Aufrüttelnd und packend
AmokalarmInhalt:
H.C. Nachtnebel ist sechzehn und geht in die zehnte Klasse. Neben seinem unglaublichen Talent in Basketball ist er darüber hinaus auch ein Mathegenie. Doch nach einem Verlust vor einigen Jahren ...
Inhalt:
H.C. Nachtnebel ist sechzehn und geht in die zehnte Klasse. Neben seinem unglaublichen Talent in Basketball ist er darüber hinaus auch ein Mathegenie. Doch nach einem Verlust vor einigen Jahren ist er tief traumatisiert und erleidet immer wieder einige Rückschläge. Neben seinen depressiven Episoden und dem Leistungsdruck in der Schule, fragt er sich immer häufiger, wer er eigentlich ist. Bis plötzlich eine neue Mitschülerin in sein Leben tritt - Keira.
Doch was anfangs nach seinem absoluten Glück aussieht, dreht sich ganz schnell und H.C. sieht keinen anderen Ausweg mehr.
Meinung:
AMOKALARM von Uli Black ist ein aufrüttelnder und packender Coming-of-Age-Roman, der mehr als nur eine fiktive Geschichte schildert. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und dennoch unfassbar passend. Wir tauchen regelrecht in die Gedanken von H.C. Nachtnebel ein, der uns mitnimmt und erklärt was passiert ist. Dabei werden verschiedene Handlungsstränge von ihm beschrieben beziehungsweise Schilderungen aus der näheren und ferneren Vergangenheit sowie der Gegenwart ausgeführt. Das Lesen fühlt sich nach einem richtigen Gespräch mit H.C. an, denn der Schreibstil ist sehr sprachtreu. Hier ist also ganz viel Jugendsprache enthalten. Gerade das bringt einem als Lesenden die Figur H.C. Nachtnebel unglaublich nahe. Uli Black hat hier wirklich ein ganz tolles Stilmittel für die Erzählung dieser Geschichte gewählt. Wer bei dem Gespräch der Gesprächspartner ist, wird beim Lesen schnell deutlich, soll jedoch hier nicht gespoilert werden.
Im Laufe des Buchs kommen auch weitere Figuren neben H.C. in verschiedenen Kapiteln zu Wort und runden so die Geschichte mit ihren Ergänzungen ab.
Neben dem Inhaltlichen begeistern vor allem die Aussagekraft und die vielen Botschaften dieses Buches. Die Zerrissenheit von H.C. ist auf jeder Seite spürbar. Das Buch zeigt ganz eindringlich wie viele kleine Schritte eine Person zu einer extremen Reaktion bringen können. Und auf welch kleinen Signale man achtgeben sollte. Darüber hinaus spricht es die Verantwortung von Lehrkräften und Pädagogen an, die mit Heranwachsenden zu tun haben, und welche kleinen Unaufmerksamkeiten bei den Jugendlichen auch zu möglichen, extremen Reaktionen führen können.
Nach dem Ende der Geschichte, hat mich vor allem auch das Nachwort des Autors sehr berührt.
AMOKALARM ist kein Buch, um es nebenbei zu lesen. Es rüttelt auf, macht nachdenklich und bewegt.