Profilbild von schaetzelein83

schaetzelein83

Lesejury Profi
offline

schaetzelein83 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit schaetzelein83 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2023

Spannender Start, der den Leser aber ratlos zurücklässt

Der Strand: Vermisst
0

Die 19-jährige Lilli verschwindet auf dem Weg zu ihrer Freundin Fabienne spurlos und außer einer mysteriösen Handynachricht kurz nach ihrem Verschwinden gibt es keine Hinweise auf ihren Verbleib. Zur Entschlüsselung ...

Die 19-jährige Lilli verschwindet auf dem Weg zu ihrer Freundin Fabienne spurlos und außer einer mysteriösen Handynachricht kurz nach ihrem Verschwinden gibt es keine Hinweise auf ihren Verbleib. Zur Entschlüsselung der Nachricht zieht Ermittler Tom Engelhardt die Kryptologin Mascha Krieger hinzu, doch die Lösung des Falls scheint schwieriger als gedacht. Schaffen sie es Lilli noch rechtzeitig zu finden?

Die erste Hälfte des Buchs beginnt wirklich spannend und man fliegt - auch durch die kurz gehaltenen Kapitel - regelrecht durch die Seiten. Die Ermittlungen kommen zwar zunächst nur schleppend voran und auch die Kryptologin scheint aufgrund privater Fehden der Entschlüsselung der Handynachricht wenig Priorität einzuräumen, daher erfahren wir zwar einiges Privates von den beiden Ermittlern, aber der Fall bleibt weiterhin im Dunkeln. Das letzte Drittel war meiner Meinung nach das schwächste im Auftakt der Trilogie und enthält viel Füllmaterial, hätte man die vielen Nebenhandlungen nicht so ausgeweitet, hätte man etwas Speed reinbringen und den Fall unter Umständen auch in einem Buch zufriedenstellend auflösen können.

Aber so bleibt der Leser am Ende des Auftakts ohne jegliche Aufklärung mit vielen offenen Fragen, losen Enden einiger Geschichten und mehreren möglichen Tätern zurück. Da ich die Vermutung hege, dass die Ratlosigkeit und Unzufriedenheit nach Band 2 ähnlich stark sein wird, empfehle ich die Reihe komplett zu lesen, da man sonst vielleicht das Interesse an dem Fall verliert, wenn man Monate auf eine Auflösung warten muss.

Für mich eine neue Form, einen Thriller als Trilogie zu veröffentlichen, aber für mein Empfinden keine wirklich gute Idee.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2023

Wie eine scheinbar richtige Entscheidung das ganze Leben beeinflusst

Wie der Wind und das Meer
0

Zunächst muss ich sagen, dass ich Geschichten aus dem Nachkriegsdeutschland und den damit verbundenen Wiederaufbau sehr gerne lese und dafür sind die Bücher von Lilli Beck einfach perfekt. Sie fängt die ...

Zunächst muss ich sagen, dass ich Geschichten aus dem Nachkriegsdeutschland und den damit verbundenen Wiederaufbau sehr gerne lese und dafür sind die Bücher von Lilli Beck einfach perfekt. Sie fängt die damalige Stimmung und Gegebenheiten so bildhaft ein, dass man sich wunderbar vorstellen kann, selbst dabei gewesen zu sein. Außerdem finde ich die historischen Fakten aus München und Umgebung wundervoll, weil man schön den Vergleich zu den heutigen Gegebenheiten ziehen kann.

Nun aber zur Geschichte: Sie beginnt am Ende des 2. Weltkriegs, wo Paul bei einem der letzten Luftangriffe seine gesamte Familie aus den Augen verliert und ziellos durch München zieht. Dabei trifft er auf die etwas jüngere Jüdin Sarah, die auch ihre Familie sucht und sie beschließen sich künftig als Geschwister auszugeben, um nicht mehr getrennt zu werden.

Durch den tollen Schreibstil und die kurzen Kapitel fliegt man auch bei diesem Buch nur so durch die Seiten und leidet mit den beiden Kindern mit – unvorstellbar, sich in diesem Alter völlig alleine durchkämpfen zu müssen. Die Hauptprotagonisten um Paul und Sarah sind liebenswürdig und sympathisch, und die Rückblicke bringen sie dem Leser noch etwas näher.

Ohne zu spoilern kann ich nicht genauer auf die Handlung eingehen, aber es sind dramatische, romantische und manchmal herzzerreißende Elemente eingestreut, die die Geschichte wieder zu etwas ganz Besonderem machen.

Auch wenn ich manche Entscheidungen vielleicht so nicht getroffen hätte, war es dennoch eine runde und gut aufgelöste Geschichte, die ich jedem, der gerne historisch-emotionale Bücher liest absolut empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2022

Bad Cowboy trifft auf eigenwilliges Farmgirl

Cry my love
0

Cassidy Hunter lebt seit mehreren Jahren in Houston ein eigenständiges Leben, bis ihr Chef ihr eine Auszeit in der Heimat nahelegt. Widerwillig reist sie zurück nach Colorado und stellt fest, dass die ...

Cassidy Hunter lebt seit mehreren Jahren in Houston ein eigenständiges Leben, bis ihr Chef ihr eine Auszeit in der Heimat nahelegt. Widerwillig reist sie zurück nach Colorado und stellt fest, dass die Umgebung und ihre Familie sich nicht geändert haben und sie genau weiß, warum sie damals gegangen ist. Nichtsdestotrotz muss sie sich dem Willen ihres Vaters beugen und mit ihnen um den Erhalt der Farm kämpfen. Wäre da nur nicht Cree, der jahrelange Mitarbeiter ihres Vaters, den er als Aufpasser abgestellt hat und der alte Gefühle wieder aufleben lässt ...

Das Cover zu "Cry my love" wurde wirklich passend gewählt und gefällt mir richtig gut. Die Farben harmonieren und zeigen dennoch, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Romance-Story handelt.

Der Lesefluss war von der ersten Seite an gegeben und ich bin schnell in die Geschichte reingekommem, wenn ich mich anfänglich auch erst an den rauen Ton und die gewalttätige, negative Grundstimmung gewöhnen musste. Aufgrund des Genres kann man hier wahrscheinlich nicht erwarten, dass einem die Protagonisten sympathisch und liebenswürdig erscheinen, und so war es hier auch. Cree war der Badboy, der vor nichts zurückschreckt, gefühlskalt und berührungsscheu (auch wenn man erst im Laufe des Buchs erfährt, warum), weshalb ich ihm diesen Wandel hin zu einem liebenden Cowboy nicht wirklich abnahm. Auch Cassidy war aufgrund ihrer Vergangenheit nicht das niedliche Farmgirl, ihr Auftreten und ihr Ton stand dem der Bad Cowboys in nichts nach, weshalb ich mich weder mit ihr identifizieren noch mit ihr mitfühlen konnte. Dennoch war es eine wirklich interessante und spannende Geschichte, und ich wollte ab einem gewissen Zeitpunkt unbedingt wissen, wie sie dieses „Problem“ lösen und doch noch zu ihrem Happy End kommen wollen.

Das Finale war mir zwar etwas zu drüber, aber dennoch zufriedenstellend gelöst und ich freue mich über den erfahrungsreichen Einblick in das „dunklere“ Genre des Liebesromans auf der Hunter-Farm in Colorado.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2022

Med-Romance im schönen Berlin

Das St. Alex - Nachtleuchten
0

Samira ist 23 und arbeitet als Nachtschwester im St. Alex Krankenhaus. Neben ihrer Arbeit kümmert sie sich liebevoll um ihr beiden jüngeren Brüder, die seit einem familiären Zwischenfall vor etwa einem ...

Samira ist 23 und arbeitet als Nachtschwester im St. Alex Krankenhaus. Neben ihrer Arbeit kümmert sie sich liebevoll um ihr beiden jüngeren Brüder, die seit einem familiären Zwischenfall vor etwa einem Jahr bei ihr wohnen. Klar, dass für Sami da wenig Zeit übrig bleibt, sich um ihr eigenes Wohlbefinden und Liebesleben zu kümmern, da wird auch der attraktive Louis nichts daran ändern können - aber ob ihre Gefühle das auch wissen?

Der Auftakt der „St. Alex“ Reihe besticht in jedem Fall durch das pastellfarbene Cover, das direkt ins Auge sticht. Auch der Klappentext klingt vielversprechend und so durfte das Buch bei mir einziehen.

Die Kapitelverzierungen sind total schön und der Schreibstil ist gelungen, da kommt man direkt gut rein und es gibt nur ein paar wenige Logik-Stolpersteine im Laufe der Geschichte. Die Kapitel sind recht kurz gehalten und so erwischt man sich oft dabei doch noch weiterzulesen, ganz nach dem Motto „ein Kapitel geht noch“.

Das Buch wird ausschließlich aus Samiras Perspektive erzählt, weshalb man sie zwar gut kennenlernt, die anderen Protagonisten aber leider doch recht farblos bleiben. Da hätte ich mir hin und wieder einen Perspektivenwechsel zumindest zwischen Samira und Louis gewünscht.

Das Krankenhaus-Setting, das ich in der Regel sehr wertschätze, und die vielen Nebengeschichten (auf die ich wegen Spoilergefahr nicht näher eingehen kann) haben mir aber zeitweise viel zu viel Raum eingenommen und die Liebesgeschichte nahezu unterdrückt. Kapitelweise war von Louis überhaupt nicht die Rede, er wirkte wie aus der Story gestrichen. Vielleicht ist das auch ein Grund, wieso mich die Liebesgeschichte leider nicht packen konnte, weil ich das Kribbeln zwischen Louis und Samira nicht ausreichend gespürt habe oder es zu schnell wieder verflogen ist, weil andere Dinge wieder zu sehr in den Vordergrund rückten. Hier hätte ich mir mehr Ausgeglichenheit gewünscht.

Dennoch hatte ich eine schöne Zeit in Berlin und freue mich, Louis und Samira kennengelernt zu haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.12.2022

Kitschfrei, aber auch anstrengend

Andere Sterne
0

Nachdem der dem Alkohol zugewandte Vater der kleinen Ronja und ihrer großen Schwester Melissa erneut seine Arbeitsstelle verliert, rückt Ronjas Weihnachtswunsch in weite Ferne. Deshalb müssen sich die ...

Nachdem der dem Alkohol zugewandte Vater der kleinen Ronja und ihrer großen Schwester Melissa erneut seine Arbeitsstelle verliert, rückt Ronjas Weihnachtswunsch in weite Ferne. Deshalb müssen sich die beiden Geschwister etwas überlegen, denn bald schon ist Weihnachten und Ronja wünscht sich dieses Jahr nichts mehr als einen Weihnachtsbaum zu haben. Ob sie es noch schaffen, diesen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen?

Versprochen wurde eine kitschfreie Weihnachtsgeschichte, und die hat man wahrlich auch erhalten. Die Story hat wenig romantisches, anrührendes oder seliges, das einen in Weihnachtsstimmung bringen könnte. Die Atmosphäre ist durchweg düster, lediglich durchzogen von kindlichen Träumen, die das einzig Positive in Ronjas Leben zu sein scheinen.

Die kindliche Perspektive bringt dem Leser Ronja und deren Gefühlswelt näher, ist jedoch auch schwierig zu lesen durch lange, verschachtelte und oft unvollständige Sätze der 6-jährigen.

Mich konnte die Geschichte leider nicht erreichen und ich fand sie sehr anstrengend zu lesen. Das ist jedoch nur mein Eindruck, ich habe schon einige Rezensionen gelesen, die dieses Buch durchaus als „magisch“ und „außergewöhnlich“ bezeichneten. Also gebt ihm auf jeden Fall eine Chance, vielleicht wird es ja euer Weihnachtshighlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere