Romans freute ich mich unglaublich auf das Buch. Ich hoffte auf eine cozy und romantisch-leichte Geschichte, die ich im Frühling lesen werde. Leider enthielt die Geschichte mehrere Aspekte, die mich nicht überzeugen konnten und mir das Leseerlebnis erschwerten. Dennoch bin ich mir sicher, dass „The Romance Rivalry“ seine Lesenden finden wird!
Das Cover: Die Illustration ist so unglaublich niedlich. Auch die zaghafte Berührung zwischen den beiden, der schüchterne Blick und sogar die Staubpartikel im Gegenlicht ergeben ein wunderschönes Cover, welches ich mehr als nur gelungen finde. Auch die Aufmachung im Buch ist wirklich liebevoll gestaltet!
Die Handlung: Für Irene Park beginnt ein neuer Lebensabschnitt: das College. Nicht nur will sie dort ihrer Leidenschaft der Bücher nachgehen, sondern auch endlich ihre große Liebe finden. Als begeisterte Romance-Leserin und Buchbloggerin liest sie oft über das Liebesglück zwischen den Buchseiten, nur nicht in ihrem eigenen Leben. So beschließt sie mithilfe von Tropes ihr Datingglück. Beim Fake-Dating-Trope hilft Irene ihr größter Rivale Aiden Jeon – mit dem sich bald jedoch alles ganz echt anfühlt…
Meine Meinung: Ich hätte diese Geschichte wirklich unglaublich gerne gemocht. Nicht nur ist die Aufmachung wunderschön und auch die Idee der Geschichte niedlich, ich finde es zudem wichtig, dass auch immer mehr Geschichten von BIPoC-Autor:innen übersetzt werden, die nicht weiße Charaktere in den Hauptrollen haben, da diese als Hauptcharaktere noch immer unterbesetzt sind. Doch „The Romance Rivalry“ ist nicht nur repetitiv und beschwerlich geschrieben, sondern konnte mich zu keinem Zeitpunkt emotional erreichen. Die Dating-in-Tropes-Idee war unglaublich niedlich, nur wurde diese kurz aufgeführt und am Ende nicht mehr wirklich zu Ende geführt. Auch hatte ich teilweise das Gefühl, dass ich nicht aus der Sicht einer College-Studentin gelesen habe, sondern einer Jugendlichen. Da wusste ich teilweise nicht ganz, welche Zielgruppe die Autorin mit dem Buch erreichen wollte (und ja, es ist eine New-Adult-Geschichte). Positiv hervorheben möchte ich jedoch die Freundesgruppe. Die Szenen mit den gemeinsamen Freund:innen von Irene und Aiden mochte ich wirklich gerne, da sie so nahbar und sympathisch waren.
Die Charaktere: Irene hat es mir wirklich nicht einfach gemacht. Sie hat ein geringes Selbstbewusstsein, beschreibt sich selbst als People-Pleaserin und legt unglaublich viel Wert auf die Meinung anderer. Daran ist per se erst einmal nichts verwerflich, schließlich sind das Probleme/ Eigenschaften, mit denen Menschen zu kämpfen haben. Aber anstatt, diese Sachen zu reflektieren und aktiv daran zu arbeiten – da sie sich selbst auch unglaublich damit schadet – wertet sie andere Frauen ab, braucht stets die (männliche) Bestätigung und kann nicht einmal ehrliche Kritik üben, aus Angst, jemanden damit zu verärgern. Das war für mich als Leserin sehr anstrengend zu lesen, zumal es dahingehend keine positive Entwicklung gab. Ein Beispiel: Irene sieht Aiden auf einem Date mit einer anderen Frau; beide gehen in das gleiche Lokal, wie Irene und ihr Date. Das Date von Aiden grüßt sie nicht besonders herzlich und war eher zurückhaltend und – zugegeben – unhöflich. Irenes Reaktion darauf fand ich sehr daneben, da sie gleich darauf alle Frauen abwertete:
„Warum sind Männer so? Warum haben sie nicht höhere Ansprüche und daten fabelhafte, interessante, lustige, smarte Frauen?" (S. 84)
Doch auch Aiden blieb für mich eher unnahbar. Mir fehlte die Tiefe in seinem Charakter und stellenweise mochte ich seinen Umgang mit Irene sehr – in anderen Szenen war er jedoch unnötig bevormundend und entschied über sie hinweg. Jeanette – die beste Freundin von Irene – konnte mich jedoch überzeugen.
Fazit: Leider konnte mich die Geschichte weder emotional noch stilistisch überzeugen, weswegen ich hier leider nur 2/5 Sternen vergeben kann. Jedoch ist dies nur meine Meinung und ich bin mir sicher, dass es Lesende geben wird, die in dieser Geschichte ein Zuhause finden können.