Dieses Buch war für mich insgesamt ein solider, unterhaltsamer Roman, der mich gut unterhalten, aber nicht vollständig begeistert hat.
Im Mittelpunkt steht Belinda Dudley, eine verwitwete Lady, die sich ...
Dieses Buch war für mich insgesamt ein solider, unterhaltsamer Roman, der mich gut unterhalten, aber nicht vollständig begeistert hat.
Im Mittelpunkt steht Belinda Dudley, eine verwitwete Lady, die sich gerade daran gewöhnt, nach Jahren der Verpflichtung wieder frei und unabhängig zu sein. Dass ausgerechnet jetzt ihre Schwägerin – eine herrische und unsympathische Figur – an sie herantritt, um ihr die Betreuung der jungen Nichte aufzudrängen, bringt Belinda zunächst aus dem Konzept. Doch ihrer freundlichen Natur entsprechend sagt sie schließlich zu, obwohl sie sich etwas anderes für diese Phase ihres Lebens gewünscht hatte.
Interessant wird es, als Belinda auf Quentin Trent trifft – ihre einstige Jugendliebe, die ihr damals das Herz brach. Er gehört mittlerweile zu den berüchtigten "Fortuna’s Lovers", einer Gruppe von Gentlemen mit zweifelhaftem Ruf. Zunächst verhält er sich kalt und abweisend, doch schon bald beginnt er, Belinda wieder um den Finger zu wickeln. Die Dynamik zwischen den beiden ist angenehm zu lesen, vor allem weil sie sich bereits kennen und eine emotionale Vorgeschichte teilen. Das Knistern zwischen ihnen ist durchaus spürbar und ihre Annäherung glaubhaft, auch wenn vieles erwartungsgemäß verläuft.
Amüsant fand ich Quentins Plan, Belinda zu verführen, was nicht ganz so glatt verläuft, wie er es sich vorgestellt hat – besonders, da er sich gleichzeitig an eine erotische Geschichte wagt, die er im Rahmen einer Wette mit seinen Freunden verfassen soll. Dieser Handlungsstrang sorgt für charmante, teils humorvolle Momente und bringt ein wenig Leichtigkeit in die Geschichte.
Die Nebenfiguren – vor allem Belindas Nichte und Quentins Schwester – fügen sich gut ins Geschehen ein und dienen als Katalysator für die wiederentflammte Beziehung des Hauptpaares. Der historische Rahmen, wie etwa das Pferderennen in Ascot, verleiht dem Roman zusätzliche Atmosphäre, bleibt jedoch eher dezent im Hintergrund.
Die Liebesszenen sind durchaus explizit, dabei aber stilvoll und gut in die Handlung eingebettet. Wer etwas mehr Erotik in historischen Liebesromanen mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Für meinen Geschmack hätten manche Szenen jedoch mehr emotionale Tiefe vertragen – stellenweise wirkten sie etwas routiniert.
Insgesamt lässt sich sagen: Der Roman bietet angenehme Unterhaltung mit einer bekannten, aber bewährten Prämisse. Die Handlung war für mich stellenweise vorhersehbar, aber charmant umgesetzt. Die Charaktere waren sympathisch, das Knistern war da, und auch wenn mich die Geschichte nicht überrascht hat, habe ich sie gerne gelesen. Ein netter Roman für zwischendurch – nicht herausragend, aber mit einigen schönen Momenten. Ich vergebe 3 ⭐.
Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!