Ich hatte wirklich gehofft, dass "Cursed" das Potenzial hat, die interessante Welt und die Charaktere aus "Gilded" weiter auszubauen, aber leider hat mich die Fortsetzung enttäuscht. Das Cover ist erneut ...
Ich hatte wirklich gehofft, dass "Cursed" das Potenzial hat, die interessante Welt und die Charaktere aus "Gilded" weiter auszubauen, aber leider hat mich die Fortsetzung enttäuscht. Das Cover ist erneut wunderschön und passt perfekt zur Atmosphäre des Buches, aber leider konnte mich die Geschichte nicht genauso fesseln.
Die erste Hälfte des Buches war ziemlich düster und voller Tragik, was mich zwar in die Geschichte hineinziehen konnte, aber auf lange Sicht war es einfach zu erdrückend und melancholisch. Die Atmosphäre wirkte so bedrückend, dass ich Schwierigkeiten hatte, mich weiter auf das Buch einzulassen. Ich hatte gehofft, dass sich die Situation für die Protagonisten irgendwann verbessern würde, aber der Wendepunkt kam zu spät und war nicht genug, um das Ganze wirklich zu retten.
Das größte Problem war jedoch die mangelnde Entwicklung der Hauptfigur Serilda. Sie fühlte sich nach wie vor wie die gleiche Figur aus dem ersten Band an – es gab wenig bis keine Veränderungen in ihrem Charakter, was die emotionale Tiefe der Geschichte stark bremste. Auch die Beziehung zu Gild blieb mir distanziert und leer, was ich schon im ersten Band bemängelt hatte. Der Schwangerschaftsstrang der Geschichte war für mich schwer nachzuvollziehen und machte Serilda eher nervig als sympathisch.
Die Welt, die Meyer in "Cursed" erschafft, fühlt sich zwar weiterhin magisch an, aber ich hatte das Gefühl, dass viele der erzählerischen Elemente unnötig ausgedehnt wurden. Die Handlung zog sich extrem und wirkte zu oft verwirrend und anstrengend. Das ständige Wechseln der Perspektiven und das Einführen neuer Figuren oder Götter ohne ausreichende Erklärung brachten mich regelmäßig aus dem Lesefluss. Besonders die Verwendung des geschlechtsneutralen Pronomens „sie“ für die Götter war meiner Meinung nach zu häufig und störte den Lesefluss ungemein. Diese stilistische Entscheidung trug nicht zum Storytelling bei, sondern lenkte eher ab.
Das Ende brachte immerhin etwas Aufklärung, aber das konnte die lange Strecke dahin nicht wirklich wettmachen. "Cursed" bietet einige interessante Ideen, die jedoch nicht richtig ausgearbeitet wurden. Die romantische Entwicklung und die Spannung blieben auf der Strecke. Insgesamt war es ein langwieriges und mühsames Leseerlebnis, das mich leider nicht so fesseln konnte wie der erste Band. Meyers Schreibstil ist nach wie vor solide, aber das Buch verlor sich in seiner eigenen Langatmigkeit und der Unfähigkeit, die versprochenen emotionalen Höhepunkte zu liefern. Schade, denn das Potenzial war definitiv da. Ich vergebe daher 2 ⭐.
Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!